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Höstsonaten

Höstsonaten

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum
Label: Mellow Records
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fabio Zuffanti Bass, Gesang, Gitarre, Synthesizer
Stefano Marelli Gitarre
Osvaldo Giordano Synthesizer, Mellotron
Fabio Casanova Minimoog
Boris Valle Piano, Minimoog
Edmondo Romano Saxophon
Francesca Biagini Flöte
Marco Cavani Drums
Claudio Castellini Hintergrundgesang
Carlo Canevali Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Sinfonia della luna Part I 1:47
2. Höstsonaten 41:22
3. Remember you 7:32
4. The rime of the ancient mariner Part I 12:35
Gesamtlaufzeit63:16


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Das Album "Höstsonaten" besitzt rein formal alle Ingredienzien, die zum Gelingen eines perfekten Album des symphonischen Progressive Rocks notwendig sind. Hierzu gehört eine gelungene Mixtur aus akustischen Passagen und kraftvollem Instrumentalbombast. Entrücktes Flötenspiel, perlende Klavierläufe und eine hingebungsvoll gezupfte klassische Gitarre sorgen für die akustisch-romantische Komponente. Zwischenzeitlich erinnert das Ganze stilistisch an eine Mixtur aus den Solowerken von Steve Hackett und Anthony Phillips. Wenn eine jubilierende elektrische Gitarre einsetzt und sich solch analoge Tasteninstrumente wie Minimoog sowie Mellotron hierzu gesellen, fühlt man sich an die Sternstunden der 70er Jahre erinnert. Gemächlich fließen die weit ausladenden Kompositionen dahin und ein angenehmer Wohlklang dominiert das Geschehen. Nach dem zauberhaften Einstieg in Form des kurzen Instrumentals "Sinfonia Della Luna (Part I)" lädt der Sound der Italiener besonders im Fall des epischen Titelsongs "Höstsonaten" einfach zum Entspannen und Genießen ein. Über den sporadisch auftretenden englischen Gesang, der leider doch reichlich dünnbrüstig in das Mikro gehaucht wurde, kann großzügig hinweggesehen werden.

Leider kann der nachfolgende Titel "Remember You" weniger überzeugen. Insbesondere die romantisch vorgetragenen Gesangspassagen fallen hier doch schon negativer ins Gewicht. Auch der keltisch anmutende Flötenklang mag hier nicht so recht zu überzeugen und es drängt sich der Eindruck auf, dass sich hier die Mannen um Fabio Zuffanti doch des vorher aufgebauten symphonischen Zaubers beraubt haben. Der Melodienfluss wirkt hier zu vorhersehbar und fast schon krampfhaft auf Romantik getrimmt.

Leider bewegt sich der abschließende Titel "Rime Of The Ancient Mariner" in ähnlichen Gefilden. Der Gesang wirkt gerade in der Anfangssequenz übertrieben pathetisch. Im weiteren Verlauf schleicht sich immer mehr ein gefälliger Bombastcharakter ein, der sich mit akustischen Passagen abwechselt. Wenn dann aber kurzzeitig die Stimme eines Erzählers einsetzt, wird immer deutlicher, dass hier ein überambitionierter Longtrack vorliegt, der trotz immer wieder auftretender traumhafter Passagen als Gesamtwerk nicht so recht überzeugen kann. Trotz zweifellos berauschender Mellotronteppiche und Synthieläufe kommt diese Komposition insgesamt doch reichlich zäh daher.

Leider wirkt dieses Album zu unausgegoren und nur der erste Teil kann überzeugen. Natürlich ist es löblich, dass die Italiener ein romantisches Grundkonzept ausgearbeitet haben, das die üblichen Prog-Klischees weitgehend umgeht. Leider versinkt dies aber im zweiten Abschnitt in einen konturlosen Schönklang, der die notwendigen Spannungsmomente vermissen lässt.

Anspieltipp(s): Höstsonaten
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.1.2004
Letzte Änderung: 4.1.2004
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Dieses Album zeigt wieder einmal, dass weniger oft mehr wäre. Zwar ist es nicht auf die maximale Spiellänge aufgeblasen, aber die letzten beiden Stücke fallen eindeutig in die Kategorie "Füllsel".

Das lange Titelstück dagegen ist ein Juwel lyrischen Akustik-Progs. Wunderbare Gitarreneinsätze im Stile eines Anthony Phillips wechseln mit symphonischen Passagen, die von analogen Tasten dominiert werden. Abgerundet wird das Ganze durch dezente Ethnoklänge in Form orientalisch anmutender Melodien des Sopransaxofons und ein paar mittelalterlich klingende Blockflötensätze. Wohlklang ist ein schöner Ausdruck dafür, aber es ist ein Wohlklang, der berauscht und nicht langweilt.

Remember You übertreibt es dann aber mit dem Wohlklang, das Stück wirkt arg süßlich. Auch die Vertonung von Samuel Coleridges Rime of the Ancient Mariner überzeugt nicht so richtig, zwar bemühen sich die Mannen um Signor Zuffanti hier wieder um mehr Abwechslung, und es sind auch ein paar nette Keyboardeinsätze dabei; insgesamt wirkt es aber etwas zusammengeschustert.

Ein klares Manko ist der schwachbrüstige Gesang. In Höstsonaten gibt es zum Glück nicht allzu viel davon, die beiden folgenden Stücke sind dann aber deutlich gesangslastiger, was den negativen Eindruck noch verstärkt.

Fazit: hätte sich die Band auf Sinfonia della Luna und das Titelstück beschränkt, hätte ich ein bisschen über die kurze Spielzeit gemeckert, das Album wäre aber im zweistelligen Bereich gelandet; so sind's bloß 9.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.5.2006
Letzte Änderung: 15.5.2006
Wertung: 9/15
Höstsonaten: 11

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Höstsonaten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1998 Mirrorgames 9.00 1
2002 Springsong 11.00 3
2008 Winterthrough 10.00 1
2009 Autumnsymphony 12.00 1
2011 Summereve 9.50 2
2012 The Rime Of The Ancient Mariner, Chapter One 12.00 1

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