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Emerson, Lake & Palmer

In The Hot Seat

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Victory
Durchschnittswertung: 1.6/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson keyboards
Greg Lake vocals,bass,guitars
Carl Palmer drums

Tracklist

Disc 1
1. Hand of truth   (Emerson,Lake) 5.22
2. Daddy   (Lake) 4.42
3. One by one   (Emerson,Lake,Olsen) 5.07
4. Heart on ice   (Lake,Olsen) 4.19
5. Thin line   (Wray,Olsen,Emerson) 4.45
6. Man in the long black coat   (Dylan,arr.Emerson) 4.12
7. Change   (Wray,Emerson,Olsen) 4.44
8. Give me a reason to stay   (Diamond,Lorber) 4.14
9. Gone to soon   (Lake,Wray,Wechsler) 4.11
10. Street war   (Emerson,Lake) 4.23
11. Pictures at an exhibition

1. Promenade 1.46
2. The Gnome 2.07
3. Promenade 1.45
4. The Sage 3.10
5. The hut of Baba Yaga 1.16
6. The great gates of Kiev 5.24

  (cd bonus track)
14.48
Gesamtlaufzeit60:47


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 5)


"In the hot seat", möglicherweise die letzte Studioplatte von ELP, entstand unter denkbar unglücklichen Umständen. Keith Emerson hatte ernsthafte Probleme mit seiner Hand, war finanziell am Ende, und die Plattenfirma wollte unbedingt ein kommerzielles Album. Ohne Klassikadaptationen, Longtracks oder etwaige Konzeptwerke.(Letzteres war eigentlich schon fest eingeplant).

Die vorliegende Scheibe setzt also konsequent die Reise Richtung Pop-Rock-Mainstream fort, die auf dem Vorgänger "Black moon" bereits angedeutet wurde. Proggiges oder Instrumentales sucht man auf "In the hot seat" vergebens. Die Geschichten zur Entstehung dieser Platte erinnern an andere von geldgierigen Plattenfirmen und Produzenten erzwungene Werke wie "Love Beach" von ELP oder "Union" von Yes. Bei vielen Songs haben die zwecks Steigerung der Radiotauglichkeit angeheuerten Aushilfskomponisten tatkräftig mitgewirkt. Einer davon war Keith Olsen, der Produzent von "In the hot seat". Auf "Gone too soon" gingen Lake und Olsen soweit, Keith Emerson durch einen anderen Keyboarder und Carl Palmer durch eine Drum-Maschine zu ersetzten.

Solche Vorgänge machen für meine Begriffe diese Veröffentlichung zur Farce, zumal die musikalischen Resultate, die von sympathischem Allerweltspop bis zu wirklich übler Kommerzware reichen, meistens recht enttäuschend anmuten. Es half trotzdem nichts, "In the hot seat" wurde ein Flop und die Plattenfirma ging Pleite. Heute will keiner der drei Musiker dieses Album je wirklich gemocht oder gewollt haben.

Ach ja, da wäre noch ein CD-Bonustrack, eine digitale Studioversion von "Pictures at an Exhibition", aufgenommen ca.1993. Eigentlich ganz nett, besonders nach der "eigentlichen" Scheibe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2002
Letzte Änderung: 15.11.2002
Wertung: 2/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 5)


"Unglückliche Umstände" hin oder her, dieses Ding ist einfach Mist und steht für mich auf gleicher Stufe mit "Works, Vol. 2". Eigentlich noch fast darunter, denn während auf "Works" immerhin hie und da von Palmer noch variables Schlagzeugspiel und teilweise auch origineller Einsatz verschiedenster Rhythmusinstrumente zu hören ist, leidet er hier eindeutig am "Alan-White-Syndrom" und beschränkt sich meist auf stupides Geklopfe. "Daddy" übertrifft an Peinlichkeit sämtliche mir bekannten Lake-Schnulzen, "Change" und "Gone Too Soon" sind belangloser Pop, wie ihn Genesis in ihren schlimmsten Momenten nicht verbrochen haben, und das affektierte "Funky"-Gehabe von "Thin Line" ist einfach nur nervig. Nee nee, da kann mich auch die Neueinspielung von "Pictures at an Exhibition", das hier sowieso nur in einer verstümmelten Version enthalten ist, nicht mehr versöhnen. 1 Punkt ist hier völlig ausreichend.

Anspieltipp(s): bloß nicht!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.3.2004
Letzte Änderung: 21.3.2004
Wertung: 1/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 5)


Kann mich da nur noch anschliessen: "in the hot seat" ist ein Album, das dieser Band absolut unwürdig ist. Schwülstig, banal, ideenlos, uninspiriert......kurz: grässlich. Aus alter Verbundenheit bringe ich es allerdings nicht übers Herz, eine 1 zu vergeben. Der Dinosaurier ist hiermit aber endgültig ausgestorben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.3.2004
Letzte Änderung: 21.3.2004
Wertung: 2/15
das Ende

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 5)


Eine scheußliche Platte, die durch den Bonustrack - Pictures at an Exhibition in einer fiesen Plasteversion - noch ein wenig scheußlicher wird. Weiteres zu diesem Track pestete ich hier in Rezension Nr. 2.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.1.2006
Letzte Änderung: 31.5.2012
Wertung: 1/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 5 von 5)


1994 arbeiteten ELP unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen an einem neuen Album. Emerson konnte seinen rechten Arm praktisch nicht benutzen, er steckte mitten in einer (teuren, wie man hört) Scheidung und er hatte eine saftige Steuernachzahlung zu gewärtigen. Bis auf den Arm geht uns das nichts an, aber die eigentliche Geißel des Albums schlug aus einer ganz anderen Richtung: Sie trug den Namen Keith Olsen, der war als Produzent der verlängerte Arm einer jener Plattenfirmen, die in ihrer unendlichen Weisheit immer wieder altgediente Progbands dazu zwingen, miese Poprockplatten aufzunehmen – um dann aus allen Wolken zu fallen, wenn die Fans dieser Bands die Alben nicht kaufen und das angepeilte neue Publikum die alten Herren für ebensolche Säcke hält. Und sie ebenfalls nicht kaufen.

Und so zwang man Keith Emerson, aus einer um Bob Dylans „Man in the long black Coat“ gewobenen düsteren Gothic-Western-Suite zwei recht simple Songs zu machen, „Man in the long black Coat“ und „One by one“. Sechs, sieben Minuten Musik verschwanden in der Schublade. Damit begann die Katastrophe.

Dabei fängt die Scheibe eigentlich recht stark an: „Hand of Truth“ beginnt mit einem Wechsel von 5/4- und 4/4-Takten, Emersons wahrzeichenhafter Quartenharmonik und fanfarenartigen Akkorden. Der Song, der erst nach dem 2 Minuten langen Intro beginnt, funktioniert gut, „Hand of Truth“ ist damit ein ebenso starker Einstieg in das Album wie es „Black Moon“ für den Vorgänger war: ein solider. Aber im Sound werden die Schwächen des Songs – und wie sich herausstellen wird, des ganzen Albums - deutlich: Der Gesamtklang ist dumpf und muffig, die Hammond-Orgel ist kaum zu hören und die Keyboardsounds sind ungewöhnlich konventionell. Fast klingt es so, als habe Emerson einfach die ab Fabrik voreingestellten Sounds benutzt.

„Daddy“ ist eine eigentlich ehrenhafte Ballade, die die schmerzvollen Gedanken des Vaters eines entführten Kindes schildert. Dem unerträglich schwermütigen Text steht allerdings eine nahezu dämlich simple Musik zur Seite, die nicht nur eigentlich aus dem Wechsel lediglich zweier Akkorde besteht.

Es folgt „One by one“, der Song, der ein Teil der „Man in the long black Coat“-Suite hätte werden sollen. Das Stück funktioniert, nicht zuletzt wegen einer altbewährten ELP-Formel, die Emerson für den Aufbau benutzte: Zwei Instrumentalteile rahmen einen Song mit düsteren Strophen und majestätischem Refrain. Das Intro ist fast atonal und der Wechsel in den 12/8-Takt des Songs kommt ebenso abrupt wie überraschend. Der Song lebt dann von den Keyboard-Einsprengseln und einem quasi-barocken Orgelsolo, die allerdings wieder unter der Produktion leiden: Nichts klingt so scharf, so beißend, wie es von Emerson gemeint ist.

Mit „Heart on Ice“ geht es dann rrrrichtig tief hinab in die qualitative Talsohle. Gleich das Klavierintro ist bei Chicago geklaut – unterste Schublade. Zu diesem Song ist nichts zu sagen als das, was er selbst sagt: „Just take my heart, put it on ice. Your love is a fire, a burning hurricane“. Das ist Flippers-Niveau, da hilft auch die englische Sprache nichts. Wer hat’s geschrieben? Lake und Olsen? Wen wundert’s.

Auf dem (ansonsten uninteressanten, weil ziemlich steifen) Funk-Shuffle „Thin Line“ geschieht ein Wunder: Keith Olsen hat kapiert, wie man eine Hammond-Orgel aufnimmt! Das – äh - war’s dann aber auch schon. Er vergisst's dann schnell wieder.

Es folgt „Man in the long black Coat“. Ein weiterer kleiner Lichtblick: Der Song ist ein wenig unscheinbar, dennoch dürfte das die beste Adaption ELPs seit langen Jahren sein. Lake kriegt es erstmals hin, halbwegs interessant zu singen: Einfach eine Oktave tiefer, klingt sein Bariton ebenso düster wie der Text Dylans. Dazu kommen Instrumentalpassagen, in denen Lake und Palmer Emersons 9/8-Melodie eine 6/8-Figur gegenüberstellen. Über all dem liegt eine halbwegs gelungene düstere Atmosphäre. Man kann nur ahnen, was Emerson aus „Man in the long black Coat“ hätte machen können, wenn man ihn gelassen hätte. Und wenn Keith Olsen die Musik nicht so poppig produziert hätte.

Mit „Change“ und „Reason to stay“ folgen zwei weitere völlig unnütze Ergänzungen des ELP-Katalogs. Während „Change“ kompositorisch wenigstens noch als ELP-Stück zu erkennen ist, ist „Reason to stay“, immerhin schön vorgetragen von Greg Lake, eine vollkommen beliebige, reichlich zuckerige Ballade, einfallslos und billig produziert.

Es folgt „Gone too soon“. Und verklingt wieder. Bleibt der seltsame Gedanke, dass “Love Beach” mit solchen Songs vielleicht ein großer Erfolg geworden wäre. Soll man nun dankbar sein, dass es anders kam?

Wenn ein Album zu kurz ist, wärmt man Gebrauchtmaterial auf. So auch hier: „Street War“ stammt von einem Projekt, das 1989 von Lake, dem damals ehemaligen Asia-Keyboarder Geoffrey Downes und dem ehemaligen King Crimson-Schlagzeuger Michael Giles betrieben wurde, das aber nicht zu einer Veröffentlichung führte. Für „Ride the Tiger“ entstanden acht Songs, darunter eben jenes „Street War“ (und daneben "Paper Blood" und "Affairs of the Heart" auf ELPs "Black Moon", „Love under Fire“, später auf dem Asia-Album „Aqua“; zwei weitere Stücke wurden dann auf Lakes „From The Beginning. The Greg Lake Retrospective“ veröffentlicht). „Street War“ kann einige typische ELP-Charakteristika vorweisen: einen polyrhythmischen Einstieg (4/4 über 5/5), typische Emerson-Sounds, Texte, die an die Siebziger erinnern („Tarkus“) – der Song leidet allerdings sehr unter einer stumpfsinnigen Bassfigur, die stur und nahezu ununterbrochen wiederholt wird.

Die angepappte Studioversion von „Pictures at an Exhibition“ ist Mantel-des-Schweigens-Musik.

Wenn man an „In the Hot Seat“ etwas Gutes finden will, dann ist es vielleicht der Wille, sich bei dem (positiv formuliert) marktorientierteren Material an den Tugenden des Emerson, Lake & Powell-Albums zu orientieren: Stringente Songs, schnörkellos und ohne große artistische Ausschweifungen sauber auf den Punkt gebracht. Damals hatte es funktioniert – hier nicht. Die Band war wie immer zerstritten, wer immer noch nicht weiß, warum Emerson Lake hasste, braucht sich nur Lakes Beiträge anzuhören und die Texte mitzulesen. Die eigentliche Katastrophe liegt aber in der Verantwortung der Plattenfirma und des Produzenten: Das Klangbild von „In the hot Seat“ zeigt, dass Keith Olsen der Musik und dem Sound von ELP völlig verständnislos gegenüberstand. Carl Palmer klang noch nie so sehr wie jeder andere Schlagzeuger, nicht einmal bei Asia. Mit der Ausnahme von „Thin Line“ kekommt es Olsen nicht hin, die für Emerson so wichtige Hammond-Orgel so abzumischen, dass man sie hört. An anderen Stellen haben er und Lake Emerson und Palmer einfach durch Studiomusiker ersetzt: Zumindest auf „Gone too soon“ ist nicht Emerson, sondern jemand namens Rick Barker zu hören. Und prompt klingt der Song nicht annähernd nach ELP. Anderswo drumt ständig eine Machine. Emerson schlug zurück, indem er einige besonders schlappe Basslinien Lakes mit Keyboardsounds überspielte und die Texte Lakes an vielen Stellen durch neue ersetzte. Zu Recht, wenn man an den oben zitierten Refrain von „Hand of Truth“ denkt. All das sind Dinge, die ein guter Produzent unterbindet. Olsen schaffte das nicht. ELP waren in mehrerlei Hinsicht eine Nummer zu groß für ihn. Allerdings waren sie damals auch eine Nummer zu klein, um ein Studioalbum bestreiten zu können.

Anspieltipp(s): Keiner! Ehrlich!
Vergleichbar mit: Ein trauriger Abgesang. Wundert mich, dass es noch Zweifel daran gibt, welches ELP-Album das schlechteste ist...
Veröffentlicht am: 31.5.2012
Letzte Änderung: 4.6.2012
Wertung: 2/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Emerson, Lake & Palmer 11.60 6
1971 Tarkus 10.75 5
1971 Pictures at an Exhibition 12.00 5
1972 Trilogy 12.00 4
1973 Brain Salad Surgery 12.00 4
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.50 2
1977 Works, Volume 2 4.63 8
1977 Works, Volume 1 7.25 4
1978 Love Beach 6.43 7
1979 In Concert 6.00 1
1992 Black moon 4.50 4
1992 The Atlantic Years 12.00 1
1993 Live At The Royal Albert Hall 10.50 2
1993 The Return of the Manticore 12.00 3
1993 Works Live 10.00 1
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2002 Best of the Bootlegs 9.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 7.00 2
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1
2010 Live High Voltage 10.00 1
2011 Live At The Mar Y Sol Festival '72 12.00 1
2011 Live At Nassau Coliseum '78 11.00 1
2011 ...welcome back my friends High Voltage Festival 2010 40th Anniversary 9.00 1
2013 Live in Montreal 1977 8.00 1

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