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Orchestra of the Upper Atmosphere

Θ4

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Elektronische Musik; Jazzrock / Fusion; RetroProg; RIO / Avant; sonstiges
Label: Discus Music
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Martin Archer Keyboards, Electronics, Sax, Clarinets, Flutes, Recorders, Melodica, Voice
Steve Dinsdale Drums, Synthesizer
frostlake Vocals, Electronics, Celtic Harp, Lute Harp, Wave Drum, Keyboards, Bass, Idiopan
Yvonna Magda Violin, Electronics
Walt Shaw Percussion, Electronics, Voice
Terry Todd Bass

Gastmusiker

Juxtavoices Choir
Natalie Purton Violin
Sam Parker Violin, Viola
Beth Fuller-Teed Violin, Viola
Liz Hanks Cello

Tracklist

Disc 1
1. Star gathering 13:43
2. The surface below 5:59
3. Essential light 6:51
4. Displacement 3:49
5. The unquiet playground 6:18
6. The life and death of a sewing machine 4:41
7. Time-Lapsed 6:56
8. A widening road 9:54
9. Nanobutterfly 9:12
10. Edge of the world 11:16
Gesamtlaufzeit78:39


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Und da ist auch schon Teil vier. Ein gutes Jahr nach dem Erscheinen von "Θ3" legt das Orchestra oft the Upper Atmosphere "Θ4" (Theta Four) vor. Erstmals in der Bandgeschichte handelt es sich "nur" um eine, wenn auch gut gefüllte Einzel-CD. Aber, offenbar war man im Hause Discus so begeistert von den vorhandenen Aufnahmen, dass man nicht warten wollte, bis das Material für eine zweite CD zusammen war. Aber, so kündigt man von Labelseite an, "Θ5" ist schon in Arbeit.

Im Vergleich zum Vorgängeralbum haben sich besetzungstechnisch ein paar Dinge verändert. Chris Bywater, langjähriger Wegbegleiter Martin Archers und einer der Mitbegründer des Projekts, hat die Formation nach den Aufnahmen zu "Θ3" verlassen. Damit wurde die elektronische Komponente in der Musik des Orchestra etwas reduziert, wurde doch kein Ersatz engagiert, und ist Steve Dinsdale (von radio massacre international) zudem vorwiegend am Trommeln. Dafür hat Jan Todd (alias frostlake) ihr eingesetztes elektronisches Instrumentarium etwas vergrößert. Trotzdem klingt "Θ4" etwas geradliniger, direkter und weniger sphärisch-ausladend als die Vorgänger.

Andererseits ist der Chor Juxtavoices wieder mit dabei (oder eine verkleinerte Abordnung desselben), und auch die Zahl der ein Streichinstrument bedienenden Gäste hat sich im Vergleich zum direkten Vorgänger erhöht (ein veritables Streichquartett ist zu hören). Eventuell fehlendes Elektronikwabern und -schweben wird daher durch allerlei Stimmeinlagen und symphonisch-klangvolle Einwürfe ausgeglichen. Auch Bass und Schlagzeug stehen nun prägender im Mix, so dass "Θ4" wohl das bisher rock-lastigste Werk der Formation ist.

Einen recht eigenen Stil pflegt das Orchestra aber weiterhin. Irgendwo im Grenzgebiet von Jazzrock, Retroprog, Avantprog, freierem Klangbasteln und moderner Ensemblemusik bewegt man sich, wobei Gesang, Saxtröten und die eine oder andere perlend-wogende Einlage an E-Orgel und Piano oft an Canterbury-Verwandtes denken lässt, bisweilen auch an Terry-Riley-artige Minimalmusic-Exkurse (vor allem im abschließenden "Edge of the world"). Eine Nummer wie "Essential Light" klingt z.B. ziemlich nach Retro-Canterbury, verbreitet eine sehr authentische, 70er-Jahre-lastige Brit-Jazzrock-Atmosphäre. Gleich anschließend, im kurzen "Displacement", werden dagegen ziemlich frei und schräg Töne vermengt. Zwischen diesen beiden Extremen wandert die Musik auf "Θ4" meist hin und her.

Von den vier (bisher erschienenen) Alben des Orchestra oft he Upper Atmosphere ist "Θ4" sicher das am akustischsten klingende (aus den oben erwähnten Gründen). Zudem kommt die Musik etwas erdiger und jazz-lastiger daher. Auch wenn freiformatig-schwebende Momente immer noch reichlich vorhanden sind (man höre z.B. "A widening road"), hat sich doch der Jazz-, Rock- und Prog-Anteil erhöht. Krautiges oder Postrockartiges ist dagegen kaum noch zu vernehmen. In diesem neu gesteckten klanglichen Rahmen ist die Musik von Martin Archer und Kollegen aber immer noch sehr farbig, ausgesprochen komplex verwoben, vielschichtig und abwechslungsreich ausgefallen, ähnelt hier doch kein Stück dem anderen, und sind die Musiker weiterhin sehr virtuos am musizieren. Kurzum: Eine weitere ziemlich einzigartige Sammlung von einer der interessantesten derzeit tätigen Formationen die wirklich progressive Rockmusik machen.

Wer die Musik des Orchestra of the Upper Atmosphere noch nicht kennt, der sollte spätestens jetzt etwas daran ändern und mit diesem Album in die Klangwelt des Projekts einsteigen. Bei Gefallen kann man sich dann nach hinten durcharbeiten. Ich freue mich dagegen schon auf "Θ5".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2018
Letzte Änderung: 5.8.2018
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Erstmals hat das Atmosphärenorchester in meinem CD-Spieler Einzug gehalten. Bei den vorangegangenen Alben war ich noch etwas vorsichtig - nicht etwa, weil ich Zweifel an der musikalischen Qualität gehegt hätte, aber vor Doppel-CDs mit jeweils fast 80 Minuten Spielzeit schrecke ich doch etwas zurück. Ich will mir ja nicht extra Urlaub fürs Anhören nehmen müssen, und bis zur Rente dauert es dann doch noch ein paar Jahre.

Nun ist Album Nr. 4, wieder mit dem gewohnten griechischen Buchstaben plus laufender Nummer betitelt, lediglich eine Einzel-CD geworden, natürlich trotzdem mit fast 80 Minuten Spielzeit. Dennoch ist hier keine Minute zu viel, die Band - oder sollte man hier eher schon von einem Ensemble sprechen - versteht es, die Aufmerksamkeit von Anfang bis Ende zu fesseln. Eine erstaunliche Vielfalt von Stilen wird auf Θ4, neben viel freiem Klangwabern (nicht unbedingt elektronischer Art, eher so als Collage aus verschiedenen, überwiegend akustischen Instrumenten) finden sich vor allem von Holzgebläse getragene jazzige Exkurse, oft mit leichten Canterbury-Einschlag, und Ausflüge in Gefilde zeitgenössischer Kammermusik; letzteres etwa gleich im einleitenden Star Gathering, in dem der Chor Juxtavoices ein paar schöne textlose Einlagen gibt. Bisweilen gibt es gar dezente Retroprog-Anklänge (in Nanobutterfly etwa), freilich ohne in ausgelutschte Konventionen dieses Genres abzudriften; die wilde Streichereinlage setzt den wohligen Mellotronklängen dieses Stücks ein deutlich avantgardistisches Element dagegen.

Kurzum, Θ4 ist ein spannendes und trotz langer Spielzeit kurzweiliges Album, das wenig mit gängigen Prog-Klischees, aber viel mit Abenteuerlust und Experimentierfreude zu tun hat. Und darum sollte es im Prog ja eigentlich gehen. Großartig!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.9.2018
Letzte Änderung: 24.9.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Orchestra of the Upper Atmosphere

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 Θ1 14.00 2
2014 Θ2 13.00 1
2017 Θ3 13.00 1

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