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Pink Floyd

A Momentary Lapse of Reason

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1987
Besonderheiten/Stil:
Label: EMI
Durchschnittswertung: 6.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

David Gilmour Gesang, Gitarre, Keyboards, Sequenzer
Nick Mason Schlagzeug

Gastmusiker

Rick Wright Klavier, Orgel
Bob Ezrin Keyboards
Tony Levin Bass, Stick
Jim Keltner Schlagzeug
Steve Forman Percussion
Jon Carin Keyboards
Tom Scott Alt- und Sopransaxofon
Scott Page Tenorsaxofon
Carmine Appice Schlagzeug
Pat Leonard Synthesizer
Bill Payne Orgel
Michael Landau Gitarre
John Halliwell Saxofon
Darlene Koldenhaven Gesang
Carmen Twillie Gesang
Phyllis St. James Gesang
Donnie Gerrard Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Signs of life 4:23
2. Learning to fly 4:51
3. The dogs of war 6:03
4. One ship 5:06
5. On the turning away 5:41
6. Yet another movie 6:12
7. Round and around 1:13
8. A new machine part 1 1:45
9. Terminal frost 6:15
10. A new machine part 2 0:38
11. Sorrow 8:48
Gesamtlaufzeit50:55


Rezensionen


Von: Piotre Walter @ (Rezension 1 von 4)


Während "The Final Cut" eher ein Waters-Solo-Album ist, handelt es sich nun nach dem Weggang von Waters bei "Momentary Lapse of Reason"um eine Art Gilmour-Solo-Album. Dominant ist vor allem Gilmours Gesang (der zwar nicht herausragend aber angenehmer als der von Waters ist) und Gitarrenspiel, das einfach klangtechnisch satt, melodiös und einzigartig ist. Musikalisch gibts nix neues, man orientiert sich an den Erfolgsalben: "Wish you were" und "Animals". Soundmäßig (wie immer vom Feinsten) beginnt das Album mit düster-mystischen Keyboards in die glasklar Gilmours Gitarre hereinbricht, (Signs of Life) ein starker Opener welcher nahtlos in die Hitsingle "Learning to fly" einen satten, Blues-Rocksong übergeht. "Dogs of War" erinnert an die positiven Seiten von "The Wall". Der Gesang erinnert hier fast an Waters. "On the Turning away" ein romantischer ordentlicher Popsong. "A new Machine" liebäugelt mit wieder mit dem "Wish you were-here-Album" ebonso wie "Terminal Frost" ein schönes ruhiges Instrumental mit wundervollem Saxophon. "Sorrow" ein feiner Abschluß in dem Gilmour wieder auf der Klampfe besticht.

Fazit: Innovativ ist das Album sicher nicht, aber mal ehrlich hatte das jemand erwartet? Der Rest der Truppe orientiert sich an den Erfolgsalben der späten Floyd. Eine angenehme, klangtechnisch hervorragende Pop-Rock-Bombast-Scheibe, die man sich am Feierabend schon mal schön laut antun kann. Nur was für Fans der späten Floyd-Phase. Psychedelisch ist hier eigentlich nix mehr...

Anspieltipp(s): Signs of Life, Learning to fly, Terminal Frost, Sorrow
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2003
Letzte Änderung: 6.11.2013
Wertung: 7/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Da ich neulich ein paar Worte über mein PF-Lieblingsalbum verlor, hier nun einige Anmerkungen über das andere Ende der Skala.

Man orientiert sich an Wish You Were Here und Animals, heißt es in der vorangehenden Rezension. Da kann ich aber nicht viel von hören. Statt dessen: hohler Bombast, einfallsloses Schlagzeug, nerviges Background-Gekreische an allen Ecken und Enden. Uninspiriert und steril klingt das alles, irgendwie typisch 80er halt. Da gefällt mir sogar Division Bell fast noch besser, obwohl die ja auch keine Sternstunde Floydscher Musik ist.

