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Robert John Godfrey

70th Birthday Concert with The Enid. Live at Union Chapel

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; live; Klassischer Prog; Moderne Klassik
Label: D&B
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert John Godfrey Keyboards
Zachary Bullock Keyboards
Jason Ducker Guitar
Dominic Tofield Drums/Percussion

Tracklist

Disc 1
1. The Sun   (from "In The Region Of The Summer Stars") 4:37
2. Judgement   (from "In The Region Of The Summer Stars") 9:03
3. In the Region of the summer Stars   (from "In The Region Of The Summer Stars") 6:37
4. Humouresque   (from "Touch Me"from "In The Region Of The Summer Stars") 6:22
5. Spring   (from "The Spell") 6:47
6. Mirror of Love   (from "The Art Of Melody") 6:05
7. Excerpt from Homily   (from "Homily") 10:06
Gesamtlaufzeit49:37
Disc 2
1. Chaldean Crossing   (from "The Seed And The Sower") 9:35
2. Sheets of Blue   (from "Salome") 10:18
3. Childe Roland   (from "Aerie Faerie Nonsense") 7:41
4. Ondine   (from "Aerie Faerie Nonsense") 3:46
5. Mayday Galliard   (from "Aerie Faerie Nonsense") 6:25
6. Fand   (from "Aerie Faerie Nonsense") 22:46
7. Until we are old   (from "The Bridge") 2:01
Gesamtlaufzeit62:32


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Robert John Godfrey, seit 2016 krankheitsbedingt nur noch im Hintergrund bei The Enid tätig, gab 2017 bekannt, dass er zu einer einmaligen Show auf die Bühne zurückkehren werde, unterstützt vom verbliebenen Kern von The Enid. Am 5. August 2017 trat er anlässlich seines Siebzigsten in der Londoner Union Chapel auf, um seinen Geburtstag mit all seinen Freunden zu feiern.

Zu diesem Anlass spielte Godfrey, unterstützt von Gitarrist Jason Ducker, Keyboarder Zachary Bullock, Schlagzeuger und Perkussionist Dominic Tofield und Special Guest Nic Willes am Bass und Percussion, noch einmal jene Klassiker, die ihm besonders am Herzen lagen, darunter große Teile von "In The Region Of The Summer Stars" und "Aerie Faerie Nonsense", einschließlich "Fand", natürlich, aber auch selten gespieltes wie etwa "Mirror of Love" von seinem Soloalbum "The Art Of Melody". Und wie um das Ganze nicht zu einem wehmütig-nostalgischen Anlass geraten zu lassen, warf Godfrey auch einen Blick in die Zukunft, indem er einen immerhin zehnminütigen Ausschnitt seines kommenden Soloalbums "Homily" präsentierte.

Im August 2017 strömten also Fans aus der ganzen Welt, aus Europa, Japan, den Emiraten, der Türkei, Kanada, in die Londoner Union Chapel, um den 70. Geburtstag ihres Robert John Godfrey zu feiern. Die Buntglasfenster der Kapelle bildeten die perfekte Kulisse für die hochromantische Musik des Meisters. Und der enttäuschte nicht, enthielt die Setlist, bestehend aus seinen Lieblingsstücken aus seiner fünf Jahrzehnte umfassenden Karriere, doch einige Stücke, die seit über dreißig Jahren nicht mehr live aufgeführt worden waren. Und so erklangen, in diesem ehrwürdigen Rahmen, noch einmal jene großen Werke, die zu komponieren Godfrey einst ausgezogen war - vielleicht ein letztes Mal mit ihm selbst auf der Bühne. Denn seit bei ihm 2012 Alzheimer diagnostiziert wurde, hat er sich offiziell bereits von der Bühne zurückgezogen.

Wehmut durchwehte die Union Chapel, und sie durchweht auch dieses Live-Dokument. Die Tatsache, dass dieser Auftritt auch das Abschiedskonzert des Schlagzeugers Dominic Tofield war, trägt nicht wenig zu diesem Gefühl bei.

Andererseits.... Der Anlass mag wehmütig gewesen sein, Godfrey mag schwach gewirkt haben - der Power der Musik hat das allerdings keinen Abbruch getan. Die Band stieg gleich ein mit Seite zwei vom 1976er-Debüt "In The Region Of The Summer Stars", und wie damals ist die Musik noch heute abwechselnd hinreißend und mitreißend. Ungebrochen.

Und es ist nicht alles pathetisch! Wie man hört, platzierte Godfrey zwischen all die orchestrale Transzendenz, die tränenreichen Harfen-Glissandi, Pizzicato-Arabesken und tragische Crescendi seine humorigen und selbstironischen Kommentare - die leider auf dem Album nicht zu hören sind. Das ausschließlich aus der Musik herauszuhören, bleibt dem intimen Kenner der Band überlassen, der etwa weiß, dass "Humouresque" vom 1979er Album "Touch Me" aus einer äußerst turbulenten, und für alle Beteiligten sicherlich nicht angenehmen Phase stammt.

Es spricht für Godfrey - und für die Musik - dass er auf diesem Album nur sie sprechen lässt. Eine Musik, die er als (Stationen einer) Reise empfindet, einer Lebensreise, die offenbar in diesem Konzert noch einmal nachvollzogen werden sollte. Und so erklingen neben den großen Klassikern von "In The Region Of The Summer Stars" und "Aerie Faerie Nonsense" auch Stücke aus weniger bekannten Alben, darunter das sehnsuchtsvolle "Mirror of Love", das seltsam einseitige Ambient-Stück "Chaldean Crossing" von "The Seed And The Sower", oder das zwiespältige "Sheets Of Blue" von "Salome". Dass nicht alles Nostalgie ist, beweist Godfrey dann mit "Til We're Old" von einem der jüngsten Enid-Alben. Es ist einer Frau im Publikum gewidmet, die seit einiger Zeit an Krebs leidet. Auch der Ausschnitt aus "Homily" unterstreicht, dass die Diagnose für Godfrey nicht das Ende seiner Musikerkarriere bedeutet. Und der Titeltrack seines neuen Soloalbums ist so stark wie der Rest hier: Sentimentale Neoromantik, entstanden aus Schmerz, aber geladen mit kraftvoller Zuversicht auf Erlösung.

Tja, und wie man hört, war zu alldem auch noch geplant, das Konzert mit einer Coverversion von "Wild Thing" zu beenden. Legendär, The Enid haben das in ihren wilden Tagen schon gemacht - aber es blieb am Ende nicht genügend Zeit. Aber das war auch gar nicht nötig, die Botschaft war angekommen. Und wie um das zu unterstreichen, zog sich Godfrey am Ende seine Fliege ab und warf sie ins Publikum. Robert John Godfrey ist 70 - und kein bisschen leise!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.4.2018
Letzte Änderung: 17.4.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Robert John Godfrey

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Fall of Hyperion 11.00 2
2013 The Art of Melody - 1

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