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Tangerine Dream

Quantum Gate

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik
Label: Kscope
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Edgar Froese synthesizer
Thorsten Quaeschning guitar, synthesizer, bass
Ulrich Schauss synthesizer
Yoshiko Yamane violin

Tracklist

Disc 1
1. Sensing Elements 14:34
2. Roll the Seven Twice 6:38
3. Granular Blankets 5:22
4. It is Time to Leave When Everyone is Dancing 6:38
5. Identity Proven Matrix 5:25
6. Non-Locality Destination 10:38
7. Proton Bonfire  8:42
8. Tear Down the Grey Skies 6:16
9. Genesis of Precious Thoughts 9:10
Gesamtlaufzeit73:23


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Das vorliegende Werk war bereits für Ende 2016 angekündigt worden (laut "Eclipsed" das 40. (Studio)Album, "All Music" zählt - ohne Kompilationen - weit über 100 Veröffentlichungen, auf den BBS ist diese hier die 164. Besprechung mit einem Gesamtwertungsschnitt von 8,33).

Quantum Gate ist nicht weniger als Edgar Froeses postmortales Vermächtnis. Ähnlich einem Freddy Mercury mit Made In Heaven scheint der Elektronikpionier geraume Zeit nach seinem biologischen Ableben plötzlich wieder aufzuerstehen.

Geboten wird auf dem Jubiläumsalbum („50 Years of Tangerine Dream for release on KSCOPE“) das, was die Hörer von Tangerine Dream kennen und von Tangerine Dream erwarten: Sequencergerüste mit knackigen ADSR-Hüllkurven, ostinate Figuren, geprägt von dynamisch variablen VCF-Filtern. Die Sequencerpatterns dienen als rhythmische Basis für die in gleicher Weise wandelbaren polyphonen Flächen übereinandergeschichteter Synthesizersounds. Die sind in weiten Hallräumen angeordnet und klingen analog warm, wirken hypnotisierend und meditativ. Die verbliebenen Tangerines geben sich keine Mühe, mit ihren Obertonstrukturen Ähnlichkeiten mit realen Musikinstrumenten zu erzeugen. Denn so hat es der Meister mit seinen Konzepten gewollt. Und das war das Anliegen: Froeses Ideen und Serien musikalischer Fragmente in einem Konzeptalbum zu realisieren; Thema ist der Versuch, Aspekte von Quantenmechanik und Philosophie in Musik zu übersetzen. Thorsten Quaeschning und seine Mitstreiter haben die Blaupausen des Bandgründers zu einem breiten Spektrum an Stimmungen und Atmosphären vervollkommnet.

Quantum Gate wurde zwischen August 2014 und Juni 2017 in Berlin und Wien aufgenommen, unter der Führung von Thorsten Quaeschning gemixed und in den Sundlaugin Studios zu Reykjavik gemastert. Die geschmackvolle Covergestaltung stammt von Froeses Witwe Bianca Froese-Aquaye.

Diese CD/Vinyl-Doppel-LP hätte genauso gut vor 30 Jahren erscheinen können. Das ist nicht abwertend gemeint, im Gegenteil. Es gibt vieles wiederzuentdecken, Retro-Electronic, sozusagen.

Getreu der Vorstellung, Tangerine Dream sei eher eine Idee als eine definierte Gruppe von Musikern, ist das Projekt zukunftssicher eingerichtet und soll mit wechselndem Personal fortgeführt werden, „möglicherweise weitere 100 Jahre lang“. Quantum Gate ist das erste Statement dieses Bestrebens. Wir verbeugen uns vor einem der großen Visionäre elektronischer Musik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.10.2017
Letzte Änderung: 22.10.2017
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Da ist es also, das erste Vollängenalbum von Tangerine Dream das nach Edgar Froeses Tod veröffentlicht wurde, und auch das erste Vollängenstudioalbum des Zyklus "The Quantum Years", der wohl im Jahre 2014 begonnen hat. Im Weltweiten Netz sind zwar bisweilen Vermutungen zu finden, dass dieses wohl das letzte Tangerine-Dream sein wird, doch will die Formation offenbar weitermachen, auch ohne Froese. Dieser ist übrigens als Mitspieler aufgeführt, was andeuten könnte, dass hier einige seiner letzten Aufnahmen als Grundlage gedient haben. Vermutlich war er aber vornehmlich die Inspirationsquelle dieser Musik, die seinen letzten Ideen, Konzepten und Vorgaben folgt.

In klanglich-stilistischer Hinsicht bieten Tangerine Dream hier eigentlich (wieder) recht klassische Elektronik, klar im Geiste der von der Band vor nun ziemlich genau 50 Jahren mitgegründeten Berliner Schule. Wobei der dafür typische Sound erst ein paar Jahre später ausgeprägt war. Dynamische Sequenzerlinien, auf- und abwogende Synthesizerflächen, repetitive Rhythmusmuster bestimmen das Klanggeschehen, ergänzt um allerlei Elektronikverzierungen, seltene Gitarreneinlagen und symphonische Tastenschübe. Dazu kommen allerdings auch diverse modernere Ingredienzien, insbesondere viele wummernde Rhythmen und perkussive Einlagen (inklusive des leidigen Plastikklatschen – man höre "Sensing Elements"), die in der rezenteren Musik der Tangs ja nicht unbedingt selten sind. Von Yoshiko Yamanes Violine ist dagegen kaum wirklich etwas zu hören (eigentlich nur im abschließenden "Genesis Of Precious Thoughts"). Oder, ihre vermutlich auch in den anderen Nummern vorhandenen Tonschöpfungen sind kaum einmal als Violinenklänge zu erkennen.

Mein Vorschreiber stellt fest, dass "Quantum Gate" genauso gut vor 30 Jahren hätte erscheinen können (also Mitte bis Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts). Das kann man so stehen lassen, wobei die Produktion hier natürlich um einiges fetter und klangvoller ist. Zudem beinhaltet das Album doch sehr viel Tanzbares, was damals noch einigermaßen selten, neuartig und innovativ war. Mir persönlich sagt solche Dance-Elektronik allerdings nicht wirklich zu. Retro-Elektronik? Schon, doch schätze ich Retro-E-Musik ohne Ums-Ums-Ums, die sich auf die 70er-Jahre bezieht, deutlich mehr, und bin eigentlich der Meinung, dass von Tangerine Dream nach "Exit", spätestens "Hyperborea", nicht mehr viel Brauchbares kam.

Vieles hier, "Sensing Elements" z.B., "Tear Down The Grey Skies" (klingt etwas nach Jarre), "Identity Proven Matrix", "Proton Bonfire" oder auch das abschließende "Genesis Of Precious Thoughts", kann aber auch ein konservativer Adept des krautig-kosmisch-metaphysischen Klangblubberns gut hören. Trotzdem, die große (progressive) Zeit von Tangerine Dream ist lange vorbei, auch wenn die Band mit "Quantum Gate" zeigt, dass sie durchaus eine eigenständige und moderne Version ihres spezifischen Sounds schaffen kann. Mir ist’s aber zu modern ... oder, eigentlich ist das ja auch schon wieder retro (auf die 80er und 90er bezogen – siehe oben), und damit eigentlich weniger zeitlos als das formlose Klangwabern, mit dem die Tangs einstmals begonnen haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.10.2017
Letzte Änderung: 13.11.2017
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tangerine Dream

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Electronic Meditation 11.00 2
1971 Alpha Centauri 11.50 2
1972 Zeit 8.20 6
1973 Atem 11.00 2
1974 Phaedra 11.75 4
1975 Ricochet 13.00 3
1975 Rubycon 12.00 3
1976 Stratosfear 11.67 3
1977 Encore 11.50 2
1977 Sorcerer 10.50 2
1978 Cyclone 8.50 2
1979 Force Majeure 8.50 2
1980 Pergamon 10.00 1
1980 Tangram 9.75 4
1981 Exit 8.50 2
1981 Thief 7.00 1
1982 White Eagle 7.50 2
1982 Logos Live 10.33 3
1983 Wavelength 11.00 1
1983 Hyperborea 9.00 2
1984 Poland (The Warsaw Concert) 10.00 2
1984 The Park Is Mine 4.00 1
1984 Flashpoint 5.00 1
1984 Firestarter 7.00 1
1985 Le Parc 7.00 2
1985 Dream Sequence - 2
1985 Legend 12.00 1
1985 Heartbreakers 2.00 1
1986 Green Desert 9.00 3
1986 Underwater Sunlight 8.50 2
1987 Shy People 5.00 1
1987 The Collection - 1
1987 Tyger 8.50 2
1987 Near Dark 8.00 1
1987 Deadly Care 3.00 1
1988 Optical Race 8.00 2
1988 Live Miles 6.50 4
1989 Miracle Mile 9.00 1
1989 Lily on the beach 6.00 1
1989 Dead Solid Perfect 7.00 1
1989 Catch me if you can 4.00 1
1989 Destination Berlin 1.00 1
1990 Melrose 3.00 2
1991 Canyon Dreams 6.00 2
1992 Rockoon 4.00 2
1993 220 Volt Live 7.00 1
1994 Tangents 1973-1983 - 1
1994 Zoning 7.00 1
1994 Turn of the tides 5.00 1
1995 Tyranny of beauty 5.00 2
1995 Dream mixes one - 1
1995 Book of Dreams - 1
1996 Goblins Club 10.50 2
1996 The Dream Roots Collection - 1
1997 Valentine Wheels 7.00 1
1997 Ambient Monkeys - 1
1997 Oasis 8.00 2
1997 Tournado 7.00 1
1998 TimeSquare-Dream Mixes 2 7.00 1
1998 Atlantic Walls (1988-98) - 1
1998 Atlantic Bridges (1988-98) - 1
1998 Quinoa 7.00 1
1998 The Hollywood Years Vol.1 6.50 2
1998 The Hollywood Years Vol.2 3.00 2
1998 Dream Encores 4.50 2
1998 Transsiberia 7.00 1
1999 Mars Polaris - Deep Space Highway To Red Rocks Pavilion 10.00 1
1999 Sohoman 6.00 1
1999 What a Blast 7.50 2
2000 I-Box (1970-1990) - 1
2000 Soundmill Navigator - 1
2000 Great Wall Of China 7.50 2
2000 Antique Dreams 8.00 1
2000 The Seven Letters From Tibet 7.00 2
2001 Dream Mixes Three 10.00 1
2002 Inferno 8.00 1
2003 Rockface. Live at Berkeley 10.00 1
2003 Mota Atma 10.00 1
2003 The Bootleg Box Set Vol.1 12.00 2
2004 East - Live 8.00 1
2004 Purgatorio 7.00 1
2004 Live - Arizona '92 6.00 1
2004 The Bootleg Box Set Vol.2 11.00 2
2005 Live Brighton - March 25th 1986 10.00 1
2005 Phaedra 2005 8.00 1
2005 Jeanne D'Arc 8.00 1
2005 Rocking Mars 10.00 1
2005 Kyoto 8.00 1
2006 Nebulous dawn 12.00 1
2006 Paradiso 11.00 1
2006 35th Phaedra Anniversary Concert - Live in London (DVD) 9.00 1
2007 One night in space (EP) 8.00 1
2007 Madcap's Flaming Duty 7.00 2
2007 Springtime in Nagasaki (Part One from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2007 Bells of Accra (EP) 10.00 1
2007 Summer In Nagasaki (Part Two from the Five Atomic Seasons) 10.00 1
2008 The Anthology Decades - The Space Years Volume One 8.00 1
2008 Tangram 2008 11.00 1
2008 Autumn In Hiroshima (Part Three from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2009 Winter in Hiroshima (Part Four from the Five Atomic Seasons) 9.00 1
2010 Under Cover. Chapter One - 1
2010 The Endless Season 12.00 1
2011 Edgar Allan Poe's The Island of the Fay. A Nonverbal Musical Translation 11.00 1
2011 Mona Da Vinci 10.00 1
2012 Booster V - 1
2013 One Night in Africa - 1
2015 Reims Cathedral December 1974 & Mozartsaal, Mannheim October 1976 11.00 1
2015 Quantum Key 11.00 1
2016 Palais de Congres, Paris March 1978 & Palast der Republik, East Berlin January 1980 10.00 1

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