Einzig Gilmours Gitarre klingt wie immer gut, etwas rockiger als man es von der Band im allgemeinen gewohnt ist (also doch eine Parallele zu Animals, aber wirklich die einzige).

Fazit: verzichtbar.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.11.2006
Letzte Änderung: 22.11.2006
Wertung: 4/15
weil es noch schlimmeres in den 80ern gab

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 4)


“A Momentary Lapse of Reason” ist das dreizehnte und vorletzte Album von Pink Floyd. Es läutet die von David Gilmour dominierte vorletzte Phase der Bandgeschichte ein, die schließlich von der vermutlich noch lange andauernden Phase der Nachlassverwaltung abgelöst werden sollte.

“A Momentary Lapse of Reason” ist kein Konzeptalbum, das mag man bedauern, aber es wird auf ihm auch nicht gefrühstückt. Stattdessen wenden sich Pink Floyd mit diesem Album jenem postlibidinösen Hochglanzrock zu, der sich schon in Teilen auf „Dark Side of the Moon“ und „Wish you were here“ abgezeichnet hatte und dem sie bis zum Ende treu bleiben sollten. Haben Sie noch Sex oder hören Sie schon Pink Floyd – das hat was unheimlich ehrliches.

Tatsächlich entfernt die Band nun vollständig jeglichen Roll aus ihrem Rock und bietet Edelrock für die Wachsjackenliga. Und die Perfektion, mit der dies geschieht, ist ganz erstaunlich. Dabei verleugnen Pink Floyd ihre Vergangenheit nicht, wie das Waters-Fußvolk das immer wieder behauptet, sondern lassen ganz im Gegenteil die alten Tugenden wieder aufleben, nicht ohne die alten Laster dafür zu opfern: Es gibt keine doofen Schrammelsongs mit Hundegebell, es gibt keine endnaiven Sasasa-Chöre und es brät uns auch niemand ein Spiegelei. Derlei nachzutrauern wäre Heuchelei. Stattdessen zeigen Songs wie „Dogs of War“ die Band so, wie sie immer schon war: als aufgeblasene Bluesband. Allerdings zum Glück mal nicht so monströs-anabol, wie etwa auf dem Album mit der Kuh, mit seinen auf 20 Minuten ausgedünnten Montagen von Twelve-Bar-Klischees, sondern mit einem konzisen Song im Weltraumgewand, komplett mit dem bei Pink Floyd obligatorischen Wechsel in den 4/4-Takt, wenn das Saxophonsolo ein bissl mehr Drive verlangt. Weitere Tugenden: Storm Thorgerson durfte wieder, und "Signs of Life" ist mal wieder ein schönes Instrumental. Das letzte davor hieß "Any Colour You Like".

Tatsächlich balanciert Gilmour endlich wieder das Verhältnis von Text und Musik aus. Vergaß die Band zuvor allzu häufig die Qualität der Musik über der der Texte, am erschreckendsten bei dem mönströs redseligen "Wall"-Album, ist das Verhältnis auf "A Momentary Lapse of Reason" nun wieder ausgeglichen. Zum Beispiel auf "One Slip", Edelrock ohne Reue, die Qualität von Text und Musik im Gleichgewicht. Mit "A New Machine (Part 1)"/"Terminal Frost"/"A New Machine (Part 2)" gibt es sogar eine kleine Suite, ein Triptychon über den Tod, drunter machen sie’s ja nicht. Sehr intellektuell. Natürlich ist das irgendwie pseudo, aber bei dieser Band musste man die Authentizität doch schon nach den ganz frühen Jahren mit der Lupe suchen. Wie dem auch sei - auch dieser Song profitiert davon, dass er mal nicht so anabol ist, wie der ganze Kram aus den 70ern. So soll’s doch sein.

