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SBB

Pamiec

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Polskie Nagrania MUZA
Durchschnittswertung: 11.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Josef Skrzek bass,p,org,syn,lead-voc
Apostolis Antymos guitar
Jerzy Piotrowski percussion

Tracklist

Disc 1
1. w kolysce dloni twych   (in the craddle of your hands) 9'07
2. z ktorych krwi krew moja   (from whose blood, my blood) 10'11
3. pamiec w kamien wrasta   (memory grows into stone) 19'48
4. Poranek nadziei   (4-10 Bonustracks, CD-Reissue Metal Mind Productions) 4.27
5. Barwy drzewa 2.01
6. Osiem rak 4.40
7. Waldie 9.13
8. Niedokonczona progresja 6.24
9. Reko-Reko 4.31
10. Serenada Gia Sena 4.54
Gesamtlaufzeit75:16


Rezensionen


Von: Holger Grützner @ (Rezension 1 von 3)


So ab und an hatte Honecker-County das Bedürfnis nach Weltgeltung. Dann öffnete man sich kulturpolitisch etwas und betrieb via Rundfunk etwas mehr Werbung für Bands aus den Bruderländern. Mit dem großen Bruder hatte man es da schwer. Die usbekischen Jalla waren die einzigen Vertreter des Sowjetimperiums, die es zu etwas Airplay brachten.

Unvergessen ihr "Uuunser Sommer gätt zuä-ände und der Cherbst kommt auch zuruck...".

Polen war da schon eine andere Hausnummer. Was von dort kam, brauchte oft nur kurz etwas Medienhilfe, um dann Langzeitwirkung entfalten zu können. Maryla Rodowicz (Folkrock zwischen Middle of the road und CCR), Rote Gitarren (Schnulzenpop) und aus dem Progbereich SBB.

Die Band um Jozef Skrzek startete 1971, wurde kurz darauf Begleitband von Czeslaw Niemen, dem polnischen Rockrasputin, der sich gerade aus der Soulrichtung verabschiedete und neue Mitstreiter für seine Artrocketappe suchte. Dadurch wurden die Rocknobodies sofort in die allererste Liga katapultiert. Westreisekader. Kontaktmöglichkeiten. Außerdem die Wahrnehmung, dass ihr Cream inspirierter Sound eigentlich bereits out war.

Niemen entwickelt seinen Sound sehr schnell in Richtung Jazz weiter. Skrzek will ihm dabei nicht folgen. Man trennt sich nach nicht einmal 2 Jahren. Die Silesian Blues Band geht ihren eigenen Weg. Zunächst deutet sie ihren Namen um. Mit Blues soll auch ihre neue Richtung nichts mehr zu tun haben. Fortan steht die Abkürzung für die polnischen Begriffe für ?Suchen Brechen (Auf-)Bauen?. Im Weiteren wird Skrzek der zweitbedeutendste Rockguru Polens nach Niemen.

Auf den ersten beiden LPs wird noch Stilsuche betrieben. Inspiratoren wie "The piper at the gates of dawn" und das Mahavishnu Orchestra schimmern durch. Das Bemühen um Eigenständigkeit, wird jedoch deutlich.

Anlässlich der Wiederveröffentlichungen der LPs auf CD erfährt nun die Welt, dass SBB 2 und 3 fast gleichzeitig 1975 eingespielt wurden. Somit erklärt sich, weshalb beide nun auf EINER CD herauskamen. Jedoch wurden sie seinerzeit nicht gleichzeitig veröffentlicht, was stilistisch durchaus richtig war. Wie man sich nun akustisch überzeugen kann, ist diese musikalische Wiedervereinigung kein Geniestreich.

Die "Neuen Horizonte" der LP Nr.2 werden hörbar zwar gesucht, aber erst auf LP Nr. 3 gefunden. "Pamiec" ist ein Kunstwerk ohne Brüche. Der eigene Stil ist geboren:

  • Sakral-osteuropäisch gefärbter Gesang (aber sehr wenig, so dass ungewohnt slawische Zischlautkombinationen nicht weiter stören);
  • drums like Ginger B. - abwechslungsreicheres Gekloppe was never heared!
  • Orgel- und Bass- Solis am laufenden Band,
  • der Rest sind Keyboardteppiche und minimale Gitarrensplitterchen.

Cream spielen Pink Floyd, aber wem schreiben wir dann die Tasten zu? Tangerine Dream spielen Creams "White room" oder "Strange brew" in Viertelstundenversionen - aber der Vergleich hinkt auch zu stark. Am ehesten bietet sich zum Vergleich die "Meeresfahrt" von LIFT an. Obwohl die erst 1978 auf Platte erschien, wurde sie schon seit 76/77 im Konzert gespielt und Lift tourten viel in Polen. Es ist nicht auszumachen, wer da von wem gelernt hat.

Die 3 Stücke der Platte ergeben ein harmonisches Ganzes. Beide Plattenseiten beginnen sehr ruhig, meditativ schwebend. Dann steigern sich zunächst die drums hinein. Man kennt weltweit den Trommelausbruch von "In the air tonight", auf dem im Wesentlichen der Genialitätsanspruch vom Schöpfungs-Phil beruht ... but this polish mechanic will show him the truth ....

Es folgt zunächst rezitativer Gesang, der fast von Wort zu Wort an Melodie gewinnt. Klagend. Wer will, kann ein wenig Jon Anderson erkennen. Das Bild eines Mönchs, der in leerer Kirche vor dem Altar sein Zwiegespräch mit dem großen Erleuchter führt, passt aber besser. Nach nur 3-4 Versen zieht man sich in jedem Stück ins rein Instrumentale zurück. Das Schlagzeug befreit den Zuhörer aus beginnender Depression.

Vielfältige Moog-Geräusche gesellen sich dazu. Nun darf auch die Gitarre sich mal etwas länger in Erinnerung bringen, Zappas Sheik Yerbouti Solis vorwegnehmend. Der Sound verführt zum Halluzinieren. Plötzlich reißt das Getrommel ab. Die Hammond schaltet einen Gang zurück. Schwebend, wie alles begann, hört's auch wieder auf.

Der Traum ist aus/der Trip vorüber.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 8.1.2014
Wertung: 13/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 3)


Die Platte unterscheidet sich sehr stark von ihrem eher an Hardrock und Psychedelic orientierten Vorgänger. Wenn Holger Lifts Meeresfahrt zum Vergleich heranzieht, so scheint mir das nicht unberechtigt. SBB klingen für meinen Geschmack immer dann stärker nach ihren ostdeutschen Prog-Kollegen, wenn gesungen wird. Mit der Sprache hat das, wie ich betonen möchte, nichts zu tun, sondern mit dem musikalischen Duktus. In den reinen Instrumentalpassagen (v.a. auf SBB 4 und 5) stellt die Gruppe die Internationalität ihres Stils (und dessen internationale Konkurrenzfähigkeit) m. E. stärker unter Beweis.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.9.2002
Letzte Änderung: 6.1.2014
Wertung: 10/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


Die Neuauflage des dritten Albums von Metal Mind Productions beinhaltet keine Aufnahmen vom zweiten SBB-Album mehr. Stattdessen erwirbt der Käufer eine erstaunliche Vielfalt an Bonustracks, die zwischen 1974 und 1978 aufgenommen wurden und hauptsächlich den Radioarchiven entstammen. Zunächst zwei sehr überraschende Beiträge: Das akustische "Poranek nadziei" klingt wie eine folkig-südeuropäische ECM-Produktion. "Barwy drzewa" basiert auf Perkussion- und Xylophonklängen und lädt trotz der krummen Rhythmen zum Tanzen ein. "Osiem rak", ein reines Pianostück für acht Hände, ist bei SBB schon weniger überraschend. Danach kommt mit "Waldie" eine Jam-Nummer mit pulsierendem Bass und viel Piano, während "Niedokonczona progresja" auf Keyboard-Akkorden aufgebaute epische Einfälle bietet. "Reko-Reko" wirkt größtenteils, als versuchten SBB wie kommerzielle Version von Weather Report zu klingen und bei "Serenada Gia Sena" denke ich am ehesten an symphonischen Progressive Rock.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.5.2008
Letzte Änderung: 20.1.2014
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von SBB

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 SBB 10.00 1
1975 Nowy Horyzont 10.00 2
1977 Ze slowem biegne do ciebie 12.75 5
1977 Follow my dream 11.00 2
1977 Jerzyk 7.00 1
1978 Welcome 9.00 1
1978 SBB (Amiga Album) - 1
1978 SBB (Wolanie O Brzek Szkla) 13.00 1
1979 Slovenian girls 12.00 1
1980 Memento z banalnym tryptykiem 10.00 1
1994 live 1993 8.00 1
1999 absolutely live '98 11.00 1
2001 Budai Ifjusagi Park Live '77 12.00 1
2001 Karlstad Live 12.00 2
2002 Nastroje 10.50 2
2002 Trio - Live Tournee 2001 9.00 1
2002 Freedom Live - Sopot '78 11.00 1
2004 Anthology 1974 - 2004 - 1
2004 22.10.1977 Göttingen/Alte Ziegelei 9.00 1
2005 w filharmonii: akt II 10.00 1
2005 w filharmonii: akt I 7.00 1
2005 New Century 9.50 2
2006 Sikorki 11.00 1
2006 Live in Theatre 2005 (DVD) 9.50 2
2006 Wicher w polu dmie 9.00 1
2006 Live in Spodek 2006 10.00 1
2007 Complete Tapes 1974 11.00 1
2007 The Rock 4.00 1
2008 Roskilde 1978 9.00 1
2009 Live in Köln 1979. In the shadow of the Dom 9.00 1
2009 Iron Curtain 8.50 2
2010 Live in Opole 1976. A late night recital 9.00 1
2010 Blue Trance 8.00 1
2012 SBB (2012) 13.00 2
2013 live jazz nad odra 1975 11.00 1
2014 Warszawa 1980 11.00 1
2016 Hofors 1975 11.00 1
2017 Live in Marburg 1980. The Final Concert 9.00 1
2018 Karlstad 1975 plus 11.00 1

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