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Cheer-Accident

Putting Off Death

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; RIO / Avant
Label: Cuneiform Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jeff Libersher Gitarre, Trompete, Gesang, Keyboards
Dante Kester Bass, Keyboards
Thymme Jones Schlagzeug, Gesang, Klavier, Trompete, Keyboards, Gitarre, Moog, Noise
Carmen Amillas Gesang

Gastmusiker

Mike Hagedorn Posaune
Teria Gartelos Gesang
Sacha Mulin Gesang
Cory Bengtsen Baritonsaxophon
Beth Yates Flöte
Julie Pomerleau Violine
Joan Morrone Waldhorn
Ross Feller Tenorsaxophon
Rob Pleshar Tuba
Todd Fackler Tuba

Tracklist

Disc 1
1. Language Is 11:23
2. Immanence 4:12
3. Wishful Breathing 3:46
4. Falling World 3:39
5. More and Less 3:00
6. Lifetime Guarantee 7:01
7. Hymn 5:11
Gesamtlaufzeit38:12


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Nach sechs Jahren gibt es endlich wieder ein neues Album von Cheer-Accident, das achtzehnte in der über dreißigjährigen Bandgeschichte. Die alten Kämpen Jeff Libersher und Thymme Jones sind natürlich wieder dabei, ebenso die auf dem Vorgänger erstmals zu hörende Sängerin Carmen Amillas. Dazu hat man sich wieder um eine ganze Reihe Gäste verstärkt.

Cheer-Accident gehören zu den Bands, bei denen man nie so genau weiß, was einen musikalisch erwartet. Das kann derb rumpelnder Punk ebenso sein wie melodiöser Art-Pop - durchaus auch auf dem gleichen Album. Nach dem eher krachig-kantig gehaltenen Vorgänger bewegt sich Putting Off Death aber insgesamt in eher ruhigeren und auch meist eingängigeren Gewässern. Aber keinesfalls in seichten!

Schon das einleitende Language Is, mit elf Minuten der mit Abstand längste Song des kurzen Albums, zeigt sich überwiegend als ruhige, leicht elegische Ballade, die nach einem jazzigen Mittelteil schließlich in einer zischenden und rauschenden Noise-Orgie endet. Damit ist im Wesentlichen schon der Ton für den Rest des Albums gesetzt. Die Songs liegen eher auf der melodiösen Seite des Spektrums, verbreiten oftmals eine leise Elegie, sind dabei aber stets mit allerlei kleinen Seltsamkeiten durchsetzt, bis hin zu veritablen RIO-Attacken wie im wunderbaren Lifetime Guarantee. Gelegentlich zeigt sich die Band aber auch von einer durchweg schroffen Seite, etwa im crimsoiden Falling World.

Die Songs bestechen dabei neben den originellen, trotz scheinbarer Eingängigkeit komplexen Arrangements auch durch ihre farbige Instrumentierung, die wieder allerlei Rock-untypische Instrumente, hauptsächlich Holz- und Blechgebläse, umfasst. Reizvoll ist auch der Kontrast zwischen den unterschiedlichen Gesangsstimmen, gerade wenn männlicher und weiblicher Gesang, wie im erwähnten Lifetime Guarantee, kombiniert werden.

Cheer-Accident ist mit Putting Off Death wieder ein schönes Album zwischen Eingängigkeit und Schrägheit gelungen, wobei sich die Waagschale diesmal gen ersterer neigt. dennoch kommen auch Liebhaber der schrägen Varianten des Prog hier auf ihre Kosten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.6.2017
Letzte Änderung: 6.7.2018
Wertung: 11/15

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Von: Volkmar Mantei @ (Rezension 2 von 2)


“Progressive rock has become really boring to me since it’s become a genre with a lot of rules” meint Thymme Jones. Aus einer bestimmten Blickrichtung kann dieser Eindruck entstehen, wenn man die Jazz-Influenza-Bands/Musiker und Avant-Humoristen vernachlässigt, nur Retro und Neo ins Visier nimmt. Wie auch immer, Cheer-Accident machten lange Pause, sind jetzt aber, nach 6 Jahren Band-Entsagung, wieder da.

