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It Bites

The Big Lad In The Windmill

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986
Besonderheiten/Stil: Neoprog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Virgin
Durchschnittswertung: 5.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Francis Dunnery Guitars and Vocals
John Beck Keyboards,Backing Vocals
Dick Nolan Bass,Backing Vocals
Bob Dalton Drums,Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. I Got You Eating Out Of my Hand 6.07
2. All In Red 3.32
3. Whole New World 4.25
4. Screaming On The Beaches 3.46
5. Wanna Shout 3.13
6. Turn Me Loose 4.12
7. Cold, Tired And Hungry 4.17
8. Calling All The Heroes 5.33
9. You'll Never Go To Heaven 7.13
10. The Big Lad In The Windmill 0.48
Gesamtlaufzeit43:06


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 4)


Angeregt von der heuer sehr neoproglastigen Night of the Prog höre ich seit einiger Zeit neben üblem Progmetal auch mal wieder Neoprog: Chandelier, Pendragon, Pallas, Twelfth Night und It Bites. Das hab ich zwar vor Jahren auch schon mal versucht, aber damals bin ich wegen meines mangelnden Durchhaltevermögens kläglich gescheitert. Heute bin ich ein wenig älter und durch einige Lebenskrisen gegangen - das zu erwähnen ist wichtig, denn in Krisenzeiten höre ich immer Asia, GTR, Three und solche Sachen. Ich halte sowas heutzutage also deutlich besser aus.

Trotzdem ist es immer noch schwer, das durchzuhalten: Neben Twelfth Nights "Eleanor Rigby"-Cover das Grauenhafteste, was ich derzeit in meinem Laufwerk habe, ist It Bites, eine Pop-Rock-Band mit offensichtlichen Chartambitionen ("Calling All The Heroes" soll sogar mal in irgendwelchen Top Ten gewesen sein - Frevel!), irgendwo zwischen Mike and the Mechanics, ELO (die 70er-Nostalgie) und GTR, die ein vernünftiger A&R-Profi locker auf Weltkarriere hätte trimmen können. Dass daraus nichts wurde, ist fast schade, denn die manchmal mit einem ganz leichten Hauch von Verspieltheit daherkommenden Arrangements, die dieser Platte wohl das Prog-Etikett eingebracht haben dürften, tun der nicht uninteressanten Popmusik nicht unbedingt, oder besser: nicht immer etwas Gutes. Genauso wenig wie Francis Dunnery, ein brillanter Gitarrist, der hier völlig fehl am Platz ist - wenn auch ganz und gar nicht so wirkt, weil der Ausnahmemusiker (für den Prog höchst untypisch) sehr wohl in der Lage ist, höchst gruppendienlich zu spielen. Der Mischmasch aus glasklarem Pop und den ein wenig wortreichen Arrangements ist dabei überraschend überzeugend, lange nicht so überzeugend allerdings wie die vorwärtstreibenden 4/4-Passagen mit dem schön poppig arrangierten mehrstimmigen Gesang und den dance-igen Bläsersätzen vom Keyboard, für die es zahlreiche Beispiele aus der zweiten Reihe des 80er-Jahre-Pop gibt. Das Album ist schauerlich produziert, aber der richtige Produzent und... - Mann, wie konnte man sich eine Band mit einem solchen Hitpotenzial damals bloß entgehen lassen?

Wer auf meine Lebenskrisenbands (s. o.) schimpft, sollte hier ganz ganz schnell mal ein Ohr riskieren. Und wer wissen will, warum heute Sachen wie Touchstone und Indica als Prog zählen, für den dürfte eine Bildungsreise durch die Achtziger reizvoll sein. Viel Spaß!

Anspieltipp(s): "Whole New World": der beste Song, "You'll Never Go To Heaven": die beste Gitarrenarbeit
Vergleichbar mit: Mike and the Mechanics, Mr. Mister, Phil Collins
Veröffentlicht am: 2.9.2010
Letzte Änderung: 12.7.2011
Wertung: 2/15
Als Popalbum um Längen besser als als Progalbum!

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 4)


It Bites waren keine Neo-Prog-Band a la Marillion, Twelfth Night & Co. It Bites waren aber irgendwie ein Phänomen in der Szene. Sie betraten die Bildfläche, ausgestattet mit 'nem Plattenvertrag von Virgin, sahen aus wie die cooleren Duran Duran, Francis Dunnery war so lässig, dass er völlig ungeniert zu Protokoll geben konnte, dass It Bites glühende Verehrer von Yes und Led Zeppelin seien (eigentlich ein Kainsmal in jenen Tagen) und schwups ging's mit "Calling all the Heroes" auch noch in die Charts.

Oder anders erzählt: In den 80ern war der Art-/Prog-/Symphonic-Rock tot. Eine neue Generation (neo-progressive) besetzte die Nischen. Aber - und ich fantasiere nicht, ich hab's ja selbst erlebt - nicht alle alten Genesis-Fans konnten mit den neuen Bands etwas anfangen, fanden sie uninteressant oder mochten sie einfach nicht. Ich konnte das nicht verstehen. Marillion sind doch geil, oder!?, sagte ich und grinste. Nein, Bub, wurde mir entgegnet, sie sind nicht geil, sie sind dilettantische Schulabbrecher, die Supper's Ready nachspielen. Und jetzt trink' deine Cola, Bub. Aber - und jetzt kommt's - diese It Bites Band war total beliebt bei jenen Leuten! Marillion = doof. It Bites = geil! Ich konnte es nicht verstehen.

"The Bid Lad in the Windmill" ist ein Popalbum. Gut, eine im Mix kaum hörbare Gitarre hier und ein Keyboard dort, aber trotzdem: Pop in Reinkultur. Mehrstimmiger Schönwettergesang, spring-dir-in's-Gesicht-Refrains, alles was man benötigt, um die Charts zu stürmen. Der Hit "Calling all the Heroes" ist sogar noch eines der besseren Stücke ihres Debüts. Das epische "You'll Never Go To Heaven" zieht sich endlos. Kurz ich fand die Band sympathisch, die Musik jedoch relativ schrecklich.

Hat sich das bis heute geändert? Habe ich heute nicht mehr die "Marillion-Brille" auf und urteile ich heute vielleicht nüchterner? Die Antwort lautet in beiden Fällen "ja". Trotzdem: "The Big Lad in the Windmill" ist schrecklich. Bis heute habe ich keine Ahnung, wie sich It Bites schon direkt nach Erscheinen des Debüts in der Prog-Szene einen solch sauberen Ruf erspielen konnten. Ich will nicht verschweigen, dass ihre Musik flott war und stets mit netten Melodien aufwartet. IQ-Fans hören sich mal "Turn Me Loose" an und im Anschluss den Beginn des Subterranea-Albums. Lustig, oder!? Aber wo war die Mystik? Wo waren sie Details, an die sich ein jugendlicher Hörer hätte klammern können um die Band und deren Musik neben den Progressive Rock-Größen einreihen zu können? Da war nichts.

Wenn man also Musik zwischen Jadis (die deutlich proggiger, komplexer und mystischer als It Bites sind) und Moon Safari (deren Machwerk "Lover's End" ich hier im Sinn habe) nimmt und diese Musik dann am Ende wie der IQ-Song "Screaming" klingt, dann ist's It Bites.

Anspieltipp(s): Calling all the Heroes
Vergleichbar mit: ...dem IQ-Song "Screaming"
Veröffentlicht am: 30.12.2011
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 5/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 4)


Eigentlich kann ich zum Debut von It Bites (der Name ist angeblich inspiriert durch den aggressiven Vierbeiner eines Bekannten der Band) nicht viel Neues beitragen. Ich möchte das Album bloss in ein etwas anderes Licht rücken. Ich weiss nicht wie es Euch geht, aber mir geht es so: ich bin mit dem 80ern und seiner Popmusik aufgewachsen. Bands wie Frankie goes to Hollywood, Level 42, Go West und hunderte andere bestimmten die Hitparaden. Spassmusik. Leicht und locker. It Bites war auch eine von ihnen, obwohl die Musik der Briten interessanterweise nie so richtig den Weg über den Kanal nach Kontinentaleuropa fand. So habe ich die Band erst als Progakt und nach Kino kennengelernt. Vor 25 Jahren wäre es für mich eine weitere Poprockband gewesen, ein klitzekleines bischen elaborierter vielleicht als die Masse, aber dennoch Poprock.

