SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
25.7.2017
Harald Grosskopf & Eberhard Kranemann - Krautwerk
Area - The Essential Box Set Collection
The Flower Kings - Desolation Rose
Wheel - The Path EP
23.7.2017
Dungen - Dungen
Placebo - Placebo
Il Castello di Atlante - Arx Atlantis
Accordo dei Contrari - Violato Intatto
22.7.2017
Pure Reason Revolution - The Dark Third
Downlouders - Arca
Gulââb - Veils of Mystery
Prospekt - The illuminated Sky
Wheel - The Path EP
21.7.2017
Bardo Pond - Dilate
Pantaleon - Virus
Cast - Power And Outcome
Electric Orange - Time Machine 1992​-​2017
20.7.2017
Mouth - Vortex
ARCHIV
STATISTIK
23682 Rezensionen zu 16190 Alben von 6292 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Fish

Sunsets on Empire

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Dick Bros
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Fish Lead Vocals
Foss Patterson Keyboards, Vocals
Ewen Vernal Bass
Dave 'Squeaky' Stewart Drums
Robin Boult Guitars
Frank Usher Guitars

Gastmusiker

Steven Wilson Guitars, Keyboards, Loops
Dave Haswell Percussion
Chris Gaugh Cello
Brian Hale Violin
Martyn Bennett Violin
Lorna Bannon Vocals
Katherine Garrett Vocals
Don Jack Vocals
Chris Thompson Vocals
Annie McCaig Vocals
Terence Jones French Horn
Fraser Spiers Harmonica
Tara Rowena Dick Pianola

Tracklist

Disc 1
1. The Perception of Johnny Punter 8:37
2. Goldfish & Clowns 6:36
3. Change of Heart 3:41
4. What Colour is God ? 5:50
5. Tara 5:12
6. Jungle Ride 7:34
7. Worm in a Bottle 6:24
8. Brother 52 6:03
9. Sunsets on Empire 6:54
10. Say it with Flowers 4:15
Gesamtlaufzeit61:06


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 3)


Produziert wurde das Album von "Porcupine Tree"- Mastermind Steven Wilson, der auch sechs der 10 Songs mitgeschrieben hat, also faktisch für den Großteil der Musik der CD verantwortlich zeichnet. Was erwartet also den geneigten Hörer ? Eine Mischung aus alten Marillion und Porcupine Tree mit Fish-Gesang ? Wer sich der Scheibe so nähert, hat eher schlechte Karten.

Vorweg zu den vier "Non-Wilson-Tracks", drei davon in Zusammenarbeit mit Gitarrist Robin Boult und einer mit Keyboarder Foss Patterson. Wunderbar melancholisch das Stück "Tara", gewidmet der Tochter des schottischen Sängers. Eingängige, fast radiotaugliche Melodien bei "Change of Heart" und "Jungle Ride". Einziger schwacher Song bleibt "Worm in a Bottle", der zu keiner Zeit richtig zündet.

"The Perception of Johnny Punter" erinnert am stärksten an Wilsons Stammband. Treibender, stakkatoartiger Rhythmus, im Refrain aufgelöst in wohlige Gitarren mit Keyboards, nur um danach wieder etwas schräg und laut den Song voranzutreiben. Sorry, besser kann ich das nicht beschreiben. "Goldfish & Clowns" beginnt mit Klavier und flüsterndem Fish. Die Melodie entwickelt sich langsam zur Akustikgitarre, Fish wird lauter, es folgt ein stürmisches Gitarren-Intermezzo und leise wie zu Beginn schließt der Song. "What Colour is God" lässt Fish zu indischer Percussion singen, schreien und sogar rappen. "Brother 52" beginnt mit einem Telefonat zwischen Fish und "Doc", dem Inhaber eines Tatoo-Studios. Hammond-Orgel, Loops, Samples und ein voranpreschendes Schlagzeug von Dave Stewart machten den Song inzwischen zum Live-Favoriten der Fish-Fans. Porcupine Tree goes Stadium-Rock, inklusive Mitsing-Refrain und Teufelsgeige. Es folgt mit dem Titelstück der absolute Höhepunkt des Albums, wenn nicht gar im gesamten Solo-Schaffen des Derek William Dick. Die Gitarrenparts hätten sich so auch auf "Animals" oder "The Wall" wohlgefühlt und stammte der Gesang von Waters oder Gilmour, niemand würde daran zweifeln, dass es sich um ein verschollenes "Pink Floyd"-Stück handelt. Spätestens der Gesang von Lorna Bannon lässt einen unweigerlich an "The Great Gig in the Sky" denken. Eine echte Perle, 15 Punkte. Zum Abschluss ein wenig "No-Man"-Feeling mit "Say it with Flowers". Kein Wunder, war doch auch Tim Bowness mitverantwortlich für diesen Song. Ruhiger Gesang, unterlegt nur mit dezentem Keyboard und Gitarren. Ein perfektes Ende für das wohl beste Solo-Werk von Onkel Fish. Auch beständigen "Nach-Marillion-hat-Fish-nur-Mist-veröffentlicht"-Sagern wärmstens empfohlen !

Anspieltipp(s): Sunsets on Empire; Say it with Flowers; The Perception of Johnny Punter
Vergleichbar mit: Porcupine Tree; No-Man; Pink Floyd
Veröffentlicht am: 17.5.2003
Letzte Änderung: 17.5.2003
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Henning Mangold @ (Rezension 2 von 3)


Schaut man sich das Line-up dieser Aufnahmen an (das im Booklet detailliert aufgelistet ist), dann stellt sich sofort die wichtigste Frage im Zusammenhang mit diesem Album: Wieso spielt hier ein gewisser Jemand mit den Initialen SW alle möglichen Instrumente, die auch schon von der Band bedient werden? Fish hat im großen und ganzen seine alte Band zusammen (Patterson, Boult, Usher, dazu Ewen Vernal am Bass und Dave Stewart an den drums), und trotzdem scheint das nicht zu genügen: Keyboards, lead guitar, rhythm guitar, slide guitar sowie loops and sampler gibt's auch noch von Steven Wilson (ja, der!). Und da DER Mann immer Zeit für ein Seitenprojekt hat, lässt er sich nicht lumpen, produziert die ganze Scheibe und schreibt sechs der zehn Tracks mit.

Angeblich sollen er und Fish einander ja zufällig in Südfrankreich vorgestellt worden sein; Tatsache ist aber wohl, dass Fishs große Krise ohne ein leichtes Schütteln am Stachelschweinbaum wohl schon früher eingesetzt hätte - die Krise, die dann während der nachfolgenden Tournee unüberhörbar werden sollte und sogar noch in ihrer ganzen Peinlichkeit auf dem Livemitschnitt "Tales from the big bus" dokumentiert wurde (dieses Album gehört zu den schlechtesten, die ich je gehört habe; es ist so schlecht, dass sich die Anschaffung schon wieder lohnt). Vielleicht lag das spätere Problem ja auch daran, dass sich "Sunsets" hierzulande ziemlich schlecht verkauft hat und dass mancher ehemalige Fan das Album nicht haben wollte; Fish's Probleme (z.T. mit Alk) hatten nach ihrer Erwähnung in der Presse wohl einige Fans im Vorfeld abgeschreckt, und tatsächlich brauchte der Mann Hilfe.

Nun, die bekam er ja dann, und deshalb ist "Sunsets" eins dieser Alben geworden, die mancher Hörer verpasst haben mag, nach denen er aber irgendwann lechzen wird, sei es wegen Fish oder weil er ein Porcupine Tree-Junkie ist: die Songs sind nämlich verdammt gut, besonders natürlich die mit Wilson als Co-Autor, aber es gibt auch sonst keine echten Ausfälle. Jetzt wird uns sicher jemand darauf hinweisen, dass Fish wieder mal manchen Ton nicht trifft (mir fiel das einmal in "Change of heart" und mehrmals im Titeltrack auf), aber es stört nicht weiter, weil der superbe Sound alles ausgleicht (diese herrlich schräge Rhythm-guitar der Einleitung von "Johnny Punter" zieht sich durch das ganze Album; bemerkenswert sind auch die Percussion-Sections in "Colour" und "Jungle ride" sowie Wilsons typische Loops). Die rätselhaft-kritischen Lyrics könnten auch Hammill gefallen ("Johnny Punter" hat was von "Killer" bzw. "Crying wolf"), und der Titeltrack (in dem ich irgendwie die 12-string vermisse, aber das ist subjektiv) erinnert an Roger Waters in seinen besten Momenten.

Einzig "Worm in a bottle" ist nicht ganz so gelungen (zu eintönig: hier fehlt Wilsons Einfluss am deutlichsten), und in "Tara" (Hymne für's Töchterchen) übertreibt Fish vielleicht ein wenig seinen Familiensinn, obwohl der Song eine meiner bevorzugten Textzeilen enthält ("I'll guard you from the monsters on the TV"). Kurzum: wer das Album noch nicht haben sollte, weil ihm "Yin" und "Yang" nichts gegeben haben, sollte ihm nachträglich noch eine Chance geben. Besser als der Vorgänger "Suits" (ein Album, das mit jedem Song langweiliger wird und den Hörer erst mit "Raw meat" wieder aufweckt) ist "Sunsets" allemal.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2003
Letzte Änderung: 3.2.2015
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Günter Schote @ (Rezension 3 von 3)


Fish ist schon eine tragische Gestalt: auf dem kommerziellen Höhepunkt verlässt der Sänger Marillion; nicht ohne dabei einiges an Porzellan zu zerschlagen. Nach einem beeindruckenden Solodebüt legt er sich mit der Industrie an, die ihm völlig humorlos einen Haufen Anwälte auf den Hals hetzt. Das Nachfolgealbum kann dem Debüt nicht ansatzweise das Wasser reichen, Musiker kommen und gehen, die Stimme versagt, setzt aus, geht den Bach runter. Finanziell angeschlagen, mittelmäßige Produktionen.

Seit einigen Jahren aber scheint die blöde Zeit durchgestanden. Fish lächelt wieder. Seine jüngsten Veröffentlichungen klangen nicht mehr ganz so verzweifelt, finanziell ist das Tal wohl durchschritten und privat scheint die Sonne auch wieder.

Zeit also The Remasters zu veröffentlichen. Again. Bereits 2002 veröffentlichte Fish neu gemasterte Versionen seiner Alben. Diese Ausgaben hatten bereits einige Boni im Gepäck, doch das war nichts im Vergleich zu den neusten Auflagen. Die Remasters kommen nun als 3CD-Set im Hard-Cover-Book mit B-Seiten, Demos und Liveaufnahmen nebst ausufernden Aufsätzen von Derek W. Dick, in denen er über die Inspiration, die Entstehung, die Aufnahmen der Stücke reichlich Auskunft und zahlreiche Anekdoten zum Besten gibt.

„Sunsets on Empire“ also. Das Album, das Fish zusammen mit Steven Wilson schrieb und aufnahm. Fish erzählt dazu, dass er zu zunächst – zumindest interpretiere ich das so – von den Tapes, die Wilson ihm sandte, nicht überwältigt war. Zwischen all den Loops und Rhythmen musste er die Melodien suchen. Schließlich fand er sie doch und so fand die Zusammenarbeit noch ein glückliches Ende.

Grundsätzlich ist „Sunsets on Empire“ ein solides Album. Wilson hat Fish sehr homogene und knackige Songs geliefert. Auf den starken, wenngleich etwas sperrigen Opener „Perception of Johnny Punter“ folgen ausnahmslos gut hörbare Stücke; „What Colour is God?“ mag dabei das Highlight der 10 Songs sein oder doch „Jungle Ride“? Das als Single veröffentlichte „Brother 52“ kommt sehr maskulin und muskulös daher. Beim abschließenden „Say It With Flowers“ hat Wilson seinen Spezi Tim Bowness als Co-Autor untergebracht.

Langer Rede, kurzer Sinn: Wilsons Songs für Fish haben Hand und Fuß, so dass „Sunsets on Empire“ eine der besseren Veröffentlichungen des Schotten ist. Der Sound der „neuen Version“ ist transparent und knackig.

Auf Disc 2 finden sich die originalen Wilson-Demos, die sich nicht wesentlich vom finalen Produkt unterscheiden. Gitarre etwas prominenter, die Rhythmen etwas straighter. Nice to have. Den Remix von “What Colour is God?” hätte man sich hingegen sparen können. Nichts gegen einen guten Remix, aber dieser ist leider nicht sonderlich gelungen.

Disc 2 (Demos with Steven Wilson + Bonus tracks)

1 – Goldfish & Clowns (Demo with Steven Wilson) 2 – Sunsets on Empire (Demo with Steven Wilson) 3 – What Colour is God? (Demo with Steven Wilson) 4 – Do Not Walk Outside This Area (Demo with Steven Wilson) 5 – The Perception of Johnny Punter (Demo with Steven Wilson) 6 – Say It With Flowers (Demo with Steven Wilson) 7 – The Perception of Johnny Punter USA Version (with altered lyric – front section) 8 – Do Not Walk Outside This Area Bonus track Japan (Full recorded version) 9 – Tara (Radio edit) 10 – Goldfish & Clowns (Radio edit) 11 – What Colour is God? (Remix by Max Rael ‘History of Guns’)

Disc 3 (Live)

1 – Change of Hearts (from ‘Communion’ St. Mary’s Church, Haddington 2006) 2 – Tara (from ‘Communion’ St. Mary’s Church, Haddington 2006) 3 – Worm in a Bottle (Company Convention, Haddington Corn Exchange 2006) 4 – Goldfish & Clowns (Poland 1997) 5 – Jungle Ride (Poland 1997) 6 – The Perception of Johnny Punter (Poland 1997) 7 – What Colour is God? (Poland 1997) 8 - Brother 52 (Poland 1997) 9 – Sunsets on Empire (from 'Sashimi' 1999 recorded in Poznan)

In der Summe (Musik, Artwork, Bonus…) sicher eine lohnenswerte Neuauflage der inzwischen auch schon wieder 20 Jahre alten Fish/Wilson-Kollaboration.

Anspieltipp(s): What Colour is God?
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2017
Letzte Änderung: 24.5.2017
Wertung: 9/15
Lohnenswerte Neuauflage

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fish

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1990 Vigil In A Wilderness Of Mirrors 13.00 1
1991 Internal Exile 5.00 2
1993 Songs From The Mirror 4.50 2
1993 Uncle Fish & The crypt creepers (Live at the Düsseldorf Philipshalle 7.12.1991) 10.00 1
1994 Suits 8.00 1
1994 Sushi 12.00 1
1995 Yang 3.00 1
1995 Yin 3.00 1
1997 Tales from the big bus - Live Köln 20.11.1997 5.67 3
1999 Raingods With Zippos 9.00 3
2001 Fellini Days 8.00 3
2002 Sunsets on empire Live in Poland 1997 (DVD) 11.00 1
2002 Fool's Company - Live in Holland (DVD) 8.00 2
2004 Field of Crows 12.00 1
2005 Scattering Crows - Live in Europe 2004 (DVD) 8.00 1
2006 Return To Childhood 8.50 2
2007 13th Star 11.00 1
2013 A Feast Of Consequences 12.00 1
2016 The Moveable Feast 8.00 1
2017 Farewell To Childhood 10.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum