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Vermont

Vermont

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Kompakt
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Danilo Plessow ARP Odyssey, Fender Rhodes, String Ensemble, Roland Jupiter 4, Doepfer Modular
Marcus Worgull ARP Odyssey, Roland Juno 6, Sequential Prophet VS, Kurzweil K2000

Gastmusiker

Dermot O'Mahony Strings
Lena Willkens Strings
Jaki Liebezeit Drums
Dominik von Senger Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Yaiza 2:44
2. Rückzug 5:27
3. Übersprung 6:10
4. Sharav 4:57
5. Dynamik 3:21
6. Majestät 5:55
7. Cocos 6:22
8. Elektron 3:55
9. Katzenjammer 5:06
10. Droixhe 3:48
11. Macchina 3:15
12. Ebbe 4:21
13. Lithium 4:22
14. Montag 2:58
Gesamtlaufzeit62:41


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Vermont kommen aus Köln und sind Marcus Worgull und Danilo Plessow, die normalerweise dynamisch-elektronische Musik für den Tanzboden machen (u.a. als Innervisions oder Motor City Drum Ensemble). Warum sich das Duo nach den grünen Bergen benannt hat ist mir nicht bekannt, doch irgendwann in der ersten Hälfte des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends beschlossen beide offenbar gemeinsam retro-elektronisch-krautige Musik zu machen, die dann 2014 auf dem selbstbetitelten Erstling veröffentlicht wurde, der im Zentrum dieser Rezension steht.

Vermittels einer Ladung meist analoger elektronischer Tonerzeuger sind Worgull und Plessow hier am Klangbasteln, bisweilen dezent unterstützt von Gastmusikern, darunter kein geringerer als das leider kürzlich verstorbene Krautrockurgestein Jaki Liebezeit. Das klangliche Ergebnis sind sehr farbige, luftig-schwebende elektronische Tonbilder, die bisweilen rhythmisch geformt, aber vollkommen frei von Tanzbodengewummer, elegant und kurzweilig aus den Boxen gleiten.

Als Retroelektronik mit krautigen Reminiszenzen könnte man die Musik von Vermont bezeichnen, versehen aber mit einem ganz eigenen, klangvoll-modernen Charakter, einem sehr warmen und vollen Sound, und bestehend aus sehr abwechslungsreich und dicht verwobenen Tonmustern. Nicht kosmisch oder spacig ist diese Musik, eher erdgebunden, idyllisch, dynamisch und frisch. Sie verströmt dabei eine entspannte, impressionistisch-verträumte Atmosphäre, eine melancholisch-zufriedene Sonnenauf- bzw. -untergangsatmosphäre (das Cover gibt das eigentlich sehr treffend wieder), in der Stadt oder auf dem Land, und erinnert damit am ehesten an die ruhigen, in der zweiten Hälfte der 70er Jahre entstandene Klänge aus dem Weserbergland (eben die idyllischen Berglandschaften). Bisweilen nimmt das Ganze aber auch Fahrt auf und verbreitet eine leichte großstädtische Hektik oder maschinell-repetitive Statik (in "Dynamik", "Elektron" oder "Macchina" z.B.).

"Vermont" bietet ein ausgesprochen gelungenes retro-modernes Gemenge im Geiste von Kraftwerk, Harmonia und Cluster, ergänzt um allerlei Eigenes, und auch diverse damals von den eben genannten Protagonisten kaum verwendete Klänge (Piano, Schlagzeug, E-Gitarre und Streicher z.B.). Wer abwechslungsreiche Krautelektronik und farbenreiches, elektronisches Tonmalen schätzt, der sollte das Album dringend antesten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.4.2017
Letzte Änderung: 14.4.2017
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Vermont, der Bundesstaat im Nordosten der USA, ist laut Wikipedia u.a. für seine idyllischen Berglandschaften bekannt. Ob das der Grund für die Namenswahl des Kölner Duos war? Denn etwas Idyllisches hat deren Spielart elektronischer Musik; freilich nicht im kitschigen Sinne, sondern eher in Art einer verschrobenen Idylle, gleichzeitig pastoral und burlesk, ganz ähnlich wie die Klänge, die gut vier Jahrzehnte zuvor im ebenfalls idyllischen Weserbergland entstanden.

Zart, luftig und leicht entschweben die elektronischen Klangminiaturen den Boxen, zeigen sich dabei aber auch stets leicht verschroben. Manche Stücke - mehr als auf dem Nachfolger - sind von dichten, repetitiven Patterns bestimmt, die dabei einen leichten Anflug von Hektik erzeugen können, andere zeigen sich schwebend und weitgehend rhythmusfrei, bisweilen nur aus einzelnen, sparsam gesetzten Tönen zusammengesetzt. Impressionistische Klangskizzen sozusagen. Gelegentlich sorgen Gastmusiker für zusätzliche Klangfarben, oder, im Falle von Schlagzeuger Jaki Liebezeit, für zusätzliche Rhythmik.

Zusammen ergibt dies ein wunderbares Klangkonglomerat, das trotz seiner Reminiszenzen an die alten Tage krautiger Elektronik frisch und auch eigenständig klingt. Für Liebhaber der Klänge aus dem Weserbergland empfohlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2017
Letzte Änderung: 31.5.2017
Wertung: 11/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2017 II 11.00 2

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