SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
Various Artists - AMIGA Electronics
19.11.2017
Taylor's Universe - Almost Perfected
Hans-Hasso Stamer - Digital Life
French TV - Ambassadors of Good Health and Clean Living
Cluster - Cluster & Farnbauer Live in Vienna
18.11.2017
Babils - The Joint Between
Reinhard Lakomy & Rainer Oleak - Zeiten
Deluge Grander - Oceanarium
Virgil & Steve Howe - Nexus
Sons of Apollo - Psychotic Symphony
Yurt - III - Molluskkepokk
17.11.2017
The Gerald Peter Project - Incremental Changes, Pt. 1
ARCHIV
STATISTIK
24099 Rezensionen zu 16468 Alben von 6403 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Steve Hackett

Till We Have Faces

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984 (veränderte CD-Version von 1994; Neuausgabe 2013 bei InsideOut)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Rock / Pop / Mainstream; Worldmusic / Ethno
Label: SPV recordings
Durchschnittswertung: 5.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hackett Guitars,guitar synth,koto,marimba,percussion,harmonica,vocals
Nick Magnus Keyboards,percussion and drum programming
Rui Mota,Sergio Lima,Ian Mosley drums
Waldemar Falcao Flute,percussion
Fernando Moura Rhodes
Ranaldo Diamante Bass
Clive Stevens wind synthesizer
Kim Poor Japanese voice on "Doll"
Sidinho Moreira, Junior Homrich, Jaburu, Peninha, Zizinho, Baca The Brazilian Percussionists

Tracklist

Disc 1
1. What's My Name 7.04
2. The Rio Connection 3.19
3. Matilda Smith-Williams Home for the Aged 8.04
4. Let Me Count the Ways 6.05
5. A Doll that's made in Japan 3.56
6. Duel 4.48
7. Myopia 2.54
8. Taking the Easy Way Out 3.48
9. The Gulf   (cd bonus track '87) 6.30
10. Stadium of the Damned   (cd bonus track '87) 4.37
11. When You Wish upon a Star 0.48
Gesamtlaufzeit51:53


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Durch seine brasilianische Lebenspartnerin Kim Poor verbrachte Hackett viel Zeit in Brasilien. Daher war die Idee, eine Platte mit dortigen Musikern zu realisieren recht naheliegend. Also engagierte man für "Till we have faces" zahlreiche Trommler aus Rio de Janeiro.Leider hat diese Tatsache relativ wenig Einfluss auf die Songgestaltung gehabt. Anders als z.B. bei Peter Gabriels viertem Solowerk, das die ethnischen Elemente in das Gesamtkonzept integrierte, wird diese Chance auf "Till we have faces" m.E. ziemlich vertan.

"What's my name" präsentiert durchdringenden Gesang Hacketts zu lateinamerikanischer Percussion und kraftvollen Synthies von Nick Magnus, sowie gelungene, fernöstliche Akzente in Gestalt eines wiederkehrenden Koto-Motivs. "Rio Connection", ein Instrumental, könnte man bespielsweise mit Weather Report der Spätphase vergleichen. "Matilda..." spart nicht an brasilianischen Trommelparts, dazu gibt es ein fusionartiges Keys/Gitarre-Thema.

Warum mir diese Scheibe stilistisch etwas unentschlossen erscheint, zeigt die bluesige Nummer "Let me count the ways", worauf Hackett seine fragwürdigen Vokalversuche als Blues-Sänger auf die Welt losläßt. Der Gitarrist wollte schon bei Genesis immer wieder Blues spielen, glücklicherweise haben ihn die anderen vier nicht machen lassen. "A doll that's made in japan" versucht Fernöstliches und Lateinamerikanisches zu verbinden. Immerhin, ein origineller Versuch. "Duel" ähnelt etwas "Air conditioned nightmare" von der Hackett-Scheibe "Cured". Inspiriert angeblich durch den ersten bekannteren Film von Steven Spielberg, der einen geheimnisvollen Tanklastzug in der Hauptrolle zeigte. Die vom schnellen Gitarrenriff angetriebene, und unter mittelmäßigem Gesangsthema leidende Nummer "Myopia" wird durch das hübsche Schlaflied "Taking the easy way out" kontrastiert.

Das 1987 aufgenommene "The Gulf" ist eine Art bluesangehauchter Protestsong über religiösen Fanatismus. Gegen Ende dieses Tracks gibt es einen atmosphärischen Instrumentalpart zu hören, der in eine Art kurze, überflüssige Mainstream-Rock-Jamsession mündet. "Stadium of the Damned", ebenso von 1987, ist eine Asia-ähnliche Pop-Rock-Nummer. Beide Songs findet man mit etwas geändertem Arrangement auch auf "Feedback 86". Die "The Gulf"-Version von "Feedback 86" wurde teilweise leider fürchtbar überproduziert.

Im Falle von "Till we have faces" weiß ich die Absicht des Künstlers zu schätzen, mal etwas anderes zu machen. Gleichzeitig kann ich auch die zwiespältigen Ergebnisse dieser Ambitionen nicht ignorieren. Damit meine ich vor allem etwas schwächelndes Songwriting, sowie den knochentrockenen Sound dieser Scheibe, die doch eigentlich heiße Rhythmen enthalten sollte. Der überflüssige Hackett-Blues macht dieses Album auch nicht gerade ansprechender.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.9.2002
Letzte Änderung: 1.10.2002
Wertung: 6/15

Zum Seitenanfang

Von: Michael Weinel @ (Rezension 2 von 3)


"Till We Have Faces" ist eines der schwächsten Hackett-Werke in den eh nicht von Meisterwerken überfrachteten Achtzigern.

Wie von Siggy bereits beschrieben, gibt es hier allerlei merkwürdige Versuche, Latin, Blues sowie typische Hackett-Songs auf einer Scheibe zu einer Fusion gelangen zu lassen. Das Ergebnis ist ein Sammelsurium von Songs.

Ich besitze übrigens eine alte CD-Ausgabe, die vom obigem Tracklisting, das die Wiederveröffentlichung anno 1994 wiedergibt, nicht unerheblich abweicht. Die Reihenfolge ist anders, und die Bonustracks fehlen.

"Duel" ist irgendwie eine typische Hackett-Nummer. Ganz nett. In Matildas Altersheim, das hier noch schlicht "Matilda" heißt, wird fleißig getrommelt. Hier frage ich mich echt, wie man hier Titel und Musik unter einen Hut bringen kann. Jedenfalls: etwas lang, aber durchaus erträglich.

"Let Me Count The Ways" ist dann der erste richtige Fehltritt. Lieber Himmel, was ist das? Eine Klischee-Blues-Begleitung (ernsthaft, das klingt wie ein Alleinunterhalter-Keyboard, bei dem man "Blues Preset #4" gedrückt hat) und Hackett als Blues-Sänger. Fürchterbar, und nur mit Sinn für unfreiwilligen Humor zu ertragen.

Generell gilt bei vielen Stücken: der Gesang ist ziemlich dürftig. Erstaunlich, wie Steve sich im Laufe der Jahre als Sänger verbessert hat (vgl. "To Watch The Storms"). Hier ist sein Stimmchen doch oft sehr knödelig, dünn und mit Effekten zugekleistert.

"What's My Name" nervt, ist viel zu lang, und das ewige "what's my name - ahahhahhahahha" sowie die Plastiktrommeln sind nur schwer erträglich.

"Rio Connection" könnte man bei Hertie im Fahrstuhl spielen, würde keinen stören. Gähn.

"A Doll That's Made In Japan" wurde sellemals sogar als Single veröffentlicht, und ist auch ganz nett. Aber auch hier stößt einem der Gesang etwas auf.

"Taking The Easy Way Out" ist dann eine ziemlich kitschige Ballade zum Schluß. Zu öde und zu lang.

Überhaupt läßt sich noch zum Klang sagen, dass hier viele Wünsche offen bleiben. Ich sach nur: Plastik. Plastikkeyboards (1984 halt). Plastikdrums (oft). Plastikgesang (dünnes Organ mit Effekten).

Ein Album, das mich fast komplett kalt lässt, und das nur im Regal sein Dasein fristet, weil "Steve Hackett" drauf steht.

Anspieltipp(s): Let Me Count The Ways (You Make Me Laugh)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.11.2003
Letzte Änderung: 24.11.2003
Wertung: 4/15
Muss man nicht haben

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Im Jahre 2013 wurde dieses Album erneut veröffentlicht, diesmal bei InsideOut, und wieder einmal siegte die Sammlerleidenschaft über die Vernunft. Denn ich wusste ja durchaus, was mich hier erwartet, besitze ich die LP-Ausgabe doch seit langer Zeit. Die Tracklist entspricht der CD-Ausgabe von 1994 (das ist die oben angegebene), also andere Reihenfolge als auf der LP, dazu die beiden 1987 entstandenen Bonustitel. Ob für diese Ausgabe ein erneutes Remastering durchgeführt wurde, geht nicht so recht aus den Coverinformationen hervor.

Zur Musik haben sich die Kollegen ja schon erschöpfend geäußert. Wie die meisten seiner Alben aus den 80ern - eigentlich alle außer Defector und Momentum - ist auch Till We Have Faces nicht gerade ein Höhepunkt im Schaffen von Steve Hackett. Immerhin, das muss ich doch konstatieren, gefällt es mir doch etwas besser, als ich in Erinnerung hatte. Es ist ist letztlich doch nicht so poppig wie Cured und nicht so penetrant auf AOR getrimmt wie Highly Strung. Tatsächlich finden sich hier ein paar prinzipiell hörenswerte Stücke wie Matilda, A Doll That’s Made in Japan oder auch Duel.

Dass das Album dennoch über weite Strecken nervt, liegt - abgesehen von den zeittypischen Plastikklängen - einerseits an Hacketts oft arg gepresst klingenden Gesang, andererseits an der Tatsache, dass die exzessiv eingesetzten brasilianischen Trommler schlicht über die Musik wie drübergeklatscht wurden. Da findet keine Symbiose unterschiedlicher musikalischer Welten statt, lediglich ein nebeneinander, bei dem sich beide Seiten eigentlich nichts zu sagen haben. Schade, denn man kann südamerikanische Elemente durchaus erfolgreich in Rock- bzw. Popmusik integrieren, wie ein paar Jahre darauf Paul Simon mit seinem Album The Rhythm of the Saints zeigte. Ganz unterirdisch wird es übrigens wieder einmal, wenn Mr. Hackett versucht, einen auf Blues zu machen. Autsch! Der absolute Tiefpunkt des Albums.

Die optische Aufmachung der CD-Ausgabe ist dagegen durchaus ansprechend. Die Neuausgabe kommt im Digipack, das Beiheft enthält einen kurzen Text zur Entstehung des Albums sowie Kommentare zu jedem einzelnen Song. So erfährt man z.B., dass der Titel des Albums von der gleichnamigen Erzählung des britischen Schriftstellers C. S. Lewis inspiriert wurde, der einige Jahre zuvor schon für den Titel Narnia Pate stand. Dagegen habe ich von den auf der Coverrückseite angepriesenen „additional MP3 tracks“ nichts gefunden.

Der Vollständigkeit halber sei noch kurz die Reihenfolge der Songs auf der LP-Ausgabe angegeben. Seite 1: Duel, Matilda, Let Me Count the Ways, A Doll That’s Made in Japan; Seite 2: Myopia, What’s My Name, Rio Connection, Taking the Easy Way Out, When You Wish Upon a Star. Interessanterweise sind die beiden letzten Titel als 4A und 4B nummeriert, sollen also wohl eine Einheit bilden. Auf der CD-Ausgabe sind sie dagegen durch zwei weitere Stücke getrennt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.2.2014
Letzte Änderung: 12.2.2015
Wertung: 7/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steve Hackett

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Voyage Of The Acolyte 9.80 5
1978 Please Don't Touch 10.33 3
1979 Spectral Mornings 7.33 3
1980 Defector 9.33 3
1981 Cured 6.00 2
1983 Highly Strung 7.00 2
1983 Bay of Kings 7.50 2
1988 Momentum 10.50 2
1992 The Unauthorised Biography - 1
1992 Time Lapse 10.00 2
1993 Guitar Noir 11.50 2
1993 There Are Many Sides To The Night 14.00 1
1994 Timeless (MCD) 9.00 1
1995 Blues with a Feeling 1.00 2
1996 The Tokyo Tapes (DVD) 9.00 1
1996 Genesis Revisited 10.50 2
1997 A Midsummer Night's Dream - 1
1998 The Tokyo Tapes 9.00 2
1999 Darktown 10.67 3
2000 Feedback '86 2.33 4
2001 Live Archive 70,80,90s 11.00 1
2001 Live Archive 70's Newcastle 9.00 1
2002 Genesis Files - 2
2003 Live Archive - NEARfest 11.00 1
2003 Hungarian Horizons (Live in Budapest) 11.00 1
2003 Somewhere in South America... Live in Buenos Aires 13.00 2
2003 To Watch The Storms 11.00 4
2004 Live Archive 04 10.00 1
2004 Once above a time (DVD) 10.00 1
2004 Live Archive 03 11.00 1
2005 Metamorpheus 9.50 2
2005 Live Archive 05 9.00 1
2005 Spectral Mornings ('Musikladen' show) (DVD) 11.00 1
2006 Wild Orchids 10.33 3
2006 Live Archive 83 8.00 1
2009 Out Of The Tunnel's Mouth 11.50 2
2011 Live Rails 10.00 2
2011 Beyond the Shrouded Horizon 10.50 2
2012 Genesis Revisited II 13.00 3
2013 The Bremen Broadcast - Musikladen 8th November 1978 13.00 1
2013 Genesis Revisited: Live At Hammersmith 15.00 1
2014 Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall - 2
2015 Wolflight 11.00 1
2015 The Man, The Music 11.00 1
2016 The Total Experience Live In Liverpool 11.00 1
2017 The Night Siren 12.00 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum