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24974 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
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Jean Michel Jarre

Planet Jarre

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: SONY MUSIC
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jean Michel Jarre all instruments

Tracklist

Disc 1
1. Oxygene 1   (Soundscapes) 7:39
2. Oxygene 19 5:01
3. Rendez-Vous 1 2:55
4. Millions Of Stars 5:39
5. Chronology 1 3:23
6. Oxygene 20 5:30
7. Equinoxe 2 5:01
8. Waiting For Cousteau 3:00
9. The Heart Of Noise (Origin) 2:36
10. Industrial Revolution (part 2)   (Themes) 2:22
11. Oxygene 4 3:46
12. Equinoxe 5 3:45
13. Oxygene 2 5:25
14. Zoolookologie 3:44
15. Bells 2:09
16. Equinoxe 4 5:32
17. Magnetic Fields 2 3:58
18. Rendez-Vous 2 (Laser Harp) 4:09
19. Rendez-Vous 4 4:09
20. Chronology 4 4:08
Gesamtlaufzeit83:51
Disc 2
1. Coachella Opening   (Sequences) 3:58
2. Arpeggiator 6:15
3. Automatic Part 1 2:58
4. Exit 5:45
5. Equinoxe 7 3:35
6. Oxygene 8 5:24
7. Stardust 4:37
8. Herbalizer 3:26
9. Revolutions 3:23
10. Ethnicolor   (Explorations & Early Works) 3:30
11. Souvenir Of China 4:00
12. Blah Blah Cafe 3:22
13. Music For Supermarkets (Demo Excerpt) 2:04
14. Roseland/Le Pays De Rose 2:21
15. La Cage 3:09
16. Erosmachine 2:59
17. Hypnose 3:27
18. The Song Of The Burnt Barns/La Chanson Des Granges Brulées 3:00
19. Happiness Is A Sad Song 5:51
20. Aor Bleu 3:09
21. Last Rendez-Vous 4:08
Gesamtlaufzeit80:21


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @


Planeten werden normalerweise nur nach Göttinnen oder Göttern benannt. Zumindest diejenigen unseres Sonnensystems. Diese Ehre wird Jean Michel Jarre nicht mehr zuteil werden, als (ein) Gott der elektronischen Musik darf er sich aber dennoch bezeichnen. Und vielleicht wird eines Tages ja ein Exoplanet nach ihm benannt, wenn deren Entdeckung weiterhin so rasant fortschreitet, wie sie es momentan tut.

50 Years of Music. So lautet der Untertitel des neuen Albums des französischen Elektronik-Pioniers, welches mir als Doppel-CD-Digipack vorliegt. Erhältlich ist das Album auch als vierfaches Vinyl-Gatefold-Buch inkl. 5.1 Download sowie als exklusives Boxset mit Digipack, 2 Musikkassetten und 5.1 Download.

50 Jahre? Irgendwie hatte ich mit Jarres musikalischem Erscheinen immer das Jahr 1972 verdrahtet. Tatsachlich aber hat er bereits anno 1968 das Stück Happiness is a sad song geschrieben. Von daher passt das schon mit den 50 Jahren. Ein halbes Jahrhundert. Das verdient Respekt.

Als JMJ bei der Planung dieses Projektes durch seinen musikalischen Back-Katalog blätterte, fiel ihm auf, dass die Kompositionen vier unterschiedlichen Stilen zugeordnet werden können. Da waren einmal lange atmosphärische ambient-Stücke, oft ohne oder nur mit wenig beats, die durch seinen klassischen Background und seine Faszination für Filmmusik beeinflusst waren. Diese nannte er Soundscapes. Dann Stücke, die um eine, oft simple, Melodie, für JMJ das wichtigste Element jeglicher Musik, herum aufgebaut waren. Er nannte diese Themes. Die dritte Gruppe bestand aus Stücken, die auf einem repetitiven Loop des Sequencers oder des Drumcomputers basierten, die JMJ anfangs von Hand spielte. Diese heissen hier Sequences. Die vierte Gruppe schliesslich basiert auf dem Herumexperimentieren mit unfertigen, rohen Klängen und Sounds verschiedener Sampler, Synthesizer und sonstiger elektronischer Tonerzeuger. In dieser Gruppe finden sich vor allem Stücke aus der Frühphase seines Schaffens. Sie sind zusammengefasst unter dem Titel Explorations & Early Works.

Dem Zeitgeist entsprechend hat JMJ auf Planet Jarre gewissermassen vier verschiedene Playlists zusammengestellt. Diese Herangehensweise ist generell gelungen. Es entsteht gewissermassen ein Best-Of eines Stils in Albumlänge, wodurch Stücke sämtlicher Schaffensphasen des Künstlers Berücksichtigung finden. Beinahe jedes Album des Franzosen ist mit einem Titel vertreten, das Schwergewicht liegt aber doch auf Oxygene (respektive der Oxygene-Trilogie) und etwas weniger auf Equinoxe. So passen sich auch Stücke wie Oxygene 19/20, die ich in ihrem Album nicht speziell wahrgenommen habe, gut in den Gesamtkontext ein und stellen eine Facette des Gesamtwerkes dar. Ich bin zwar immer wieder kurz irritiert, wenn es nach Oxygene 1 nicht mit Oxygene 2, nach Equinoxe 2 nicht mit Equinoxe 3 weitergeht, aber man gewöhnt sich daran.

Die erste CD hört sich sehr gut. Es besteht ein hoher Wiedererkennungswert, die Melodien und Harmonien fliessen in den Hörraum, Stücke wie Oxygene 4 oder Equinoxe 4 sind Signature-Sounds der 70er-Jahre sowie der elektronischen Musik wie nur noch wenige andere (vielleicht noch Lucifer oder Chariots of fire).

Im Teil Sequences finden sich mit Coachella Opening und Herbalizer zwei neue Kompositionen. Erstes legt fanfarige Keyboardsounds über pumpend-blubbernde Beats, das zweite läuft vermutlich in Partykellern und Discotheken diesen Herbst rauf und runter. Sehr modern, gut gemacht, aber irgendwie nicht mein Jarre.

Was mich allerdings diesesmal ziemlich geflasht hat, ist Exit. Da geht richtig die Post ab. Zuerst Tempobeats und Sounds wie aus alten C64-Games, ein cooler "drop" (das ist gemäss meinem Jüngsten gerade "in" und megacool), dann wird das Ganze verlangsamt bis zum Stillstand, Watte über die Sounds gelegt und nach einem Monolog von Snowden die Maschine wieder hochgefahren. Ist zwar auch nicht mein Jarre, aber geil ist es dennoch.

Interessant, weil anders, aber auch anstrengender, weil sperrig, ist Teil vier der Sammlung. Da ist zum Beispiel ein excerpt von Music for Supermarkets, von welchem anno 1983 nur eine einzige LP-Kopie hergestellt wurde. Jarre war für eine Kunstausstellung zum Thema "Gegenstände im Supermarkt" gebeten worden, passende Hintergrundmusik zu komponieren. Als am Ende alle Kunstgegenstände versteigert wurden, entschloss sie JMJ, von seiner Musik ebenfalls nur ein einzelnes Exemplar herzustellen und ebenfalls zu versteigern. Sämtliche Masterbänder wurden anschliessend vernichtet.

Die nächsten Stücke sind kantig, experimentell, es fiepst und wabert, erinnert an die ersten Kraftwerkalben und auch an Keith Emersons Filmsoundtracks.

Happiness is a sad song ist ein strukturloses Experiment, in welchem JMJ mit verschiedenen Sounds herumspielt, unverständliche Sprachfetzen und Klagechor darüberlegt (2001 lässt grüssen) und am Ende atmosphärisches Knacksen mit Windgeräuschen vermischt. Ist nicht als JMJ zu erkennen, wenn man es nicht weiss. Dennoch ist spannend zu sehen, wo dieser Künstler einmal begonnen hat und wo er heute gelandet ist.

Planet Jarre ist ein kurzweiliges Album, welches einen guten Überblick über das Schaffen des Künstlers gibt und dem es durch seine Struktur mit verschiedenen "Stil-Blöcken" gelingt, Altes und Neues flüssig und schlüssig nebeneinander zu stellen.

Anspieltipp(s): Oxygene 4, Equinoxe 4, Exit
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.9.2018
Letzte Änderung: 21.9.2018
Wertung: 11/15
zum Kennenlernen - danach Oxygene und Equinoxe kaufen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jean Michel Jarre

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Deserted Palace 7.00 1
1973 Les Granges Bruleés 9.00 2
1976 Oxygene 10.33 3
1978 Equinoxe 12.00 2
1981 Magnetic Fields 10.50 2
1982 The concerts in China 8.50 2
1984 Zoolook 7.67 3
1986 Rendez-Vous 8.00 2
1987 In Concert Houston-Lyon 7.00 2
1988 Revolutions 7.50 2
1989 live 7.00 2
1990 Waiting for Cousteau 7.00 2
1991 Images - The Best of Jean Michel Jarre - 2
1993 Chronologie 3.00 2
1994 Hong Kong 7.00 1
1997 Oxygene 7-13 3.00 1
1998 Paris Live "Electronic Night" - 1
2000 Metamorphoses 7.50 2
2002 Sessions 2000 4.00 2
2003 Geometry of Love 6.50 2
2004 Aero 8.50 2
2007 Téo & Téa - 1
2015 Electronica 1 - The Time Machine - 1
2016 Electronica 2 - The Heart Of Noise - 1
2016 Oxygene Trilogy - 1

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