SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
12.10.2017
The Alan Parsons Project - The Turn of a Friendly Card
Phlox - Keri
Yonder Pond - Pondering Aloud
Brockmann / Bargmann - Licht
Not Otherwise Specified - Projective Instruments
ARCHIV
STATISTIK
23964 Rezensionen zu 16368 Alben von 6362 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Christian Fiesel

Hagen's Delight

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik
Label: BI-ZA Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Christian Fiesel Electronics, Sounds, Instruments

Tracklist

Disc 1
1. Bell's call 4:14
2. Darkness rising 7:31
3. Nightprogram 12:05
4. Out of the spheres 6:01
5. Rusty nail 5:18
6. Say goodbye to yesterday 9:56
7. Don't surrender to hate 3:03
8. The long cure 25:07
Gesamtlaufzeit73:15
Disc 2
1. Downwards we go 17:36
2. Desert trail 3:57
3. After Dallas 18:15
4. Shielded transformer 4:75
5. Wisdom 22:27
6. Glass cabinet 4:21
7. A summer's funeral 4:08
Gesamtlaufzeit75:59


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


"Hagen’s Delight" ist offenbar das Schwesteralbum von "Der Dauernde Fluss". Beide Alben sind recht ähnlich aufgemacht (jeweils zwei CDs klemmen in einem eleganten Doppel-Digipack) und wurden zeitgleich auf Frank Schüßlers (alias Hagen von Bergen) BI-ZA Records veröffentlicht. Eingespielt hat die offenbar hauptsächlich zur Entzückung Schüßlers komponierte Musik Christian Fiesel in Trittau bei Hamburg. Im Weltweiten Netz sind allerdings Hinweise darauf zu finden, dass Fiesel gewisse Bezüge zum Hunsrück hat, wo ja bekanntermaßen Hagen von Bergen haust. Beide Alben bieten also vermutlich so eine Art Hunsrück-Elektronik ... vielleicht spricht man ja in einigen Jahren von der Hunsrück-Schule.

Trotzdem unterscheidet sich die auf "Hagen’s Delight" zu findende Musik klar von den auf "Der Dauernde Fluss" zu hörenden Klängen. Gut, wer sich nicht tiefer mit Elektronischer Musik beschäftigt hat, der wird vielleicht widersprechen und feststellen, dass beide Alben ähnliches freiformatiges Klangwabern beinhalten, was die Sache auch einigermaßen treffen würde. Doch wirkt "Hagen’s Delight" im Vergleich zum Schwesterwerk deutlich klassisch elektronischer, und stellt bisweilen recht klare Bezüge zu krautigen Elektronikvorbildern her. Gelegentlich sind z.B. mellotronartige Klänge zu und ausladende kosmisch-spacige Muster à la Berlin zu vernehmen, während Anderes, wie z.B. "Darkness Rising" und das anschließende getragen pulsierende "Nightprogram", eher an entspannt-melancholisch Weserbergland-Vorbilder gemahnt. Dazu kommen schwebend-luftige Ambientmuster und selten auch repetitive-maschinell und angedüstert dahin fließende Gemenge (man höre "Out of the spheres", oder auch "Rusty Nail").

Alles in allem wirkt "Hagen’s Delight" etwas schlichter instrumentiert, besteht vornehmlich aus elektronisch erzeugten Sounds ohne rhythmische Prägung, wobei bisweilen auch E- und Akustikgitarre zum Einsatz kommen. CD 1 ist dabei etwas abwechslungsreicher ausgefallen, zumindest bis Track 7, sind hier doch auch die kürzeren Nummern zu finden. In den ausladenderen Stücken tut sich dann des Öfteren nicht allzu viel pro Zeiteinheit, was aber teilweise durch hypnotische Intensität (im langen "Downwards we go" z.B.) bzw. voluminöse Bedrohlichkeit (man höre "After Dallas") wettgemacht wird.

Und natürlich muss man auch hier fragen (noch etwas mehr als bei "Der Dauernde Fluss", das alles in allem etwas farbiger daher kommt), ob man nicht ab und an besser den Rotstift angesetzt und gekürzt hätte. Man muss ja bei einem Doppelalbum beide Scheiben nicht notwendigerweise immer bis zum "Rand" füllen (wobei das bei Elektronikern irgendwie zum guten Ton zu gehören scheint). Auf die etwas eindimensionalen elektronischen Stimmexkurse à la Popol Vuh in "Say goodbye to yesterday" hätte ich z.B. verzichten können, und den doch meist recht unspektakulär dahin dümpelnden "The long cure" und "Wisdom" hätte eine deutliche Stutzung gutgetan.

Trotzdem, der positive Eindruck überwiegt deutlich und Elektronikadepten machen mit dem Erwerb von "Hagen’s Delight" (am besten zusammen mit "Der Dauernde Fluss") sicher keinen Fehler. Ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht nur Hagen von Bergen das Zuhören Vergnügen bereiten wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.3.2017
Letzte Änderung: 1.3.2017
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Auf Hagen’s Delight greift Christian Fiesel tief in die 70er zurück. Nein, nicht in die mittleren 70er, als die Sequenzer angeworfen wurden, sondern noch weiter, in die ersten Jahre jener Dekade, als noch die kosmische Musik herumwaberte. Weitgehend rhythmusfrei (ein bisschen pulsiert’s schon mal im Hintergrund) und oft auch strukturfrei entfalten sich warme Klangflächen, gerne in satten Mellotronkaskaden, die wie im Raume zu schweben scheinen um nach einiger Zeit zu vergehen und für die nächste Klangfläche Platz zu machen. Zwischen diese mal wohlig-warmen, mal kalt und abweisend anmutenden Klangbögen mischen sich dabei immer wieder seltsame dissonante Passagen, eigenartiges Rauschen oder Zischen, das einen schönen Kontrast zu den vorherrschenden bedächtigen Tönen bildet.

Eine durchaus beeindruckende Klanglandschaft, so nennt man da wohl am besten, hat Christian Fiesel mit Hagen’s Delight erschaffen. Zu solchen Klängen haben sich aus der kosmischen Ursuppe die ersten Gestirne entwickelt. Wahrhaft kosmische Musik, die bei aller Rückbesinnung auf die frühen Elektroniker keineswegs nur retro klingt. Es stellt sich freilich die schon von meinem Vorredner aufgeworfene Frage, ob’s wirklich gleich zwei (und auch noch prall gefüllte) Scheibchen sein mussten; ehrlich gesagt, hätt’s mir eine mit ner Stunde Laufzeit auch getan. Liebhaber der kosmischen Musik können bei Hagen’s Delight jedenfalls unbesorgt zugreifen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.4.2017
Letzte Änderung: 4.4.2017
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Christian Fiesel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Passage Through Time 10.00 1
2012 Ode To AEM 11.00 1
2013 After the Flood 10.00 1
2013 Signal For Fire 10.00 1
2013 Smile With An Ambience 10.00 1
2015 The Hunting Game 10.00 1
2015 This Is The Dark House 10.00 1
2015 The Forrest 11.00 1
2015 Mechanic Falls 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum