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Mike Oldfield

Platinum

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 7.6/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield Gitarre, Klavier, Synthesizer, Marimba, Vibraphon, Gesang

Gastmusiker

Pierre Moerlen Schlagzeug, Vibraphon
Alan Schwartzberg Schlagzeug
Maurice Pert Schlagzeug
Neil Jason Bass
Hansford Rowe Bass
Francisco Centeno Bass
Pete Lemer Keyboards
Nicko Ramsden Keyboards
Sally Cooper Röhrenglocken
Wendy Roberts Gesang ("I Got Rhythm", "Into Wonderland")

Tracklist

Disc 1
1. Platinum

1. Part One: Airborne 5:05
2. Part Two: Platinum 6:06
3. Part Three: Charleston 3:17
4. Part Four: North Star/Platinum Finale 4:49

2. Woodhenge 4:05
3. Into Wonderland 3:46
4. Punkadiddle 5:46
5. I Got Rhythm 4:44
Gesamtlaufzeit37:38


Rezensionen


Von: Oliver Mensing (Rezension 1 von 5)


Obwohl die 79er Europa-Tournee bei den Fans gut ankam, war sie finanziell gesehen alles andere als befriedigend. So war der gute Mike gezwungen, noch im gleichen Jahr einen neuen Output auf den Markt zu werfen. Mit Platinum betrat Oldfield erstmals Neuland in Sachen Albumkonzeption: Ein Longtrack auf Seite 1 und vier kürzere Stücke (teilweise gesungen) auf Seite 2.

Seite 1 füllt das überwiegend instrumentale Platinum, welches sich in vier Teilstücke gliedert (unter Verwendung einer Komposition des Minimalisten Philip Glass: North Star). Seite 2 beginnt mit dem völlig indiskutablen und langweiligen Instrumentalsong Woodhenge (gähn!), Into Wonderland ist ein ziemlich kommerziell geratener Popsong bevor mit Punkadiddle das eigentliche Albumhighlight folgt. Ein flottes Stück Instrumentalmusik mit typischen Oldfield Keyboards, das Anfang der 80er zum Liveklassiker avancierte. Beendet wird das Album mit dem völlig überflüssigen Gershwin-Coversong I got Rhythm.

Kann man auf Seite 1 wenigstens ansatzweise gute Momente ausmachen, fällt die zweite Seite (bis auf Punkadiddle) qualitativ stark ab. Insgesamt gesehen klingt das Album irgendwie halbfertig und lieblos. Also mehr als eine 8 ist wirklich nicht drin.

Zumindest gibt es zu diesem Album eine nette Geschichte: Oldfield hatte schon immer einen Hang zu lustigen Songs mit teilweise skurrilen Handlungen. Zum Beispiel veröffentlichte er 1974 als Single B-Seite Froggy went a-courting (ein Song über die Brautschau eines Frosches) oder 1975 Don Alfonso, die Geschichte eines Toreros (gab es sogar mal auf deutsch). Ein solcher Song ist Sally, der auf der Platinum Erstauflage (30.000 Stück) anstelle von Into Wonderland Platz fand. Ein völlig schräges Duett mit ebenso schrägem Text. Da dem Virgin-Inhaber Richard Branson dieser Song aber überhaupt nicht gefiel, mußte der Song weichen und wurde durch Into Wonderland ersetzt.

Anspieltipp(s): Punkadiddle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 5)


"Platinum" ist schon ein ziemlicher Bruch mit vorherigen Oldfield-Werken. Hier geht es wesentlich dynamischer, kompakter und auch elektrischer zu als auf pastoralen Tongemälden wie "Hergest Ridge".

Zeigt sich der Auftakt des vierteiligen Titelstücks mit seiner hypnotischen Melodie noch etwas in der Tradition von "Tubular Bells", so geht es bald schon heftiger zur Sache mit jubilierender E-Gitarre, die von Vibraphon begleitet wird. Der zweite Teil hat einen durchweg arg Disco-mäßigen Rhythmus, wird aber durch das tolle Gitarrenspiel gerettet. Gegen Ende kommen einige "funky" Bläsersätze dazu, die dann auch den dritten Teil eröffnen. Für manchen Oldfield-Fan sicherlich ein harter Brocken! Im vierten Teil erhält das Stück dann einen geradezu hymnischen Abschluss.

Anders als mein Vorrezensent finde ich "Woodhenge" recht gelungen. In dem Stück werden fast nur Schlaginstrumente eingesetzt, vorwiegend dumpf klingende Glocken (oder etwas ähnliches), die der Musik eine düster-bedrohliche Atmosphäre verleihen.

Dagegen ist das folgende "Into Wonderland" mit seinem schleimigen Gesang ebenso unerträglich wie das Gershwin-Cover "I Got Rhythm". Wobei ich ausdrücklich nichts gegen Gershwin habe, wohl aber gegen verhunzten Gershwin.

Zwischen diesen beiden Zumutungen gibt es mit "Punkadiddle" noch mal ein richtig gut abgehendes Stück, in dem sich Oldfield-typische Gitarre mit neckischem, etwas an irische Tin Whistle erinnerndem Keyboard abwechselt. Dieses Stück klingt etwas nach elektrifiziertem Volkstanz.

Insgesamt ist "Platinum" trotz zweier Ausfälle noch eine ganz ordentliche Platte, daher spendiere ich einen Punkt mehr.

Anspieltipp(s): Platinum
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.2.2004
Letzte Änderung: 15.2.2004
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 5)


Auf Platinum wählt Oldfield erstmals das "Layout" Seite A ein longtrack, Seite B mehrere kürzere Kompositionen. Was ich am Titelstück schätze ist seine Kompaktheit und Geschlossenheit. Ausserdem geht mal richtig die Post ab und verzettelt sich der Meister nicht in ermüdenden Endlosschleifen. Besonders gefallen mir das witzige Charleston und das hymnische Finale.

Punkadiddle könnte meinetwegen ein weiteres Thema des Titelstücks sein, würde irgendwie dazu passen. So besonders wie meine Vorredner finde ich es allerdings nicht. Die übrigen Stücke sind überflüssig und durchschnittlich.

Platinum macht Spass, Punkadiddle auch, der Rest ist Schweigen.

Anspieltipp(s): Platinum
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.11.2004
Letzte Änderung: 6.11.2004
Wertung: 6/15
Platinum 10

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 4 von 5)


Beim Erscheinen fand ich das Album nicht so übel, es erinnerte mich etwas an "Downwind" von Mr. Moerlen. Der lange Titeltrack ist im Prinzip eine poppige Ausgabe seiner bisherigen Themen, manches erinnert an "Incantations", anderes an oben genanntes Album. Im Prinzip ein straightes Instrumental mit netten Gitarrenausflügen.

"Woodhenge" gefällt mir persönlich am besten, ist allerdings viel zu kurz, um daraus mehr zu machen. Es wäre eine spannende Eröffnungssequenz für einen Longtrack gewesen. Der folgende Titel "Sally" gehört auf den Müll, seichtester Pop mit grottenschlechten Quietschesounds und scheußlichem Gesang. Die Backingvocals sind witzig ;->>. "Punkadiddle" zitiert wieder "Incantations", ist also ein Zweitaufguss, und "I got Rhythm" beginnt wenigstens mit einer schönen Pianolinie. Aber der Rest - brrr.

Fazit: der Titeltrack und "Punkadiddle" könnten diejenigen überzeugen, die "Incantations" noch nicht kennen, "Woodwind" ist ein spannender Ansatz, und dann schweige ich lieber...

Anspieltipp(s): Punkadiddle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.11.2004
Letzte Änderung: 13.11.2004
Wertung: 5/15
Platinum, Punkadiddle, Woodwind 7-8

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 5 von 5)


"Platinum" ist biografisch betrachtet nicht das uninteressanteste Mike-Oldfield-Album, denn von der Anlage her zeigt sich doch ein deutlicher Unterschied zum im Vorjahr (1978) erschienenen "Incantations". Zwar gab es auf der A-Seite von "Platinum" mit dem vierteiligen Titeltrack einmal mehr eine ausgefeilte Instrumentalsuite, aber die B-Seite war kürzeren, für sich stehenden Stücken vorbehalten. Diesem Aufbau folgten später noch "Five Miles Out" und "Crises", aber auch der direkte Nachfolger "QE2" setzte auf eine Mischung aus längeren Instrumentalstücken und kürzeren Nummern mit Gesang - dieses Konzept scheint also vorübergehend tragfähig gewesen zu sein.

Davon abgesehen gibt's aber auch stilistische Fortschritte. Auf "Platinum" wird Oldfield rockiger, wovon auch schon der Titeltrack zeugt. "Airborne" gebärdet sich dabei mit Keyboard-Motiv, Bassläufen, pfeifenden Keyboard-Melodien und der klassischen Oldfield-Gitarre einerseits bekannt, führt andererseits aber einen stampfenden "We Will Rock You"-Rhythmus ein. "Platinum" wiederum besteht aus geradlinigen Disco-Rhythmen und hallenden Gitarrenmelodien darüber, die wie ein Echo auf die Bassläufe in "Airborne" wirken und ist trotz lustiger Einfälle wie einer Doo-Wop-Interpretation der Melodie eher minimalistisch ausgefallen. "Charleston" ist dann wieder recht spannend, denn es gibt mit - nomen est omen - swingenden Bläsern, einem funkigen Groove-Rhythmus, einem avantgardistischen Klaviermotiv und später bizarr heulendem Chorgesang eine interessante Klangsubstanz und trotz der durchgehaltenen Rhythmik genug Abwechslung.

