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Magma

Magma

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Zeuhl
Label: Seventh records
Durchschnittswertung: 10.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Christian Vander drs,voc
Klaus Blasquiz vocals
Francois Cahen piano
Claude Engel gtr
Paco Charlery trumpet
Richard Raux sax/flute
Francis Moze bass
Teddy Lasry clarinet

Tracklist

Disc 1
1. Kobaïa   (C.Vander) 10:09
2. Aïna   (C.Vander) 6:15
3. Malaria   (C.Vander) 4:20
4. Sohïa   (T.Lasry) 7:41
5. Sckxyss   (F.Cahen) 2:47
6. Auraë   (C.Vander) 10:52
Gesamtlaufzeit42:04
Disc 2
1. Thaud Zaïa   (C.Engel) 7:00
2. Naü Ektila   (L.Thibault) 12:55
3. Stöah   (C.Vander) 8:08
4. Müh   (C.Vander) 11:17
Gesamtlaufzeit39:20


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 4)


1969 war der französische Jazzschlagzeuger Christian Vander auf der Suche nach Musikern, die mit ihm gemeinsam spirituell sowie intellektuell befriedigende und erfüllende Musik kreieren und spielen wollten, ganz nach dem Vorbild des von ihm so bewunderten John Coltrane und sich von der von ihm als leer empfundenen zeitgenössischen französischen populären Musik absetzend. Er fand solche Mitstreiter in der Pariser Szene, z.B. in der Bläsergruppe Johnny Hallydays(!). Da Vander die französische Sprache für seine Vision als zu wenig ausdrucksstark empfand, erfand er kurzerhand seine eigene und mit dieser ein utopisches Science-Fiction-Szenario, das sowohl die Sprache erklärte als auch seine spirituellen Ziele erläuterte. Den ersten Teil dieses Mythos, die Reise zum Planeten Kobaïa, erzählt das erste "Magma"-Album, das manchmal auch mit "Kobaïa" benannt wird:

Ferne Zukunft. Die Erde ist im Chaos versunken und Leben und Zivilisation stehen kurz vor der Zerstörung. Eine kleine Gruppe Erdlinge macht sich mit einem Zwischenstop auf dem Planeten Malaria auf zum fernen Planeten Kobaïa, zu dem sie schliesslich gelangen und dort Glück und Schönheit finden. Schliesslich kehrteine Gruppe von Abgesandten von Kobaïa zurück zur Erde, um dort die frohe Botschaft von Kobaïa zu verkünden; die Botschafter werden aber von den auf der Erde zurückgebliebenen feindlich empfangen und kehren wieder nach Kobaïa zurück.

Die Musik zu beschreiben, fällt mir erstaunlich schwer. Auf jeden Fall wird das Science Fiction-Konzept nicht mir blubbernden Synthies und futuristischen Sounds umgesetzt, sondern der Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem emotionalen Gehalt der Geschichte, der in engagiertem Gruppenspiel und intensiven Vocals transportiert wird. Es gibt in den meist vielteiligen, ausladenden Songs schon die später so Magma-typischen hymnischen kobaïanischen Gesänge (siehe z.B. das stampfende "Stöah") in ausgeprägter Rhythmik, wenn auch nicht im Chor, sondern meist von Klaus Blasquiz alleine. Dazu Vanders kraftvoll treibendes Schlagzeugspiel, viele komplex auskomponierte quietschig meckernde Bläsersatz-Stellen (vor allem Sax, aber auch etwas Trompete und Flöte), die heute vielleicht etwas antiquiert klingen, außerdem jazzige Soli, denen man immer wieder die Coltrane-Inspiration (monotone Begleitungsfiguren a la "A Love Supreme") anhören kann. Ein möglicher Vergleichspunkt für manche Songs (z.B. Teddy Lasrys "Sohïa") sind die zeitgenössischen "Soft Machine" mit "Third". Aber auch andere Einflüsse werden verarbeitet, z.B. kann man aus "Auraë" durchaus heraushören, dass Vanders Vater ein Zigeuner-Geiger war. Claude Engels "Thaud Zaïa" hingegen weist deutliche moderne Klassik-Einflüsse auf, und "Naü Ektila" von Produzent Laurent Thibault überrascht mit ansonsten vollkommen "Magma"-untypischer sanfter Akustikgitarre und Oboe, während in Vanders "Müh" plötzlich ein kurzer fast latin-mässiger Groove auftaucht.

Die relative Sound-Vielfalt des Albums liegt sicher auch darin begründet, dass hier Christian Vander noch nicht zur alleinigen Führungsperson der Band aufgestiegen war. Zwar zeigt er sich mit sechs von zehn Stücken schon als Hauptkomponist, aber auch vier andere Bandmitglieder beteiligen mit eigenen Kompositionen.

"Magma / Kobaïa" ist vielleicht noch nicht das definitive Zeugnis dieser grossen Band, die mit den folgenden Alben ihren Sound auch radikal veränderte, aber ein auch heute immer noch intensives, originelles, vielseitiges Album, das den Startpunkt für eine einflussreiche und einzigartige Gruppe und Vision markierte.

Anspieltipp(s): Kobaïa
Vergleichbar mit: Teils Soft Machine
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 23.5.2002
Wertung: 10/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 4)


Das Debüt der Franzosen klingt, trotz antiquiert klingender Produktion an manchen Stellen, in meinen Ohren immer spannend. Im Laufe der Jahre wurde es für mich sogar immer besser.

Beginnt es mit "Kobaia" schon im typischen Magma-Stil mit kurzen, prägnanten Riffs und der "Unstimme" Blasquiz' sind besonders die Stücke der anderen auf LP/CD 1 anders. "Sohïa" wechselt zwischen freien Jazzpassagen, hypnotischen Bassmustern und lyrischen Passagen (ich kenne Soft Machine kaum, aber wenn die so ähnlich klingen, muß ich da mal reinhören), "Sckxyss" ist rockig/schräg mit prägnanten Bläsereinsätzen und auch Vanders "Auraë" erinnert nur stellenweise an spätere Werke.

Gerade dieser Stilmix, der durch die unterschiedlichen Komponisten entsteht, macht einen großen Reiz für mich aus. Wo hat man schon mal Flöte solo mit sanfter Klavieruntermalung bei späteren Magma-Platten gehört, wie bei Engels "Thaud zaia". Überhaupt gelingt es der Band, die diversen Instrumente gut in den Gruppensound einzubinden, egal, ob Flöte oder die diversen Blasinstrumente. Dazu kommt noch Cahens gelungenes Klavierspiel und Blasquiz außergewöhnliche Stimme. Meine Lieblingsstücke sind auf dieser Platte erstaunlichweise die Nicht-Vander-Kompositionen "Naü Ektila" und "Thaud zaia" - die wunderbar zwischen Free-Jazz, sanften Lyrik- und Rock-Passagen wechseln. Auf "Mûh" kommen dann auch schon erste Anklänge an spätere Epen zum Hören.

Ein ungewöhnliches Debüt, das erschlossen werden will und der Beginn einer unbeschreiblichen Musik!

Anspieltipp(s): Naü Ektila, Kobaia
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.10.2004
Letzte Änderung: 20.10.2004
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Das Debüt der Urväter des Zeuhl zeigt noch relativ wenige Elemente dieses Stils. Statt dessen überwiegen jazzige Klänge, von der starken Bläsersektion getragen. Das, was einige Jahre später der typische Magma-Stil werden sollte, zeigt sich nur vereinzelt, am meisten noch in dem großartigen "Stöah", das sich nach einer unglaublichen Schreiorgie Christian Vanders zu einem von stampfenden Rhythmen geprägten Stück mit dem charakteristischen, nach einem archaischen Ritual klingenden Gesang wechselt. Allerdings klingt auch dieses Stück nicht so "voll" und hymnisch wie spätere Magma-Epen.

Ungewöhnlich sind auch die bisweilen auftauchenden lyrischen Passagen wie die Flötensoli am Anfang und am Ende von "Thaud Zaïa" oder an einigen Stellen von "Sohïa", wo sie mit rockigen Riffs und heftigen, fast schon freejazzigen Ausbrüchen wechseln. Überhaupt zeigt sich die Band hier stilistisch sehr vielfältig, auch innerhalb der einzelnen Stücke. Dadurch klingt die Musik sehr abwechslungsreich, aber auch nicht so hypnotisch und erhaben wie auf den späteren Magma-Alben.

Für den Einsteiger ist dies vielleicht nicht die erste Wahl, aber wer schon eingestiegen ist in die fantastische Welt von Magma, sollte auch dieses Album kennen!

Anspieltipp(s): Kobaïa, Stöah
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.12.2005
Letzte Änderung: 22.12.2005
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


"Kobaia" und "Malaria" bei Magma, "Aurora", "Solaria", "Gaia" und "Alpha" bei Asimov. Haben sich die Franzosen um Christian Vander am Ende von der FOUNDATION-Dekalogie (sehr empfohlen übrigens) des SF-Schriftstellers inspirieren lassen? Dort geht es um die Erschliessung und Besiedlung neuer Welten in den Weiten des Weltalls durch Siedler von der Erde, die irgendwann radioaktiv verseucht, verlassen und schliesslich vergessen wird. Am Ende des fast 6000 Seiten starken Zyklus macht man sich dann wieder auf die Suche nach der Urmutter der Menschheit.

Unabhängig davon, woher Vander seine Inspiration genommen hat, er rennt mit seiner Musik und in diesem Falle mit seinem Debutalbum bei mir offene Türen ein. Und diese Art von Musik sollen wirklich nur 1% der Progfans mögen? Erwachet!

Die Stücke sprühen vor Kraft, Ausdruck, Authentizität, Abwechslung und Ideen. Jedes Stück hat seinen eigenen Stil und ruht doch auf einem gemeinsamen Fundament, welches durch ein genuines rhythmisches Gerüst, eine eigene Sprache und einen sehr speziellen, oft feierlichen, mal aber auch exaltierten Gesang, errichtet wird. Darüber glänzen Bläser, mal sanft, mal aggressiv, oder wie Udo schön schreibt: "quietschig meckernd".

Vom Hörer wird hier nicht weniger als ungeteilte Aufmerksamkeit gefordert. Und die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen. Für mich eines der stärksten Alben der "Erfinder" des Zeuhl.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.2.2012
Letzte Änderung: 2.2.2012
Wertung: 12/15
hamataï zeuhl wortz

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 1001° Centigrades 9.20 5
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Inédits 7.50 2
1976 Üdü Wüdü 10.00 2
1977 Attahk 9.50 4
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1984 Merci 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1998 Simples 4.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2001 Theusz Hamtaahk Trilogie 15.00 5
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Uber Kommandoh - 1
2006 Mythes et légendes Volume I (DVD) 14.00 4
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.25 4
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.33 3
2008 Studio Zünd - 1
2008 Mythes et légendes Volume IV (DVD) 12.50 2
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.50 2
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
2015 Köhnzert Zünd 13.33 3

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