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Ysma

Memoirs In Monochrome

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Metal; Progmetal
Label: Eigenvertrieb
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Daniel Kluger Gitarre
Fabian Schroer Gitarre
Arne Timm Keyboards
Attila Kornel Bass
Simon Eggert Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Chroma [Intro] 4:44
2. 30 Doradus 11:42
3. Lost In Distant Shimmers 8:15
4. The Glassblower

1. Pt. I - A Shade
2. Pt. II - Nonlight

10:44
5. Silhouettes 8:23
6. Implosions 8:08
7. Debris [Outro] 5:56
Gesamtlaufzeit57:52


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


YSMA ist so ein Name, der in den vergangenen Jahren so etwas wie ein Qualitätsbegriff für mich geworden ist. Und nach zwei Studioalben und einer Live-Akustik-CD, liefern die Münsteraner nun mit „Memoirs In Monochrome“ ihr drittes Studioalbum ab. Und meiner Ansicht nach ist es ihr bestes.

Die Band verfolgt einen sehr eigenen Stil. Anspruchsvollen, instrumentalen Progressive Metal, der gepaart wird mit Anspruch, Abwechslungs- und Ideenreichtum, findet man nicht so oft in Deutschland. Diesen Stil hat man verfeinert und zelebriert auf dem hier vorliegenden Album in gekonnter Weise einen schwermütigen und recht düsteren Soundmix, der eigentlich von der Stimmung eher in die dunklere Jahreszeit passt, als in die hellen Sommermonate.

Damit haben wir das einzige Manko der Scheibe – nämlich den Veröffentlichungstermin – schon abgehakt. Ein flauschiges Plätzchen im Ohrensessel, vor einem prasselnden Kaminfeuer, schummerig wird der Raum vom flackernden Feuer erhellt, auf dem Kaminsims stehen verschiedene Kristallglasgefäße, dazu eine Glaskaraffe mit bestem Rotwein auf dem Tisch und ein gefülltes Glas mit edlem Rebensaft in der Hand: Das ist die Szene, in die dieses Album passt. Der schwere Sound der scheppernden Beckenschläge, eine Akustikgitarre, die dich traurig umgarnt und ein Piano, dass dich spüren lässt, wie der Rotwein langsam durch die Kehle tröpfelt und warm deinen Bauch füllt. Und das Ganze jetzt noch in einem Schwarz-weiss-Foto festgehalten – Memoirs in Monochrome.

Wenn ich es richtig verstehe, ist das Album ein Konzeptalbum und beschreibt die Erinnerungen des erblindenden „Glassblowers“ - gleichzeitig auch der Titel des vierten Songs und Kernstück des Albums. Auf seinen unzählig hergestellten Produkten hat sich der Staub der Zeit niedergesetzt, doch ohne es zu wissen, hat er in seinem Glas den Glanz von Galaxien und dem Universum eingefangen. Trübungen des Glases und das Erblinden des Glasbläsers führen dann zur Entfaltung von Dunkelheit. Das Album-Artwork ist ausgesprochen passend zum Konzept gewählt. Eine Art Lowkey (=Unterbelichtung) Illustration verschiedener Glasgefäße in sternenklarer Dunkelheit. Doch sobald du das ansprechende Digipak öffnest wird es bunt. Vielfältig, wie die Musik eben, gibt es Sternenbilder vom Hubble-Teleskop in beeindruckender Schönheit zu sehen.

Die Musik von YSMA ist erstaunlich facettenreich. Die Band versteht es, mit langsamer und zäher Rhythmik ebenso umzugehen, wie mit ausgesprochen treibenden Passagen. Überhaupt sind enorm viele Gegensätze in jedem Stück zu finden: laut und leise, akustisch und elektronisch, langsam und schnell usw. Nur eines macht die Band nicht, sich in „fröhliche“ Gefilde vorzuwagen. Ansätze werden sogleich durch Beckenschäge des Sorte „SPLAAAASH“ in zähen halben Noten zertrümmert, die schwermetallischen Riffs zwingen das E-Piano zum melancholischen Klagen und orchestrale Klangteppiche hüllen dich in einen zähen Nebel. Es spricht für die Musiker, diese starken Emotionen mit ausgesprochen starker Melodik zu vermitteln, ohne sich in ihren Ideen zu verzetteln. Und wenn dann noch die fette Hammond „schweineorgelt“ …. ohne weitere Worte.

Bleibt noch eines zu sagen: Mit „The Glassblower“ hat man für mich den Track des Jahres kreiert. Mir läuft die Gänsehaut hoch und runter, wenn ich nur an die vielen wunderbaren Momente denke, die sich in diesem einen Song tummeln. Das soll den Rest des Albums nicht schmälern, aber dieser eine Song ragt einfach heraus. Ein fantastisches Album, rundum gelungen, mit Hochkarätern besetzt. Geil! Ich hoffe, ihr verirrt euch irgendwann mal nach Süddeutschland und spielt dann „The Glassblower“ für mich. Oh mein Gott, ich werde weinen ...

