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Steve Hackett

To Watch The Storms

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003 (auch als "Special Edition" mit Bonustracks erhältlich)
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; Jazzrock / Fusion; RetroProg; sonstiges
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 11/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hackett guitar, vocals
Roger King keys
Rob Townsend brass, woodwind
Terry Gregory bass, vocals
Gary O'Toole drums, vocals

Gastmusiker

John Hackett flute (on "Serpentine Song")
Ian McDonald sax (on "Brand New")
Jeanne Downes backing vocals
Sarah Wilson cello
Howard Gott violin

Tracklist

Disc 1
1. Strutton Ground 03:03
2. Circus Of Becoming 03:47
3. The Devil Is An Englishman 04:26
4. Frozen Statues 02:57
5. Mechanical Bride 06:38
6. Wind, Sand And Stars 05:06
7. Brand New 04:39
8. This World 05:17
9. Rebecca 04:18
10. The Silk Road 05:23
11. Pollution B   (nur auf der Special Edition) 00:57
12. Fire Island   (nur auf der Special Edition) 05:22
13. Marijuana, Assassin Of Youth   (nur auf der Special Edition) 05:48
14. Come Away 03:11
15. The Moon Under The Water 02:12
16. Serpentine Song 06:50
17. If You Only Know   (nur auf der Special Edition) 02:25
Gesamtlaufzeit72:19


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 4)


Klassiker! Sein bestes Album bisher! Das gehört in jede gutsortierte Platten-Sammlung! Das sind alles die Aussprüche, die wir hier auf diesen Seiten eigentlich vermeiden wollen oder zumindest wohlüberlegt einsetzen sollten. Trotzdem bin ich versucht die neue CD von Steve Hackett mit diesen Attributen zu beschreiben. Aber der Reihe nach:

Vier Jahre nach "Darktown" gibt es wieder ein neues Studio-Album von Steve Hackett. Eingespielt wurde das Album von Steve zusammen mit seiner aktuellen Band, die ihn auch schon auf der Tournee durch Süd-Amerika (siehe "Somewhere in South America") begleitet hat. Das Vorhandensein einer festen Band und die Tatsache, dass manche Songs schon länger zum Live-Programm gehören und damit eine gewisse Reifung durchlaufen haben, trägt sicherlich zu dem geschlossenen und kompakten Eindruck des Albums bei. Dies ist insofern erstaunlich, da hier eine schier unglaubliche Bandbreite von Hackett-typischen Rockern und Balladen über jazziges, bluesiges bis hin zu Rock'n'Roll und Soundscapes geboten wird. In einem Interview mit dem "Progressive Newsletter" beschreibt Hackett selbst das Album als Traumreise von London an verschiedene Orte der Welt und wieder zurück.

"Strutton Ground" ...beginnt mit einer mittelalterlichen akustischen Gitarre und einem ebensolchen minnesänger-ähnlichem Gesang, ein sehr ruhiger, balladesker Song als Startpunkt für den Aufbruch in eine Reise zu verschiedenen Orten und vor allem Sounds.

"Circus Of Becoming" ...nimmt die ruhige Stimmung mit einer chromatischen Kirchenorgel zunächst auf, um dann mit Gitarre und einer Art "hüpfenden" Pfeifen-Orgel etwas Fahrt aufzunehmen. Unvermittelt schwenkt der Song mit dem Refrain in eine beatleske Nummer über.

"The Devil Is An Englishman" ...ist die einzige richtige Fremdkomposition (im Original von Thomas Dolby). Gitarre und aggressive Keys-Einwürfe schaffen eine beunruhigende, bedrohliche Atmosphäre, unterstützt wird dies noch durch den verzerrten Gesang. Unheimlich! Der Song wird immer wieder durch allerlei Soundeffekte "gebrochen", behält aber seine bedrohliche Grundstimmung.

"Frozen Statues" ...ist eine Art Free-Jazz-Ambient-Soundscape-Klangcollage, getragen vor allem von den Keys.

"Mechanical Bride" ...ist eine Hymne an King Crimson...Steve Hackett dreht "21st Century Schizoid Man" durch den Wolf! Der Song eskaliert in einer Sound-Kakophonie größeren Ausmaßes.

"Wind, Sand And Stars" ...bringt über einem leichten Keys-Teppich die Flamenco-Gitarre in Anschlag... hervorragender Akustik-Hackett an der spanischen Gitarre.

"Brand New" ...bringt einen vollkommenen Stilbruch, beginnend mit akustischer Gitarre und eher balladesk, entwickelt sich im Refrain plötzlich ein Asia- / GTR-artiger AOR-Rocksong, nur um im nächsten Moment wieder hinter der Akustikgitarre "in Deckung" zu gehen, und - once again please!

"This World" ...ist eine ziemlich ruhige, getragene Ballade. Bis hierhin wahrscheinlich der am wenigsten überzeugende Track, aber trotzdem nett.

"Rebecca" ...thematisiert den gleichnamigen Roman von Daphne Du Maurier und beginnt wieder mit dieser mittelalterlich klingenden spinettartigen Gitarre. Ansonsten eher wieder eine typische Hackett-Ballade, bis nach ca. 2:50 Minuten die Percussion das Lied etwas aufbricht und neue Facetten erkennen lässt.

"The Silk Road" ...ist eine percussiongetriebene Reise durch die Musikstile, Afrika trifft auf Brasilien, Andalusien und New Orleans.

"Pollution B" ...eine knapp einminütige Soundcollage als Intro zu....

"Fire Island" ...einem lupenreinen Blues, so wie Steve Hackett eben nun mal den Blues spielt: technisch perfekt und klinisch rein, gerade deshalb ungewöhnlich und interessant. Die Vocals kommen hier mal wieder leicht verzerrt.

"Marijuana, Assassin Of Youth" ...Anschnallen bitte! So was lockeres, humor- und schwungvolles hat man von Steve noch nicht gehört. Alleine dieser Song ist Grund genug sich die "Special Edition" zuzulegen... Nach einem harmlosen, an Bar-Jazz erinnernden Beginn mit süßlichem Gesang beginnt unvermittelt eine Rock'n'Roll-Orgie mit Versatzstücken von "Batman Theme", "Wipe Out" und "Tequila"...cool! Laut Steve Hackett kam die Idee von einem völlig missratenen Propaganda-Movie der amerikanischen Regierung gegen Drogenmissbrauch, der wohl eher das Gegenteil bewirkt haben dürfte.

"Come Away" ...nimmt das Tempo wieder etwas zurück und mündet in einen eigenwilligen Trip mit seltsamen Rhythmen (man fühlt sich an Polka, Reigentanz und ähnliches erinnert).

"The Moon Under Water" ...kehrt zurück zur akustischen Gitarre und zeigt einige nette Fingerübungen des Gitarren-Meisters.

"Serpentine Song" ...ist wieder eine typische, ruhige Hackett-Ballade mit schöner Flöten-Begleitung durch seinen Bruder John.

"If You Only Knew" ...gibt am Schluss nochmals den "vollen" Akustik-Hackett.

Welch' eine Achterbahnfahrt durch Stile, Stimmungen und Sounds.... Empfehlung: Kaufen! Die "Special Edition" kommt mit einem dicken Booklet, welches zu jedem Song neben dem Text auch noch Kommentare von Steve Hackett enthält. Dazu kommen noch diverse, schöne Bilder von Kim Poor. Ach ja, Kunst: Noch ein Wort zum Cover... anscheinend haben Porcupine Tree und Steve Hackett den gleichen Gestalter beauftragt, zumindest wirkt das Cover wie eine Fortsetzung von "In Absentia" und ist dabei kein bisschen hübscher...

Anspieltipp(s): Mechanical Bride, Circus Of Becoming
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.6.2003
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 14/15

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Von: Michael Weinel @ (Rezension 2 von 4)


So, da ist es nun, das neue Studio-Output von Mr Hackett.

Ohne auch nur einen Ton der CD gehört zu haben, hatte ich schon einen eindeutig positiven Eindruck. Leute, kauft euch die "Special Edition", solange es sie noch gibt (das ist doch limitiert, oder?)! Die Bonustracks alleine sind die paar Euro Aufpreis wert, aber erst die Verpackung - traumhaft. Das Booklet kommt als opulentes kleines Büchlein daher. Very nice. Gewohnt gut das Artwork von Steve's besserer Hälfte Kim Poor.

Nun zur Musik: ich muss zugeben, beim ersten Anchecken ließ mich die CD etwas ratlos zurück. "Darktown" gefiel mir auf Anhieb besser. Hier hatte ich doch eher gemischte Gefühle - akustische Gitarrenstücke, Merkwürdiges wie "Marijuana" und "Come Away", eher schlichte Rocker wie "This World". Kam mir alles etwas zusammengewürfelt vor.

Jetzt aber, nach mehrmaligem Hören, erschließt sich mir das Werk. Ich finde zwar immer noch, dass es nicht ganz an "Darktown" heranreicht, aber es ist ein hervorragendes Album geworden.

Ansonsten brauche ich nicht mehr viel zu erzählen, siehe oben!

Anspieltipp(s): Circus Of Becoming, Come Away, This World (drei musikalische Welten)
Vergleichbar mit: da fällt mir beim besten Willen nichts Vergleichbares ein
Veröffentlicht am: 16.6.2003
Letzte Änderung: 16.6.2003
Wertung: 12/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 4)


Es ist ja schon etwas länger her, dass Steve Hackett ein Rock-Album mit neuem Material an den Start gebracht hat (namentlich "Darktown" 1999). Nun ist mit "To Watch The Storms" das 2003er Output des Ex- Genesis- Gitarrenzupfers erschienen und - oh Wunder! - es ist voller Rückgriffe auf seine glorreiche Vergangenheit (das möge man einem Herrn Hackett zugestehen, va bene) und auf andere Größen der ach so glorreichen Siebziger (ein bisserl King Crimson bei "Mechanical Bride" und ein Schnüpelchen Yes bei "Serpentine Song" - auch das sei gestattet - ist zwar nicht originell, aber macht ja eh fast jeder).

Leider weniger gut gelungen als das Zitieren ehemaliger eigener und fremder Glanztaten scheint mir die gesangliche Leistung Hacketts, dessen Ausdrucksmöglichkeiten arg limitiert bleiben (ich finde, er klingt wie Andy Latimer um 4 Uhr morgens), wenngleich er immerhin tonsicher ist. Auch der Sound ist mir zu zweidimensional, zu elektronisch, zu plaste-und-elaste-mäßig, diese schrecklichen e-Drums wecken böse Erinnerungen an die 80er Jahre (brrrr) und bei den meisten Kompositionen weiß ich wirklich nicht, ob man sie unbedingt noch einmal auf Silber verewigen musste, zu stereotyp klingt da Hacketts Solo-Stil durch. "Kennste eine - kennste alle", um es polemisch zu formulieren, die Paralellen zu "Darktown" (auch nicht wirklich eine Glanztat) sind mir zu offensichtlich.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.6.2003
Letzte Änderung: 24.8.2011
Wertung: 6/15
Insgesamt wohl eher ein zweischneidiges Werk für Fan-Melancholiker.

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 4 von 4)


Vor etwas mehr als einem Monat war mir Steve Hackett lediglich als Gitarrist der frühen Genesis ein Begriff. Zwar wußte ich, dass der Herr auch schon etliche Soloscheiben veröffentlicht hatte, mich damit auseinanderzusetzen, dazu fehlte mir irgendwie der Anreiz. Doch dann kam "To Watch The Storms" ...

Und was gibt es wohl schöneres für einen Künstler, als wenn sein aktuelles Werk so einschlägt, dass man sich sofort mehr von ihm zulegen muss (mittlerweile besitze ich schon vier Hackett CDs). In der Tat bin ich mal wieder begeistert von einer CD wie schon lange nicht mehr. Hackett versteht es einfach, viele Stilmittel zu einer Homogenität zu vereinen. Und so vergehen die 13 Songs wie im Fluge, Schwachstellen findet man nur selten, meistens aber dann, wenn es gar zu folkig wird. Aber der Folk-Anteil ist eh nur eines. Vielmehr macht Hackett auf "To Watch The Storms" eine Reise durch die Musik. Von Beatles ähnlichen Werken (Circus Of Becoming) über bizarre und düstere Kompositionen, die selbst ein David Bowie nicht besser hätte hinbekommen (Devil Is An Englishman), dazu selbst eine wuchtige Hommage an King Crimson (Mechanical Bride), grandiosen Balladen (Rebecca) bis hin zu indisch-percussivem Bombast (The Silk Road) bekommt man eine grandiose Vielfalt geboten, die immer wieder durch gute, vom Hackett'schen Gitarenspiel geprägte Rocksongs durchzogen wird.

Die Leistung der neben Hackett weiteren sieben Musiker möchte ich schon noch erwähnen, denn nur durch den Einsatz der vielfältigsten Instrumente erlebt man auf "To Watch The Storms" eine Abwechslung, die man vergeblich auf anderen Releases sucht. Aus diesem Grunde sei jedem geraten, sich diese CD unbedingt zu Gemüte zu führen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.6.2003
Letzte Änderung: 9.1.2004
Wertung: 12/15
Ein grandioses Album eines grandiosen Gitarristen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Steve Hackett

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Voyage Of The Acolyte 9.80 5
1978 Please Don't Touch 10.33 3
1979 Spectral Mornings 7.33 3
1980 Defector 9.33 3
1981 Cured 6.00 2
1983 Bay of Kings 7.50 2
1983 Highly Strung 7.00 2
1984 Till We Have Faces 5.67 3
1988 Momentum 10.50 2
1992 Time Lapse 10.00 2
1992 The Unauthorised Biography - 1
1993 Guitar Noir 11.50 2
1993 There Are Many Sides To The Night 14.00 1
1994 Timeless (MCD) 9.00 1
1995 Blues with a Feeling 1.00 2
1996 Genesis Revisited 10.50 2
1996 The Tokyo Tapes (DVD) 9.00 1
1997 A Midsummer Night's Dream - 1
1998 The Tokyo Tapes 9.00 2
1999 Darktown 10.67 3
2000 Feedback '86 2.33 4
2001 Live Archive 70's Newcastle 9.00 1
2001 Live Archive 70,80,90s 11.00 1
2002 Genesis Files - 2
2003 Live Archive - NEARfest 11.00 1
2003 Somewhere in South America... Live in Buenos Aires 13.00 2
2003 Hungarian Horizons (Live in Budapest) 11.00 1
2004 Live Archive 04 10.00 1
2004 Once above a time (DVD) 10.00 1
2004 Live Archive 03 11.00 1
2005 Metamorpheus 9.50 2
2005 Live Archive 05 9.00 1
2005 Spectral Mornings ('Musikladen' show) (DVD) 11.00 1
2006 Wild Orchids 10.33 3
2006 Live Archive 83 8.00 1
2009 Out Of The Tunnel's Mouth 11.50 2
2011 Live Rails 10.00 2
2011 Beyond the Shrouded Horizon 10.50 2
2012 Genesis Revisited II 13.00 3
2013 The Bremen Broadcast - Musikladen 8th November 1978 13.00 1
2013 Genesis Revisited: Live At Hammersmith 15.00 1
2014 Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall - 2
2015 Wolflight 11.00 1
2015 The Man, The Music 11.00 1
2016 The Total Experience Live In Liverpool 11.00 1
2017 The Night Siren 12.00 2

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