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23979 Rezensionen zu 16378 Alben von 6365 Bands.
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Discipline.

Push & Profit

(Archiv-Tipp 8/2008)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993
Besonderheiten/Stil: Neoprog; RetroProg
Label: Syn-Phonic - jetzt strungoutrecords
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Matthew Parmenter Vocals, Backing Guitar, Violin, Programming, Tambourine, Recorder, Synths
John Preston Bouda GTR, Backing Vox
David Krofchok Piano, Organ, Synths, Backing Vocals
Mathew Kennedy Bass
Paul Dzendzel Drums And Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Diminished 7.36
2. The Reasoning Wall 7.22
3. Carmilla 9.39
4. The Nursery Year 5.18
5. Faces Of The Petty 4.47
6. Systems 7.26
7. Blueprint 6.02
8. America 7.42
Gesamtlaufzeit55:52


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 3)


Discipline gründeten sich 1987 in der Nähe von Detroit und veröffentlichten bereits einige Cassetten-Aufnahmen, ehe im Jahre 1993 ihr Debut "Push & Profit" erschien. Matthew Parmenter hatte in dieser Zeit bereits für sich einen theatralischen Bühnenstil entwickelt, da er im Allgemeinen weiß geschminkt und in unterschiedlichen Kostümen auftrat. Das erinnert nicht von ungefähr an Peter Gabriel. Und so ist es auch nicht unbedingt verwunderlich, dass Discipline auf ihrem Debut häufig neoproggige Klänge anschlagen. Dennoch gibt es bereits ein paar düstere Klänge zu hören, die teilweise von King Crimson inspiriert zu sein scheinen.

Das Album fängt mit dem Song Diminished recht unspektakulär und neoproggig an, er weist aber einen sehr intensiven Mittelteil auf. The Reasoning Well ist der Gute-Laune-Song der Platte, der teilweise fast burlesk daherkommt, für mich aber auch der schwächste Song ist. Carmilla geht dagegen wesentlich düsterer zu Werke und hat einen furiosen Mittelteil. Als Wiegenlied getarnt kommt dann The Nursery Year daher. Bedrohlich, beängstigend, das Highlight der Platte! Faces of the pretty hingegen ist eine recht simple Rock-/Pop-Nummer. Mit Systems folgt eine sehr schöne Ballade, die von Klavier und Gitarre getragen wird. Blueprint hat sehr starke Anklänge an Porcupine Tree. Das abschließende America ist zwar relativ simpel aufgebaut, vor allem der Refrain hat aber fast hymnenartigen Charakter (damit sind jetzt keine Stadionrock-Mitgröhl-Hymnen gemeint). Man wird ihn nicht so schnell wieder los.

Discipline legen mit "Push & Profit" ein durchaus gutes Debut vor. Die Songs sind zwar insgesamt noch nicht so düster aufgebaut, wie dies beim phantastischen Nachfolger "Unfolded like staircase" sein wird, sondern wirken etwas verspielter, teilweise sogar fröhlich. Nicht alle können das gleiche Niveau halten, aber mit The nursery year haben sie bereits einen Bandklassiker im Programm.

Anspieltipp(s): Nursery Year, America
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.2.2004
Letzte Änderung: 21.7.2011
Wertung: 10/15

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 2 von 3)


Wer kennt es nicht, dieses Gefühl, eine Musik zu hören, genauer einen Titel, bei dem die Ohren plötzlich Sturm läuten? Sie schreien einem zu: "Hey, Hirn, merkst du nicht, was du verpasst, wenn du nicht endlich alle Sinne auf diese Musik einstellst? Du wirst zu spät erkennen, etwas Unwiederbringliches unbeachtet gelassen zu haben, weil du dich der dumpfen Oberflächlichkeit hingabst - dich mit Unwichtigem beschäftigtest und nur dem Unterbewusstsein diese Musik überlassen hast! Sieh dich vor - sonst wirst du nach diesem Titel nicht mehr das sein, was du warst!"

Ach? Ihr kennt dieses Gefühl nicht? Schade! Ich kenne es, DIESES Gefühl - hervorgerufen von dem Titel "The Nursery Year", der sich in aller Heimlichkeit auf dem Album "Push & Profit" der amerikanischen Band Discipline versteckt hat. Doch da "The Nursery Year" erst der vierte Titel des Albums ist, will ich hier nicht weiter vorgreifen, sondern mich an die progressive DISCIPLIeNiErte Reihenfolge halten.

"Diminished" beginnt mit einem finsteren Keyboard-Kurz-Intro samt Cello-Einlage (Ja, die Jungs hatten diese Idee schon vor den Bärten!) und bekommt schon ein paar Sekunden später den gebührenden Gänsehaut-Effekt durch die einsetzende charismatische Stimme.

Leider passt genau diese Stimme bei "The Reasoning Wall" nicht so richtig in das musikalische Konzept. Das klassische Klavier am Titelanfang lässt wirklich hoffen und macht neugierig, doch dann setzt so eine Art Jahrmarkts-Rhythmus ein, der doch ein wenig verschreckt!... Aber, man glaubt es kaum, dieser "Backe-backe-Kuchen-Sound" wird noch im selben Titel von einem, an eine Kombination aus Genesis und King Crimson erinnernden, Instrumentalteil abgelöst - und plötzlich ist sie wieder da, diese Gänsehaut. Absicht oder nicht, genau die Gegensätze sind es, die diese "gerechtfertigte Mauer" (Hoffentlich haben die Jungs bei diesem Titel nicht an die DDR gedacht ;-) so spannend und widersprüchlich machen.

Wenn es jemanden geben sollte, der "Starless" von King Crimson liebt, dem muss ich "leider" die traurige Mitteilung unterbreiten, dass er schnellstens ein paar Mark locker machen möchte, denn allein der fast 10 Minuten lange Titel "Carmilla" zwingt einen zum Kauf dieses Albums! Hier erkennt man zwar deutliche Parallelen zu genanntem Titel, aber nicht etwa eine Freude am Kopieren. Denn das wäre wirklich unDISCIPLINiErt!

Endlich kommt er dann - dieser Titel, der jedes halbwegs offene Ohr zwingt, auch alle anderen Sinne auf sich einzustellen. "The Nursery Year" beginnt so einfach, nein banal, wie jedes Kinderliedchen, das gesungen wird, um dieses kleine, liebgewonnene Wesen in den Schlaf zu lullen, wobei auch die Klänge einer Spieluhr helfen, ... und es endet so radikal, dass es einem die Nackenhaare zu Berge stehen und das Gehörte nicht begreifen und schon gar nicht glauben lässt!

Einen so gefühlvoll und zugleich brutal gesungenen Titel habe ich noch nie gehört. Es ist für mich mein "All-Time-Favourite"! In ihm geht es um einen Vater (Aus dessen Sicht auch gesungen wird!), der seine Tochter seit ihrem siebenten Geburtstag regelmäßig vergewaltigt, während die Mutter Geburtstagseinkäufe für ihre Tochter macht. Mit der Warnung, dass er ein großes Loch auf dem Spielplatz ausgehoben habe, wenn das Mädchen etwas erzählt, schüchtert er die Kleine jahrelang ein - bis zu dem Moment, wo sie trotz aller Angst jemandem etwas von ihrem sadistischen Vater erzählt, der ihr dann noch aus dem Knast zuschreit, dass dieses ausgehobene Loch schon auf sie wartet, sowie er wieder auf freiem Fuße ist! Die musikalische Umsetzung dieser schrecklichen Geschichte ist, besonders durch den Gesang, so überzeugend gelungen, dass man sich als Hörer unmittelbar in die Rolle des ängstlichen, geschundenen kleinen Mädchens versetzt fühlt. Ein musikalischer Alptraum in Perfektion! Mehr ist musikalisch nicht möglich - und unumwunden muss ich es nennen, dieses Wort, das man so gerne dem relativierten ;-) Herrn Einstein zuordnet: GENIAL!

Leider folgt dann mit "Faces Of The Petty" ein recht belangloser Titel und zugleich der Schwachpunkt des Albums. Nur was soll eigentlich nach "Nursery Years" noch kommen?

"Systems" gibt zum Glück sofortige Entwarnung! Hier sind sie wieder, die Klänge, die man so sehr liebt, und die an die alten, sentimentaleren Genesis-Titel erinnern ... nur Vorsicht, die sieben Minuten haben es noch in sich ... aber ich will nicht zu viel verraten, nur gesanglich wird hier wieder Überragendes geboten - und dann dieses klassische Klavierspiel!!!

"Blueprint" steigt sofort mit treibendem Keyboard und Schlagzeug sowie starken Gitarreneinschüben ein, enthält sogar nach 3 Minuten die schöne Pink Floyd "Money"-Registrierkasse, die auch ankündigt, dass nun diesen musikalischen Vorbildern gehuldigt wird... Ganz ehrlich, wer kommt denn jetzt überhaupt noch an diesem Album vorbei?

Die grandiose, fast hitverdächtige (im positiv-progressiven Sinne) Ballade "America", eine zynische Abrechnung mit dem geheiligten Land, beendet dann die Reise durch das verwirrte Hirn des Zuhörers, der wohl immer noch nicht begreifen kann, was er da gerade hören durfte. Aber zum Glück gibt sein Gehirn noch ein Signal weiter - an einen, egal welchen Finger...: "REPEAT-Taste drücken!!!"

Anspieltipp(s): "The Nursery Year" (Einmal hören und nie wieder vergessen!), "Carmilla" (für die King Crimson Freunde), "Blueprint" (nach drei Minuten für die Pink Floyd Freunde), "Systems" & "America" (für die Genesis Freunde)
Vergleichbar mit: den besten Alben von Genesis, King Crimson und Pink Floyd (Ganz ehrlich!)
Veröffentlicht am: 12.11.2006
Letzte Änderung: 29.2.2012
Wertung: 14/15
Eins der typischen Alben, die man heutzutage nicht mehr erwartet und die einen dann absolut umhauen!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Beim diesjährigen Progfestival im italienischen Veruno freute ich mich besonders auf den Auftritt dieser Band aus Detroit. Die beiden letzten Alben sind mir bestens bekannt, doch der Auftritt begann mit dem Opener aus diesem Debutalbum. DIMINISHED haute mich live so um, dass ich mir das Album sofort nach dem Konzert am Merchstand besorgte.

Nach etlichen Durchgängen wage ich jetzt die Behauptung, dass Steven Wilson vor Aufnahme seines Albums „To the Bone“ besser daran getan hätte bei den Amerikanern rein zu hören. Um zu erfahren wie ein Prog Album mit Schnittstellen zum Pop intelligent, spannend und zu jeder Zeit schwerelos zwischen eingängig-poppigem wie FACES OF THE PETTY und absolut genial-proggigem wie im Instrumental BLUEPRINT klingt. Ein Track wie das zwischen Gentle Giant und Genesis hin und her springende THE REASONING WALL würde ihm die Tränen in die Augen treiben. Und THE NURSERY YEAR müsste ihn, trotz des mir unpassenden Textes zu so einem schönen Song, mindestens nachdenklich machen.

Das Album besticht durch seine Vielfältigkeit und trotzdem vermisst man keinen roten Faden. Die Texte von Mathew Parmenter sind kritisch und anklagend, die Musik auch mal gerne länger im melancholischen Bereich. Trotzdem klingt das Album nicht depressiv, sondern eher kämpferisch. AMERICA als Ballade ist dabei seiner Zeit fast 30 Jahre voraus und CARMILLA ist einfach nur phantastisch mit seiner Schlichtheit und seinen zum Schluss auftauchenden Soli.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.9.2017
Letzte Änderung: 27.9.2017
Wertung: 12/15
von so einem Debüt träumen die meisten Bands

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Discipline.

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Unfolded Like Staircase 11.00 2
1999 Live - Into The Dream 12.00 1
2005 live 1995 (DVD) 9.00 1
2010 Live Days 9.50 2
2011 To Shatter All Accord 11.67 3
2014 This One's for England 11.00 1
2017 Captives of the Wine Dark Sea 10.50 2

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