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24186 Rezensionen zu 16533 Alben von 6440 Bands.
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French TV

Ambassadors of Good Health and Clean Living

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: Canterbury; RetroProg; RIO / Avant; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Mike Sary bass, loops, samples
Katsumi Yoneda guitars
Ryuji Yonikura keyboards on 2, 4
Takao Kawasaki keyboards on 1, 3, 5, 6
Mark L. Perry drums, percussion

Tracklist

Disc 1
1. We're Putting On Our Bulldog Faces (and Hoping Something Good Happens) 9:29
2. Friendly Pursuit 5:46
3. Rocka-Saggy-Baby-Bubba-Shaggy-Baba-Boo 9:39
4. Gee, I Wish We Had One'a Them Doomsday Machines 7:43
5. Shemp Vs. Classical Economics 6:32
6. Metronome Crisis 10:46
Gesamtlaufzeit49:55


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


After a lengthy silence…

Vor fast einem Jahr erschien ein neues French TV-Album. Hat keiner mitbekommen. Schlimm? Schlimm. Denn French TV sind eine der Konstanten unseres Genres, eine seiner langlebigsten Bands. Es gibt sie seit über dreißig Jahren.

(Und nein, liebe Yes-Fans, sie machen keine schlechte Musik, weil man, wenn man alt ist, halt schlechtere Musik macht. Eure Lieblingsband ist die einzige, die diese Ausrede braucht.)

Schlimm, weil "Ambassadors of good health and clean living" eins der zahllosen hervorragenden Spätalben einer der Urgesteinbands ist, schlimm aber auch, weil unter der vielen anderen Musik, die wir in der Zwischenzeit gehört habe, so viel Kram ist. So viel Kram…

Und dabei hätte ich French TV hören können…

Ich meine, das Tolle heutzutage ist ja, dass jeder Musik machen kann, der das möchte – war ja nicht immer so. Die Kehrseite der Medaille: Es macht auch jeder. Und so toll es ist, dass es heute mehr Progalben gibt als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte, weit mehr als in der vermeintlichen Blütezeit des Genres in den 1970er Jahren, so schlimm ist es, dass darunter so viel Mist ist. Wenn ich überlege, wie viel mediokren Kram ich hören musste, seit diese Scheibe raus ist! Und dabei hätte ich French TV hören können! Yep, es gibt viel mehr schlechten Prog, als man so meint. Wöchentlich, ja fast täglich überschütten uns Labels mit Unmengen von Ware, und man möchte ihnen und ihren Band zurufen: Stop! Haltet ein! Es ist einfach zu viel!

Und damit haben wir noch gar nicht über Bandcamp gesprochen, wo man heute die eigentlichen Schätze entdeckt.

Aber statt dass wir irgendeine wohlbegründete Konsequenz ziehen (es gäbe welche), glauben Leute wie ich, aus irgendeinem missverstandenen Gerechtigkeitssinn heraus, all dieses Zeug zumindest antesten zu müssen! Wenn man es schon nicht alles rezensieren kann. Immerhin bekommt man so ein recht breites, ausdifferenziertes Bild der Szene – allerdings zu dem Preis, dass man wertvolle Lebenszeit an schlechte Musik verschwendet. Oder an Musik, die gut ist, einem aber nicht gefällt, weil's Pop ist, oder Powermetal, oder Jazzrock von der Stange. Das Leben ist so kurz…

Und dabei hätte ich French TV hören können…

Lang ist's her seit dem letzten French-TV-Album! After a lengthy silence und ein paar Konzerten, darunter eins in Würzburg (wer war da? Dreißig Leute) legen die Musiker um Mike Sary nun "Ambassadors of good health and clean living" vor. Und es ist klasse geworden!

Das Album scheint eine Art Sary-Projekt mit Unterstützung zu sein. Mike Sary ist ohnehin die einzige Konstante in der Geschichte der Band und hat sich nun vorwiegend japanische Hilfe geholt, darunter Ryuji Yonekura und Katsumi Yoneda von TEE. Japanisch-durchgeknallt geht es hier aber nicht zu. "Ambassadors of good health and clean living" bietet jene freundliche Jazzrock-RetroProg-RIO-Mischung, die man von der Band kennt. Das Ganze ist eher auf der Melodieseite seltsam, weniger auf der rhythmischen. Klar, hier wird gefrickelt, aber die meiste Zeit geradtaktig. Rhythmusfreaks freuen sich über andere Alben mehr. Wer schräge Melodien mag (die auch tatsächlich Melodien sind), ist hier richtig. French TV kombinieren außerdem fröhlich Fragmente aus allen möglichen Musiken, von Karibischem bis Keneallyschem. Das macht ziemlich Spaß, gehobenen Spaß, aber Spaß, der von Herzen kommt, und nicht nur aus dem Gehirn.

Was mich beim ersten Hör gleich beeindruckt hat, ist der (nicht nur) für eine Selfmade-Produktion außergewöhnlich gute, klare und facettenreiche Klang. Ich habe schon lang kein Album (jenseits der ganz teuren) mehr gehört, das so gut klingt. Klasse!

Insgesamt also ein perfektes French-TV-Album. So muss das sein!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.2.2017
Letzte Änderung: 24.2.2017
Wertung: 12/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Um sich zu überzeugen, wie speziell „Ambassadors of Good Health and Clean Living“ in der Diskographie von French TV ist, braucht man sich nur die restlichen Alben anzuhören. Durch die Zusammenarbeit mit den drei japanischen Musikern an den Keyboards (Takao Kawasaki und Ryuji Yonekura) und der Gitarre (Katsumi Yoneda) ist die Musik ein Stück verspielter, verschachtelter und eklektischer geworden. Das war wohl nur deswegen möglich, weil die US-Musiker von French TV (Mike Sary, Bass und Mark L. Perry, Schlagzeug) die Stücke in der Zusammenarbeit mit den japanischen Gästen kreiert haben.

Bevor es aber daran geht, das kompositorische Erfindungsreichtum aller Beteiligten zu bestaunen, sollte man noch die witzige und geistreiche Vorstellung des „Konzeptes“ auf dem CD-Innencover erwähnen, wonach die sechs Kompositionen dem Hörer zur „physical and spiritual glory“ verhelfen sollten.

So verlangt mir die farbenfroh arrangierte, kurzweilig komponierte Mischung aus Retro- und Avant-Prog viel Respekt ab. Vermutlich liegt es an den beteiligten Gästen aus dem Land der aufgehenden Sonne, dass die Stücke schon mal ihre Komfortzone verlassen, um waghalsige Exkursionen ins Land der Dissonanzen und hektischer Virtuosität zu unternehmen. Oder etwas weniger waghalsige, dafür aber wohl witzig gemeinte Exkursionen in die Welt von Salsa.

Es herrscht weniger die Canterbury’eske Gelassenheit und „Freundlichkeit“, sondern es wirkt vielmehr auf mich, als hätten Zappa und Gentle Giant an einem sehr guten Tag gemeinschaftlich entstandene Werke voller Elan und gepflegter Schrägheiten abgeliefert. Hektische, elektronisch angehauchte und Collage-artige Einfälle inklusive. Bei jedem Durchgang entdeckt man neue Details. Toll gemacht!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.11.2017
Letzte Änderung: 19.11.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von French TV

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 French TV 7.00 1
1987 After A Lengthy Silence 11.00 1
1994 Virtue In Futility 11.00 1
1995 Intestinal Fortitude 12.50 2
1997 Yoo-Hoo!!! 9.00 1
1999 The Violence Of Amateurs 11.00 1
2001 The Case Against Art 11.00 2
2004 Pardon Our French 12.00 2
2006 This is what we do 11.50 2
2010 I Forgive You for All My Unhappiness 10.50 2
2017 Operation: Mockingbird 11.00 2

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