SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
23.9.2018
Expo '70 - animism
Scherzoo - 04
Riverside - Wasteland
Crippled Black Phoenix - Great Escape
The Alan Parsons Project - On Air
22.9.2018
Lumerians - Call Of The Void
VAK - Budo
Time Collider - Travel Conspiracy
21.9.2018
Regal Worm - Pig Views
Tri Atma - Tri Atma
Jean Michel Jarre - Planet Jarre
42DE - Fall of the Moon
20.9.2018
Yes Featuring Jon Anderson, Trevor Rabin, Rick Wakeman - Live at the Apollo
Aaron Brooks - Homunculus
19.9.2018
Svin - Virgin Cuts
Marcello Giombini - Computer Disco
UFO över Lappland - UFO över Lappland
18.9.2018
Mark Wingfield - Tales from the Dreaming City
ARCHIV
STATISTIK
24910 Rezensionen zu 17078 Alben von 6653 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Goblin

Tenebre

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1982 (CD-Reissue 2012)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Cinevox
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Fabio Pignatelli Bass, Drum Programming
Claudio Simonetti Synthesizers, Electronics, Keyboards, Programming
Massimo Morante Guitars
Walter Martino Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Tenebre 4:31
2. Gemini 3:09
3. Slow circus 2:28
4. Lesbo 5:14
5. Flashing 6:23
6. Tenebre (reprise) 4:11
7. Waiting death 4:16
8. Jane mirror theme 1:59
9. Flashing (film version) 2:42
10. Gemini (film version) 1:55
11. Flashing (film intro) 0:51
12. Gemini (alternate film version) 2:41
13. Jane mirror theme (film version) 0:39
14. Tenebre (alternate film version) 0:57
15. Slow circus (film version) 4:45
16. Lesbo (film version) 3:52
17. Tenebre maniac 0:45
18. Tenebre remix 5:06
19. Flashing remix 5:31
Gesamtlaufzeit61:55


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Hatte Dario Argento für seinen 1980 erschienenen Streifen "Inferno" keinen Geringeren als Keith Emerson mit der Filmmusik beauftragt (siehe "Inferno"), griff er für sein nächstes Werk - "Tenebre" - wieder auf die Musiker von Goblin zurück, die ja schon den Klang für seine Filme "Profondo Rosso" und "Suspiria", und die Bearbeitung von George A. Romeros "Dawn of the Dead" (siehe "Zombi") geliefert hatten. Allerdings holte er sich nicht die damals (1981) existierende Goblin-Formation ins Studio (bestehend aus Marco Rinalduzzi, Fabio Pignatelli, Derek Wilson, Maurizio Guarini und Mauro Lusini), die gerade an einem Album namens "Volo" arbeitete (das weitestgehend Italopop beinhalten sollte), sondern bat Massimo Morante, Claudio Simonetti (beide bei Goblin ausgestiegen) und Fabio Pignatelli sich für das Soundtrackprojekt noch einmal zusammenzutun.

Diese taten dies, und dementsprechend erschien das dazugehörige Album nicht unter dem Bandnamen Goblin. Es gibt überhaupt keine Projektbezeichnung auf dem Cover der LP. "Music by Simonetti Pignatelli Morante", steht da einfach unten im Eck. Der Einfachheit halber, und auch weil verschiedene Goblin-Reunion-Projekte die Musik des Albums ins Programm genommen haben, sei die Scheibe aber trotzdem als Goblin-Album rezensiert. Hier ist übrigens auch noch der Moblin-Ur-Schlagzeuger Walter Martino an allerlei Perkussion zu hören.

"Tenebre" (der je nach Land mit den Titeln "Tenebrae", "Tenebre - Der kalte Hauch des Todes" oder "Unsane" gezeigt wurde), erzählt die Geschichte eines US-Schriftstellers auf Italienreise (um dort sein neues Buch vorzustellen), in dessen Umkreis diverse, sehr blutrünstig inszenierte Morde (meist an jungen Damen) geschehen, ganz so wie in nämlichem Buch beschrieben. Nach allerlei Irrungen und Wirrungen stellt sich heraus, dass der Schreiberling selbst der irre Killer ist, der am Ende dann von einem mit langen eisernen Dornen versehenen Kunstwerk an die Wand genagelt wird. Die zeitgenössische Kritik hat den Film natürlich aufgrund seiner Brutalität und Storylosigkeit in Grund und Boden gestampft, während der Streifen inzwischen als Kultfilm und Klassiker des Schlitzerfilmgenres angesehen, und insbesondere Kameraführung und Atmosphäre gelobt werden. Wie auch immer, zu Letzterer hat wohl auch der Soundtrack entscheidend beigetragen.

Also, zur Musik. Die ist eigentlich nicht schlecht. Den typischen Goblin-Horrorprog gibt es zu hören, allerdings versetzt in die 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Das ist vor allem an allerlei elektronischem Schlagwerk erkennbar, und der einen oder anderen disco-artigen Einlage, insbesondere verschiedenen eher monotonen Perkussionspuren. Vor allem das beschwingt voranrockende, von allerlei quietschenden Synthesizersounds bestimmt "Lesbo" klingt sehr nach den 80ern, und ist sicher die unprogressivste Nummer der Sammlung, zumindest die ersten vier Minuten. Danach wandelt sich das Stück nämlich in ein schneidend-mysteriös-klangwaberndes Elektronikgewebe von fast experimentellem Charakter. Auch sonst geht es hier recht elektronisch zu, z.B. gleich im zweiten Track ("Gemini"), der vornehmlich aus bedrohlich-klangvollen Tastenflächen, sanft-hallenden bis kernigen Bassmustern, und wuchtiger E-Perkussion besteht. Das Titelstück ist noch am ehesten in der alten Klangwelt von Goblin verwurzelt. Die Nummer beinhaltet zudem die mysteriösen Vocoderstimmen und eine kurze, aber prägnante Akkordfolge, die sich beide als prägende Themen durch den Rest des Albums ziehen. Dazu gibt es sakrales Georgel, allerlei Tastenschweben und Gitarrenjaulen, aber auch fast discoartige, nicht sehr variable Schlagwerkmuster. Der Großteil des Albums bietet aber recht freie Tasten-Elektronikgemenge, bisweilen mit kantigen perkussiven Einlagen versehen, oder durchzogen von Spieluhreinlagen, diversem akustischen Schallen, Blubbern und Hallen (man höre z.B. "Slow circus"), oder hymnischen Orgelmustern ("Waiting death").

Wie bei allen Neuauflagen der Goblin-Soundtracks von Cinevox gibt es auf dem CD-Reissue allerlei Bonusmaterial, Varianten der Albumtracks meist, aber auch rezentere Remixe (die letzten beiden Tracks), die aber erstaunlich erträglich (oder fast interessant) ausgefallen sind, und ohne Ums-Ums-Gewummer auskommen.

"Tenebre" ist alles in allem ein durchaus unterhaltsames Goblin-Album, welches Elektronisches und klassische Progsounds mit damals modernen Ingredienzien zu einem durchaus stimmigen Ganzen vermengt, und sozusagen eine 80er-Jahre-Variente des hymnisch-mysteriösen Horrorprogs der Band bietet. Genrefans die sich an diesen "modernen" (inzwischen natürlich reichlich angestaubten) Zutaten nicht stören (und am bisweilen wirklich arg stumpfsinnigen "Schlagzeug"), können daher durchaus zugreifen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.1.2018
Letzte Änderung: 24.2.2018
Wertung: 9/15
ein Punkt Abzug für das bisweilen wirklich arg stumpfsinnige "Schlagzeug"

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goblin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Profondo Rosso 10.00 1
1976 Roller 10.50 2
1977 Suspiria 12.00 1
1978 Il fantastico viaggio del bagarozzo Mark 11.00 1
1978 Zombi 9.00 1
1979 Patrick 9.00 1
1980 Contamination 10.00 1
1997 Buio Omega 8.00 1
1997 Phenomena 9.00 1
2000 Nonhosonno 11.50 2
2000 The Fantastic Journey Of Goblin - Best Of Vol. 1 12.00 1
2015 Four Of A Kind 11.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum