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Eloy

Ocean 2 - The Answer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; RetroProg
Label: GUN
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Frank Bornemann Gesang, Gitarre
Michael Gerlach Keyboards
Klaus-Peter Matziol Bass, Gesang
Bodo Schopf Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Between Future And Past 2:43
2. Ro Setau 7:09
3. Paralysed Civilization 9:28
4. Serenity 3:09
5. Awakening Of Consciousnes 6:03
6. Reflections From The Spheres Beyond 12:59
7. Waves Of Intuition 4:56
8. The Answer 11:19
Gesamtlaufzeit57:46


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Seit Mitte der 90er Jahre hat sich wieder eine feste Eloy Besetzung etabliert, und mit Klaus-Peter Matziol ist auch ein Musiker aus Eloys besten Tagen wieder dabei. Der Albumtitel deutet bereits an, dass "Ocean 2" an das 1977 erschiene Erfolgsalbum anknüpfen soll, was natürlich Erwartungen weckt, gilt "Ocean" doch den meisten Fans als Höhepunkt im Schaffen der Band.

Und tatsächlich ist dieses Vorhaben weitgehend gelungen. Große musikalische Innvovationen darf man nicht erwarten, denn wie Frank Bornemann damals sinngemäß erklärte, ging es darum, den Fans den Sound der 70er mit klangtechnischen Mitteln der 90er zu bieten - also RetroProg in Reinkultur. Dennoch ist "Ocean 2" keinesfalls ein bloßer Abklatsch des ersten "Ocean" Albums; vielmehr verstehen es Eloy geschickt, diverse Stilmerkmale ihrer Bandgeschichte zu kombinieren.

Erfreulicherweise hat Frank Bornemann seine Neigung zum Falsettgesang, die noch das Album "Destination" stark geprägt hatte, abgelegt, und ist zur "normalen" Stimme zurückgekehrt. Dass auch diese nicht jedermanns Sache ist, sei hier trotzdem noch mal erwähnt... ich finde, sein Akzent ist nicht mehr so stark wie früher. Sein Gitarrenspiel ist untadelig wie immer, nicht spektakulär oder gar "frickelnd", sondern stets auf musikalische Atmosphäre bedacht. Keyboarder Michael Gerlach, mit dem Frank Bornemann schon seit 1988 zusammenarbeitet, bevorzugt einen anderen Sound als die Sphärenklänge des 70er Jahre Tastenmannes Detlev Schmidtchen, sein Spiel ist eher mit späteren Eloy Alben wie "Planets" vergleichbar. Auch die Eloy-typischen Background Chöre werden verwendet, leider im abschließenden "The Answer" etwas zu pompös. Daneben gibt es schöne Vocoder Einsätze ("Paralysed Civilization", "Reflections From The Spheres Beyond"), die für mythische Aura sorgen.

"Ocean 2" ist ein überzeugendes Comeback einer der bedeutendsten deutschen Progressive Rock Formationen. Wer allerdings schon mit den alten Eloy nichts anfangen konnte, wird diesem Album auch nicht viel abgewinnen können.

Anspieltipp(s): Ro Setau, Paralysed Civilization
Vergleichbar mit: den klassischen Eloy Alben von "Dawn" bis "Planets"
Veröffentlicht am: 15.12.2002
Letzte Änderung: 20.2.2003
Wertung: 11/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 4)


"Ocean II -The Answer" ist der Nachfolger des 1977 veröffentlichten Albums Ocean. Das war allerdings ein echter Kracher und besitzt heute sowas wie Kultstatus - zumindest bei mir, wenn ich auch nicht der steinharte Eloy-Fan bin. Ocean II wird sich nun überall an seinem Vorgänger messen müssen - das will ich aber bewußt vermeiden, denn Eloy haben sich im Laufe der Jahre entwickelt und deshalb kann Ocean II nicht wie Ocean I klingen. Also hinweg mit alten Vorstellungen und rein ins Hörvergnügen.

Das beginnt mit einem 2.43 min. langem Intro namens "Between Future And Past" und zumindest ich finde hier starke Anleihen an Pink Floyd's "Shine On You Crazy Diamond". Hm, mal sehen wie's weitergeht.

"Ro Setau" beginnt recht verhalten und besonders der ruhige Gesang von Frank Bornemann macht sich hier sehr gut. Überhaupt hat der Mann gut gelernt seine Stimme einzusetzen und man muß dies als dicken Pluspunkt von Ocean II werten. Dazu werden auch weibliche Chöre eingesetzt, die ein harmonisches Hintergrundszenario schaffen.

