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Magma

1001° Centigrades

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Zeuhl
Label: Seventh records
Durchschnittswertung: 9.2/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Christian Vander dr, voc
Louis Toesca trumpet
Klaus Blasquiz vocals, percussion
Francois Cahen piano
Francis Moze bass
Teddy Lasry clarinet
Jeff Seffer saxes

Tracklist

Disc 1
1. Riah Sahiltaahk   (C.Vander) 21:51
2. "Iss" Lansei Doia   (T.Lasry) 11:46
3. Ki Iahl O Liahk   (F.Cahen) 8:20
Gesamtlaufzeit41:57


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)


"1001° Centigrades" ist die zweite "Magma"-Platte und gleichzeitig die letzte, bevor Schlagzeuger Christian Vander endgültig die Kontrolle in der Band übernahm.

Die komplette erste Hälfte der Platte beansprucht Vanders "Rïah Sahïltaahk", ein Epos, das schon viele der später so "Magma"-typischen Elemente einführte: kraftvoller Baß, stampfende Rhythmen, Rhythmus- und Harmoniefragmente, die ständig wiederholt werden, hymnischer, lithurgischer Gesang, peitschendes Schlagzeugspiel. Was diese Nummer von den späteren Platten unterscheidet, ist zum einen, das Klaus Blasqziz beim Gesang mehr oder weniger auf sich selbst gestellt ist und nicht von einem kleinen Chor unterstützt wird. Weiterhin klingen die Holzbläser (Klarinette, Sax, Flöte) einfach dünner und nicht so majestätisch wie zum Beispiel die machtvollen Posaunen auf "Mekanïk Destruktïw Kommandöh". Im Gegentum: ihre manchmal schleifende, gezogene Intonation würde besser zu einer Salon-Bigband passen als zu dieser düsteren Musik.

Das nachfolgende "'Iss' Lanseï Doïa" von Klarinettist/Saxophonist Teddy Lasry beginnt wie ein "Soft Machine"-Stück ca. "Third"/"Fourth": Baßostinato, E-Piano-Begleitung, swingender Rhythmus, darüber jazzige Bläser. Nach einer fast modern-kammermusikalischen Bläser-Kadenz kommt ein weiterer "Soft Machine"-artiger Teil, diesmal mit Gesang.

"Ki Ïahl Ö Lïahk" von Keyboarder François Cahen kombiniert die Einflüsse der beiden vorhergehenden Nummern in schrägen Bläserstellen, kraftvollem Klavier und sowohl fließenden als auch schroffen Rhythmen, verwandelt sich dann aber in eine recht herkömmliche Jazzrock-Nummer à la "If".

"1001° Centigrades" ist wohl kein "Magma"-Essential, aber eine interessante Station auf ihrem Weg zu einer der faszinierendsten und originellsten Bands der Siebziger Jahre.

Anspieltipp(s): Rïah Sahïltaahk, "Iss" Lanseï Doïa
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.5.2002
Letzte Änderung: 23.5.2002
Wertung: 9/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


Die zweite LP der Band läßt mich trotz des Covers der LP, welches das Logo inmitten grellgelb/orangener Flecken, die an die Sonnenoberfläche erinnern, kalt.

Erstaunlicherweise finde ich die zweite Seite mit den beiden Nicht-Vander-Kompositionen spannender. Dessen Titel, obwohl er schon viele Zutaten, die MAGMA später so gekonnt einzusetzen vermochten, enthält, kommt einfach nicht in Gang. Die Holzblasinstrumente schaffen keinen Druck, Blasquiz klingt verloren und allein, nur Vander trommelt halbwegs kraftvoll. So bleibt der Titel für mich einfach zusammenhanglos.

Die zweite Seite, obwohl untypischer für den MAGMA-Stil, kommt für mich besser daher. Bei Lasry gefällt mir der Wechsel in der Instrumentierung gut, mal tönen die Bläser allein, mal kommt die ganze Band zum Zuge. Cahens Stück ist zumindest in der ersten Hälfte mit seinen Figuren und dem Gesang eindrucksvoll.Es scheint sich anzudeuten, dass diese Besetzung nicht mehr zusammenpasst.

Fazit: für mich trotz einiger spannender Momente eines der schwächsten MAGMA-Platten

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.10.2004
Letzte Änderung: 25.10.2004
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 5)


Hier sind tatsächlich die beiden nicht von Vander stammenden Stücke die interessanteren. Vanders "Riah Sahiltaahk" klingt irgendwie unfertig und auch nicht so recht durchdacht - zu wenig Druck, die mystische Stimmung fehlt, und die einzelnen Teile passen nicht recht zusammen. Die beiden anderen Stücke sind deutlich besser, auch wenn sie eher in Richtung "normalen" Jazzrocks (aber keine "weichgespülte" Fusion) gehen. Vor allem François Cahens Komposition vermag dabei zu überzeugen. Cahen verließ übrigens kurz darauf Magma, um seine eigene Formation Zao zu gründen.

Insgesamt als eher etwas für den Fan, Einsteiger sollten es erstmal mit MDK oder einem der Livealben versuchen.

Anspieltipp(s): Ki Iahl O Liahk
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.10.2004
Letzte Änderung: 30.10.2004
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 4 von 5)


Es gibt kaum Bands, die von Anfang an voll entwickelt dastehen. Dies gilt auch für Magma. Das beeindruckende Debüt aus dem Jahr 1970 hatte schon Vieles, was die späteren Magma immer noch ausmachen sollte, v.a. im Image-Bereich: die abgefahrene, spirituelle Science Fiction-Story, die kobaianische Sprache, die Symbolik, die mystisch-finstere Theatralik (wie sie in frühen Fernsehaufnahmen zu sehen ist) und auch schon die repetitiv strukturierte Musik.

Allerdings war es gerade die Musik, die 1970 noch einiges von Meilensteinen wie M.D.K. entfernt war. Es war noch mehr freakig-einfallsreicher, vitaler Jazzrock als sich selbst mystisch überhöhender Zeuhl, der das musikalische Erscheinungsbild von Magma auf ihrem Debüt prägte.

1001° Centigrades geht einen Schritt weiter. Iss Lansei Doia wirkt zwar noch wie ein dazwischen geschobenes Überbleibsel der inspirierenden jazzrockigen Anfänge. Aber im Ansatz Ki lahl O Liahk und vor allem der LP-seitenumspannende Longtrack Riah Sahiltaahk geben einen deutlichen Hinweis darauf, wohin die Reise beim nächsten Album gehen soll. Das gelingt musikalisch überzeugend und wirkt durchaus kraftvoll, auch wenn die massive Wucht von M.D.K. noch nicht erreicht wird.

1001° Centigrades ist ein Album des Übergangs. Aber gerade das macht es so interessant, weil man hier beobachten kann, wie ein neuer Sound generiert wird. Das Album zeigt Magma noch nicht auf der Höhe ihrer Möglichkeiten, ist aber ein notwendiger und logischer Schritt vorwärts.

Anspieltipp(s): Riah Sahiltaahk
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.10.2009
Letzte Änderung: 28.3.2013
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 5)


Magma war über weite Strecken noch ein Jazz-Album. Geprägt von treibendem Schlagzeug zum einen und beinahe omnipräsenten Bläsern zum anderen. Dazu gesellte sich die unikale Stimme Blasquizs. Vergleicht man den Stil des Debutalbums mit den späteren Grosstaten wie Mekanïk (Destruktïw) Kommandöh oder später K.A fehlt aber meist noch dieses typisch magmaesque. Der Gesang ist meist einstimmig, die Bläser klingen noch "schön" und recht jazzig und die Stücke haben noch nicht die Wucht und Grösse späterer Zeiten, sind noch nicht so episch und hymnisch.

"Riah Sahiltaahk" nimmt zwar schon einiges des späteren Stils vorweg, ist aber immer noch deutlich im Jazz geerdet. Ich würde diese Vander-Komposition als Proto-Zeuhl bezeichnen. Die Stücke von Lasry und Cahen hätten noch gut auf das Debutalbum gepasst. Insgesamt hat 1001° Centigrades nicht mehr dieselbe Jazzigkeit wie sein Vorgänger, ist aber auch noch nicht vollständig im Zeuhl angekommen. Erst mit dem nächsten Album hat Magma in meinen Augen wirklich ein neues Genre geschaffen.

1001° Centigrades ist aber dennoch ein interessantes Album, das die Entwicklung der Band aufzeigt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.2.2014
Letzte Änderung: 17.2.2014
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magma 10.75 4
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Inédits 7.50 2
1976 Üdü Wüdü 10.00 2
1977 Attahk 9.50 4
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1984 Merci 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1998 Simples 4.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2001 Theusz Hamtaahk Trilogie 15.00 5
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Uber Kommandoh - 1
2006 Mythes et légendes Volume I (DVD) 14.00 4
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.25 4
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.33 3
2008 Studio Zünd - 1
2008 Mythes et légendes Volume IV (DVD) 12.50 2
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.50 2
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
2015 Köhnzert Zünd 13.33 3

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