Dunnerys Stimme erinnert ein wenig an Holly Johnson, der Songaufbau und gewisse Harmonien und Basslinien an Level 42 (die die Band während ihren Anfängen gerne coverte). Ansonsten gibts viel Synthesizer und mehrstimmigen "Stadiongesang" auf die Ohren. Das ist alles sehr easy, einfach, funny, seltenst mal ungrade oder schräg und weckt Erinnerungen an die damalige Zeit. Aber progressiv ist das nur am Rande und zwar am äussersten (mal ein paar krumme Breaks und schräge Keyboard-Akkorde in "Turn me Loose"). Daher möchte ich das Album auch nicht mit dem Massstäben der progressiven Zunft messen, denn da wird es einfach an die Wand geklatscht.

"The Big Lad in the Windwill" ist ein 80er-Jahre Poprockalbum. Und kein schlechtes. Wer das weiss und sowas sucht, der kann eine Dreiviertelstunde richtig Spass haben damit. Alle anderen einfach zum nächsten Krabbeltisch weiterschlendern.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: s.o.
Veröffentlicht am: 8.3.2012
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: keine das wäre nicht ganz fair

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 4 von 4)


Guten Tag, hier schreibt kein Fan von It Bites. Hier schreibt ein Musikfan. Ein Prog- und Jazzliebhaber. Klassikhörer. Ein Freund der 80er, Konsument von Foreigner, Toto, Asia, Queen und anderen, die der Dekade den Stempel aufdrückten.

Wie die meisten (deutschen) Hörer in jenen Jahren kannte ich von It Bites natürlich nur die Single Calling All the Heroes, bis heute größter Erfolg der Band, Nr. 6 in den britischen Charts im August ´86 und auf so einigen Rock-Samplern vertreten, z.B. auf der Musik Express/Sounds „The Compact Collection“ (1987) zusammen mit den ebenfalls nicht rassereinen David Sylvian, Peter Gabriel, Working Week, Gary Moore u.v.a.. Virgin eben. Mit der Prog-Einordnung war man sich bereits da uneinig, im Booklet ist zu lesen, dass diese Band es „versteht, ihren kraftvollen Rock funkig aufzulösen“, anderswo galt die Musik als „New Wave“, für einen Streaming-Anbieter ist sie schlicht „Metal“. „Funkig“ war zur Zeit der Entstehung ein außerordentlicher Qualitätsbegriff für erfolgsorientierte zeitgenössische Rockmusik. Gerade hatten sich It Bites´ Vorbilder Level 42 internationale Anerkennung mit ihren geschickten Crossover-Arrangements erspielt.

Das dritte Album „Eat Me in St Louis“ (wohl ein früher Vorgeschmack auf den Film „Schweigen der Lämmer") soll die Prog-Gemeinde wegen der allzu eindimensionalen Produktion des deutschen Produzentenwunders Reinhold Mack (Queen, ELO) nachhaltig verärgert haben (laut BBS ein „hervorragendes, zeitloses und anspruchsvolles Rock-Meisterwerk“, 13 Punkte).

Nun zu „The Big Lad in the Windmill“. Ich habe meine Ansicht, man sollte nach Möglichkeit ein Album aus der Perspektive seiner Entstehungszeit betrachten, schon an anderer Stelle kundgetan. Der Informationssuchende, der sich von der Formation aus dem britischen Lake-District ein erstes Bild machen möchte, erfährt zunächst nicht weniger als ausgemachte Verwirrung: Rezensent 1 spricht von einem „um Längen besseren“ Popalbum, für das man „ganz schnell mal ein Ohr riskieren“ sollte (2 Punkte), Rezensent 2 tut mit 5 Punkten mehr als doppelt so viel raus für „relativ schreckliche“ Popmusik.

Leute, im Ernst. Wenn man den It-Bites-Erstling mit anderen Machwerken vergleicht, die hier zu Recht abgeschossen wurden, sich im Cross-Listening dann mit dem etwa zur gleichen Zeit entstandenen, hochgelobten „Misplaced Childhood“ von Marillion befasst (kam damals bei mir auch eher als weichgespülter Genesis-Klon an, und was sind Kayleigh und Lavender anderes, als seichte, gar kitschige Popsongs?), ergibt sich ein völlig schiefes Bild.

Ein völlig schiefes Bild.

Das hat auch Rezensent 3 erkannt und „möchte das Album auch nicht mit den Maßstäben der progressiven Zunft messen, denn da wird es einfach an die Wand geklatscht.“

Das ist nicht ganz fair? Das hat mit Fairness überhaupt nichts mehr zu tun. Es ist der direkte Gegenentwurf zu Fairness. Die heiligen „Maßstäbe der progressiven Zunft“ verursachen, nicht zum ersten Mal, ein beträchliches Paradoxon. Oder Verwirrung, um darauf zurückzukommen. Oder Verwunderung bei den einen, Verärgerung bei den anderen, wie unlängst ein Eintrag in der Facebookgruppe der BBS zeigen sollte.

Denn: Guter Mainstream, guter AOR, guter Artrock guter Was-auch-immer ist immer noch „um Längen besser“ als schlechter Prog. Deswegen sollten die Ergebnisse auch „um Längen bessere“ Bewertungsnoten erhalten. Schlechter Prog ist eklektisch, selbstzufrieden, ideenlos, unmusikalisch, fahrig produziert und fade, häufig alles auf einmal. Schlechter Prog stammt von schlechten Progbands, Anfängern und Dilettanten, oder von guten aber satten Progbands, „Has-beens“, die ihren Zenit überschritten haben und den sehnsuchtsvollen und daher unkritischen Fans laue Produktionen in den Rachen werfen, um noch einmal fürstlich Kasse zu machen. Augenwischer-Prog.

Warum ist „The Big Lad in the Windmill“ von 1986 interessant genug, um es sich 2018 zu Gemüte zu führen? Es reflektiert den Geist der Mittachtziger. Es zeigt viel von dem, was für eine aufstrebende und somit „hungrige“ Newcomerband in diesem Metier dazugehörte: Ambitioniertes Songwriting, plärrende Synthiebläser, „gläserne“ DX7-E-Pianosounds, eine ungewöhnliche Mixtur aus Hard Rock, Pop, Prince-Style-Funk, (Neo)-Prog, AOR, Power Balladry, von virtuosen Musikern spielfreudig, wendungsreich und mit allerhand einfallsreichen kurzen Solopassagen (Gitarre, Keyboards) dargeboten. Stilwechsel und Dynamikwechsel finden sich teilweise innerhalb eines einzigen Songs.

Ich möchte abschließend den Kommentar eines schlecht gelaunten Fix Sadler aus dem Jahr 2002 hervorholen, der im Frontend-Bereich leider nicht mehr sichtbar ist: "Ich ärgere mich ja immer scheckig, weil diese Truppe noch nicht mal im Dunstkreis der Proggrößen genannt wird......völlig unverständlich so etwas!......Das Titelstück ist letztlich nur noch ein Abgesang auf eine tolle Pop-Prog-Platte, eingespielt von jungen Musikern die sich kaum um Konventionen geschert haben, und aus verschiedensten Einflüssen mit ihrer Begabung einen Cocktail gemixt haben, der tatsächlich das Prädikat "Einzigartig" verdient und gleichbedeutend mit It Bites ist. Sicher ist It Bites nicht die Band mit der überzeugensten Atmosphäre und auf The Big Lad..... ist auch nicht der Oberprogkracher, aber wer auf verspielte Rockmusik von genialen Musikern mit Freude und tollen Ideen steht, wird um diese Band nicht herum kommen!!!"

Anspieltipp(s): Whole New World, Screaming on the Beaches
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.2.2018
Letzte Änderung: 11.3.2018
Wertung: 9/15
Faire 9 Punkte für dieses Debut.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von It Bites

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Once Around The World 9.50 2
1989 Eat me in St Louis 10.00 2
2003 Live In Montreux - 1
2007 When The Lights Go Down 10.00 1
2008 The Tall Ships 7.33 3
2011 It Happened One Night 8.00 1
2012 Map Of The Past 9.00 2

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