Die an- bzw. abschließende Adaption von Philip Glass' "Etoile Polair" in "North Star" verdient noch einmal eine besondere Erwähnung. Denn einerseits wird hier das Bassriff von "Charleston" weiterverwendet, zum anderen erfolgt diese Adaption eben im Oldfield-typischen Idiom. Das heißt: Die flirrenden Motive des Glass'schen Vorbilds werden auf Bass, Pfeifenorgel und weitere Tasteninstrumente verteilt, und oben drüber gibt es noch ein sich immer weiter steigernde folkige Melodien mit E-Gitarre, Mandoline und Flöte. Später werden dann doch noch die originalen Chöre verwendet, und insgesamt ist dieser Umgang mit dem Original sehr kreativ. Obendrein wird übrigens durch den wiederum verwendeten Discobeat auch noch deutlich, wie es Glass überhaupt zu einer gewissen Mainstream-Bekanntheit schaffen konnte.

Naturgemäß fällt die B-Seite von "Platinum" hier etwas ab. Als ironischen Kommentar zu "North Star" scheint das chillige "Woodhenge" mit dezenter Percussion und lockeren Gitarren eine eigene Übung in Sachen Minimalismus abzuhalten (was aber eher langweilt). "Sally" ist zwar poppig, mit seinem Synth-Bass-Rhythmus aber eher aufdringlich und melodisch wenig ergiebig. Witzig ist dagegen das wie schon bei Queens "Seaside Rendezvous" per vokaler Bläser-Imitation unterlegte Foxtrot-Solo in der Mitte. Das abschließende "I Got Rhythm" bietet die bekannte Vorlage zunächst in ungewohnt ruhiger Form dar, steigert aber bei Wiederholungen hin zu einer folkrockigen Ausrichtung und gestaltet das Ende - wieder mal unter Einsatz von Röhrenglocken - relativ pompös, unten drunter bleibt es aber leider immer der selbe Song.

Auf der B-Seite gehört die herausgehobene Rolle "Punk-A-Diddle". Dem Titel entsprechend wird hier Punk parodiert, aber auf eine relativ hintergründige Weise. Den flotten, aber stampfigen Rhythmus nimmt Oldfield zur Grundlage, um mit Synthesizer und Gitarre zwei gegensätzliche Melodien abzuwechseln, die aber jeweils gekonnt dilettantisch dargeboten werden. Trotzdem quittiert Applaus vom Band die eher platte Gitarre jeweils mit Jubel, und einige der Synthie-Melodien werden mit einem kernigen "Oi!"-Schlachtruf abgeschlossen. Eine interessante Herangehensweise, auch wenn im späteren Verlauf des Songs außer dem Fadeout natürlich nix passiert.

In seiner Gesamtheit ist "Platinum" damit zwar kein in sich konsistentes Album - gerade "Woodhenge" und "I Got Rhythm" ziehen die B-Seite ziemlich in die Länge, auf der A-Seite fällt der simple "Platinum"-Titeltrack qualitativ ab. Aber die Mischung ist recht bunt, was nach dem etwas länglich-ausufernden "Incantations" offenbar seinen Sinn hatte, und unter diesem Aspekt betrachtet ist "Platinum" (das Album) sogar ziemlich gut. Dazu kommt auch, dass die rhythmisch flotten, tanzbaren Stücke sich im Zeitgeist von Disco und Punk zu Recht als "bewegt" auszeichnen lassen dürfen. Und obendrauf gibt's ja immer noch genug klassische Oldfield-Zutaten in Form ureigener Gitarren- und Keyboardsounds sowie einer gewissen Folk-Schlagseite. Insofern ist "Platinum" wohl ein zu Unrecht übersehenes Album.

Anspieltipp(s): Charleston, North Star, Punk-A-Diddle
Vergleichbar mit: zwischen ABBA und Minimalismus, jeweils auf die Oldfield-Tour
Veröffentlicht am: 5.1.2018
Letzte Änderung: 5.1.2018
Wertung: 10/15
So weit muss Robert Reed erst mal kommen!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Tubular Bells 13.00 7
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 Ommadawn 13.00 5
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1978 Incantations 13.00 6
1979 Exposed 12.00 2
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.67 3

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