SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.10.2017
My Soliloquy - Engines of Gravity
Liquid Orbit - Liquid Orbit
John Zorn - Simulacrum
18.10.2017
Amorphis - My Kantele
Reckoning Storm - The Storm Engine
17.10.2017
Aquaserge - laisse ça être
Southern Empire - Southern Empire
TNNE - Wonderland
16.10.2017
Pere Ubu - 20 Years in a Montana Missile Silo
Nump - Sun is cycling
15.10.2017
Tangerine Dream - Quantum Gate
Collapse Under The Empire - The Fallen Ones
Kolkhöze Printanium - Vol. 1 Kolkhöznitsa
14.10.2017
Zeit - Waves from the Sky
35007 - Especially for You
Shadow Ray - Eyes,Gleaming Through The Dark
13.10.2017
John Zorn - Simulacrum
Anubis Gate - Covered in Black
ARCHIV
STATISTIK
23969 Rezensionen zu 16371 Alben von 6363 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Spock's Beard

Beware Of Darkness

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1996
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Giant Electric Pea - heute InsideOut Music
Durchschnittswertung: 11.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Neal Morse Lead Vocals, Synth, Piano, GTR , Bouzouki
Alan Morse GTR, Cello, Vox
Dave Meros Bass
Ryo Okumoto Hammond Organ, Mellotron
Nick D'Virgilio Drums, Vox

Gastmusiker

Wanda Houston Vox on Beware Of Darkness
Molly Pasutti Vox on Beware Of Darkness
Kevin Gilbert Animal Noises

Tracklist

Disc 1
1. Beware Of Darkness   (George Harrison Cover) 5.41
2. Thoughts 7.10
3. The Doorway 11.27
4. Chatauqua   (Insrumental) 2.49
5. Walking On The Wind 9.06
6. Waste Away 5.26
7. Time Has Come 16.33
Gesamtlaufzeit58:12


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 4)


Nach dem mit Lob nur so überhäuften Debutalbum "The light" war ich gespannt auf das zweite Werk der "Bärte". Diesmal zu fünft (neu war Ryo Okumoto dazugekommen) eröffnet eine Coverversion eines George Harrison Stückes, welches der Platte auch den Namen gibt, das Album. Da ich das Original bis zum heutigen Tage nicht gehört habe, kann ich mir kein Urteil erlauben, ob die Adaptation besonders gelungen, ähnlich oder sonstwie geartet ist. Ich kann bloss sagen, dass sie mir nicht besonders gefällt und gegenüber dem Rest abfällt.

Mit "thoughts" folgt eines der genialsten Stücke der Band überhaupt. Nicht nur die Vokalharmonien gefallen mir, der ich auch Lieder wie "Three friends" (Gentle Giant) oder "the prophet`s song (Queen) liebe. Vor allem sind die aggressiven Akkorde zu Anfang und am Schluss, welche eine Oktave übergreifen und dann in eine dissonante Melodie führen, einfach brilliant. Die letzte Minute dieses Stückes ist für die Ewigkeit geschrieben.

Heute ein Klassiker und in jedem Konzert gespieltes Stück ist "the doorway". Beginnend wie ein Klavierkonzert erinnert es zunächst an Keith Emerson, bis die Rhythmsection einsetzt und die Gitarre eine locker-lässige Melodie spielt. Dann harter, mit vielen verschleppten Offbeats unterlegter Sound, gefolgt von mehrstimmigen Vocalchords. Auch in diesem Stück wird wieder deutlich, was für exzellente Musiker hier am Werk sind und wie glasklar und differenziert die Produktion ist. Jedes Instrument ist sauber abgegrenzt, der Sound wirkt nie überladen, selbst bombastische Passagen sind nicht aufdringlich.