Anspieltipp(s): The Glassblower, 30 Doradus, Silhouettes
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.6.2017
Letzte Änderung: 24.6.2017
Wertung: 13/15
The Glassblower hat 15 Punkte verdient!

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Von: Volkmar Mantei @ (Rezension 2 von 2)


Mag sein, dass Ysma die gleichen inspirativen Einflüsse wie diverse andere Progmetal-Bands aufnehmen und verarbeiten, doch was ihre eigene Musik letztlich ausmacht ist gewiss kein Standard.

Markantester Unterschied: es gibt keinen Gesang, die Band arbeitet komplett instrumental und erzählt damit ganz andere Geschichten als Bands mit Gesang/Story. Die 7 langen Songs des bereits (!) vierten Ysma-Albums sind sehr atmosphärisch angelegt. Zwischen dramatischer Wucht mit enorm vitaler Rockhärte und metallischer Riffaggressivität und lyrisch symphonischer Elegie ist ein weites Feld ausgelegt. Da ist so viel zu erleben und hören, dass Langeweile nicht aufkommen kann. Ganz im Gegenteil, das knackfrische Geschehen ist schön prägnant und auf den Punkt gespielt; trotzdem, dass kein Gesang intoniert wird, der anderen Orts schon einige Minuten füllt und die Musik an den Rand drängt, zur Begleitung macht. Diese Songs zwischen knapp 6 und bald 12 Minuten sind rein instrumental ausfüllt, nichts ist gestreckt, nichts auf Länge getrimmt. Die Ideen überzeugen und haben Flair, sind lebendig und pulsieren aus innerer Vitalität.

Was meiner Meinung nach etwas zu beanstanden ist, liegt in der Keyboardarbeit sobald es in lyrisch-symphonische Gefilde geht. Die Tastenarbeit könnte abstrakter, kantiger gestaltet werden, ist etwas sehr blumig und auf melodisch eingängig gespielt, als dass sie stringenter Charakter ist.

Ysma gehen auf den Alternative Rock zu, dies indes nur wenig. Weitaus besser gefällt mir, was zu Jazz-Fusion tendiert, hier ist deutlich, dass die Band sehr flüssig und energisch arbeitet, gar nicht mehr denkt, was sie tut, sondern freikopf im Sound steht, der sich quasi von allein spielt. Das kommt hin und wieder vor, ist vor allem in den beiden über 10 Minuten langen Tracks zu hören, vor allem im zweiteiligen „The Glassblower“, wo dies ungemein stark und präsent ist, kein flüchtiger Eindruck, und nicht allein über druckharte Riffgitarren funktioniert – womit nicht gesagt sein soll, dass dies die anderen Songs lebendig macht, keineswegs. Aber vielfach ist im Metal zu beobachten, dass Songs allein über Riffgitarrengewitter plus passendem Rhythmus funktionieren, wenn dies rausgenommen wird, werden die daraus gebastelten Songs blass. Nicht hier.

Mir gefällt das filmmusikhafte Flair, die in aller Dramatik stehende luftig schwebende Note, die Verträumtheit der Themen, woraus die harten Motive enorm Kraft ziehen. Die stärksten Tasteneindrücke sind hier zu vernehmen, nicht zuletzt die elektronischen Mellotron-Sounds kommen sehr gut.

Dabei wird nicht allein nostalgisch-musikalischer Eindruck erzielt, sondern ein romantischer Effekt, der gar und ganz modern wirkt. Wenn das schön technische Schlagzeugspiel so einen Song aus der Lyrik mit druckvoller Power in komplexes Rockgewitter führt, will das Ohr eigentlich ein Echo von dem Geschehen, es gleich noch einmal hören, so gut geht dies auf.

Ich will Ysma nicht überbetonen. Viele gute Progmetal-Bands haben hohen Standard, einen eigenen Sound, typischen Charakter. Genau dies zeichnet auch Ysma aus, die vielleicht das Progmetal-Rad nicht neu erfinden, aber es sich eben auch nicht leichtmachen.

In der übervollen Welt der Popkultur eigene neue Musik erschaffen zu können, die nicht nach Schema F klingt und einen überdauernden Platz einnehmen kann, ist nicht leicht. Und doch beweisen Musiker wie diese immer wieder, dass trotz aller bereits gedachten Ideen noch viel Platz für weitere Ideen ist.

Musik hat kein Ende. Und: Musik ist das Beste.

Anspieltipp(s): The Glassblower, Silhouettes
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.7.2017
Letzte Änderung: 3.7.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ysma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Vagrant 10.00 1
2013 Carrots and Candles 9.00 1
2014 Fourth Wall 13.00 2

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