"Paralysed Civilization" beginnt dann recht experimentell - besonders die geschickten Keyboard Harmonien sind gut. Auch hier wieder die schönen Chöre. Im Wechselspiel mit dem Leadgesang - klingt toll. Der Mittelpart besteht dann aus einer sehr ruhigen Sektion die durch einen weniger ruhigen Gitarrenpart ersetzt wird. Hier hätte ich mir mehr Breaks oder Tempowechsel gewünscht. Schade, denn der Song wirkt doch ein wenig zu lang.

Dafür kann man das anschließende "Serenity" als besonders gelungen ansehen. Diese Basslinie und die Gitarre, der tolle Gesang. Hier stimmt alles und hätte durchaus auch noch länger dauern können....

Der folgende Track ist für mich, nach dem ruhigen Serenity der beste des Albums. Hier geht es endlich mal etwas kerniger los und vor allem auch verspielter. Davon hätte ich mir noch mehr gewünscht.

Mit 12.59 min der längste Song des Albums ist "Reflections From The Spheres Beyond". Ruhig beginnend, steigert man sich immer mehr - leider nicht bis zum Höhepunkt. Irgendwie will bei mir der Funke nicht richtig zünden, denn die guten Ideen sind da, aber mir fehlt der krönende Abschluß. Das soll nicht heißen, daß ich den Song schlecht finde, aber m.E. tritt man ein wenig auf der Stelle.

Die "Waves Of Intuition" schlagen wieder nicht hoch genug. Ich erwarte immer wieder einen grandiosen Paukenschlag oder so etwas in der Art, aber er will einfach nicht kommen.

Leider muß ich das auch für "The Answer", den Titelsong, sagen. Auch hier wieder grandiose Elemente, schöne Harmonien, genialer Gesang usw... es wird eine einmalige Atmosphäre, geradezu mystisch, geschaffen, aber mir fehlt irgendwie ein Part, der mal so richtig reinhaut. Mal etwas, was nicht so im Midtempo schlummert. Das ist m.E. der große Schwachpunkt des Albums. Zu wenig Tempowechsel. Dadurch fehlen Aufhänger, die einen Einstieg in einzelne Songs vereinfachen und den Wiedererkennungswert steigern.

So bin ich leider gezwungen zu sagen, daß mir "Ocean II - The Answer" zwar durchaus als gutes Prog-Rock Album gefällt, aber mehr auch nicht. Somit reicht es leider nicht zu einer Spitzenbewertung, schade, denn die Ideen hätten zu mehr gereicht - da bin ich mir sicher. Empfehlen kann man das Album aber trotzdem ohne Einschränkungen, denn es entwickelt mit zunehmendem Hören immer mehr Freude und offenbart auch kleinere Spielereien.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.12.2002
Letzte Änderung: 8.1.2004
Wertung: 9/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 3 von 4)


Was für ein Comeback! 4 Jahre nach dem letzten Studioalbum "The tides return forever" melden sich Eloy mit der Fortsetzung ihres 77er Albums "Ocean" zurück. "Ocean 2 / The answer" ist jedoch mehr als nur eine Antwort auf die Vergangenheit, Eloy haben wieder zu alter Stärke zurückgefunden und präsentieren sich agiler denn je. Die simple Formel heißt einfach "Back to the roots", in diesem Fall eine Rückkehr zur eigenen Musik Ende der 70er, Anfang 80er, der erfolgreichsten Zeit der Hannoveraner.

Die Musikkritiker außerhalb des Progressive Rocks zerreißen natürlich wie immer diese CD in der Luft, denn was ist "Ocean 2" mehr als ein Aufguss eines ehemaligen Erfolgsrezeptes. Doch lasst sie meckern, denn der Fan wird mit diesem Konzeptwerk bestens bedient. Okay, am Anfang der CD wurde auch schon mal etwas bei anderen Bands geklaut. Das Intro "Between future and past" klingt wie eine Mischung aus Pink Floyd's "Shine on you crazy diamond" und dem Getickere aus "Time". Doch spätestens bei "Ro Setau" klingt es wieder typisch nach Eloy. Griffige Gitarrenakkorde, tolle eingängige Melodien, hier und da ein begeisterndes Keyboardsolo und der spielerisch umschmeichelnde, sphärische Sound, so wie man ihn von Klassikern wie "Ocean" oder "Time to turn" kennt.

