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Sirius

The Three Bushes

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Bear Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thomas Hönninger drums
Martin Vogel guitar, bass
Stefan Neubauer keyboards, vocals, sitar
Stefan Papsthart organ, strings, harpsichord

Gastmusiker

Stefan Barnikel percussion
Dieter Urbassik tenor saxophone

Tracklist

Disc 1
1. Grandfather Sang It 5:57
2. Innisfree 2:26
3. After The Look 4:00
4. His Phoenix 8:32
5. The Song Of The Happy Shepherd 5:57
6. The Three Bushes 8:33
7. A Last Confession 6:22
Gesamtlaufzeit41:47


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @


Anno 1982 veröffentlichten Sirius ihr Debütalbum Running To Paradise. Gegründet worden war die Bamberger Band allerdings bereits um 1976 von Stefan Neubauer, Stefan Papsthart, Martin Vogel und Peter Ochs. Ihre Musik war inspiriert durch klassischen Prog der 70er Jahre, Jazz Rock sowie klassische Komponisten wie Stravinski, Ravel und Sibelius. In den Jahren bis zur Veröffentlichung des Debütalbums gab man im fränkischen Raum rund zwei Dutzend Konzerte. Dann schliesslich wurde im Studio Brutkasten in Nürnberg die erste Langrille eingespielt und aufgenommen. Lediglich 500 Exemplare wurden damals produziert, was die Platte heute zu einer gesuchten Rarität macht.

Anschliessend trennten sich die Wege der Bandmitglieder und erst zwei Jahre später taten sich Neubauer, Papsthart und Vogel wieder zusammen, um zusammen mit dem Schlagzeuger Thomas Hönninger und zwei Gastmusikern im Tonstudio Bär in Nürnberg den Nachfolger von Running To Paradise aufzunehmen. The Three Bushes wurde ebenfalls nur in einer Auflage von 500 Stück produziert.

Die Kompositionen und auch die Keyboard-Sounds wirken moderner als auf Return To Paradise, klassisches Piano und Grand Piano finden etwas weniger statt als auf dem Debüt, die Keyboards sind dominanter. Bereits im Opener zeigen Sirius, dass sie dort weitermachen, wo sie zwei Jahre zuvor aufgehört haben: mit trotz verschnörkelter Melodie- und Gesangslinien eingängigen Kompositionen, die ihre Inspiration aus dem Progrock der späten 70er-Jahre beziehen und dennoch eine ganz eigene Note aufweisen. Das Stück erinnert mitunter an Flame Dream, dann auch an Genesis und schliesslich an den eigenen Vorgänger. Der in höheren Lagen angesiedelte Gesang ist recht eigen, zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, gibt der Musik aber eine charakteristische Note und spätestens nach dem fünften Hördurchgang kann man sich keine andere Stimme mehr dazu vorstellen.

Innisfree erinnert an Genesis-Balladen am Ende der 70er- bzw. Anfang der 80er Jahre. Es folgt ein schönes Tasten-Instrumental, eine Mischung aus moderner Klassik, Jazz-Sprengseln, irgendwo meine ich auch Gershwin zu spüren und einer dezenten Note, die an Flame Dream erinnert. Es folgt mit His Phoenix ein wunderbar holpriger, krummtaktiger Longtrack, in welchem sich zuerst verschiedene Tasteninstrumente die Bälle harmonisch hin und her spielen, bis irgendwann ein Saxophon einsetzt und sich, ebenfalls noch harmonisch, in das Bild einfügt. Nach einer kurzen Bridge beginnt das Saxophon wilder und schräger zu solieren und steckt irgendwann die Tasten an, so dass das Ganze zunehmend dissonanter wird, um schliesslich in einigen "schrägen" Akkorden zu enden.

Der nächste Titel, The Happy Shepherd beginnt mit einer Keyboardmelodie, die nach 80er-Jahren duftet, nach Kindheit. In der Folge wechseln sich melodiöse Parts mit schräg hingetupften Akkorden ab, immer wieder stolpert das Schlagzeug kleine Breaks ein oder wechselt von einer Metrik in eine andere, die Gesangslinien sind heterogen, mal melodiös, mal vogelwild schräg. Am Ende wird der Schluss von The Sad Shepherd zitiert und das Stück damit beendet. Sehr kurzweilig und einer der Höhepunkte der Scheibe.

The Three Bushes und das abschliessende The Last Confession setzen diesen Stil fort und verbinden ebenfalls Eingängigkeit mit Ecken und Kanten und sind dadurch abwechslungsreich und stets spannend.

Insgesamt ist The Three Bushes ein würdiger Nachfolger von Return To Paradise. Das Album enthält nach meinem Dafürhalten ein paar mehr Genesis-Zitate als das Debüt und ich werde auch immer mal wieder an die von mir sehr geschätzten Flame Dream erinnert. Dennoch ist die Musik recht eigenständig und macht durchgehend Spass. Mir persönlich hat der Erstling etwas besser gefallen. Beim Nachfolger fehlt einerseits der Überraschungseffekt, zum anderen war das Debüt klassischer, wogegen The Three Bushes etwas avantgardistischer ist.

Nach The Three Bushes wurde Sirius auf Eis gelegt, wo es bis heute liegt. Eine Reunion stand bisher nicht zur Debatte. Auch eine Wiederveröffentlichung der Alben scheint im Moment kein Thema zu sein. Zwar hat Stefan Neubauer wohl noch ein paar alte Kassetten und Tonbänder im Keller, welche das eine oder andere Demo oder sogar unveröffentlichtes Material enthalten, bis anhin fehlten aber Zeit und Musse, dies zu sichten. Ich kann mich daher nur wiederholen: eine Wiederveröffentlichung auf CD, zum Beispiel als schmucke, mit unveröffentlichtem Material aufgewertete Digibox, wäre eine tolle Sache.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Genesis, Flame Dream
Veröffentlicht am: 8.11.2017
Letzte Änderung: 8.11.2017
Wertung: 11/15
einiges auch 12

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sirius

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Running To Paradise 13.00 1

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