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Manfred Mann's Earth Band

Watch

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: Bronze Records
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Chris Thompson Gesang, Gitarre
Dave Flett Gitarre
Pat King Bass
Chris Slade Schlagzeug
Manfred Mann Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Circles 4:46
2. Drowning On Dry Land / Fish Soup 5:57
3. Chicago Institute 5:46
4. California 5:29
5. Davy's On The Road Again 5:52
6. Martha's Madman 4:49
7. Mighty Quinn 6:18
8. California   (Single Edit) 3:36
9. Davy's On The Road Again   (Single Edit) 3:43
10. Bouillabaise   (Single Edit) 3:59
11. Mighty Quinn   (Single Edit) 3:36
Gesamtlaufzeit53:51


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


"Watch" war für Manfred Mann ein weiterer großer kommerzieller Erfolg und ist gleichzeitig ein Beweis dafür, dass kommerzieller Erfolg nicht notwendigerweise mit musikalischer Plattheit gleichzusetzen ist. Sicherlich ist "Watch" eingängiger und Pop-orientierter als frühere Earthband-Alben wie "Nightingales and Bombers", aber die kunstvollen Arrangements und die Spielfreude der Musiker, wobei neben Manfred Mann selbst vor allem Gitarrist Dave Flett hervorsticht, heben dieses Album weit über Pop-Dutzendware heraus, nicht zuletzt auch über zeitgleiche Versuche anderer Prog-Heroen. Man vergleiche nur "Watch" mit Yes' "Tormato" oder ELPs "Love Beach", beide ebenfalls 1978 erschienen.

Fast alle Songs auf "Watch" stammen aus fremder Feder. Der bekannteste Titel ist sicherlich Bob Dylans "Mighty Quinn", den Mann mit seiner früheren Band schon in den 60ern bearbeitete. Mein Favorit ist das aber nicht gerade, aber vielleicht bin ich einfach nur übersättigt, weil der damals so oft im Radio lief. Viel besser gefallen mir "Martha's Madman", vor einiger Zeit in einer Online-Umfrage zu beliebtesten Earthband-Song überhaupt gewählt, oder das schlichte, aber schöne "California". Auch das wilde Keyboardsolo von "Davy's On The Road Again", das ebenso wie "Mighty Quinn" live aufgenommen wurde, zählt zu den Höhepunkten des Albums.

Die einzigen Eigenkompositionen auf "Watch" sind "Chicago Institute" und "Drowning On Dry Land / Fish Soup". Besonders letzterer ist für mich einer der besten Songs dieses Albums. Reizvoll ist der Kontrast zwischen dem akustischen Einleitungs- und Schlussteil und dem jammenden instrumentalen Mittelteil mit sehr schöner E-Gitarre. Schade, dass Gitarrist Dave Flett nach seiner kurzen Earthband-Zeit in der musikalischen Versenkung verschwunden ist.

Als Bonustitel enthält die neue CD-Ausgabe einige der Songs in Single-Versionen ("Bouillabaise" ist eine Version von "Fish Soup"), die sich im wesentlichen dadurch von den Originalen unterscheiden, dass Manfred Manns Moog Soli gekürzt bzw. ganz herauseditiert wurden.

Leider war "Watch" das letzte richtig gute Earthband-Album, die Nachfolger "Angel Station" und "Chance" sind deutlich trivialer ausgefallen. "Watch" hingegen ist, auch wenn ich die Alben mit Mick Rogers als Sänger bevorzuge, uneingeschränkt empfehlenswert.

Anspieltipp(s): Drowning On Dry Land / Fish Soup, Martha's Madman
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.1.2003
Letzte Änderung: 25.11.2006
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Es gibt tausendmal gehörte Alben, die auch nach Jahrzehnten noch ihren Reiz entfalten. Dieses Album habe ich schon als Teenie in Teestuben rauf- und runtergehört. Insbesondere die zweite Seite mit den Cover-Versionen Davy's on the Road again (original 1971 von John Simon veröffentlicht), Martha's Madman (1970 von The Jerry Hahn Brotherhood) und Mighty Quinn (1968 von Manfred Mann) hatte es mir angetan: das war durchgängige Spitzenqualität, die ich heute als exzellente, proggige Rockmusik bezeichnen würde. Mit wundervollen Melodien, kraftvollem Gesang und virtuosem Spiel an Gitarre und Keyboard auf fetter Rhythmusbasis.