Ein stiller Mittelteil, in welchem Neal Morse nur von akustischer Gitarre begleitet wird, folgt. Dann ein akustisches Gitarrensolo, welches in bombastische Synthiakkorde mündet. Und im Anschluss an diesen "grossen" Akkord erwartet man eigentlich die Fortsetzung dieser Stimmung (bei 7:22). Doch nach einem Basslauf über das gesamte Griffbrett wird die aufgebaute Athmosphäre sofort aufgelöst und ein im Vergleich zu eben fast piepsiges, dünnes Break gespielt. Nicht, dass diese Stelle schlecht wäre, nur wird kurzzeitig eine riesige Erwartung aufgebaut, die dann nicht erfüllt wird (etwa so, als schleppe man sich tagelang (als Leser) über das Gebirge Ephel Duath (Schattengebirge), um nach Mordor (dem Land des grossen dunklen Herrschers im `Herr der Ringe`) zu gelangen, und findet auf der anderen Seite bloss ein paar Schrebergärten).

Track 4 ist ein nettes Instrumental auf der akustischen Gitarre. Ähnliches hat Steve Howe bei Yes auch schon gespielt, daher zumindest von der Idee her geklaut (nicht die Musik an sich, aber der Hintergrund).

Mit "walking on the wind" folgt ein rockiges Stück mit tollem Einspiel. Besonders gefällt mir in der Folge der dominierende Bass und das grandios klingende Schlagzeug. An dieser Stelle möchte ich mal eine Lanze für Nick D`Virgilio und sein Spiel brechen. Dieser Mann ist nicht nur technisch virtuos, äusserst präzis und druckvoll, er versteht es auch warm und einfühlsam zu grooven, findet immer das richtige Mass und ist zudem auch noch ein guter Sänger.

Ab 6:30 wird`s dann episch-monumental. Neals Stimme ist eindringlich, ein toller Synthiteppich und ab 7:39 ein geniales Gitarrensolo, dazu Backgroundchorus und toller Bass. Eines der dichtesten Stücke der Band bis hierher. In diesem Stil hätte das Stück eigentlich ausgeblendet werden müssen (so wie IQ`s Nostalgia), stattdessen wird nochmals der hektische Anfangsteil aufgenommen, was irgendwie nicht ganz passt.

Mit "waste away" schrieben die "Beards" ihr ultimatives, kurzes Poprock-Stück. Alles, was später noch kommt (wie z.Bsp. Skin) ist dagegen schlecht. Obwohl mir Stücke dieser Art nicht unbedingt gefallen, hat "waste away" doch durch seine kraftvolle Art seine Berechtigung und Besonderheit.

Mit "time has come" dann das Stück der Platte. Hier wieder ein trockener, satter Schlagzeugsound im 7/8-Takt, stakkatoartige Keyboardtupfer, eine schrille Rhythmus-Gitarre und ein peitschender Bass. Von einer Sekunde auf die andere herrscht Stille, dann fetzt die Musik weiter, Hammond-Orgel, Beckengewitter und wieder Stille. Einsame Gitarrenakkorde und fast gehauchte Stimme lassen einen gespannt vor den Lautsprechern sitzen. Dann setzt das Schlagzeug ein, ein langsamer knallharter Rhythmus, nur aus Snare, HiHat und Bassdrum bestehend und von tiefstem Bass begleitet. Man glaubt, die Saiten beinahe im Raum schwingen zu sehen. Die E-Gitarre gesellt sich dazu und soliert wild über dem Rhythmusfundament. Die Hammond-Orgel löst kurzzeitig das etwas düster-bedrohliche Stimmungsbild auf. Ein Schrei zerreist die kurze Entspannung, wieder schwarzer Bass, Synthichorus, schliesslich sanfte, entspannende Harmonien.

Zum Schluss (ab 14:12) nach einem etwas einfacheren 4/4-Interlude das finale grande. Ebenso zeitlos brilliant wie "thoughts". Wer`s nicht gehört hat, hat was verpasst. Was Neal Morse hier für Akkordfolgen aneinanderreiht, ist kompositorische Extraklasse. Bis heute (und wohl für alle Zeiten) das beste SB-Album.

Anspieltipp(s): thoughts, time has come
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 21.3.2015
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 4)


Inzwischen gibt es diese CD auch als remasterte und um zwei Homedemos erweiterte Ausgabe. Als sie mal sehr billig angeboten wurde, habe ich sie mir zugelegt, kannte ich von der Band doch nur die "Live: The Beard Is Out There" bzw. die letzten drei CDs.

Vorweg bleibt zu sagen, dass ich immer Probleme habe, wenn es zu sehr nach Plagiat oder Griff in die Vergangenheit geht, und Spock's Beard greifen sehr tief hinein. Warum sollte ich mir Kopien zulegen, wenn es die Originale gibt?

So gefallen mir auch die beiden ersten Tracks nur stellenweise, zu sehr kommt mir die Attitüde "Wir können alle Klassiker kopieren" hoch. Hier konnte ich zum ersten Mal nachfühlen, wie es Kritikern des Progs geht, die sagen, was soll das?? Die Tempiwechsel erscheinen mir aufgesetzt, der GENTLE-GIANT-Klau im zweiten Track reine Angabe.

Deutlich besser wird die Musik, wenn sie einfach das machen, was sie können, melodiösen Rock zu spielen, mit technischer Perfektion, und ihre Frickeleien im Schrank lassen, die Kompositionen geben das IMHO nicht her. Wenn sie das aber tun, sind sie wirklich klasse, treibt einen die Musik richtig mit, ohne das sie im Bombast versinken, wie z.B. viele KANSAS-Stücke. Gelungen ist auch der Gesang, instrumental sind sie eh gut und besonders die Orgel- & Basseinlagen gefallen mir, geben den Stückem mächtig Drive.

Die Demos zu "The doorway" & Beware of darkness" unterscheiden sich nicht wesentlich von den Originalversionen, leider gibt es keine Angaben, wie sie zustandekommen (Spielt Mastermind Morse alles selbst oder sind die anderen auch schon dabei?).

Imho ein nettes Rockplättchen, aber nix weltbewegendes.

Anspieltipp(s): Walking on the wind, The doorway
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.4.2004
Letzte Änderung: 18.4.2004
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 4)


Ähnlich wie Andreas hatte ich bisher immer so meine Probleme mit Spock's Beard (siehe auch meine Rezi zu "The Light"), wenn auch aus anderen Gründen. Da ich immer wieder gerne Retro-Sounds höre, habe ich keinerlei Probleme mit den 'Anleihen', die sich die 'Bärte' immer wieder genehmigen, ganz im Gegenteil.

Trotzdem gefällt mir "Beware Of Darkness" schon nicht mehr so gut wie das Debut "The Light". Das beginnt schon mit dem titelgebenden Coversong. Nicht das die Version von Spock's Beard besonders schlecht wäre, es ist einfach anders als das bluesige Original von George Harrison (ist übrigens auf dessen Album "All Things Must Pass" zu finden und gefällt mir auch nicht besonders). Kein Wunder, dass Neil Morse (der das Original auch lange nicht kannte) in den Liner Notes schreibt, dass er es fast nicht erkannt hätte, als er es zum ersten Mal hörte... Das Problem ist, dass der Song in seiner "proggisierten" Fassung einfach nicht funktioniert und ziemlich zerrissen, unharmonisch wirkt. Auf der Seite der eher schwachen Beiträge steht dann noch das Gitarren-Solostück "Chatauqua", hier ist die 'Inspiration' durch Steve Howes ähnliche Arbeiten zu überdeutlich. Ausserdem wirkt das Teil wie ein Fremdkörper auf dem Album.

"Thoughts" mit seinen eigenwilligen Synthesizerklängen und den tollen Vokalparts (da kommt mir wahrscheinlich entgegen, dass ich Gentle Giant nicht so gut kenne und mir daher die Parallelen einfach nicht so auffallen) ist da schon von anderem Kaliber. Toller Song! Gut gefällt mir auch "The Doorway" mit seinem zum dahinschmelzen schönen Klavierintro. Aber auch im Fortgang kommen immer wieder schöne, mitreissende Passagen. Kann mir gut vorstellen, dass dies ein richtiger Live-Kracher ist.

"Walking On The Wind" beginnt klasse, die ersten 2 Minuten sind ein echtes Erlebnis. Dieses Breakgewitter von Gitarre und Tasteninstrumenten lässt einen wirklich aufhorchen. Leider wird der Song von einem wirklich pathetisch-schmalzigen Refrain ziemlich zerstört. "Waste Away" ist ein netter Rocker, gefällt mir auch gut.

Zum Schluss dann das 'Grande Finale" mit "Time Has Come". Das ist nun wirklich ein toller Song, der zwischen komplexen, leicht frickeligen Stellen bis hin zu wirklich grossen bombastischen Melodieteilen nun wirklich alles bietet. Dazwischen immer wieder geschickt eingestreute Ruhepausen, bevor man wieder von der Musik förmlich überfallen wird. Gelungen! Hier gibt's auch wieder die verrückten Keyssounds wie schon bei "Thoughts". Ein herausragender Song, der mir fast so gut wie "The Water" von "The Light" gefällt.

Also auch "Beware Of Darkness" finde ich rundherum positiv, wenn auch nicht so stark und erfreulich locker wie das Debut "The Light". Durch den hier neuen 'Bart' Ryo Okumoto kommen einige neue Klangfarben in den Sound, was dem ganzen ziemlich gut tut. Meine Spock's Beard-Aversion ist definitiv geheilt ;-)

Bemerkung: Wie schon Andreas schrieb, sind auf der 2004-"Special Edition" "The Doorway" und ausgerechnet "Beware Of Darkness" als 'Home Demo'-Bonusversionen drauf. Wie schon bei "The Light" finde ich das ziemlich seltsam. Für den Fan hat diese Edition, der die Originalausgabe ohnehin schon hat, keinen rechten Nährwert. Und ob es viele bislang verhinderte Beards-Fans gibt, die jetzt zuschlagen? Na, ich weiss nicht...

Anspieltipp(s): Thoughts, Waste Away
Vergleichbar mit: allem möglichen 70er klassischem Prog, Echolyn
Veröffentlicht am: 18.4.2004
Letzte Änderung: 19.4.2004
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Lohr @ (Rezension 4 von 4)


Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht unbedingt ein Freund von gnadenlos abkupfernder Retromucke bin. Dementsprechend bin ich von Spock's Beard im Allgemeinen nicht so sehr begeistert. Beware of Darkness ist bis dato immer noch ihr meiner Meinung nach bestes Album, anhören tue ich's mir allerdings so gut wie nie. Dazu empfinde ich den Gesang und die Gesangsmelodien einfach als zu brav und gewöhnlich. Das klingt alles zu sehr nach althergebrachtem US-Rock mit Radiotauglichkeit. Zu Zeiten erinnert mich Mister Morse gar an Herren wie Bryan Adams oder Jon Bon Jovi. Ganz klar fehlen mir hier die außergewöhnlichen Melodielinien oder ein expressiverer Gesang. Dabei ist die Musik auf Beware of Darkness größtenteils erste Sahne und könnte mich durchaus begeistern. Aber so bleibt die Platte doch knapp über'm Durchschnitt hängen.

Anspieltipp(s): Thoughts, The Doorway, Time has Come
Vergleichbar mit: Yes, Genesis, Gentle Giant, Flower Kings
Veröffentlicht am: 1.11.2005
Letzte Änderung: 1.11.2005
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Spock's Beard

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Light 11.80 4
1996 The official live bootleg 11.00 1
1998 From the vault 4.00 1
1998 The Kindness Of Strangers 11.33 3
1998 Live: The Beard Is Out There 11.00 1
1999 Live at the Whisky and Nearfest 8.50 2
1999 Day For Night 9.00 2
1999 Skin (Single) 3.00 2
2000 Don't Try This @ Home Either (The "from the vaults" series vol.3) 6.00 2
2000 V 11.25 4
2000 Don't try this at home 8.50 2
2000 Nick 'n Neal - Live In Europe - Two Seperate Gorillas (The "from the vaults" series vol.2) 3.50 2
2001 All On A Sunday (Single) 1.00 2
2001 There & here (The "from the vaults" series vol.4) 7.00 1
2002 Don't Try This At Home (DVD) 10.00 1
2002 Snow 11.00 2
2003 Feel Euphoria Ltd. Edition 7.20 5
2004 The Making of Snow - 1
2005 Octane 8.57 7
2005 Gluttons For Punishment - Live in '05 9.00 2
2006 Spock's Beard 8.75 4
2008 Live (DVD) 11.00 2
2010 X 11.00 5
2012 The X-Tour Live 11.00 1
2013 Brief Nocturnes and Dreamless Sleep 10.33 3
2015 The Oblivion Particle 10.50 2
2015 The First Twenty Years 10.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum