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Datashock

Kräuter der Provinz

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Ambient; Krautrock; Spacerock; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Bureau B
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ulf Schütte
Christian Berghoff
Pascal Hector
Jan Werner
Sebastian Haas
Jan Stütz
Ruth-Maria Adam
Ronnie Oliveras

Tracklist

Disc 1
1. Hullu Gullu, wir liefern Shizz. 6.11
2. Wenn alle wollen, will uch auch! 11.05
3. Im Zuchtstall der Existenzhengste 16.12
4. Langusten Clown (am Atlantik)   (LP only) 3.58
5. Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren 12.43
6. Schönster Gurkenschwan 11.45
7. Marodierende Sachbearbeiter aus Teilzeit 7.50
8. Halb-Halb, wie ein guter Kloß 12.57
9. Eine Brise Exotik   (LP only) 4.29
Gesamtlaufzeit87:10


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Datashock nennt sich ein 2003 in Saarlouis gegründetes Musikerkollektiv mit ständig wechselnden Mitgliedern und inzwischen über 30 veröffentlichten Tonträgern, die wohl alle verfügbaren Medien verwenden. Es gibt also Datashock-Musik auf CD-R, Cassette und LP.

Im Dezember 2014 trafen sich acht Musiker in der Oetinger Villa in Darmstadt, aus fast allen Himmelsrichtungen kommend. Einer von der Küste, einer aus Berlin, zwei aus Köln und zwei aus Saarbrücken. Falls da jemand in der Aufzählung fehlen sollte, man soll es nicht so genau nehmen. Schließlich wollen da nur ca. acht musizierende Freunde dem „Super-Spätkapitalismus“ entfliehen, wie es der Verfasser des Infozettels, der sich Salvador am Ei nennt, schön formulierte.

Glücklicherweise für die Musikfreunde wurde bei dem Treffen in Dezember 2014 nicht nur getratscht, Pizza gegessen und Bier getrunken. Nein, es wurde auch Musik gemacht, und zwar in Gestalt der gemeinschaftlichen Improvisationen, die von einigen Außenstehenden als psychedelischer Krautrock bezeichnet werden. Das Kollektiv selber versteht seine Klänge eher als „Neo-Hippie-Spook-Folk“.

Unter den klangvollen Titeln wie „Hullu Gullu, wir liefern Shizz“, „Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren“ oder „Marodierende Sachbearbeiter aus Teilzeit“ werden dann auch wie versprochen Improvisationen geboten, die auf mich eher gehaltvoll, als beliebig dahinplätschernd wirken.

Wer was spielt, ist weder offiziell angegeben, noch mir bekannt. Allzu wichtig ist es wahrscheinlich auch nicht. Eindeutig in der Besetzung erkennbar sind Schlagzeug, Perkussion, Bass, Gitarren, elektronische Effekte, ein schwer definierbares Blasinstrument (Klarinette?) und Geige. Außerdem ist etwas wahrnehmbar, was sich wie die diversen Geräusche erzeugenden Gegenstände anhört.

„Hullu Gullu, wir liefern Shizz“ vermittelt hypnotisch-spacerockige Ansätze zu treibenden Rhythmen. In „Wenn alle wollen, will uch auch!“ wirkt wie eine weltmusikalisch orientierte Improvisation mit einer ausgeprägten afrikanischen Schlagseite. „Im Zuchtstall der Existenzhengste“ bietet im ersten Teil immer intensiver werdende Ambient-artige Schleifen mit Sitarklängen und gelegentlichen Klarinettensolos. Dieses Klangbild dient anschließend als Ausgangspunkt für eine ethnisch-schamanische Session. Das aus repetitiven Mustern und elektronischen Klang-Collagen bestehende "Langusten Clown (am Atlantik)" gehört für mich als erstklassiges Beispiel für Krautrock-Elektronik zu den besten Stücken des Albums.

„Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren“, „Halb-Halb, wie ein guter Kloß“ und „Schönster Gurkenschwan“ haben überwiegend die verträumte Ambient-Ausstrahlung von kosmisch-minimalistischen, mitunter auch ethnisch eingefärbten Krautrock-Aufnahmen. Wobei sich der Gurkenschwan gegen Einde in eine Richtung entwickelt, die ich als apokalyptisch-industrial einstufen möchte. „Marodierende Sachbearbeiter aus Teilzeit“ marodieren erfreulicherweise auch auf eine ziemlich kreative Weise, und zwar als würden sie selbstvergessen einen kosmisch-elektronischen Trip eingehüllt in geheimnisvolle Rauchschwaden absolvieren. Das abschließende "Eine Brise Exotik" setzt sich vor allem aus netten Verabschiedungen und Danksagungen an die Hörer der Platte zusammen. Die Danksagungen werden in ungefähr 20 Sprachen von elektronisch generierten Stimmen ausgesprochen. Eine witzige Idee zum Abschluss, die es leider nur auf einer LP zu hören gibt.

Auf der Doppel-LP-Ausgabe von „Kräuter in der Provinz“ befinden sich nämlich zwei zusätzliche Tracks, die man auf der CD nicht bekommt.

Gut gemacht, liebes Kräuter-Kollektiv! Und dennoch, für „Neo-Hippie-Spook-Folk“ (Selbstbezeichnung) ist doch ziemlich viel elektronisch Angehauchtes und Ambient-artiges mit dabei, wogegen auch nichts einzuwenden ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2018
Letzte Änderung: 25.5.2018
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 2)


Im Jahr 2003 wurde Datashoc gegründet. Dies ist eine Ansammlung von Musikern, die im Fluss ist, wie der häufige Wechsel der beteiligten Personen aufzeigt. Die Musiker treffen sich und musizieren zusammen, so entstehen Improvisationen, die sich häufig im Bereich des Ambient bewegen, fast keine Melodien aufweisen und jede Menge Atmosphäre transportieren. Und genauso klingt auch das im Dezember des Jahres 2014 aufgenommene Album „Kräuter der Provinz“, welches dieses Jahr im Mai auf dem Plattenlabel Bureau B veröffentlicht wurde. Ich beziehe mich hier auf die CD-Ausgabe des Albums. Die beiden von Siggy erwähnten und auf der LP zusätzlich enthaltenen Titel kenne ich nicht.

Irgendwo zwischen Psychedelic und Ambient angesiedelt, betiteln die Musiker ihre Improvisationen selbst mit „Neo-Hippie-Spook-Folk“. Das klingt ganz nett und interessant, die Worte einzeln betrachtet höre ich jedoch nicht alle auf „Kräuter der Provinz“ – einzig etwas „spooky“ klingt es schon ab und an auf dem Album, und zwar immer dann, wenn es sehr sphärisch wird. Oftmals entsteht allerdings auch durch die Mischung diverser Komponenten etwas ganz Neues. Doch auch dieser Ansatz will sich mir leider auf „Kräuter der Provinz“ nicht erschließen. Hinter den wahrlich witzigen Lied-Titeln verstecken sich mal rhythmischere, mal sphärischere Nummern, die neben der Atmosphäre leider manchmal auch deutlich zu viel dieser Sphäre transportieren und dann Gefahr laufen in ein wenig Langeweile abzudriften.

Trotzdem schmecken die „Kräuter der Provinz“ an mancher Stelle auch würzig und gehaltvoll. Am überzeugendsten für mich im „Zuchtstall der Existenzhengste“. Hypnotisierende Redundanzen treffen auf indische Klänge und beim Hören scheint das eigene Karma zu leuchten, wenn man die Musik nur tief genug eindringen lässt. Auch „Hullu Gullu, wir liefern Shizz“ kann da überzeugen. Deutlich rhythmischer geartet als die meisten anderen Titel des Albums, kommt diese Nummer dem Genre „Krautrock“, wie man es von langen Instrumentalpassagen bei Grobschnitt oder Jane kennt, am nächsten. Ab dem Titel „Spirituelle Enthaltsamkeit im Sandwichverfahren“ steht dann doch eher das Genre Ambient im Zentrum der Musik. Es „tut sich nicht mehr viel“, dafür klingt es umso atmosphärischer.

Fazit: „Kräuter der Provinz“ klingt zweigeteilt. Die ersten drei Titel sind rhythmischer geraten, auch ein wenig abwechslungsreicher. Ab der vierten Nummer dominiert die stimmungsvolle Sphäre. Wahrlich nicht schlecht gemacht, da bin ich ganz bei Siggy. Interessant klingt das tatsächlich, jedoch leider nicht durchgängig, sodass bei mir die Bewertung etwas zurückhaltender ausfällt.

Anspieltipp(s): Im Zuchtstall der Existenzhengste, Hullu Gullu wir liefern Shizz
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.10.2018
Letzte Änderung: 12.10.2018
Wertung: 8/15

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