Epische Werke, wie das dreizehnminütige "Reflections from the spheres beyond" oder auch der Schlusstrack "The answer" sind voll Spannung gestaltet, da macht das Zuhören selbst nach dem zehnten mal immer noch Spaß. Dazu gesellen sich bombastische Momente im Überfluss, weiblicher Backgroundgesang und auch die Gewissheit, dass Frank Bornemann selbst nach über 27 Jahren Bandgeschichte sein englisch immer noch nicht perfektioniert hat.

Doch über solch kleinen Makel steht der Fan doch ganz locker, denn bei "Ocean 2" stimmt wieder mal alles (im Gegensatz zu solch Rohrkrepierern wie "Ra").

Anspieltipp(s): Ro Setau, The answer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.8.2004
Letzte Änderung: 27.9.2004
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 4 von 4)


"Man is a prisoner of time, yet time lives in eternity..." Mit Ocean 2 hat 1998 die bis dato fast 30-jährige Odyssee von Eloy ihr (vorläufiges?) Ende gefunden. Betrachtet man nun die Historie dieser legendären Band, dann hat sich – entgegen anscheinend nicht ausrottbarer Meinung einiger ihrer notorischen Verächter – bei Eloy eine Menge getan. Tatsächlich dürfte Eloy eine der wandlungsfähigsten Bands in der deutschen Kraut-/Progrock-Szene (gewesen?) sein.

Eloy haben ihren ganz speziellen Sound deutlich im Wandel der Zeiten entwickelt und verändert. Stand am Anfang noch der psychedelische Krautrock, wandelte sich dieser in der zweiten Hälfte der 70-er in elegischen Progressive Rock. Jene Jahre – von Power and the Passion bis Silent Cries & Mighty Echoes bzw. mit leichten Abstrichen bis Time to Turn dürfen auch als die klassische Phase der Band begriffen werden. Mit Colours bzw. deutlicher noch mit Performance begannen dann neue musikalische Stile – von Wave bis zum Synthie-Pop der 80-er - Einfluss zu gewinnen. Die erste Hälfte der 90-er zeigte sich die geschrumpfte Band dann im Bann eines zunehmend progressiven Melodic Rock.

1998 schien dann die Zeit reif zu sein für eine wirkliche Rückbesinnung auf die erfolgreichste Phase der Band, nämlich die elegisch-progressive Ende der 70-er Jahre. Der Retroprog hatte bereits den Weg für eindeutige Rückbesinnungen bereitet; die Zeiten halbherziger Versuche, sich auf die goldene Phase der Bandgeschichte zu beziehen, waren vorüber. Ocean 2 ist die vollständig gelungene Wiederherstellung des kosmischen Bandsounds in den ausgehenden 90-ern und reicht tatsächlich an das angestrebte Vorbild heran.

Was für eine Befreiung am Ende dieser langen Odyssee... und hatte ich das Thema des Albums schon erwähnt? Ach so, ja.

Ich wüsste nicht, wie es nach der Heimkehr in das gelobte Land, weitergehen sollte. Frank Bornemann anscheinend auch nicht, denn seitdem gab es kein neues Album mehr. Die Eloy-Mythologie hat sich an der musikalischen Geschichte der Band ja auch quasi selbst vollzogen: als Rückkehr ins verlorene Paradies.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Eloy!
Veröffentlicht am: 20.2.2008
Letzte Änderung: 16.5.2014
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Eloy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Eloy 7.50 2
1973 Inside 10.75 4
1974 Floating 9.33 3
1975 Power and the Passion 8.60 5
1976 Dawn 9.00 5
1977 Ocean 11.71 7
1978 Live 12.67 3
1979 Silent Cries & Mighty Echoes 10.60 5
1980 Colours 10.00 2
1981 Planets 10.67 3
1982 Time to Turn 10.00 3
1983 Performance 8.67 3
1984 Metromania 8.67 3
1988 Ra 6.50 4
1991 Rarities - 1
1992 Destination 6.00 2
1993 Chronicles I 11.00 1
1994 The Tides Return Forever 9.20 5
2003 Timeless Passages 10.50 2
2009 Visionary 8.25 4
2010 The Legacy Box (Doppel-DVD) - 1
2014 Reincarnation on Stage 10.50 2
2017 The Vision, The Sword and The Pyre Part 1 10.33 3

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