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Shadow Ray

Eyes,Gleaming Through The Dark

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop; Elektronische Musik; Folk; Psychedelic; RIO / Avant; sonstiges
Label: Koda/Rillbar
Durchschnittswertung: 6/15 (1 Rezension)

Besetzung

Anders Holst Voice,Guitars,Effects,Programming

Tracklist

Disc 1
1. Far Away 5.34
2. Face it 4.32
3. Dreams of falling 4.37
4. Silent Call 5.18
5. Runway 9.29
6. Sick 3.51
7. Second 5.18
8. Blue Flower 7.11
Gesamtlaufzeit45:50


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Shadow Ray ist ein Soloprojekt des dänischen Musikers Anders Holst. Dieser bietet auf seinem ersten Shadow Ray-Album „Eyes, Gleaming Through The Dark“ überwiegend leicht Schräges und schwer Definierbares aus dem folkig-psychedelisch-ambient-postrockigen Bereich und dürfte dadurch ein Fall für die Babyblauen Seiten sein.

Dazu gibt es dann einen Infotext von einem Infotexter, der nach meinem Eindruck mit dem Scheibchen nicht sehr viel anfangen konnte. Ein Beispiel: Anders Holst wird als ein emotionaler Musiker beschrieben, der aber keine Angst hätte zu sterben. Klingt schon mal ganz gut, passt aber leider nicht.

Der in der Regel extrem unbeteiligt wirkende, wie im Halbschlaf aufgenommene Sprechgesang von Holst ist nämlich alles andere als emotional. Und auch in den sonstigen Merkmalen des hier Gebotenen kann ich eher die Todessehnsucht und Gleichgültigkeit statt Emotionen ausmachen. Was die Gesangsideen anbelangt, vermag ich meist leider nur Durchschnittliches zu vernehmen.

Die gespenstisch-schleppenden Grooves zum melodisch durchschnittlichen und von den experimentellen Klangcollagen, oder von den spartanischen Instrumental-Parts aufgemischten Psychedelic-Postpop-Folk stellen selbst den offenen Hörer in den Stücken „Far away“, „Face it“ und „Dreams of falling“ auf eine harte Geduldsprobe. Das alles vom prätentiös-monotonen und manchmal ins leicht Weinerliche übergehenden Gesang gekrönt. Da frage ich mich, ist das nur sehr schlecht gemacht, oder verstehe ich das bloß nicht?

Danach verzichtet der Künstler weitgehend auf die rhythmische Begleitung, was die Musik verstärkt in folkige Gefilde überführt.

Bei „Silent Call“ fühle ich mich durch den Gesang an eine zugedröhnte Hippie-Kommune erinnert. Diesmal besteht die rhythmische Ebene nur aus akustischen und elektrischen Gitarren.

„Runway“ beginnt mit den Gitarrenschleifen zu experimentellen Elektronik-Effekten, um sich nach vier Minuten dem psychedelisch-verträumten Folk für Gitarren, Kontrabass und Stimme zuzuwenden. Je nach Standpunkt verträumter, oder einschläfernder Psychedelic-Folk ohne besondere Merkmale wird in „Sick“ geboten.

„Second“ markiert mit den schleppenden elektronischen Grooves…ja, was denn eigentlich? Mal klingt das wie die Nachwirkungen des 80er Jahre Artpop, mal wie ein abgestumpfter Alleinunterhalter in tiefster Provinz. Dieser leistet sich seltsamerweise zwei kurze und interessante noisige elektronische Zwischenspiele, vermutlich um die Hörerschaft ob seiner Absichten und Fähigkeiten zu verwirren.

„Blue Flower“ gehört nach meinem Eindruck zu den ausgereifteren Stücken des Albums. In dem Stück trifft der psychedelische Folk auf noisige Klangcollagen.

Das Album wirft bei mir die Frage auf, ist das ein wohlkalkuliertes Experiment, eine gezielte Provokation, oder eher überwiegend Dilettantismus? Oder alles davon, gekonnt miteinander vermischt?

Holst wird auf seinen Webseiten schon mal als wichtiger Teil der Kopenhagener Musikszene bezeichnet und ist ansonsten bei Projekten wie Won’t Lovers Revolt Now, Ektoplasma, dem Duo Anders Holst/Mads Emil Nielsen, dem Duo Holst/Coppier, dem Gitarren-Sextett Cirklen und dem multinationalen, multimedialen Ensemble Bog Bodies aktiv. Cirklen soll beispielsweise 2017 zusammen mit Manuel Göttsching gespielt haben.

Vermutlich zeigt das nur als limitierte LP und als Download veröffentlichte “Eyes, Gleaming Through The Dark“ nur auf, was dabei herauskommen kann, wenn man im langen skandinavischen Winter psychedelischen Folk spielen möchte: was herauskommt ist eher gespenstischer Folk, der einige allerdings zum Abschalten animieren könnte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.10.2017
Letzte Änderung: 14.10.2017
Wertung: 6/15

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