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Novalis

Banished Bridge

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Universal
Durchschnittswertung: 9/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jürgen Wenzel Gesang, Gitarre
Heino Schünzel Bass
Lutz Rahn Orgel, Klavier, Mellotron, Synthesizer
Hartwig Biereichel Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Banished Bridge 17:06
2. High Evolution 4:27
3. Laughing 9:10
4. Inside Of Me (Inside Of You) 6:40
Gesamtlaufzeit37:23


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


"Banished Bridge" ist das einzige Novalis-Album mit englischsprachigem Gesang. Und wenn man den akzentuierten Gesang des damaligen Sängers und Gitarristen Jürgen Wenzel hört, war es durchaus eine weise Entscheidung, später zur deutschen Sprache zu wechseln. Auch sonst überzeugt mich Jürgen Wenzels Gesang nicht sonderlich.

Anders als auf späteren Werken der Band werden auf "Banished Bridge" keine E-Gitarren verwendet, und auch die Akustik-Gitarre wird nur sehr dezent eingesetzt. Dominierend ist Lutz Rahns Orgelspiel, das hier sehr klassisch inspiriert klingt. Allerdings gibt es hier keine Eskapaden im Keith-Emerson-Stil, die Stücke sind durchweg meist langsam und von schwermütiger Atmosphäre.

Das lange Titelstück klingt für mich ein bisschen, als habe man unbedingt auf Teufel komm raus eine ganze LP-Seite vollkriegen wollen. An manchen Stellen wird doch ziemlich unmotiviert rumgedudelt, obwohl es auch immer wieder schöne Passagen gibt.

Etwas besser ist die zweite Albumhälfte, da die Stücke hier nicht so in die Länge gezogen werden und es auch mal etwas lebhafter zur Sache geht, vor allem bei "High Evolution". Interessant ist auch "Laughing", das nach schrammeligem Auftakt mit einem schönen psychelisch angehauchten Mittelteil versehen ist. Trotzdem merkt man immer wieder, dass die Band noch nicht "reif" ist. Das musikalische Potential lässt sich erahnen, aber ausgeschöpft ist es noch nicht.

Insgesamt eher etwas für Sammler. Wer Novalis kennenlernen möchte, ist mit jedem anderen 70er-Jahre-Werk der Band besser bedient.

Anspieltipp(s): High Evolution
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.7.2003
Letzte Änderung: 5.7.2003
Wertung: 6/15

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Von: Jochen Lohr @ (Rezension 2 von 4)


Die deutsche Band Novalis wurde in erster Linie für die Gedichtinterpretationen des gleichnamigen Romantikers berühmt. Musikalisch ging man auf den ersten drei Alben eher in die krautig-psychedelische Ecke, jedoch ohne dabei die im Krautrock oft vernommene Härte zu entwickeln. Das Ergebnis geht dann eher in die Pink Floyd-Richtung.

Auf dem Debutalbum "Banished Bridge" kommt allerdings anstatt des später typischen deutschen Gesangs mit sehr lyrischen, wie oben erwähnt oft von Namensgeber Novalis übernommenen Texten noch auf englischen Gesang.

Novalis erinnern hier dank der massiv von der Orgel getragenen Stücke besonders stark an eine Art Pink Floyd für Arme. Die Rhythmussektion macht dabei immerhin manchmal etwas mehr Spaß als die des Originals, aber das Fehlen einer E-Gitarre macht sich schon negativ bemerkbar.

Wie bereits von Jochen R. geschrieben, wirkt die erste Seite künstlich in die Länge gezogen, die zweite insgesamt etwas ausgereifter, ohne jedoch wirklich überzeugen zu können. Als Hintergrundberieselung gerade noch tauglich, scheitern Novalis bei intensivem Hören recht eindeutig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pink Floyd
Veröffentlicht am: 4.8.2003
Letzte Änderung: 4.8.2003
Wertung: 5/15

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Von: Thoralf Koss @ (Rezension 3 von 4)


Mein erstes Album, das ich mir auf dem schwarzen Markt der üblen DDR-Saubermänner für 100 Ostmark besorgt hatte, war "Augenblicke". Und wenn ich ehrlich bin, war ich doch ziemlich enttäuscht. Denn Novalis hatten mich mit ihren beiden Songs "Wer Schmetterlinge lachen hört" und "Es färbte sich die Wiese grün" aus einem verrauschten DDR-Radiosender gefangen genommen.

Ich musste eine Platte von Novalis besitzen - leider aber gab es nur "Augenblicke" zu erstehen. Etwas enttäuscht nahm ich die Scheibe auf meinem Tonband auf, da die Gefahr der "Abnutzung" bei weiterem Hören auf einem Ost-Schallplattenspieler einfach zu groß war. Wirklich oft gehört habe ich das Album aber auch vom Tonband nicht.

Dann aber offerierte mir einer meiner DDR-West-Platten-Dealer die LP "Banished Bridge" von Novalis für einen "einmaligen" Preis unter 100 Ossi-Mücken, nämlich 90! Sehr skeptisch betrachtete ich das seltsame Angebot: weißes nichtssagendes Cover und englische Texte. Ähhh, englische Texte? Das passte doch wirklich nicht zu Novalis, die mir gerade wegen ihrer sehr lyrischen deutschen Texte ins Bewusstsein gerückt worden waren. Allerdings ließ mir mein "Dealer" keine Bedenkzeit: "Entweder du nimmst die Scheibe - oder ich vertickere sie morgen garantiert an wen anders!" Also griff ich zu, gezwungenermaßen, eben.

Aber, aber, aber ... ich habe diese Entscheidung zu keinem Moment bereut, auch wenn das, was ich hier zu hören bekam, nicht wirklich meinen Erwartungen entsprach.

Dafür aber wurde mir, dem alten Fan von Pink Floyd, ein völlig neues, unerwartetes Türchen meines Novalis-Zeitalters geöffnet!

"Banished Bridge", der erste Vinyl-Streich von Novalis, ließ mich eintauchen in das Zeitalter floydscher Meisterwerke, das mir von den Originalen mit "Green Is The Colour", "Cirrus Minor", "Cymbaline" und "Remember A Day" bereits geöffnet wurde. Das war wirklich kein "Pink Floyd für Arme", sondern der Versuch, Pink Floyd made in Germany zu interpretieren.

"Banished Bridge" ist für mich die deutsche Ausgabe von "More" - und nicht etwa eine missratene, sondern ein verdammt gelungene. Akustische Gitarren treffen auf fette Orgeln und auch der hohe, sehr ansprechende Gesang von Jürgen Wenzel, der kurze Zeit später durch Fred Mühlböck ersetzt wurde, setzen Akzente, die eine neue Spielart deutscher Psychedelic erklingen lassen.

Zu DDR-Zeiten wurde "Banished Bridge" für mich völlig unerwartet eins meiner absoluten Lieblingsalben. Und dieses Gefühl hat sich bis heute bei mir gehalten!

Große Empfehlung!!!

Anspieltipp(s): Banished Bridge & Laughing
Vergleichbar mit: Pink Floyd
Veröffentlicht am: 11.4.2012
Letzte Änderung: 11.4.2012
Wertung: 13/15
Die deutsche Variante von "More"! Zumindest ein Soundtrack meines Lebens!

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Von: Günter Schote @ (Rezension 4 von 4)


Ob es am simplen Cover liegt, dass das Novalis-Debüt gerne etwas vernachlässigt wird? Blaue Schrift auf weißem Grund. In Düsseldorf waren Neu! Ihrer Zeit einfach um 10 Jahre voraus. Novalis waren evtl. nur etwas einfallslos. Eine Blaue Blume hätte sich ja geradezu angeboten, um etwas Aufmerksamkeit auf das Album(cover) zu lenken. Sei's drum. Die Musik ist trotzdem supertoll.

Das Titelstück beginnt mit einer Sequenz, für die sich jede Postrock-Band des 21. Jahrhunderts einen Orden anstecken und ordentlich feiern lassen dürfte. Vogelgezwitscher, Percussion, Bass, dann setzt der Gesang ein. Zerbrechlich, passend zur fließenden Musik. Langsam steigert sich die Intensität, ein Synth kommt dezent angetanzt, drängt sich dann in den Vordergrund, während die Musik weiter Fahrt aufnimmt. Nun ist alles bereit für ein mitreißendes, Emerson-inspiriertes Solo. Wow! Dann plötzlich Paukenschläge – Bumm, bumm - die die nächste Passage einleiten. Keyboards satt, Jürgen Wenzel singt (nicht perfekt, aber genau richtig) über eine weitere originelle Melodie, bevor die Musik wieder anzieht und das Emerson-Synthsolo wieder aufgegriffen wird. Sorry, aber das ist ganz großer Prog Rock. Nun wieder die Pauken – Bumm, bumm - an die sich eine bombastische Passage anschließt, zu der eine Mädchenstimme etwas sicherlich sinnvolles sinniert. Lutz Rahn haut in die Tasten, als gäbe es kein Morgen. Die Minuten vergehen wie im Flug. Etwas ähnlich Herausragendes an symphonischen Progressive Rock gab es bis dato in Deutschland nicht. Nun kommt die Musik langsam zum erliegen. Nur eine Synthfläche erhebt sich noch, die Vöglein zwitschern wieder...und Wenzel haucht, wieder mit viel Hall auf der Stimme, ins Mikro...das Stück endet. Nochmal wow! Für mich ist „Banished Bridge“ nichts weniger als ein Monolith des frühen Symphonic Prog aus Deutschland.

Auf Seite 2 folgt mit „High Evolution“ das nächste Highlight. Wieder hat Wenzel viel Hall auf der Stimme und Rahn drückt auf den Tasten seiner Instrumente herum, dass es eine Freude ist. Ein Song, den ich immer und immer wieder hören kann. Dass mit „Laughing“ das Niveau gehalten wird und „Inside of You (Inside of Me)“ das Novalis-Debüt wunderbar abschließt, überrascht nun sicher auch niemanden mehr. Kurz gesagt, Seite 2 ist nicht viel schlechter als das Titelstück.

Ja, von mir aus klingt es nach Pink Floyd. Aber es klingt ebenso nach VdGG oder The Nice/ELP. Eine Amateurband schafft da Ende 1972/Anfang 1973 ohne PCs, ohne viel Geld, aber mit viel Enthusiasmus ein weltklasse Album. Respekt.

Ich für meinen Teil, hätte mir gewünscht, dass Novalis diesen Weg weiter beschreiten und zukünftig nicht in ihrer Muttersprache singen. Wer weiß, wohin der Weg dann geführt hätte. Aber gut, auch so gelangen ihnen in den 70ern weitere starke Produktionen.

Für mich ist „Banished Bridge“ einer der Klassiker des deutschen Progressive Rock.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.4.2017
Letzte Änderung: 12.4.2017
Wertung: 12/15
Eher 13, als 11

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Novalis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Novalis 8.75 4
1976 Sommerabend 8.75 4
1977 Brandung 8.50 2
1977 Konzerte 10.00 2
1978 Vielleicht bist du ein Clown? 12.00 1
1979 Flossenengel 11.00 2
1981 Augenblicke 9.50 2
1982 Neumond 4.00 1
1983 Sterntaucher 8.00 1
1984 Bumerang 5.00 1
1985 Nach uns die Flut 2.00 1
1993 Novalis lebt! 8.00 1
2009 Letztes Konzert 1984 6.00 1
2017 Schmetterlinge 13.00 1

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