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['ramp]

synchronize or die

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Doombient Music
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephen Parsick Synthesizers, Sequencers, Keyboards, E-Piano, Mellotron

Gastmusiker

Axel Jungkunst Modular Synthesizers, Sequenzer (Track 4)

Tracklist

Disc 1
1. synchronize or die 15:02
2. 2600 10:36
3. hanging gardens 21:27
4. torque 11:09
5. godzilla 18:01
Gesamtlaufzeit76:15


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Nach gut fünf Jahren Pause (zuletzt wurde 2012 das Livealbum "astral disaster" veröffentlicht) erschien Ende August 2017 mit "synchronize or die" das zehnte ['ramp]-Album, mit Stephen Parsick als einziger verbliebenden Konstante. Eine Verschnaufpause hatte er benötigt, so Parsick, um zur Ruhe zu kommen, und um sich auf neue musikalische Ideen zu konzentrieren. Das hat offenhörlich ganz gut geklappt, ist "synchronize or die" doch eine rundum gelungene Scheibe geworden. Auch dem Rezensenten ist das Prinzip Klasse statt Masse, insbesondere im Elektronikbereich, sehr sympathisch.

Ein weitestgehend vom Sequenzer bestimmtes Album ist "synchronize or die" geworden. Ambientartiges und freieres Tonmalen ist diesmal kaum auszumachen. Alle der fünf ausladenden, von Parsick im Alleingang eingespielten Tracks (mit Ausnahme von "torque", in dem Axel Jungkunst als unterstützender Gast auftritt) werden von dicht und komplex verwobenen Sequenzermustern bestimmt, die rhythmisch pulsierend voran gleiten, und dabei ein großes Klangfarbenspektrum abdecken, von kernigem, sehr basslastigem Dröhnen, bis hin zu hellem glockigem Hallen, dezentem elektronischem Plätschern und hochlagigem Plingen. Die Musik bekommt dadurch eine gewisse minimalistische Ausstrahlung, auch wenn sich die verschiedenen Muster ständig verändern und wandeln. So als würde man einer durcheinander wuselnden Menschenmenge zur Hauptverkehrszeit an einem Bahnhof zuschauen (in "2600" tauchen auch in der Tat immer wieder Bahngeräusche auf), oder flott über den Himmel gleitenden Wolkenmustern, oder sich ständig wandelnden und kräuselnden Wellen, die sich über den Strand ergießen. Dabei hängt der Musik oft eine mysteriös-düstere Ausstrahlung an, ein fremdartiges, maschinelles Pulsieren, bisweilen so, als würde man den Antriebseinheiten eines Alienraumschiffes lauschen.

Sehr dynamisch und voluminös kommen die Klänge aus den Boxen, perfekt produziert und fett, mit einem authentischen Retroflair einerseits, andererseits aber auch modern und eigenständig. Gewisse klangliche Bezüge zu rezenteren EM-Produktionen vor allem aus England sind auszumachen, zu Radio Massacre International, Redshift und Node z.B., doch bewegt sich die Musik von ['ramp] auf einem mindestens ebenbürtigem Niveau, und versieht Parsick seine Tonkreationen zudem mit durchaus eigenen Sounds und eigenen Strukturen. Was man vielleicht bemängeln könnte ist, dass sich das kompositorische Konzept in den fünf Nummern wenig verändert, was auch für einige wenige der eingesetzten Klangfarben, insbesondere die kernig dröhnenden Bassmuster gilt. Trotzdem ist das klangliche Ergebnis beeindruckend und farbig genug, um sich über die lange Dauer des Albums die Aufmerksamkeit des Elektronikadepten zu sichern. Es tut sich nämlich sehr viel pro Zeiteinheit, und die verwendeten Tonfarben und -muster verändern sich ständig.

Das Album zeit auch auf beispielhafte Art und Weise, dass elektronische Musik mitnichten nur metaphysisches Klangblubbern darstellt, sondern auch ziemlich abgehen kann, und das ohne in stupides Tanzbodengewummer zu verfallen. Auf "synchronize or die" geht es nämlich meist ziemlich zur Sache, arbeiten sich die rhythmisch schlagenden Sequenzerpatterns nicht selten heftig, deftig, mächtig und sehr druckvoll voran. Ruhigere Stellen, und auch die eine oder andere freiformatigere Klangmalerei sind schließlich auch zu vermelden, und runden das Album gelungen ab.

Mit "synchronize or die" ist Stephen Parsick eine sehr überzeugende Fortsetzung der ['ramp]-Discographie gelungen, die jedem Freund retromoderner Elektronik sehr zu empfehlen ist. Bleibt noch zu hoffen, dass es nicht wieder fünf Jahre ins Land ziehen, bis das nächsten ['ramp]-Album erscheint. Oder, wenn dann wieder eine so hochkarätige Scheibe das Ergebnis ist, kann es von mir aus auch wieder so lange dauern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.8.2017
Letzte Änderung: 30.8.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von ['ramp]

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 nodular 12.00 1
2000 frozen radios 11.00 1
2005 Oughtibridge 11.00 1
2011 steel and steam 12.00 1
2018 no sleep 'till wilmersdorf 12.00 1

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