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WorldService Project

Serve

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant; Zappaeskes; sonstiges
Label: RareNoise Records
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dave Morecroft keyboard,vocals
Tim Ower saxophone
Raphael Clarkson trombone,vocals
Arthur O'Hara bass
Harry Pope drums,percussion

Tracklist

Disc 1
1. Plagued with Righteousness 5.26
2. Dai Jo Bo 4.13
3. The Tale of Mr.Giggles 6.34
4. Ease 6.15
5. Runner 4.00
6. Now this means War 5.50
7. To lose the loved 5.20
8. False Prophets 8.24
Gesamtlaufzeit46:02


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


„Serve“ nennt sich das vierte Album der Londoner Combo WorldService Project. Es ist das vierte Album insgesamt und das zweite bei dem Londoner Label RareNoise. Das erklärte Ziel von RareNoise ist es bekanntlich, die progressive Musik von Jazz bis Rock, und allem was dazwischen liegt, aufzuspüren und nach Möglichkeit zu veröffentlichen.

WorldService Project (nachfolgend einfach WSP genannt) passt genau zu dieser Beschreibung und zu der stilistischen Ausrichtung des Labels. Dave Morecroft, der alleinige Musik- und Texteschreiber bei WSP war ursprünglich in der Jazz-Szene verwurzelt, aber sein Hang zu den bizarr-humorigen und zudem politisch eingefärbten Bühnenauftritten hat aus WSP wohl etwas Besonderes gemacht und damit ein wenig von der Jazz-Szene entfernt. So musizieren WSP irgendwo zwischen Jazz und Avant-Prog, dazu noch mit einer rebellischen Attitüde, die manche als punkig auslegen. Das nennt sich dann offiziell Punk-Jazz mit einer Prise Humor, oder – laut anderer Quelle – „Anti-Brexit Punk-Jazz“.

Anlässlich der Veröffentlichung von „Serve“ liefert die Plattenfirma noch einige Einsichten in die Persönlichkeit des Bandleaders Morecroft, deren wesentliche Züge man in seiner Musik, in der Musik von WSP, wiederfindet. Morecroft versteht sich als gespaltener Charakter, der von den Kontrasten zwischen Disziplin und Anarchie, zwischen Demokratie und Diktatur, fasziniert ist.

Die Musik von WSP wird also immer noch von der energetischen und vielschichtigen Darbietung des Saxophonisten und des Posaunisten vorangetrieben. Diese werden von dem entsprechend flexiblen rhythmischen Fundament aus Bass und Schlagzeug getragen. Der alle Stücke schreibende Keyboarder scheint eine eher unterstützende Rolle in dem Gesamtbild zu spielen. Dennoch ist der WSP-Sound ohne seine schneidenden E-Piano-Klänge nur schlecht vorstellbar.

Der Freund von anspruchsvoller Musik darf sich vor allem auf treibenden und präzisen Jazz-Prog („Plagued with righteousness“) sowie auf abgefahrenen und kontrastreichen Anarcho-Avant-Punk-Jazz („Dai Jo Bo“) gefasst machen. Die Hörspiel-artigen Teile von „The Tale of Mr. Giggles“ klingen für mich wie eine Kreuzung aus Les Claypool und Jack Dupon. In dem Stück steht hektisch-exzentrischer Sprechgesang neben verspielt-schrägen Parts seitens der unvergleichlichen WSP-Bläsersektion, die die schwierigsten Einfälle wie immer verspielt umsetzen kann. (Zu dem unheimlichen Mr. Giggles soll später übrigens ein Video erscheinen).

„Ease“ bietet entgegen dem Titel hochkomplexe Akkordfolgen zu ebensolchen Rhythmen, dargeboten mit der unbändigen Punk-Attitüde. Spätestens bei „Runner“ dürfte der geneigte Avant-Jazz-Prog-Hörer den Eindruck gewinnen, dass diese außergewöhnliche Combo auch im Studio den Eindruck einer mitreißenden Live-Performance vermitteln kann. In „Now this means War“ und „To lose the loved“ ist die Energie des Quintetts fast schon mit der Aggression und Energie einer Heavy Metal-Truppe vergleichbar, allerdings eher aus und dem Blickwinkel eines Jazzers, der die Puristen verschrecken möchte. Als ich die harten Riffs hörte, schaute ich leicht verstört nach, ob da wirklich kein Gitarrist in der Besetzung auftaucht. In „To lose the loved“ gibt es allerdings auch etwas Platz für einige jazzig entspannte Zwischenspiele. Das abschließende „False Prophets“ wechselt zwischen hymnisch-anarchistischen und leisen Momenten.

WorldService Project wissen auch auf ihrem vierten Album durchgehend zu überzeugen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.4.2018
Letzte Änderung: 18.4.2018
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Die Mannen um Keyboarder und Gelegenheitssänger Dave Morecroft sind auch auf ihrem vierten Album ihrem Stil treu geblieben und bieten einen ebenso komplexen wie furiosen Jazzrock, der von kräftigem Gebläse (Saxophon und Posaune) bestimmt wird. Die quietschen und tröten auch auf Serve wieder in wunderbar verschlungenen Linien, souverän unterstützt vom knackig wummernden Bass und dem kraftvollen Schlagzeug. Dagegen hält sich Keyboarder Dave Morecroft, der auch hier alle Stücke komponiert hat, wieder weitgehend im Hintergrund. Manchmal muss schon ordentlich die Ohren spitzen, um ein paar Einsätze an den Tasten zu vernehmen.

Die Musik bekommt immer wieder mal eine dreckig-punkige Komponente, wenn die Bläser besonders schrill ins Rohr pusten und der Bass leicht angezerrt wird. Etwa in Dai Jo Bo, dass noch mit passenden Urschreien unterlegt ist. Dagegen verleihen die die manchmal gurrend und kichernd gesprochenen Texte in The Tale of Mr. Giggles dem Stück etwas geradezu Dadaistisches. Gesprochenen Text gibt es daneben auch noch auf Now This Means War, hier sogar mehrsprachig; neben Englisch noch Französisch, Italienisch und Deutsch. In diesem Stück bewegt sich Band bis in jazzmetallische Gefilde - ganz ohne Gitarre. Auch wenn man in diesem Stück wie auch im folgenden, über weite Strecken nicht minder metallisch anmutenden To Lose the Loved, bisweilen eine zu hören meint. Wo das herkommt? Nun, eine Gelegenheit, das festzustellen, bietet sich ggf. beim Freakshow Festival 2018, wo WorldService Project Ende September sich zum zweiten Male die Ehre geben. Der Besuch dieser Veranstaltung ist ebenso empfohlen wie der Erwerb dieses Albums (und seiner Vorgänger)!

WorldService Project zeigen mit Serve wieder einmal, dass sie zur Speerspitze des progressiven Jazzrock gehören. Tolle Musik!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2018
Letzte Änderung: 1.6.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von WorldService Project

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Fire in a Pet Shop 11.00 1
2016 For King & Country 12.00 1

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