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Karmakanic

Entering the spectra

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; HardRock; RetroProg
Label: Regain Records
Durchschnittswertung: 11/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jonas Reingold bass
Roine Stolt guitars, vocals
Göran Edman vocals
Jaime Salazar drums
Zoltan Csörz drums
Tomas Bodin keyboards
Johan Glössner guitar
Robert Engstrand keyboards

Tracklist

Disc 1
1. The Little Man 1:29
2. Entering the Spectra

1. Yellow
2. Blue (The Innocent)
3. Red
4. Purple
5. Indigo
6. Green
7. White

12:20
3. The Spirit Remains the Same 6:02
4. Cyberdust From Mars 3:35
5. Space Race No.3 4:36
6. The Man in the Moon Cries 3:14
7. One Whole Half 5:18
8. Is This The End?

1. Part I (The End)
2. Part II (The Light)
3. Part III (The Question)

7:12
9. Cello Suite No.1 in G Major 1:03
10. Welcome to Paradise 9:20
Gesamtlaufzeit54:09


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 4)


Schweden ist ein liberales Land. Aber das inzestuöse Treiben in der Flowerkings-Familie beginnt allmählich orgienartige Ausmaße anzunehmen. Da gibt es nicht etwa nur die Soloalben von Tastenmann Tomas Bodin oder Bandchef Roine Stolt. Kürzlich wurde auch die Alt-Formation Kaipa wieder ins Leben gerufen. Und jetzt hat Bassmann Jonas Reingold sich ebenfalls dazu entschlossen, auf dem Solopfad zu wandeln. Allerdings könnte es da eng werden, denn Reingold hat praktisch die komplette Flowerkings-Besetzung in den Rucksack gepackt. Und so gibt es parallel zu „Unfold the Future“ schon wieder ein neues Album, auf dem einem die charakteristischen Gitarrenklänge plus einiger Vocalparts von Roine Stolt entgegenschallen, Klänge, die man überdies ja auch noch von Transatlantic kennt. Offen gestanden würde ich es begrüßen, wenn in dieses musikalische Chromosom allmählich mal ein paar fremde Klang-Gene eingeschleust würden. Oder – um die Sprache des Marketing zu bemühen –, es dient nicht eben der Produktdifferenzierung, wenn auf derart vielen Platten immer wieder die gleichen Sound-Zutaten verwendet werden.

Sieht man von diesen grundsätzlichen Einwänden ab, dann ist das unter dem Projektnamen „Karmakanic“ vorgelegte Album jedoch erstaunlich gelungen. Es handelt sich um ein sogenanntes Konzeptalbum. Gleich im ersten Track wird im ironischen Tonfall die Zukunftsgeschichte eines „tiny little man“ und seiner Visionen erzählt. Aber den Inhalt der Story habe ich jedesmal spätestens im Verlauf von Track zwo wieder vergessen. Er ist mir auch eigentlich egal. Viel interessanter sind die Töne. Die Musik auf „Entering the Spectra“ ist summa summarum schlichter als die auf dem Parallelalbum der Flowerkings. Sie schlägt über größere Strecken mehr in die Richtung eines unlärmigen, harmonischen Hardrocks. Einiges, Track 10 beispielsweise, erinnert mich an Uriah Heep oder ähnlich altehrwürdige Acts. Aber das Gesamtergebnis ist insgesamt kaum weniger effektvoll als „Unfold the Future“, denn die Platte ist mit Geschick gemacht und auch durchaus abwechslungsreich. Eine besondere Empfehlung verdient dabei der Titeltrack.

Da es sich um das Soloalbum eines Baßspielers handelt, muß der natürlich auch ein bißchen an seinem Instrument protzen. Das geschieht u.a. in Track 9 mit einer kurzen Anleihe bei Johann Sebastian Bach, die allerdings aufregender gewesen wäre, wenn man sie über die Minute, die das Ganze dauert, hinaus weiterentwickelt hätte. Außer dieser barocken Episode enthält „Entering the Spectra“ übrigens neben einigen leicht angejazzten auch ein paar richtig "klassische" Prog-Passagen.

Ich vergebe die gleiche Punktzahl wie für „Unfold the Future“. Möglich, daß das Interesse an „Karmakanic“ nicht ganz so lange vorhält wie an der komplexeren Flowerkings-CD. Sicher ist das aber nicht. Denn „Entering the Spectra“ ist zweifellos geschlossener, enthält weniger Füllmaterial und hinterläßt nicht so sehr – wie fast alle Flowerkings-CDs – den Eindruck, daß die Sache noch besser geworden wäre, wenn man sich nur dazu entschlossen hätte, ein paar Sachen wegzulassen.