Wenn ich es mir heute anhöre, dann klingt Watch keinesfalls banal, sondern immer noch außerordentlich inspiriert interpretiert und komponiert. Die Cover-Versionen von Manfred Mann haben die Eigenschaft, dass sie gegenüber den Originalen in der Regel besser abschneiden, was schon eine Kunst ist: Spirits in the Night oder Blinded by the Light von Bruce Springsteen sind fraglos gute Songs, aber Manfred Mann macht daraus kleine Rock-Sinfonien. Wer kennt von Bob Dylan Father of Day oder Mighty Quinn? Bei Manfred Mann sind es opulente Semi-Prog-Hits.

Aber auch die erste Seite ist wahrlich nicht schlecht! Allein schon die perlende Eröffnungssequenz des Albums in Circles brennt sich ins Gedächtnis ein. Die Band schafft es einfach, allen Songs ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken, sodass sie so klingen, als hätte es nie irgendwelche Originale gegeben... Und auch die beiden Eigenkompositionen weichen stilistisch nicht ab und bieten meisterlichen Prog-Pop-Rock im Stil der späten 70er. Watch hält genau die richtige Balance aus Anspruch, melodiösem Rock und Kult, um ein Klassiker zu sein.

Anspieltipp(s): Davy's on the Road again, Martha's Madman, Chicago Institute
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.1.2012
Letzte Änderung: 22.6.2015
Wertung: 13/15

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 3 von 3)


Die 100ste Rezension ist ein vergleichsweise bescheidenes Jubiläum. Die 100ste Rezension ist aber immerhin ein Anlass, eine Platte zu kommentieren, deren Erstveröffentlichung in diesem Jahr einen runden Geburtstag feierte. „Watch“ hat mittlerweile den Status eines Evergreens und gilt, Ende 1977 aufgenommen, zusammen mit „The Roaring Silence“ als herausragendes und kommerziell erfolgreichstes Werk dieser Schaffensperiode der Earthband, in der sie sich stilistisch von den progressiveren und weniger homogenen Vorgängern löste. Bandgründer Manfred Mann war aber ursprünglich weder Rocker noch Progger, sondern eigentlich am liebsten Jazzer, was er in seinen zuweilen ausufernden Instrumentalsoli auch zu erkennen gab. Der überraschende Erfolg von „The Roaring Silence“ hatte ihm und seiner Band den Status von Superstars verliehen. Sie boten eine echte musikalische Alternative zum damaligen Überangebot an mit heißer Nadel gestrickten Punk-, New Wave- und Discoproduktionen und standen beim Nachfolger unter einem gewissen Druck, den nächsten großen Wurf zu landen.

Was dabei herauskam, ist zumindest hierzulande eine der großen Scheiben der 70er; sie wurde von vielen Musikfreunden sozusagen durchsichtig gespielt. Die Songs, allen voran Mighty Quinn und Davy´s on the Road Again, haben höchsten Bekannheitsgrad, bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt und sich längst in das Langzeitgedächtnis der Fans gegraben.

Die Platte stieg auf dem weltweit zweitgrößten Schallplattenmarkt Deutschland hoch bis auf Platz 3 der LP-Charts und verblieb ganze 69 Wochen in den Top 100, während die Erfolgsleiter in den USA (#83) und England (#33) nach dem Nummer-Eins-Hit Blinded By the Light vom Vorjahr bereits wieder abwärts führte.

Das Motiv des Covers dürfte wirklich jedem Musikfreund Ü40 bekannt sein - der Mann, der auf einer Landebahn die Arme ausbreitet und zum Abheben durchstartet, wurde später in einer Variation für die „Complete Greatest Hits 1963-2005“ noch einmal hervorgeholt, einzig der Himmel wurde verändert.

Die meisten bekannten Plattencover jener Zeit wurden, was englische Künstler betraf, vom Fantasy-Grafiker Roger Dean oder den unvermeidlichen Hipgnosis entworfen. Dieses nicht! Die Geschichte des Watch-Covers gehört zu den eher ungewöhnlicheren aus dem Business: Manfred Mann bekam während einer Skandinavientournee von einem Fan namens Michael Sanz den Druck eines Ölbildes zum Signieren gereicht. Manfred war von dem Kunstwerk sehr beeindruckt und fragte den Schweden, ob das Bild von ihm selbst gemalt sei. Der bejahte, und schon hatte er einen Auftrag für einen Cover-Design-Entwurf in der Tasche. Die Idee von dem Mann auf der Landbahn soll angeblich von dem schwedischen Tourmanager der Earthband, Thomas Johansson, stammen. Der damalige Kunststudent Sanz dazu:“ Ich dachte lange, die Idee wäre von Manfred selbst, weil er plötzlich die Arme ausbreitete und den Bürgersteig entlangrannte, um mir das Motiv zu erklären.“ Sanz, der die Offerte als große Herausforderung ansah, begann unverzüglich mit der Arbeit und malte, basierend auf diesem „Briefing“, ein 60x60 cm großes Ölbild. Er machte auch den Vorschlag für das Back-Cover mit dem „Platform-End“-Motiv. Zu seiner Überraschung wurden seine Entwürfe im Spätsommer 1977, als die Musik gerade in den Workhouse Studios London aufgenommen wurde, ausgewählt.

Das Erfolgsrezept von „The Roaring Silence“ sollte für „Watch“ beibehalten werden. Es existiert ein Bootleg aus demselben Jahr - "Wired“. Es beinhaltet Live-Aufnahmen von der Roaring-Silence-Tour. Interessenten können das inzwischen offizielle Album über die Website der Band beziehen. Das Line-Up war bis auf den Bassisten Colin Pattenden beisammen geblieben, die charakteristisch brüchige Stimme von Chris Thompson und Mann´s markantes Keyboardspiel hatten der Band eine unverwechselbare Identität gegeben.

Erneut setzte man(n) für die Single-Auskopplungen auf Cover-Versionen. Der alte Biker-Song Davy´s on the Road Again, der letzte Top-Ten-Hit, den die Gruppe zu verzeichnen hatte, stammt im Original von Robbie Robertson (The Band) und John Simon und ist auf dessen „John Simons Album“ von 1971 enthalten. Aber man sollte sich das Original besser nicht anhören. Wie auch im Fall von Mighty Quinn, You Angel You und vielen anderen kommt das einzigartige Talent von Manfred und seinen Mannen zum Tragen, ein hässliches Entlein (und besagte Songs von Bob Dylan, der besser genialer Lyriker geblieben wäre, sind noch nicht einmal das) in einen schillernden Schwan zu verwandeln. Obwohl Manfred Mann ein passabler Komponist ist, kam er nie ganz von den Cover-Versionen los, zumal er damit farblosen Originalen neuen Glanz verlieh. Zusätzlich betätigte er sich - ein weiteres Talent - als Kupfermeister, was er in Interviews sogar freundlich zugab, und bediente sich hier und dort gern an Ingredienzien anderer Urheber, mit denen er die Rockwelt bereicherte. Aber immer so diskret, dass es niemand merkte.

Eine gute Idee war auch der Plan, Davy und Mighty Quinn als druckvolle Live-Versionen anzubieten, anstatt wie bei Waiter, There´s a Yawn in My Ear von „Silence“ Live-Feeling in den Abspann zu mischen, um eine Live-Aufnahme zu suggerieren. Die Songs sollten einerseits kommerziellen Ansprüchen genügen und „radiotauglich“ sein, andererseits die Trademarks der Abenteuer von „Solar Fire“ bis „Nightingales & Bombers“, nämlich die rasanten Instrumentalpassagen, beibehalten - eigentlich unvereinbare Herausforderungen, denen man mit Single Edits gerecht zu werden versuchte. Die Single-Edits waren früher nicht Bestandteil der LP´s, heute sind sie auf den remasterten Re-Releases enthalten. So waren schon auf den LP-Versionen die anspruchsvollen, minutenlangen Instrumentalabfahrten mit weniger experimentellen Mätzchen als noch auf „Nightingales & Bombers“ und sogar „Roaring Silence“.

Nach dem erstmaligen Abhören aller Earthband-Scheiben in Reihe komme ich zu einem deutlich anderen Schluss als z.B. Allmusic.com und halte fest, was schon vorher klar zu sein schien: Watch is king! Zwar zeigen die Vorgänger, wie beschrieben, stellenweise eindeutigere Prog-Kompetenz und „Angel Station“ und „Chance“ sind tanzbarer, in puncto Charme, Zeitkolorit und Zugänglichkeit können sie aber nicht mithalten. Für jemanden, dem diese Band tatsächlich kein Begriff ist, eignet sich das 78´er Release als ungemein rüstiges Einsteigermodell.

Anspieltipp(s): Jeder Schuss ein Treffer
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.7.2018
Letzte Änderung: 13.7.2018
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Manfred Mann's Earth Band

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Manfred Mann's Earth Band 7.00 1
1972 Glorified Magnified 9.00 1
1973 Solar Fire 13.67 3
1973 Messin' 9.00 1
1974 The Good Earth 12.00 1
1975 Nightingales and Bombers 12.50 2
1976 The Roaring Silence 11.50 3
1979 Angel Station 8.00 2
1980 Chance 7.00 2
1982 Somewhere In Afrika 10.00 2
1983 Budapest Live 9.00 2
1986 Criminal Tango 5.00 1
1987 Masque 4.00 1
1996 Soft Vengeance 5.50 2
1998 Mann Alive 8.00 1
2001 Wired 10.00 1

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