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The Strawbs

Grave New World

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Folk; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: A&M
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

David Cousins Gesang, Gitarre, Flöte
Tony Hooper Gesang, Gitarre, Autoharp
Blue Weaver Klavier, Orgel, Mellotron, Harmonium
John Ford Gesang, Bass, Gitarre
Richard Hudson Schlagzeug, Percussion, Sitar, Gesang

Gastmusiker

Trevor Lucas Gesang ("Benedictus")
Annie Collins Gesang ("Benedictus")
Robert Kirby Arrangement ("Heavy Disguise")
Tony Visconti Arrangement ("Ah Me, Ah My")

Tracklist

Disc 1
1. Benedictus 4:24
2. Hey Little Man... Thursday's Child 1:06
3. Queen Of Dreams 5:32
4. Heavy Disguise 2:53
5. New World 4:11
6. Hey Little Man... Wednesday's Child 1:06
7. The Flower And The Young Man 4:17
8. Tomorrow 4:49
9. On Growing Older 1:56
10. Ah Me, Ah My 1:24
11. Is It Today, Lord? 3:07
12. The Journey's End 1:46
Gesamtlaufzeit36:31


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


"Grave New World" ist das erste Strawbs-Album nach dem hinlänglich bekannten Wechsel von Rick Wakeman zu Yes, und die Bandbiografie kolportiert, dass Dave Cousins darüber seinerzeit regelrecht verbittert war. Das düstere "Tomorrow" soll auf diesen Umstand anspielen, ansonsten stellt sich "Grave New World" offenbar als etwas inkonsistenter dar als die Vorgänger- und Nachfolgealbum - eine Platte also, die eine gewisse Orientierungslosigkeit hörbar macht und so herum betrachtet vielleicht die Bedeutung von Wakeman für die Strawbs deutlich macht. Es spricht wohl Bände, dass, obschon mit einem Kerl namens Blue Weaver ein neuer Keyboarder gefunden worden war, gleich zweimal auf extern angefertigte Bläser-Arrangements zurückgegriffen wurde.

Ansonsten gibt's ein Potpourri aus folkigen, rockigen, bisweilen aber auch klassisch und psychedelisch ausgerichteten Stücken. In erstere Kategorie fallen nicht nur kurze Zwischenstücke wie die beiden an Simon & Garfunkel erinnernden "Hey, Little Man"-Teile, vor allem aber das A-Gitarren-lastige "Heavy Disguise", das mit seinem 3+3+4-Rhythmus und dem spitzbübischen Gesang an Tull-Sachen wie "Dun Ringill" erinnert (nicht ins Bild passen dagegen die in der Mitte eingesetzten Chicago-artigen Bläser). Auch "The Flower And The Young Man" und "On Growing Older" sind solche Sachen und fallen mit mehrstimmigem Gesang (teils sogar a cappella) sowie rühriger Begleitung mit Gitarren, Harmonium und Orgel beschaulich aus. Allerdings sind diese Stücke eher gewöhnlich, und melodisch wie gesanglich waren Wishbone Ash ("Valediction") oder die Bee Gees ("New York Mining Disaster 1941") da einfach besser. Immerhin sorgt gelegentlich der Bass dafür, dass die Angelegenheit nicht zu dümpelig wird.

Rockig ausgefallen ist wie erwähnt "Tomorrow", das mit langsamen, harten Riffs, schwerer Orgelbegleitung und teils verzerrtem Gesang Parallelen zu Truppen wie Atomic Rooster aufweist, als Song allerdings ab der Mitte mit seiner immerhin verträumten, klavier-lastigen B-Passage seinen roten Faden verliert. Auch "Queen Of Dreams" gibt sich stilistisch etwas geradliniger und härter, markiert allerdings mit üppigen Rückwärts-Gitarren und später auch noch -Flöten bereits psychedelischeres Fahrwasser. Hier allerdings ist der Aufbau diesmal gelungen, denn die Strophen unterlegt man mit wechselnden Arrangements, schiebt nach einen kurzen Zwischenpart mit eigenartig ratternden Soundeffekten ein und variiert schließlich im Schlussteil die Gesangsmelodie instrumental und legt damit ein ordentliches Finale hin.

Ebenfalls psychedelisch wäre noch "Is It Today, Lord?" mit üppigem Sitar, pulsierenden Harmoniumakkorden, verfremdetem Gesang und später auch Tabla-Rhythmen. Eine hippieske Stimmung macht sich breit, allerdings ist der Song selber doch eher simpel - auch hier gäbe es mit George Harrisons "My Sweet Lord" [dieser Titel - sic!] einen bekannteren Song, der im Vergleich wesentlich schmissiger ist. Ohnehin ist "Grave New World" aber wesentlich spannender, wenn solche bereits oberflächlich erkennbaren Parallelen vermieden werden und ein eigenerer Stil vorherrscht. Das geschieht im hymnischen, wenn auch etwas einförmigen Opener "Benedictus" eine griffige chorale Melodie über einer leicht vertrackten Rhythmik ertönt oder in "New World" eine lockere Begleitung mit folkigem Swing, dramatischen Mellotron-Akkorden und nach heutigen Begriffen eher punkig wirkendem Gesang (was wohl durch den politisch motivierten Text zu erklären wäre) kombiniert wird. Hiermit können die Strawbs klar am meisten punkten.

Hinten raus gibt's noch mit der Vaudeville-Nummer "Ah Me, Ah My" ein Kuriosum (interessant übrigens, dass Queen ein paar Jahre später mit "Good Company" & Co. ähnlich drauf waren) und mit "The Journey's End" zu romantischer Klavierballade sowas wie eine Reprise des "Benedictus"-Themas. Trotzdem wirkt "Grave New World" unterm Strich eine Spur zu zerfahren, und in den Momenten, wo sich Cousins (dessen schnarrende, unwirsche Singstimme auch hier oft befremdet) offenkundig an bekanntere Vorbilder anlehnen, steckt man hinter diesen wie beschrieben deutlich zurück. Immerhin konnte man sich dann auf "Bursting At The Seams" und "Hero And Heroine" einigermaßen fangen, für den Moment aber sackt die Karrierekurve der Strawbs merklich ab.

Anspieltipp(s): Benedictus, Heavy Disguise, Tomorrow
Vergleichbar mit: zwischen den Bee Gees und Jethro Tull
Veröffentlicht am: 6.4.2018
Letzte Änderung: 6.4.2018
Wertung: 7/15
Die Krux ist: Fast alles hätten andere Bands eben besser gekonnt

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Strawbs

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Just a collection of Antiques and curios 10.00 1
1971 From The Witchwood 10.50 2
1973 Bursting At The Seams 8.00 1
1974 Hero and Heroine 9.50 2
1975 Ghosts 9.00 1
1976 Deep Cuts 6.00 1
1977 Burning For You 5.00 1

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