Die Singles "Learning to Fly", "On the Turning Away" und “Sorrow” sind gleichzeitig auch die stärksten Songs des Albums, wobei die wunderschöne Country-Ballade "On the Turning Away" als mit Abstand bester Song heraussticht: Es ist neben "Have a Cigar" (zu deutsch: "Wissu ne Ziggi?") und "Two Suns in the Sunset" ("'n Amd, Luke") der rhythmisch komplexeste Song Pink Floyds, indem es 2/4-, 4/4- und 6/4-Takte (die man nicht einmal als solche hören muss) andauernd in- und umeinander verschiebt, dass einem ganz schwindlig wird. Das Schlagzeug (wohl eher Carmine Appice oder Jim Keltner als Nick Mason?) spielt stur 4/4-Takte dagegen, was einen vollends durcheinanderbringt. Groß!

“A Momentary Lapse of Reason” ist Hochglanzrock für Besserverdienende vom allerfeinsten. Foie gras in Rock. Edel. Fast möchte man auf das "A" im Titel einen Accent placieren. Gilmour reduziert die musikalischen Strukturen auf den Rest von Authentizität, der der zur größten Band aller Zeiten hochbeworbenen Band zu diesem Zeitpunkt noch verblieben war, und produziert jene einfach gestrickte Musik, die sie eigentlich schon immer gemacht haben, mit dem größtmöglichen Aufwand zu einem Technicolor-Klangerlebnis, das seinesgleichen sucht – und bei "Sorrow" sogar einen Soundeffekt aus den späteren Star-Wars-Prequels vorwegnimmt. Und das Ganze, ohne die Schlichtheit der Musik hinter Arrangement-Sophistereien oder sich als Musique concrète ausgebenden albernen Klangexperimenten zu verstecken. Das hat was – und mehr verdient, als die paar Pünktlein, die meine Vorredner dem Album gönnerhaft hinterherwerfen. Cowboys! Wo genau ist „Atom Heart Mother“ so viel besser?

Die Hochglanzrock-Phase, ihre beste, sollten Pink Floyd schließlich mit „The Division Bell“ abschließen, das im Grunde noch mal dasselbe Album ist, dann allerdings mit Konzept. Das ist dann aber endlich mal erträglich, weil es einem ausnahmsweise mal nicht rücksichtslos in der eigenen Psyche herumhackfleischt. Zufällig mag ich nette Männer. Der freundliche Herr Gilmour ist der bessere Waters.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.10.2012
Letzte Änderung: 27.11.2012
Wertung: 8/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 4 von 4)


Im Januar 2017 wurden „The Final Cut“ und „A Momentary Lapse of Reason“ als letzte Pink Floyd-Alben von Pink Floyd Records auf Vinyl neu aufgelegt.

Mit dem für viele enttäuschenden „The Final Cut“ ist praktisch ein Roger Waters-Soloalbum unter dem Namen Pink Floyd erschienen. Daraufhin könnte Gilmour möglicherweise den Ehrgeiz entwickelt haben, ein David Gilmour-Soloalbum unter dem Namen Pink Floyd zu veröffentlichen. Aber das ist natürlich nur eine böse Unterstellung. Zum Vergleich braucht man sich nur die echten Soloalben von Gilmour anzuhören. In Wahrheit war Gilmour aus mir unbekannten Gründen fest entschlossen, ein neues Pink Floyd-Album aufzunehmen. Wenn es sein muss auch ohne Waters, ohne dessen kreative Rolle die Floyd-Alben seit 1973 undenkbar erscheinen. Am Ende hat sich Gilmour bekanntlich auch gegen die gerichtlichen Versuche von Waters durchgesetzt, der die Verwendung des Namens Pink Floyd unbedingt unterbinden wollte.

“Der momentane Verlust des Verstandes“ sei auch ein passender Titel für ein angebliches Pink Floyd-Album, lästerte Waters damals in einem Interview. Vielleicht war es Gilmours ganz eigener Sinn für Humor, das Album „A Momentary Lapse of Reason“ zu nennen. Aber nicht doch, die Formulierung stammt aus dem Song „One Slip“, in dem zwei einsame Seelen ihrem brennenden Verlangen nach einer heißen Affäre nachgeben.

An den Songtexten von „A Momentary Lapse of Reason“ ist ein wenig rumgemeckert worden. Die kommen an die Texte des Zynikers Waters zwar nicht ganz heran, aber man (bzw. Gilmours Text schreibende Kollegen, manchmal scheinbar auch er selbst) hat sich bemüht, diesbezüglich gewisse Erinnerungen an die früheren Floyd-Werke zu wecken.

Die Titel „The Dogs of War“ und „A New Machine“ fallen einem dabei sofort ein. Die Thematik von „The Dogs of War“ erklärt sich sozusagen von selbst. Ein Thema, das auch Waters immer wichtig war.

In den weniger erfreulichen Lebensabschnitten kann einem ja der Songtext von „A New Machine“ geradezu aus der Seele sprechen: “I have always been here, I have always looked out from behind the eyes, It feels like more than a lifetime, Feels like more than a lifetime”

Weil es Anfang der 80er noch keine CD’s gab, habe ich mir mit der Zeit brav alle Floyd-Alben auf Vinyl gekauft. Als die Zeit der Langspielplatten vorübergehend zu Ende ging, kam “A Momentary Lapse of Reason” auf den Markt, das ich dann als CD gekauft habe. Durch die LP-Neuauflage von 2017 kann ich also das erste Mal eine LP mit dem Album in den Händen halten. Sobald man das Cover aufklappt, lächelt einen das Duo Gilmour/Mason freundlich an. Daneben stehen ca. 20 Musikernamen, die an der Entstehung des Albums beteiligt waren. Ein Album ohne Waters und Wright, dafür mit den von Gilmour eingeladenen Gästen? Das alles dürfte die Erwartungen an die Musik einigermaßen dämpfen. Dafür hat Gilmour ein solides Stück Arbeit abgeliefert. Es hätte viel schlimmer kommen können.

Bis “A Momentary Lapse of Reason” gelang es Pink Floyd immer, jede neu veröffentlichte Scheibe nicht wie die vorausgegangenen klingen zu lassen. Im Gegensatz dazu knüpft das 1987 neue Werk bei den Alben „The Dark Side of the Moon“, „Wish you were here“ und „Animals“ und mischt eine Prise Mainstream dazu. Die Saxophonsolos und die Damenchöre erinnern an „The Dark Side of the Moon“, mehrere Arrangements erinnern an Teile von jedem der genannten Werke und während „Signs of life" erwarte ich unwillkürlich, dass gleich „Shine on you crazy diamond“ beginnt, um einige Beispiele zu nennen.

Waters wollte möglicherweise, dass nach „The Final Cut“ Schluss ist, damit Pink Floyd als ein innovatives, sich stets neu erfindendes Projekt in Erinnerung bleiben. Das wusste Gilmour mit „seinen“ zwei Floyd-Alben zu verhindern. Oder zeigte “A Momentary Lapse of Reason” doch eine neue Facette von Pink Floyd? Eine an die damals aktuellen Mainstream-Trends angelehnte Pink Floyd-Retrospektive?

Trotzdem ist es für die Fans ganz nett – und unter den erfolgreichen Bands üblich – dass sich eine bekannte Gruppe auf ihren Lorbeeren ausruht und dabei anhörbare, an die glorreichen Werke der Vergangenheit anknüpfende Musik generiert. Das bietet nämlich “A Momentary Lapse of Reason”, nicht mehr und nicht weniger.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.1.2017
Letzte Änderung: 19.1.2017
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1968 A Saucerful Of Secrets 10.00 6
1969 More 9.75 4
1969 Ummagumma 11.33 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Meddle 12.00 3
1971 Relics 9.00 2
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1977 Animals 13.00 6
1979 The Wall 8.40 7
1980 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
1981 A Collection Of Great Dance Songs 12.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1988 Delicate Sound of Thunder 9.33 3
1989 Delicate Sound of Thunder (Video) 4.00 1
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 London '66-'67 - 1
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

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