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Mike Oldfield

Incantations

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: instrumental; Klassischer Prog; sonstiges
Label:
Durchschnittswertung: 13/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield Bass, Guitar, Percussion, Composer, Keyboards, Multi Instruments, Producer, Instrumentation
Sebastian Bell Flute

Gastmusiker

Michael Laird Trumpet
Pierre Moerlen Drums, Vocals (bckgr), Vibraphone
Queens College Choir Vocals
David Bedford Conductor, Choir Conductor, String Conductor
Jabula Percussion, Drums
Maddy Prior Vocals
Sally Oldfield Vocals
Terry Oldfield Flute

Tracklist

Disc 1
1. Part One 19:08
2. Part Two 19:36
3. Part Three 16:58
4. Part Four 17:01
Gesamtlaufzeit72:43


Rezensionen


Von: Oliver Mensing (Rezension 1 von 6)


Sieht man einmal von der Veröffentlichung einiger Instrumental-Singles (z.B. The William Tell Overture) und der Boxed-Zusammenstellung der ersten drei Alben plus einer Bonus-LP mit Songs seiner Mitspielprojekte ab, war es nach der Veröffentlichung von Ommadawn (1975) ruhig um Oldfield geworden. Dann ein Paukenschlag: Nach dreijähriger kreativer Pause erscheint 1978 ein weiteres Highlight in der erfolgreichen Geschichte dieses Ausnahmemusikers: Incantations (was übersetzt soviel bedeutet wie Beschwörungen, Zaubersprüche).

In der Tat ist der Hörer bzw. die Hörerin beim Genuß dieser 2 Scheiben (Die LP-Version kam als Doppelalbum) im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert. Was in Tubular Bells, Hergest Ridge und Ommadawn seinen Anfang genommen hatte, wird auf Incantations perfektioniert. Alle Trademarks eines guten Oldfield-Werks sind hier massenweise vertreten: ein rein instrumentales Album (abgesehen von einigen Chor- und Vocalparts) mit wunderschönen Melodien, abwechslungsreicher Instrumentierung (u.a. steuerten Gastmusiker Flöte, afrikanische Trommeln, Streichinstrumente, Trompete und Vibraphone bei), gewohnt perfekter Gitarrenarbeit mit Gespür für Atmosphäre und glasklarem Sound (Musik wie für CD geschaffen). Hier sitzt wirklich jeder Ton und wer sich die Mühe macht, im Hintergrund zu lauschen, wird mit so manchem Klangdetail verwöhnt. Ein Kopfhörer-Album für die Mußestunden des Lebens! Jedes der vier Teile verfügt über einen eigenständigen Songaufbau. Das Gesamterlebnis wird zu keiner Zeit langatmig. Der Zuhörer bzw. die Zuhörerin gleitet von einem musikalischen Höhepunkt in den nächsten und man kann sich nur die Frage stellen: Wo hat der Kerl nur all diese Ideen her?

Bevor ich zur Benotung dieses Meisterwerks komme, möchte ich noch kurz auf einige besonders beachtenswerte Stellen hinweisen (bitte nicht falsch verstehen, dieses Album muß man sich in seiner Gesamtheit reinziehen). Es handelt sich um besondere Gänsehautstellen: Part One fängt mit einer feenhaften Frauenstimme an, zu der sich nach und nach weitere Stimmen gesellen. Nach einem sich aufbauenden Gong wird die volle Keyboard-, Flöten- und Streicherbreitseite aufgefahren. So ein Einstieg und Songaufbau ist schlichtweg genial! So gegen Minute 5:20 gibt es ein flötenhaftes Keyboardsolo das direkt ins Herz geht! Part Two startet mit genialem auf der Haut kribbelndem Keyboardspiel und steigert sich über eine meditative Streicherpassage zu Oldfield's unverkennbarem Gitarrenspiel (ist Oldfield ein Engel, der die göttliche Aufgabe hat mit seiner Musik die Menschheit zu erfreuen?). Und dann ab Minute 7:15 diese Flöte (oh Gott, ich kann nicht mehr!) und dann diese Chöre. Wahnsinn! Damit der Gefühlsoverkill nicht völlig überhand nimmt, gibt es als kleine Verschnaufspause relaxte afrikanische Trommeln mit einem beruhigenden weiblichen Vocalpart. Part Three ist der lebhafteste der vier Teile und bietet Oldfield jede Menge Raum seine Gitarrensounds aufzufahren. Und wenn man glaubt es geht nicht mehr, wird jedem mit Part Four sofort klar: Der Meister hat noch ein As im Ärmel (klar, jedes Kartenspiel hat ja auch vier Asse)! Der Anfang klingt wie eine Mischung aus Mittelalter und New Age (brillant!) und danach erleben wir Vibraphone vom Feinsten! Ab Minute 9:07 gibt es noch einmal Gitarre in Vollendung. Alles andere als die 15 wäre ein Hohn! Verneigung, Herr Oldfield!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 15/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 2 von 6)