Was unter diesem Bandnamen veröffentlicht wird, gehörte noch nie zum ‚typischen‘ Liedgut welcher Szene auch immer. Und die Band trieb sich hier und da herum. Erst die Cuneiform-Alben kamen wieder in die Gewässer, aus denen die Band einst startete (Sever roots, tree dies 1988).

Und so ungewöhnlich und eigenwillig geht das Quartett+ jetzt auch wieder vor. Die lange Rille zu Beginn des Albums will zuerst ein schrulliger Singer/Songwriter-Track sein, dem erst spät einfällt, instrumentale Extravaganza zu zelebrieren, weil das am meisten Spaß macht und bringt. Wird immer besser!

„Don’t waste your time“ meint der Sänger ein wenig verstiegen, der Opener endet mit noisigem Elektronik-Krach, will hier Jemand seine Hörer verjagen?

Um sie gleich wieder einzuladen. „Immanence“ könnte auf den ersten Höreindruck ein Echo aus dem Elektropop der 1980er sein, ohne dessen Ekelsounds, auf Avant-Basis, wie es die späteren Canterbury-Nachfolger machten. Peu a peu entwickelt der Song mit seinem intellektuell wirkenden, verträumten Sound magische Momente, die seltsam in das nächste Stück fließen, dessen atmosphärische Ähnlichkeit (diesmal mit männlicher Stimme) weiter in schrulligen Avant-Noise wandert, hat was von Aksak Maboul.

„Falling World“ klingt wie David Bowie mit King Crimson-Begleitung, wobei die bewusst stupide Note die Frippsons eher konterkariert, schön verrückt, dabei allerdings auch recht harmlos.

Eher den Sinn für instrumentale Finessen ansprechend ist der kürzeste Track, dessen Doppelsaxophon und Pseudo-Marimba schön groovig unterhoben sind. Hat epischen Charakter, der indes nicht ausgelebt wird. Nach drei Minuten ist finito. Hat trotzdem Wirkung.

Dafür sind die 7 Minuten im Anschluss eher leichtgewichtiges Gebirge, als wollte die Band den ganzen Neoprog in diesem einen Track verarschen. Vielleicht war es aber nur der Spaß an Keyboardtrompeten und luftig blumigem und reichlich seltsamem Progpop, der zu diesem Song führte.

Und „Hymn“ ganz am Ende geht noch einmal in die 1980er zurück. Elektro-Pop mit David Bowie und leichtester Canterbury-Note verknüpft – und trotzdem sitzt dem Track der Avant-Schalk im Nacken.

„Putting Off Death“ ist eine Stänker-Platte, die keinen Bock auf Prog hat, dennoch aber Lust auf instrumental verrückte Abwege und sich so ungewöhnlich und gegen jeden Strich durch seine Songs arbeitet, dass Prog-Geübte, die das Album in die Hände bekommen, sich erst einmal aus ihrer Schiene hören müssen, um hier anzukommen.

Wenn es auch viel Interessantes und vor allem verblüffend gegen den (Prog-)Zeitgeist geht, ist das Album eher nicht essentiell.

Anspieltipp(s): Language Is
Vergleichbar mit: nix
Veröffentlicht am: 29.6.2017
Letzte Änderung: 29.6.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Cheer-Accident

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Sever roots, tree dies 11.50 2
1991 Dumb Ask 9.00 1
1993 Babies Shouldn't Smoke 12.00 1
1994 The Why Album 10.00 1
1997 Enduring the American Dream 9.00 1
1999 Trading Balloons 11.00 1
2000 Salad Days 11.00 1
2002 Variations on a goddamn old man (2002) 8.00 1
2003 Introducing Lemon 11.00 1
2005 Variations on a goddamn old man (2005) 10.00 1
2006 What Sequel? 10.50 2
2009 Fear Draws Misfortune 11.67 3
2011 No Ifs, Ands or Dogs 12.00 1
2018 Fades 11.00 1

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