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Harmonia

De Luxe

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Krautrock
Label: Brain
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Hans-Joachim Roedelius Keyboards, Gesang
Michael Rother Gitarre, Keyboards, Gesang
Dieter Moebius Synthesizer, Nagoja Harp, Gesang

Gastmusiker

Mani Neumeier Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. De Luxe (Immer Wieder) 9:45
2. Walky-Talky 10:35
3. Monza (Rauf und Runter) 7:07
4. Notre Dame 4:15
5. Gollum 4:35
6. Kekse 5:35
Gesamtlaufzeit41:52


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Lange war dieses Kleinod elektronischer Musik vergriffen, jetzt wurde es endlich in einer Remaster-Ausgabe wieder veröffentlicht. Wie schon bei der Neuausgabe des Debüts enthält das Beiheft auch hier einen interessanten Artikel des Elektronikmusikers Asmus Tietchens.

"De Luxe" ist das zweite und leider auch schon letzte Album des kurzlebigen Cluster-Nebenprojekts Harmonia. Allerdings wurden vor einigen Jahren Sessions, die die Harmonia-Musiker mit Brian Eno aufnahmen, unter dem Titel "Tracks & Traces" veröffentlicht.

Beim Titelstück hat man unweigerlich den Eindruck, einer verschollenen Kraftwerk-Session etwa aus der Phase "Trans-Europa-Express" zu lauschen. Die eher einfach gehaltene (elektronische) Rhythmik und die schönen Synthie-Klangflächen erinnern stark an dieses epochale Album, das allerdings erst zwei Jahre nach "De Luxe" erschien, so dass sich die Frage stellt, wer hier wen beeinflusst hat. Auch der (wohl bewusst) etwas dilettantisch dargebotene Gesang mit den unnachahmlichen Zeilen "Immer wieder rauf und runter / einmal drauf und einmal drunter / immer wieder hin und her / kreuz und quer, mal leicht, mal schwer", die schon den gesamten Text ausmachen, könnte gut von Michael Rothers Ex-Band stammen. Gerade Rother drückt dem Stück mit seinen E-Gitarreneinsätzen aber auch einen ganz eigenen Akzent auf; hier wird schon der Stil seiner ersten Soloscheiben - sein Debut "Flammende Herzen" folgte 1977 - deutlich.

Ähnlich ist das folgende "Walky-Talky" aufgebaut. Allerdings ist es stärker gitarrenorientiert und geht damit noch mehr in Richtung von Michael Rothers Soloschaffen; es könnte ohne weiteres von einem seiner Alben stammen.

In scharfem Kontrast zum Wohlklang dieser beiden Stücke steht "Monza": es beginnt mit bedrohlicher Stimmung von verzerrten Gitarren und elektronischen Freiformklängen, dann fetzt plötzlich die Gitarre über treibendem Schlagzeug los; das Punk-Outing des im gleichen Jahr erschienen letzten "Neu!" Albums lässt grüßen. In diesem Stück findet der oben zitierte Vierzeiler wieder Verwendung.

Bei den letzten drei Stücken zeigt sich ein stärkerer Einfluss von Moebius/Roedelius. "Notre Dame" besteht nach etwas flotterem Auftakt größtenteils aus strukturlosen elektronischen Klangbögen, die aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden. "Gollum" und "Kekse" schließlich sind nette Elektronik-Skurrilitäten, die auch auf Clusters "Zuckerzeit" Album gepasst hätten.

"De Luxe" ist ein wunderbares Werk elektronischer Musik, nicht so avantgardistisch wie die frühen Cluster, nicht so wegweisend wie "Neu!", aber auf herrliche Weise un-ernst, un-prätentiös, un-bombastisch, ganz anders als die (von mir ebenso geschätzten) schweren, "teutonischen" Werke eines Klaus Schulze. Für "Neu!"-Liebhaber unbedingt zu empfehlen!

Anspieltipp(s): De Luxe
Vergleichbar mit: Neu!, Kraftwerk, Cluster
Veröffentlicht am: 31.8.2002
Letzte Änderung: 18.1.2011
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Harmonia

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Musik von Harmonia 12.00 1
1997 Tracks & Traces 10.00 2
2007 Harmonia live 1974 10.50 2
2016 Documents 1975 11.00 1

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