SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
16.12.2017
Heartfield - Follow
Lynhood - Septembre
15.12.2017
Mind Enemies - Revenge
Ringhausen - Lumen
Kaipa - In the Wake of Evolution
White Mountain - The Delta Sessions
Status Minor - Three Faces of Antoine
Trinity Xperiment - Anaesthesia
14.12.2017
Isproject - The Archinauts
Isildurs Bane - Off the Radar
PuzzleWood - Gates of Loki
13.12.2017
World Trade - Unify
Squartet - Adplicatio Minima
12.12.2017
Acqua Fragile - A New Chant
Spock's Beard - Snow Live
Opeth - Opeth/Enslaved Split EP
11.12.2017
Syd Barrett - The Madcap Laughs
The Perc Meets The Hidden Gentleman & The Lavender Orchestra - Praha
ARCHIV
STATISTIK
24184 Rezensionen zu 16531 Alben von 6439 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Pink Floyd

A Saucerful Of Secrets

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1968
Besonderheiten/Stil: Psychedelic
Label: EMI
Durchschnittswertung: 10/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

David Gilmour gtr
Nick Mason drums
Rick Wright keyb.
Roger Waters bass, vocals

Gastmusiker

Syd Barrett* vocals, gtr

Tracklist

Disc 1
1. Let there be more light   (Waters) 5:38'
2. Remember a day   (Wright) 4:33'
3. Set the controls for the heart of the sun   (Waters) 5:27'
4. Corporal Clegg   (Waters) 4:12'
5. A saucerful of secrets   (Pink Floyd) 11:59'
6. See-saw   (Wright) 4:36'
7. Jugband Blues   (Barrett) 3:00'
Gesamtlaufzeit39:25


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 6)


Die erste Platte nach Syd Barretts Abgang. Nur der letzte Song stammt von ihm, und dort singt er auch die Leadvocals und spielt Gitarre. Ansonsten hat nun sein alter Duopartner David Gilmour die Gitarre übernommen.

Die Platte übt auf mich einen merkwürdigen Reiz aus, läßt mich anderserseits aber auch zwiespältig zurück. Als ich die LP zum ersten Mal hörte (so um 1972 herum) war das alles neu und aufregend, viele Klänge hatte man so noch nicht gehört, und Pink Floyd waren und sind Meister der Effekte. Dadurch wirkt die LP sehr stark und nimmt einen gefangen; zum anderen kaschieren Pink Floyd mit den Effekten oft ihre eher dürftigen Einfälle. Und heute wirken viele Sachen, die damals toll, neu klangen eher belustigend und mager. Aber der Reihe nach. Die Songs sind gegenüber dem Debütalbum um einiges langsamer und fliessender. Allerdings sind viele der Ideen diesem Album abgeguckt, Barretts Einfluß gerade in Hinblick auf Klangeffekte immer noch sehr deutlich. Der erste Track beginnt als Abklatsch von "Interstellar Overdrive" mit seiner pulsierenden Gitarreneinleitung, wird dann aber ein eher mäßiger midtempo-Song.

"Remember a day" ist auch nicht flotter, ein monotoner Drumpart hält alles zusammen, ansonsten klimpert Wright auf dem Klavier und der Orgel rum. Erinnert mich stark an die Single "Julia's dream". "Set the controls.." war damals einer der Kiffersongs in seinem sehr monotonen Aufbau. Ein einfacher Bass- und drumpart der die ganze Zeit durchläuft, geflüsterter Leadgesang und stark verhallte Piano- & Orgeltöne: fertig ist ein Song, der trotzdem was hat. Erinnert mich manchmal an die ganz frühen Tangerine Dream.

"Corporal Clegg" ist dagegen nix. Als Heavysong fängt es an, und die Zwischenpartien erinnern mit ihren Jahrmarkttrötten eher an ein Schützenfest. Dazwischen gibt es dann typisch Psychedelicmucke, aber eher der schlichten Art. Der Titeltrack soll wohl Kunst sein, beginnt aber erstmal minutenklang eher als Klangmalerei, die stark an den Film "2001" erinnert, als diese Farborgie ablief. Nach 4 Minuten dann endlich mal ein Schlagzeugbeat, der allerdings auch wieder durch eher sinn-loses Geklimper auf einem Piano oder Gezupfe von diversen Gitarrenseiten überlagert wird. Hier war die Dosis wohl zu stark ;->. Weitere drei Minuten später döst Wright dann über einen Orgelakkord ein und das Ganze wird schwülstig.

"See-saw" ist eine Aufguss von "Remember a day" und Barretts Song passt hier überhaupt nicht mehr rein. Ich weiss nicht mal, ob die anderen überhaupt groß mitspielen, er erinnert eher an die Stücke von seinen Soloplatten. Und man merkt, dass er seinen Zenith mehr als überschritten hat. Klingt eher wie ein Kinderlied., dem man am Ende schnell noch was spaciges verpaßt hat.

Fazit: Sehr durchwachsene Platte, damals wohl sehr modern, aber heute eher monoton. Manche Songs wie "set the controls.."wirken in ihrer Schichtheit trotzdem.

Anspieltipp(s): Set The Controls...
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2002
Letzte Änderung: 20.9.2003
Wertung: 7/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 6)


"A Saucerful of Secrets" war die Keimzelle des typischen Pink Floyd-Sounds der 7ziger Jahre! Mit Syd Barrett, der die Band zu Beginn der Aufnahmen dieser Scheibe verlassen hatte (oder besser gegangen wurde), war auch das "The" aus dem Bandnamen verschwunden und Roger Waters übernahm die Rolle des Bandleaders. Die Scheibe steht ganz im Zeichen des Übergangs vom psychedelischen Beat/Pop der ersten LP hin zu der spaceig/progressiven aber auch minimalistisch/repetitiven Klangwelt der typischen Floyd-Werke der 7ziger Jahre (Atom Heart Mother bis Animals). Wer mit diesen nichts anzufangen weiss, wird auch an "A Saucerful of Secrets" kaum gefallen finden.

"Let there be more Light", das hypnotische "Set the controls for the Heart of the Sun" und das Titelstück (der erste umfangreiche Experimentaltrack von Pink Floyd) sind Klassiker der Band und rechtfertigen schon allein den Kauf der Scheibe. Die beiden Wright-Kompositionen "Remember a Day" und "See Saw" sind sehr entspannte, noch dem psychedelischen Sixties-Stil der Vorgängerscheibe verpflichtete Einsprengsel, die das Album gekonnt auflockern. Perfekt ist die Scheibe allerdings auch nicht. "Corporal Cleg" paßt nicht so recht hier rein, eine Art mißglückter Kalauer, der den Ablauf der Scheibe eher stört, obwohl das Lied als solches ja ganz lustig ist (die satirische Anspielung auf Armee und Krieg wird Waters aber rund 10 Jahre später wieder aufgreifen). "Jugband Blues" ist dann noch ein "würdiger" Abgesang für Syd Barrett, der hier letztmals Leadgitarre und Gesang übernimmt. Ein absolut durchschnittlicher Song, den man getrost hätte weglassen können, und der zudem zeigt, daß Barretts Weggang zu diesem Zeitpunkt kein großer Verlust mehr für die Band war.

"A Saucerfull of Secrets" war ein Meilenstein für Pink Floyd (auch wenn viele Barrett-Fans damals das Werk zerissen haben) - auch das Cover sorgte für einiges Aufsehen und war der erste große Wurf für die Grafiker von Hipgnosis - und ist meiner Meinung nach auch heute noch eines der interessantesten und hörenswertesten Alben aus den Anfangstagen des Prog.

Anspieltipp(s): Let there be more Light, Set the controls for the Heart of the Sun
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.6.2002
Letzte Änderung: 10.9.2014
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 3 von 6)


Auf ihrem Zweitling wurde es schon etwas besser, obwohl die Band zu der Zeit vor der Zerreißprobe stand. Hier haben wir immerhin drei Songs für mich. Das gute "Let there be more light" und dann zwei der stärksten Pink Floyd Stücke überhaupt - "Set the controls for the heart of the sun" und das Titellied.

Läuft "Set the controls..." erst in den viertelstündigen Liveversionen zu seiner wahren Größe auf, ist "A saucerful of secrets" schon hier nicht nur eine Untertasse, sondern eine Schatztruhe voller Geheimnisse. Beide Songs gehören in die Top 10 der Floyd Songs.

Der Rest läuft vorbei oder ist, wie "Corporal Clegg", in der Top 10 der nervigsten Floyd-Stücke dabei.

Auf "Saucerful" dem Album, haben sie sich schon ein gutes Stück vom Psych-Pop des Debuts entfernt und das nur zu ihrem Guten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.3.2007
Letzte Änderung: 13.3.2007
Wertung: 8/15
Titellied Note 15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 6)


Insgesamt ist der Floyd-Zweitling besser gelungen als das Debüt, aber auch hier stehen neben Perlen der Psychedelik einige unausgegorene Sachen. Zu den Höhepunkten gehören neben dem Titelstück noch Let There Be More Light und vor allem das mystische Set The Controls For The Heart Of The Sun mit seinem eigenartig raunend-nuschelnden Gesang. Dieser Song erinnert tatsächlich, wie Andreas weiter oben schon anmerkte, an die frühen Tangerine Dream. Gerade Alpha Centauri kommt mir dabei immer wieder in den Sinn.

Das waren dann aber auch die Höhepunkte. Rick Wrights Remember A Day finde ich noch ganz charmant, aber sein zweiter Beitrag See-Saw ist mir um einiges zu süßlich geraten. Corporal Clegg ist zwar ganz lustig, wirkt aber auf diesem Album wie ein Fremdkörper. Ebenso unpassend ist Barretts Jugband Blues, der leider keine auch sonst keine besonderen Qualitäten hat.

Insgesamt also mehr Licht als auf dem Debüt, aber immer noch einiges an Schatten. Positiv ist noch zu vermerken, dass diese Platte nicht mehr so angestaubt klingt wie ihr Vorgänger.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.3.2007
Letzte Änderung: 13.3.2007
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Markus Peltner @ (Rezension 5 von 6)


Auf ihrem zweiten Album, “A Sauercerful Of Secrets“, aus dem Jahr 1968, haben die vier Musiker von Pink Floyd den nächsten Schritt getan. Gab es auf dem Erstlingswerk „The Piper At The Gates Of Dawn“ auch noch eine ganze Menge 60er Jahre Pop zu hören, so tritt dieser, auf dem zweiten Album Pink Floyds, doch deutlicher in den Hintergrund. Alles klingt hier noch ein wenig psychedelischer, experimentierfreudiger und dabei immer wieder, wenn auch nicht durchgängig, eingängig.

Aber es hatte sich natürlich auch eine ganze Menge in der Band getan. Syd Barrett, der sich auf dem Debut noch als Hauptideengeber Pink Floyds auszeichnete, hatte die Band verlassen, beziehungsweise war gegangen worden. An seine Stelle trat nun David Gilmour an der Gitarre. Mit einem Lied, nämlich dem letzten der Platte, ist Syd Barrett allerdings auch noch auf diesem Album verewigt. „Jugband Blues“ heißt sein Beitrag, der mit drei Minuten Laufzeit das kürzeste Stück der Platte darstellt und ganz in der Tradition von „The Piper At The Gatres Of Dawn“ steht. Denn diese Nummer hätte vom Stil her durchaus auch auf dem ersten Album der Band seinen Platz finden können. Bis etwa zur Mitte des Stücks ist das Lied eine Pop-Nummer der 60er Jahre, die dann kurz nach der Hälfte ein wenig experimentell wird, um dann gegen Ende in einen sehr sphärischen und melodiösen Teil überzugehen.

Von den restlichen sechs Titeln stammen drei aus der Feder Roger Waters, zwei von Rick Wright und beim Titelstück, „A Saucerful Of Secrets“, zeichnen sich alle vier Musiker als Co-Komponisten aus. Eröffnet wird das Album mit „Let There Be More Light“ von Roger Waters. Der Beginn des Stücks klingt genau so, wie man es von einem Stück erwartet, dass dem Genre „Psychedelic Rock“ zugeordnet werden soll: Ein wenig schräg und sphärisch. Dann geht die Nummer allerdings in einen sehr harmonischen und melodiösen Teil über, der vor allen dadurch länger hängenbleibt, weil Roger Waters den Gesang während der Strophe sehr abgehackt intoniert. Es folgt mit „Remember A Day“ von Rick Wright ein wunderschön melodiöser Titel, der von einer harmonischen Pianomelodie getragen wird, in die immer wieder ungewohnte, fast schon weinende Gitarrenklänge, sowie diverse „Geräusche aus dem Mund Roger Waters“ eingestreut werden. Ein richtig schönes Stück.

Dann folgt mit „Set The Controls For The Heart Of The Sun“ wieder eine Nummer von Roger Waters. Die Stimmung dieses Stücks ist auf irgendeine Art und Weise mystisch. Alles klingt ein wenig unheimlich und eine Melodieführung ist nur am Rande vorhanden. Bei diesem Track geht es um die Atmosphäre und sonst nichts. Und das schafft das Lied auch, Atmosphäre zu schaffen. Eine tief dunkle, ja, mystische Stimmung – und daran können auch die Möwen nichts ändern, die gegen Ende des Liedes immer wieder zu hören sind. Das nächste Stück stammt ebenfalls von Roger Waters und „Corporal Clegg“ heißt es. Die Nummer besteht aus mehreren Teilen. Einem, der ein wenig härter klingt, einem, der an die Beatles erinnert und einem dritten, der Assoziationen an einen Zirkus oder Jahrmarkt aufkommen lässt. Eine nette Spielerei.

Schließlich gibt es den Titeltrack zu hören, der mit seinen zwölf Minuten Laufzeit auch gleichzeitig das längste Lied der Platte darstellt. Und auch hier gibt es eine Dreiteilung. Ganz langsam fängt es an zu brummen, dazu gesellen sich diverse Geräusche und eine nicht sehr melodiöse Synthesizer-Melodie. Und es wird immer atonaler, abgefahrener, wirrer, lauter und kakophonischer. Nach genau einem Drittel des Liedes ist damit aber abrupt Schluss und jetzt kann Nick Mason sein Können am Schlagzeug zeigen. Dieses wird allerdings ziemlich schnell wieder in den Hintergrund gedrängt und es geht genauso schräg und nervenzerreißend weiter, wie es bereits im ersten Teil zu hören war. Und aus all diesem erwächst dann nach sieben Minuten ein Donnergrollen, welches schließlich in ganz andere, absolut liebliche Töne mündet. Größer kann der Kontrast der Musik in einem einzigen Stück wahrlich nicht mehr sein. Aus einem Gewühl von Tönen und Eindrücken erwächst eine ganz ruhige, harmonische und melodiöse Orgelmelodie, die schließlich noch von einem Chor unterstützt wird. Auf zwölf Minuten haben Pink Floyd hier Himmel und Hölle erschaffen. Das ist „Psychedelic Rock“!

Bevor das Album durch das bereits erwähnte Stück „Jugband Blues“ beschlossen wird, gibt es allerdings noch den zweiten Titel von Richard Wright zu hören. „See-Saw“ heißt dieser, ist eine nette, etwas schwebende und eingängige Nummer, die allerdings nicht an seinen ersten Beitrag „Remenber A Day“ heranreicht.

Fazit: “A Saucerful Of Secrets” geht noch einen Schritt weiter in die Richtung “Psychedelic Rock”. Und auch wenn es für viele Fans die Katastrophe schlechthin war, das Syd Barrett Pink Floyd verlassen hatte, so wirkt es hier doch so, zumindest beim Hören seines Stückes auf dem Album, dass er seinen Zenit, warum auch immer, als Songschreiber bereits überschritten hatte. Bestätigt wurde dieser Eindruck auch durch seine zwei folgenden Soloalben. Doch das ist ein anderes Thema. Was bleibt ist eine spannende Platte, die sehr viele Stimmungen bereithält, von denen man sich immer wieder überraschen lassen kann.

Anspieltipp(s): Let There Be More Light, Remember A Day, A Saucerful Of Secrets
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2012
Letzte Änderung: 11.3.2012
Wertung: 11/15
Eine Weiterentwicklung

Zum Seitenanfang

Von: Christian Rode @ (Rezension 6 von 6)


Das im Juni 1968 erstmals erschienene Album markiert den Übergangszeitraum, in dem Syd Barrett die Band verlassen musste und David Gilmour an seine Stelle trat. Daher ist bei einigen Stücken noch Syd Barrett zu hören, einmal sogar gemeinsam mit David Gilmour.

Die Aufnahmen des Jahres 1968 klingen nicht mehr wie die kleinen, verspielten Psychedelic-Pop-Songs, die das Vorgängeralbum The Piper at the Gates of Dawn und die Singles des Jahres 1967 ausmachten. Der Bandsound ist auf den Waters-Kompositionen „Let there be more Light“ und „Set the Controls for the Heart of the Sun“ hörbar gereift, wirkt erhabener, berührt mit intensiver, spaciger Tiefe. Einen starken Kontrast hierzu setzt der ebenfalls aus der Feder von Waters stammende Psych-Pop „Corporal Clegg“; David Gilmour persifliert hier mit seiner Kazoo-Tröte Marschmusik. Ergänzt wird das Ensemble der ersten LP-Seite durch die Wright-Nummer „Remember a Day“, stimmungsmäßig ideal zwischen den beiden ersten Waters-Kompositionen angesiedelt.

Die zweite Seite beginnt mit dem vierteiligen Titelstück, das den Charakter einer Gemeinschaftsimprovisation der neuen Band mit Gilmour hat. Die Band versteht es hier, den Hörer durch beeindruckende psychedelisch-surreale Schlingerfahrten gefangen zu nehmen. Noch 1971 haben Pink Floyd in Pompeii das äußerst suggestive Stück im Repertoire. Hierauf folgt eine leicht symphonische, phantasievolle Komposition von Richard Wright mit einnehmender, sanfter Melodie, die „Remember a Day“ nicht nachsteht. Als letzte Reminiszenz an den ausgeschiedenen ehemaligen führenden Kopf der Floyd ist ganz am Schluss Barretts zerrissener „Jugband Blues“ mit psychedelischem Charme im Stil des Vorgängeralbums zu hören. Da tut sich doch etwas Wehmut auf.

Die neue LP-Ausgabe vom 3. Juni 2016 auf schwerem, schwarzem 180 Gramm Vinyl ist dem Original-Release getreu nachempfunden. Dies bedeutet, dass die Ausstattung äußerst spartanisch ausfällt. Es gibt weder Bonustracks, noch irgendwelche weiteren Fotos, Texte, Lyrics, Linernotes etc., die sich in den Booklets von CD-Veröffentlichungen finden. Die Columbia-LP steckt in einem schlichten anthrazitfarbenen Sleeve, das wiederum in einer einfachen, aber stabilen und glänzenden LP-Hülle mit dem großformatigen frühen Hipgnosis-Cover steckt. Lediglich ein rechteckiger Aufkleber u.a. mit dem Schriftzug „Original UK release date: June 1968“, sowie die Angabe „Remastered from the original analogue tapes by James Guthrie, Joel Plante and Bernie Grundman“ ziert die Plastikfolie, in die die LP eingeschweißt ist. Alle Floyd-Werke wurden für das Vinyl Re-Release 2015/16 neu remastered. Das Ergebnis lässt sich unbedingt hören und erzielt gegenüber den CD-Veröffentlichungen wieder einen feinen, wärmeren, gleichwohl transparenten Klang, ganz im Stil des Original-Releases, das ja möglichst originalgetreu reproduziert werden sollte. Wer nicht das Glück hat, eine Original-Ausgabe von 1968 sein eigen nennen zu können, hat nun die Gelegenheit eine LP zu erwerben, die bis auf das tatsächliche Alter nichts gegenüber dem Original vermissen lässt.

Mitte 1968 schafften es Pink Floyd mit diesem Album unter äußerst schwierigen Bedingungen, ihren Ruf als wegweisende spacige Psychedelic-Band weiter auszubauen. Der Schatten von Syd Barrett hängt über der Band und David Gilmour ist noch nicht der Klangzauberer an der E-Gitarre, der er schon bald werden sollte. Gleichwohl ist „A Saucerful of Secrets“ ein beeindruckender Einstieg in eine neue Phase im Schaffen von Pink Floyd geworden.

Anspieltipp(s): Set the Controls for the Heart of the Sun, A Saucerful of Secrets
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.5.2016
Letzte Änderung: 24.5.2016
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1969 More 9.75 4
1969 Ummagumma 11.33 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Relics 9.00 2
1971 Meddle 12.00 3
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1977 Animals 13.00 6
1979 The Wall 8.40 7
1980 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
1981 A Collection Of Great Dance Songs 12.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1987 A Momentary Lapse of Reason 6.75 4
1988 Delicate Sound of Thunder 9.33 3
1989 Delicate Sound of Thunder (Video) 4.00 1
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
1995 London '66-'67 - 1
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum