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Tyndall

Durch die Zeiten

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (Neuauflage 2018)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Bureau B
Durchschnittswertung: 8/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jürgen Krehan
Rudolf Langer

Tracklist

Disc 1
1. Durch die Zeiten 3.00
2. Jura 2.50
3. Antike 2.00
4. Barock 3.40
5. Romantik 3.38
6. Klassik 2.33
7. Neuzeit 0.13
8. Kambrium 4.19
9. Silur 4.30
10. Karbon 4.22
11. Perm 4.12
Gesamtlaufzeit35:17


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das vierte und letzte Album des Duos Tyndall ist 2018 von dem Label Bureau B zum ersten Mal auf CD veröffentlicht worden. Außerdem ist es auch als LP und Download zu haben.

Der Umzug nach West-Berlin scheint dem Duo Tyndall nicht gut getan zu haben. Um dem dauernden Streit aus dem Weg zu gehen, hat man sich dazu entschlossen, dass jeder der beiden Musiker eine LP-Seite mit den eigenen Stücken füllen sollte.

Die erste LP Seite fiel Jürgen Krehan zu, der hier zum ersten Mal einen Musikcomputer benutzte. An dem naiven, für die Tyndall typischen Charme von „Durch die Zeiten“, dem eröffnenden Kraut-Elektronik-Pop-Instrumental hat das aber nicht viel geändert. Für „Jura“, „Barock“, „Romantik“ und „Klassik“ hat sich der Musiker wiederum von der klassischen Musik inspirieren lassen. Bei einigen davon konnte er offenbar nicht anders, als die klassisch inspirierten Elektronik-Instrumentals mit dem irgendwie vertrauten naiven Flair zu versehen.

Meines Erachtens gibt es eindeutig zu wenige musikalische Konzeptwerke, die sich der Erdgeschichte widmen würden. Eines davon ist die zweite LP-Seite von „Durch die Zeiten“, auf der Rudolf Langer vier elektronische Stücke mit den durchaus erdgeschichtlich relevanten Titeln „Kambrium“, „Silur“, „Karbon“ und „Perm“ versammelt hat.

In dem symphonisch und klassisch eingefärbten „Kambrium“ soll vermutlich die aus dieser Zeit bekannte Explosion des Lebens wiedergegeben werden. Bei den eher brav und naiv wirkenden und doch Richtung Popmusik schielenden elektronischen Instrumentals „Silur“, „Karbon“ und „Perm“ fällt es mir aber recht schwer, sich die Bezüge zu den turbulenten Abläufen der Erdgeschichte vorzustellen.

Wer die etwas schlicht wirkende Ausstrahlung der Musik von Tyndall selbst dann schätzt, wenn die Inspirationen Erdgeschichte und Klassik heißen, der kann mit der Anschaffung von „Durch die Zeiten“ nicht viel falsch machen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.5.2018
Letzte Änderung: 13.5.2018
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Das letzte Album des Duos aus Jürgen Krehan und Rudolf Langer war eigentlich gar kein gemeinsames mehr. Faktisch könnte man von einem Split-Album zweier Solokünstler sprechen, hat doch jeder der beiden eine LP-Seite komponiert und eingespielt. Immerhin das Konzept war noch ein gemeinsames, beide widmen sich zeitlichen Epochen - einmal der Kulturgeschichte, einmal der Erdgeschichte. Jürgen Krehan hat seines allerdings nicht ganz konsequent umgesetzt, findet sich doch neben Antike, Barock, Romantik und Klassik auch das Jura, das thematisch eher auf die zweite LP-Seite gepasst hätte.

Wie dem auch sei, musikalisch bieten die beiden Solisten auch auf Durch die Zeiten verspielte Elektronik mit leichtem Anflug von Synthie-Pop. Anders als auf dem Vorgänger Reflexionen hat man auf Gesang verzichtet, das Album ist - wie schon die beiden ersten Tyndall-Alben - komplett instrumental. Bei Jürgen Krehans Stücken lässt sich ein deutlicher Einfluss klassischer Musik feststellen. Barock und Klassik klingt durchaus nach der jeweiligen Epoche; dabei hat die Musik den typisch verspielten, vielleicht etwas naiven Charme, der die Werke des Duos auch sonst prägt und gerade diese beiden Stücke etwas nach frühesten Elektronik-Bearbeitungen klassischer Musik eines Walter Carlos klingen lässt.

Bei den erdgeschichtlich betitelten Stücken fällt es mir dagegen schwer, musikalische Bezüge zur jeweiligen Epoche zu erkennen. Beim erhaben-bedächtigen Kambrium kommt mir nicht unbedingt die kambrische Explosion der Arten in den Sinn, und ob es in Silur, Karbon und Perm so fröhlich und verspielt zuging wie in den danach benannten Kompositionen, möchte ich doch eher bezweifeln. Gerade Perm ist mir dabei generell ein wenig zu luftig-leicht geraten. Davon abgesehen ist Durch die Zeiten ein nettes Album mit verspielter Elektronik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2018
Letzte Änderung: 20.5.2018
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tyndall

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Sonnenlicht 10.00 2
1981 Traumland 10.50 2
1982 Reflexionen 9.00 2

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