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Magma

Theusz Hamtaahk Trilogie

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: live; Konzeptalbum; DVD; Zeuhl
Label: Seventh Records
Durchschnittswertung: 15/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Stella Vander Gesang, Percussion, E-Piano
Antoine Paganotti Gesang, E-Piano
Isabelle Feuillebois Gesang, Percussion
Jean-Christophe Gamet Gesang
Julie Vander Gesang
Claude Lamany Gesang
Benoit Gaudiche Trompete
Yannick Neveu Trompete
Fred Burgazzi Posaune
Ronan Simon Posaune
James MacGaw Gitarre, E-Piano, Gesang
Emmanuel Borghi E-Piano
Philippe Bussonet Bass
Christian Vander Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Theusz Hamtaahk
Disc 2
1. Wurdah Ïtah
Disc 3
1. Mekanïk Destruktïw Kommandöh


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)


Zur Feier des 30jährigen Bandbestehens versammelte Christian Vander im Mai 2000 die aktuelle Magma-Besetzung im Pariser Trianon Theater für zwei Jubiläumskonzerte. Zur Aufführung kam die komplette "Theusz Hamtaahk"-Trilogie: "Theusz Hamtaahk", "Wurdah Ïtah", "Mekanïk Destruktïw Kommandöh". Dieses Ereignis wird hier in einem 3-CD-Set dokumentiert.

Wie es sich für einen solchen Anlass gehört, kommt das Ganze in nobler Aufmachung daher: eine geräumige Pappbox enthält die drei CDs, jeweils im Papp-Klapp-Cover, ein sechzehnseitiges Booklet mit Tracklists, Live-Photos etc. sowie ein 80seitiges Heftchen mit allen kobaïanischen Texten. Besonders letzteres macht dem Fan so richtig Freude; endlich kann man nach Herzenslust mitgröhlen: "Löhst hïrr löhst / Hïrr löhst ün slöïst ün slöïst"...

Musikalisch gibt es keine allzugrossen Überraschungen, von daher kann an dieser Stelle an die vorhergehenden Rezensionen zu den einzelnen Stücken verwiesen werden (siehe "Mekanïk Kommandöh"/"Mekanïk Destruktïw Kommandöh", "Wurdah Ïtah" und "Retrospektïw 1-2" für "Theusz Hamtaahk"). Natürlich unterscheidet sich der Sound etwas von den vorherigen Aufnahmen. Keyboard-technisch kommen hier z.B. nur E-Pianos zum Einsatz, also kein akustisches Piano und keine Synthies wie teils früher. Auch erfährt das im Original sehr spartanisch aufgenommene "Wurdah Ïtah" die volle Chorbehandlung mit sechs Sängern/Sängerinnen. Ausserdem wird die Band bei "Mekanïk Destruktïw Kommandöh" durch einen vierköpfigen Bläsersatz ergänzt, der für zusätzliche Power sorgt.

Dadurch, dass alle Aufnahmen von der gleichen Band stammen, bekommen die Stücke einen halbwegs einheitlichen Sound, der endlich die Trilogie als das grosse, einheitliche Werk präsentiert, als das sie stets gedacht war. Dabei werden die Unterschiede zwischen den Stücken allerdings nicht glattgebügelt. Zwar ist allen Teilen die gleiche Hypnotik und intensive, hymnisch-weihevolle Stimmmung gemein, die Magma so auszeichnet, aber doch bleibt eigener Charakter: "Theusz Hamtaahk" hat ausgedehnte, lange, monotone, Spannung und Ekstase aufbauende Passagen über gleichbleibendem Grundrhythmus mit ständigen Verflechtungen darüber; "Wurdah Ïtah" ist der von der Stimmung her 'leichtestes' Teil, hier zeigen sich wohl am deutlichsten Vanders Einflüsse aus der slawischen Folklore (teils hat man hier fast Kosaken-Gesänge im Ohr), andere Parts klingen fast nach Musical; der Höhepunkt und würdige Abschluss "Mekanïk Destruktïw Kommandöh" mit seinen schwellenden und ebbenden Passagen drängender, intensiver (Poly-)Rhythmik kommt mitreissend daher wie immer und hat im Mittelteil ("Nebëhr Gudahtt") eine für die Live-Versionen typische ausgedehnte Soloabteilung für Bass und Gitarre.

Insgesamt ist es schon fast beängstigend, wie perfekt die Band durch die ausgedehnten Kompositionen navigiert, der absolut exakte Chorgesang ist grandios, Vanders Schlagzeugspiel eindrucksvoll kraftvoll und treibend wie immer, Bassist Philippe Bussonet ein würdiger Nachfolger von Top und Paganotti. Ich kann nur sagen: dieses Set ist sicher einer der Prog-Höhepunkte dieses Jahres und macht Lust auf die bevorstehenden Live-Auftritte von Magma in Deutschland.

Anspieltipp(s): Schnickschnack! Ganz oder gar nicht.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.4.2002
Letzte Änderung: 7.5.2002
Wertung: 15/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


Neben der 3-CD-Box gibt es das Konzert auch als DVD. Auf dieser befindet sich (leider nur in französischer Sprache) auch ein halbstündiger Film, der vor den Konzerten gezeigt wurde: viele ehemalige MAGMAisten geben kurze Statements zur Gruppe ab. Dafür wurde leider auf das Booklet verzichtet, der NUR-DVD-Käufer kann daher nicht mitsingen ( es sei den, er ist der Sprache schon vorher mächtig gewesen). Die Tonqualität ist gut, IMHO aber etwas leise abgemischt, und es gibt ab und an im rechten Kanal Verzerrungen (was am E-Piano liegen kann - Udo, ist das auf den CDs auch so?).

Was sage ich zum Konzert, was Udo nicht schon erwähnt hat. Den schwierigsten Job hatten m.M. die beiden männlichen Vocalisten, immerhin mußten sie Vander und Blasquiz "ersetzen", und ich war beeindruckt, wie gerade Antoine Paganotti seine Sache macht - Respekt! Stellenweise klingt er sogar wie Blasquiz. Auch die Wechselgesänge mit Stella Vander in "Theusz Hamtaahk" oder dem anderen Sänger in "Wurdah Ïtah" sind in ihrer Eindringlichkeit und Intimität Gänsehauterzeugend.

Am meisten aber beeindruckte mich die schlichte Schönheit der Darbietung. Die Band verzichtet live auf alle Mätzchen, die im Rock üblich sind, es gibt keine Dekoration (nur eine weiße Leinwand hinter der Band), keine Lightshow ( nur wenige verschiedene Farben - rot, blau, gelb, in der die Bühne ausgeleuchtet wird), die Musiker stehen statisch an ihrem Platz und die Anlage spottet jeder Beschreibung. Und genau das macht das Konzert auch optisch so eindrucksvoll - der Zuschauer kann sich ganz auf die Musik und die dazugehörige Mimik konzentrieren, es gibt kein (mich schon immer nervendes Mitgröhlen, im falschen Takt klatschen etc.), sondern man erlebt Musiker, die Musik leben. Und hinter allem sitzt Vander an seinem kleinen Schlagzeug (mit dem würden viele Progrockdrummer nicht mal im Übungsraum spielen wollen) und rollt mit den Augen, lacht, droht und lebt seine Musik (und das in dem Alter). Es gibt Stellen, an denen kommen mir die Tränen, so sehr berührt es mich - und das macht MAGMA im Progrock so einmalig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.4.2002
Letzte Änderung: 29.4.2002
Wertung: 15/15
Bezieht sich auf die DVD-Version

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Von: Udo Gerhards (Rezension 3 von 5)


Eine Anmerkung von mir zur DVD-Version:

Wer die Dreifach-CD schon hat, sollte sich meines Erachtens überlegen, ob er die DVD unbedingt braucht. Klar, es ist schön, dem Meister beim Augenrollen zuzusehen und die Perfektion der Band auch optisch bewundern zu können, aber da Magma auf der Bühne diszipliniert und visuell unspektakulär agieren, finde ich nicht, dass die DVD einen wirklichen Mehrwert gegenüber der schön aufgemachten Dreifach-CD-Box hat, die obendrein auch noch das komplette Libretto mitbringt.

Wer gut französisch kann - was ich von mir leider nicht behaupten kann - hat vielleicht etwas von den Kommentaren der früheren Bandmitglieder im letzten Teil der DVD, aber wenn meine kümmerlichen Reste Schulfranzösisch mich nicht vollends auf's Glatteis führen, bestehen diese vor allem aus den üblichen herzlichen Grüssen, Glückwünschen und Lobeshymnen, wie sie bei einem Geburtstag zu erwarten sind.

Aber versteht mich nicht falsch: die 3-CD-Box ist nach wie vor ein Muss für jeden, der auf Magma im Speziellen und Zeuhl im Allgemeinen steht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2002
Letzte Änderung: 7.5.2002
Wertung: keine

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 5)


Udos vorsichtige Distanz zur DVD möchte ich zur direkten Warnung verdichten, denn ich finde diese Produktion der Wirkung der Musik ausgesprochen abträglich. Zunächst einmal ist Magmas optischer Auftritt das krasse Gegenteil unprätentiöser Bescheidenheit, vielmehr sehr auf eine quasi-sakrale Wirkung berechnet, ein bißchen wie der Blick ins Halbdunkel einer Klosterkirche mit singenden Mönchen. Was man davon hält, ist natürlich eine Geschmacksfrage. Ich persönlich fühle mich ähnlich charmiert wie von Chris Squires Leggings auf der letzten Yes-Tournee. Aber das ist nicht mein eigentlicher Punkt. Was mich wirklich nervt, ist die mangelhafte Ton/Bild-Synchronisation. Der Christian Vander, den man hört, scheint beständig eine Hundertstelsekunde hinter demjenigen her zu sein, den man sieht. Nur wenig – gewiß. Aber doch genug, um Bild und Ton wie in zwei Paralleluniversen angesiedelt zu erleben, die sich nie wirklich berühren. Das Betrachten des Bildes verhindert damit ein wirkliches Einsteigen in die Musik. Ähnliche Effekte kennt man aus uralten Konzertfilmen der 70er. Bereits im Vorfeld der DVD-Veröffentlichung war davon zu hören, daß die Synchronisation Probleme verursacht hätte. Ich habe nicht den Eindruck, daß sie voll behoben worden wären. Ob diese Probleme auch auf der VHS-Cassette auftreten?

Man mag in Magma die Vertreter des Guten, Wahren, Echten sehen und in einer Gruppe wie den derzeitigen Yes kommerzielle Progweicheier. Die Brillanz der letzten Yes-DVD läßt das Magma-Opus gleichwohl recht armselig aussehen. Ach, überhaupt haben die beiden Gruppen mehr gemeinsam, als man annehmen sollte. Beide lieben es, immer wieder die gleichen Stücke zu spielen. Beide sind im Laufe der Jahre nicht schöner geworden. Aber Yes tauchen diese Wahrheit zumindest ins Licht erheblich hellerer Scheinwerfer.

Übrigens, ich sprach hier über Bilder. Gut, daß man eine DVD auch als CD abspielen kann. (Aber natürlich nicht auf ´nem normalen CD-Player, bevor mir hier jemand sein Equipment zerstört!)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.6.2002
Letzte Änderung: 28.6.2002
Wertung: keine

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Von: Kristian Selm (Rezension 5 von 5)


Besondere Ereignisse erfordern besondere Konzerte bzw. Veröffentlichungen. Letztes Jahr feierten Magma ihr 30-jähriges Jubiläum mit einer mehrtägigen Konzertreihe in Paris. Im Rahmen dieser Konzerte wurde die Theusz Hamtaahk Trilogie in ihrer Gesamtheit aufgeführt, sprich die zwischen 1970 und 1973 komponierten Stücke "Theusz Hamtaahk", "Wurdah Ïtah", sowie "Mëkanïk Dëstruktïv Kömmandöh" endlich vereint in ihrer dafür vorgesehenen Reihenfolge hintereinander gespielt.

Für alle, die dieses einmalige Ereignis verpassten bzw. als Erinnerung an diese einmaligen Aufführungen, gibt es diese edel aufgemachte Dreifachbox, mit je einer CD als Teil der Trilogie, den kompletten Texten(!) auf 78(!!) Seiten in Kobaianisch (wollte ich doch schon immer mal mitsingen), sowie ein Booklet mit geschmackvollen Bildern, sowie Erklärungen von Christian Vander zu den drei Teilen der Trilogie.

Natürlich hat diese Box auch ihren Preis, doch diese Anschaffung ist ihren Preis wirklich wert. Neues gibt es ja bei Magma schon lange nicht mehr zu hören, doch die immerhin seit einigen Jahren beständige Neuformation um Bandgründer Christian Vander braucht sich mit ihrer Interpretation der alten Klassiker wahrlich nicht zu verstecken. Dazu kommen neben den zwei Sänger und Sängerinnern, auf dieser Veröffentlichung nochmals zwei Singstimmen zur gesanglichen Unterstützung, sowie bei "Mëkanïk Dëstruktïv Kömmandöh" zweifache Trompete und Posaune als Verstärkung.

Die Aufnahmen leben von den fantastischen Gesang in bester Carl Orff Manier, gepaart mit furiosen Jazz Rock bzw. typisch düsteren Zeuhl, einen Stil für den sich Magma als Begründer auszeichneten. Klar ist diese Dreifachpackung harter Stoff, doch der Magma Fan wird begeistert sein, da selbst nach nahezu 30 Jahren die Kompositionen vor Kraft, Ausstrahlung und wahnwitzigem Spiel strotzen.

Bei dieser geballten Ladung an magmaesken Overkill, lasse ich mich sogar zur Höchstwertung hinreißen. In diesem Sinne "Zeuhl Wortz!!"

Anspieltipp(s): Alles!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.9.2004
Letzte Änderung: 4.10.2004
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Magma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Magma 10.75 4
1971 1001° Centigrades 9.20 5
1973 Mekanïk Destruktïw Kommandöh 14.50 3
1974 Köhntarkösz 11.50 2
1974 Wurdah Ïtah 11.00 2
1975 Live (Hhai) 12.00 1
1976 Inédits 7.50 2
1976 Üdü Wüdü 11.00 3
1977 Attahk 9.50 4
1981 Retrospektïw 1-2 11.50 2
1981 Retrospektïw 3 6.00 2
1984 Merci 7.50 2
1984 Concert Bobino 1981 7.50 2
1989 Mekanïk Kommandöh 13.67 3
1992 "Les Voix" Concert 1992 10.00 1
1996 Concert 1976 Opéra de Reims 12.00 1
1996 Concert 1971 Bruxelles - Théâtre 140 10.00 1
1996 Theatre du taur Concert - Toulouse 1975 9.00 1
1998 Simples 4.00 1
1998 Floe Essi / Ektah 7.00 1
1999 BBC 1974 Londres 11.50 2
2004 Concert Bobino 1981 (DVD) 5.00 1
2004 K.A 12.83 6
2004 Uber Kommandoh - 1
2006 Mythes et légendes Volume I (DVD) 14.00 4
2006 Mythes et légendes Volume II (DVD) 13.25 4
2007 Mythes et légendes Volume III (DVD) 14.33 3
2008 Mythes et légendes Volume IV (DVD) 12.50 2
2008 Studio Zünd - 1
2009 Live in Tokyo 13.00 1
2009 Ëmëhntëhtt-Ré 13.33 3
2012 Félicité Thösz 11.40 5
2013 Mythes et légendes - Epok V 11.50 2
2014 Rïah Sahïltaahk 10.00 2
2014 Zühn Wöhl Ünsaï - Live 1974 12.00 2
2015 Šlag Tanz 10.00 1
2015 Köhnzert Zünd 13.33 3
2017 Ëmëhntëhtt-Ré Trilogie 15.00 1

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