Sehr geehrter Sterblicher!

Ihre Anfrage wurde von uns an die zuständige Abteilung "Terrestrische Verwaltung/Lebende Erdlinge" weitergeleitet. Von dort erhielten wir folgende Auskunft:

"Der Erdling Mike Oldfield (Identifikationscode: "tubularommabellsridge") ist laut Planfeststellungsverfahren des Referates "Wunder/Supranatürliche Erscheinungen, Dezernat "Erdlinge mit besonderer Mission/20.Jh. nach letzter Erdenvisite" kein "Engel, der die göttliche Aufgabe hat mit seiner Musik die Menschheit zu erfreuen".

Mit freundlichem Halleluja!

Der Himmel, Abt. Öffentlichkeitsarbeit

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 3.8.2002
Wertung: keine

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Von: Jörg Graf @ (Rezension 3 von 6)


Im Prinzip kann ich Oliver nur Recht geben: Dies ist das Meisterwerk aus Oldfields früher Phase. Zum ersten Mal gibt es keine grossen Qualitätsschwankungen zwischen den einzelnen Parts und sie nehmen diesmal sogar Bezug aufeinander, was ich bei den früheren Werken immer ein wenig vermisst habe.

Dennoch finde ich einige Stellen ein wenig zu lang geraten, wie z.B. die Gesangspassage im zweiten Teil, die sich auf fast zehn Minuten ausdehnt, ohne daß sich irgendetwas neues tut.

Ansonsten ist fast durchweg 75 Minuten lang Gänsehautatmosphäre vorhanden, wie ich sie sonst in kaum einem anderem Album von irgendwem je gefunden habe.

Noch eine Anmerkung zu den CD-Releases: Incantations kam ursprünglich als Doppel-LP heraus. Als man sich daranmachte eine CD herauszubringen, entschied man sich nicht etwa für eine Doppel-CD (die max. Spielzeit einer CD betrug damals noch 70 Minuten), sondern kürzte Track 3 um ca. 4 Minuten am Anfang. Erst spätere Releases enthielten wieder die ungekürtze Version (also: drauf achten, wenn Ihr diese CD second-hand kauft). Ich selbst bin im Besitz der Erstauflage und kannte bis vor kurzem den Anfang gar nicht. Als ich ihn dann zum ersten Mal hörte, war ich ziemlich entsetzt; er passt er für meinen Geschmack überhaupt nicht darein (weshalb man vielleicht auch gerade diese Stelle entfernt hat). Mal schauen, ob ich mich im Nachhinein noch dran gewöhne...
Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.8.2003
Letzte Änderung: 22.8.2003
Wertung: 14/15
Eine neue Generation von Entspannungsmusik

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 6)


Ob verzaubert oder nicht, sei mal dahingestellt. Ich bin von Incantations enttäuscht. Gewiss: die Instrumentierung ist gewohnt vielfältig, der Klang sauber und klar und es wird auch eine etwas sphärisch-schwebende Atmosphäre transportiert.

Aber das Ganze ist mir viel zu langatmig und irgendwann wird`s schlicht und ergreifend langweilig und nervend.

In part1 wird eine Idee in eine Endlosschleife eingespeist und 20 lange Minuten moduliert und von verschiedenen Instrumenten bis zum Abwinken die Tonleiter rauf und runter gedudelt.

Part2 ist wenigstens etwas abwechslungsreicher, doch irgendwo erinnern mich viele Passagen immer an die älteren Alben. Ein Aha-Effekt bleibt da bei mir einfach aus.

Part3 gefällt mir am besten, weil hier für einmal die einschläfernde Monotonie, die sich in den ersten beiden parts findet, aufgebrochen wird. Aber wirklich neu oder begeisternd finde ich auch diesen Teil nicht.

Part4 schliesslich fällt nach einem schönen Beginn ebenfalls wieder in den Trott der ersten beiden Sätze zurück. Kurz wirds nochmal spannend (zw. Minute 8 und 12), curtain!

Mike Oldfield hat sich wohl gesagt: ich nehme jetzt die besten Zutaten aus Tubular Bells, Hergest Ridge und Ommadawn und mache daraus eine perfekt produzierte Monsterplatte. Schade, denn das hatten wir ja alles schon mal gehört.

Fazit: das Album krankt daran, dass es nichts Neues zu bieten hat sondern Alterprobtes aufwärmt, und mit 72 Minuten viel zu lang ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: langatmiger Aufguss der ersten drei Oldfield-Alben
Veröffentlicht am: 22.8.2003
Letzte Änderung: 14.4.2012
Wertung: 7/15
Drei Punkte für part3 und drei für part4.

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 5 von 6)


Wenn ich die bisherigen Besprechungen lese, scheint es so, als ob man diese Platte nur "lieben oder hassen" kann - und ich bekenne, ich gehöre zur ersten Fraktion.

Für mich ist dies die beste Instrumentalplatte im eher folkigen Genre, die Erfüllung aller Versprechungen, die Oldfield mit den Vorläufern gemacht hat, krankte Tubular Bells doch bei aller Einmaligkeit daran, dass es arg gestückelt klang, war "Hergest Ridge" 'nur' eine Zweitauflage des Debüts und "Ommadawn" schon der erste Fingerzeig, gibt es hier "Beschwörungen" pur. Im Gegensatz zu einigen Vorschreibern finde ich diese CD eher zu kurz ;-). Vom Aufbau ähneln die einzelnen Parts der elektronischen Musik von Schulze, TD oder noch passender ASHRA - nur das es hier keine Sequenzerspuren gibt, sondern Drums und Percussion, die sich langsam verändernd das Gerüst der einzelnen Teile bilden. Wie bei rituellen Musiken oft eingesetzt, erzeugen sie so einen tranceähnlichen Zustand, über den Oldfield dann seine typischen Gitarrenspuren legt. Dazu singt Maddy Prior im ersten Teil das Poem "Hiawatha" engelsgleich, und auch seine Schwester Sally wertet mit ihrer Stimme die Platte nur auf. Für mich ist das Ganze ein perfekter Soundtrack für alle möglichen Sagen, Märchen oder Fantasy-Geschichten (als die Platte damals erschien, las ich gerade das 'Silmarillion' von Tolkien - passendere Musik dafür habe ich nie gehört).

Ein Tipp - kauft die remasterte Version von 2000 - und ich hoffe, dass es das Teil evtl. auch mal im 5.1 Mix als SACD gibt.

Anspieltipp(s): Kopfhörer auf, Licht aus und durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2004
Letzte Änderung: 17.2.2004
Wertung: 15/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 6 von 6)


Da stelle ich mich doch gleich an Andreas' Seite und bekenne mich ebenfalls zur "lieben"-Fraktion. "Incantations" übertrifft in seiner Farbigkeit und in seinem Variantenreichtum alles vorher von Oldfield geschaffene. Tatsächlich hat diese Musik einen mystischen, beschwörenden, tranceartigen Charakter, der durch die rituell klingenden "Diana"- und "Luna"-Anrufungen des Chors noch verstärkt wird. Und Maddy Priors Rezitation eines Ausschnitts aus "The Song of Hiawatha", einem romantisierenden Poem des amerikanischen Dichters Henry Longfellow, bei dem der Gesang praktisch nur von diversen Schlaginstrumenten begleitet wird, gehört zweifellos zu den (zahlreichen) Höhepunkten dieses Albums.

Leider ließ Mike Oldfields Kreativität in den folgenden Jahren immer weiter nach, ein richtiges Meisterwerk folgte erst wieder 1990 mit "Amarok".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2004
Letzte Änderung: 15.2.2004
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 Ommadawn 13.00 5
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1979 Exposed 12.00 2
1979 Platinum 7.00 4
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.00 2

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