Anspieltipp(s): Entering the Spectra
Vergleichbar mit: Roine Bodins Kaipakings!
Veröffentlicht am: 5.12.2002
Letzte Änderung: 5.12.2002
Wertung: 12/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 4)


Na, auf eine Stufe mit "Unfold the Future" würde ich "Entering the spectra" nicht stellen. Zweifellos: das Album macht Spass! Aber "Unfold the future" ist variabler und abenteuerlustiger. Ausserdem: "Cello suite no 1 in G major" ist an und für sich schon reichlich überflüssig, dazu noch nicht mal besonders sauber gespielt. Das ist Füllmaterial, hat mich geärgert und trübt somit den Gesamteindruck.

Dennoch: eine Empfehlung ist Karmakanic auf jeden Fall wert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2002
Letzte Änderung: 5.12.2002
Wertung: 11/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 4)


Mit einer irren Auflistung von prominenten Musikern der Flowerkings sowie der Yngwie Malmsteen-Livebesetzung, hat Jonas Reingold ein schlichtweg begeisterndes Album vorgelegt. Die Mischung aus progressiven Elementen mit Metal und JazzRock (!) ist spannend, packend und witzig von der ersten bis zur letzten Minute.

Auf "Entering The Spectra" kommt Reingolds Songwritertalent voll zur Geltung, bei seinen bisherigen Flower Kings-Alben ("Space Revolver" und "The Rainmaker") durfte er dieses nur andeuten. Anders als auf dem etwas drögen Album "Pin Up Guru" seines Bandkollegen Tomas Bodin, das gleichzeitig erscheint, stellt er zwar seine exzellente Bassarbeit durchaus in den Vordergrund, läßt aber auch anderen Musikern genügend Raum.

'Once upon a time there was this tiny little man' - so beginnt die ironisch-märchenhaften gesprochenen Einleitung der Karmakanische par-force Ritt durch die Geschichte des 'tiny little man with an ordinary life', der so gerne etwas Besonderes sein möchte und deswegen in die Traumwelt des Net flüchtet (Ähnlichkeiten mit ehemaligen oder aktuellen Lesern oder Autoren sind rein zufällig ;-)).

Musikalisch wird das Album durch das epische Titelstück Entering The Spectra eröffnet - typisch für das Titelstück, wie für das gesamte Album ist der unglaublich freche Stilmix, den Reingold den Kompositionen verpasst. Da folgt auf das Metal-Intro schon mal der Beatles-Part um von einem Jaco-Pastorius-mäßigem Intermezzo fortgeführt zu werden. Deutlicher noch als bei den anderen Songs des Albums, ist hier die starke Verbundenheit mit den Flowerkings unüberhörbar, fast ein wenig so, als ob Roine die Leitung der Band kurzfristig an Jonas abgegeben hätte. Entering The Spectra ist mit Sicherheit einer der besten Flowerkings Longtracks überhaupt.

Obwohl Daniel Gildenlöw bei Karmakanic (noch) nicht mit von der Partie ist, erinnert The Spirit Remains The Same sehr an Pain of Salvation. Der fantastische Gesang von Göran Edman (Ex- Yngwie Malmsteen), dazu ein sägendes Aborigine-Vocal-Sample machen den Song sehr düster, ganz so, wie man es von der Gildenlöw-Combo gewohnt ist.

Sehr spacig und "weird" kommt Cyberdust From Mars daher, v.a. die sehr ungewöhnlichen Vocals von Roine sind erstaunlich - eben weird. Fast schon klassische Rocksongs folgen danach mit Space Race No. 3 ('Kings X mit Mellotron') und The Man In The Moon beide gesungen von Göran Edman.

One Whole Half war schon in einer früheren Version auf der Bonus Disc des TFK-Albums "The Rainmaker" zu hören, diese neu aufgenommene Version erinnert ein wenig an "Hell's Bells" (nicht von AC/DC, sondern von der ersten Bruford-Scheibe "Feels Good To Me") und enthält ein exzellentes Bass-Solo.

Noch einmal episch wird es auf Is This The End?, einem ungewöhnlich ruhig (aber schön) beginnendem Song, der sich zum eigentlichen grande finale des Albums entwickelt, mit einem fast an Queens bombastischste Werke erinnerndem Finale...naja...sagen wir mal TFK covert Queen.

Im 'Anhang' der CD dann noch eine irrwitzig schnell gespielte Fretless-Version von Bach's Cello Suite No. 1 Thema und das bös-ironische, furiose Welcome To Paradise ein Duett von Gorän Edman und Jonas Reingold (!!): Göran ist die gute Fee, Jonas der Cyber Virus (harhar).

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich schon lange nicht mehr ein so abwechslungsreiches und lustiges, selbst-ironisches und dennoch exzellentes Album gehört habe. Jonas Reingold hat bewiesen, dass er weitaus mehr ist, als bloß der Bassist der Flowerkings. Schon wird von einer kleinen Tour gemunkelt, der Nachfolger soll angeblich auch schon fertig geschrieben sein. Wenn das so ist, dann immer her damit!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.5.2003
Letzte Änderung: 8.5.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Zusammen mit Jonas Reingold und der halben "Flower Kings"-Familie "entern" wir das breite Spektrum des Bassspiels. Doch nicht nur dies: "Entering The Spectra" rückt ein wesentliches, prägendes Element von Unfold the Future noch konsequenter in den Vordergrund: das tolle Bass/Drum-Zwiespiel. Freunde knackiger, druckvoller, virtuoser, abwechslungsreicher, mal jazziger, mal klassisch angehauchter Rhythmusarbeit werden ihre helle Freude an diesem Album haben. Daneben gehen jedoch auch die anderen Instrumente nicht unter, finden sich schöne Melodien und Harmonien, so dass das Ganze auch hörbar bleibt. Man hört dem Album hin und wieder an, dass es aus dem Dunstkreis des Roine Stolt stammt, es ist für mich aber doch weiter weg vom typischen FloKis-Sound als zum Beispiel die "neuen" Kaipa oder die Alben von Tomas Bodin. Highlights sind das abwechslungsreiche Titelstück, das in seinen Gesangsparts noch am ehesten wie die Flower Kings klingt, dann der powertrack "Cyberdust from Mars" mit beinahe opernhaftem Gesang, der diesbezüglich Inspiration für "A Vampire`s View" Adam & Eve hätte sein können, weiter "One Whole Half", ein jazziges Feuerwerk der Rhythmusfraktion und im übrigen das stärkste Stück des ansonsten eher schwachen Albums The Rainmaker (gibts allerdings bloss auf der Bonus-CD). Schliesslich "Welcome to Paradise", wo nochmal richtig die Post abgeht, pure Spielfreude herrscht, abwechslungs- und einfallsreich komponiert wurde und einige humoristische Einlagen das Stück abrunden.

Immer noch gut, aber nichts Besonderes mehr, sind "The Spirit remains the same", das zwischenzeitlich einige Riffs bei Metallicas "... and justice for all" klaut, das solide "Space Race Nr.3" mit schwermetallenem Riffing und mächtigen Toms, schliesslich das ruhige "II (the question)", dessen Keyboardteppiche im Mittelteil mich ein wenig an "It`s getting late in the evening" von Talk Talk, der anschliessende Gesang an Roger Waters und "Radio K.A.O.S." erinnern. Im Übrigen habe ich hin und wieder auch den Eindruck, gewisse parts ähnlich auch schon bei Yngwie Malmsteen gehört zu haben.

Eher unnötig sind das banale "Man in the Moon", das ein SKIP-Kandidat ist, ebenso das "wohltemperierte Cello", das irgendwie hingeschludert wirkt.

Summa summarum kann man hier bedenkenlos zugreifen. "Entering the Spectra" erreicht zwar nicht die Komplexität und Grösse von Unfold the Future, kann sich aber ohne Weiteres mit den meisten anderen Alben der Flower Kings messen. Und auch diejenigen, die beim Namen Stolt ein leichtes Völlegefühl verspüren, müssen keine Angst vor Verdauungsproblemen haben. Reingold massschneiderte sich, seiner Hausband und den übrigen Gastmusikern absolut eigenständige Kompositionen auf den Leib, in welchen das Gitarrenspiel des Roine Stolt nur eine Facette ist.

Anspieltipp(s): Entering The Spectra, One Whole Half
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2005
Letzte Änderung: 14.2.2005
Wertung: 10/15

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