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Anathema

A fine day to exit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Psychedelic
Label: Music For Nations
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Danny Cavanagh guitars
Vincent Cavanagh vocals, guitar
John Douglas drums
Les Smith keyboards

Gastmusiker

George Roberts bass (on tour)

Tracklist

Disc 1
1. Pressure 6:44
2. Release 5:47
3. Looking outside inside 6:23
4. Leave no trace 4:46
5. Underworld 4:10
6. Barriers 5:54
7. Panic 3:30
8. A fine day to exit 6:49
9. Temporary peace   (kein wirklicher Longtrack; nach etwa 6 Minuten kommt Leerlauf...) 18:27
Gesamtlaufzeit62:30


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Als ich in der alten Liste der gewünschten Reviews den Namen dieser Gruppe las, dachte ich sofort: Alles klar, das übernehme ich. Dann wurde mir erst klar, wie schwer ein solches Album wie dieses zu bewerten ist. Vor ein paar Jahren hätte man über diese Band noch sagen können : Naja, irgendwie Doom/Death Metal oder so ähnlich, aber heute? Die Musik auf "A fine day to exit" spricht mich beim ersten Hören unmittelbar an, aber wieso sie das tut, ist schwer zu sagen, es scheint mir einfach nicht analysierbar zu sein. Wenn ich nur an die ersten Sekunden denke: selten, vielleicht mal irgendwann bei Eno, habe ich je so ein faszinierendes tonloses Piano gehört. Tonlos ist irgendwie auch alles weitere: der Sound bleibt unauffällig, alles tönt hintergründig, so dass ich mich fragen muss, was eigentlich im Vordergrund zu hören ist. Bass, Schlagzeug, Keyboards, Gitarren, Vocals: alles grummelt irgendwo schwer definierbar vor sich hin, aber es zieht den Hörer unaufhaltsam in einen Strudel, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Scheibe macht süchtig und ist dennoch meilenweit von üblicher Kiffermucke entfernt; man kann die Instrumentalparts schwer auseinander halten, aber wehe, es würde auch nur ein Element im Klangbild fehlen: dann wäre es nicht mehr Anathema, sondern würde wahrscheinlich in irgendeine Schublade passen (neulich sagte jemand, es klingt, als hätten R.E.M. einen guten Tag gehabt; da frage ich mich, wann haben die jemals einen so guten gehabt?). Die Songs kommen von weit her aus dem Nichts und ziehen sich dorthin zurück, nachdem sie versucht haben, den Hörer mitzunehmen. Und man lässt sich nur zu gern mitnehmen! Ein Tag, an dem man dieses Album hört, ist tatsächlich "ein guter Tag zum Aussteigen".

Aber um sachlich zu bleiben: einen so dichtgewebten Soundteppich findet man vielleicht mal bei Porcupine Tree (ich denke da an "Lightbulb sun"), sicher oft bei Pink Floyd (besonders in Waters-dominierten Teilen; nicht umsonst gibt es Anathema-Coverversionen von "Goodbye cruel world" und "One of the few") und ansonsten sicher sehr selten. Das Album ist stilistisch nicht einzuordnen; es enthält die düstere Grundstimmung vom Doom, aber auch griffige Popstrukturen, die allerdings so viel Abgrundtiefe unter sich haben, dass man sich schämt, das Wort "Pop" zu benutzen, des weiteren finden sich unter jede Haut gehende Melodien, die weder im Doom noch im Pop üblich sind, und das Ganze ruht auf einem kraftstrotzenden Fundament, dessen Energie die Ruhe darin jedoch nie in Frage stellt. Ob man das aber noch Prog nennen kann, bezweifle ich. Und dass jemandem dieses Album nicht gefallen kann, bezweifle ich auch, aber man sollte ihm Zeit geben: die Wirkung mag vielleicht - wenn man erst mal oberflächlich zuhört - spät kommen, aber sie kommt gewaltig!

Mein einziger Kritikpunkt ist der Schluss: nach gut 50 Minuten kommt einer dieser häufigen CD-Scherze, für die ich nicht viel übrig habe: man hört gar nichts mehr, und dann wird noch etwas geblödelt (obwohl selbst der Blödelteil erst mal interessant beginnt). Aber um nicht falsch verstanden zu werden: 50 Minuten für ein so wahnsinnig tolles Album reichen, ich will hier nicht der musikalischen Kilometerfresserei das Wort reden, ich finde nur, man sollte eine CD gleich so gestalten, dass die Minutenanzeige wirklich nur das anzeigt, was tatsächlich bespielt ist.

Anspieltipp(s): egal, was: wer solche Musik mag, wird von jedem Titel hingerissen sein!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.7.2003
Letzte Änderung: 12.7.2003
Wertung: 14/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 2)


Mit Ihrer sechsten Veröffentlichung haben Anathema einen Volltreffer gelandet. Kein Lied fällt aus der Reihe, soll heißen, kein Lied ist schlecht. Alle neun Stücke haben etwas Besonderes, womit es sich lohnt, sich etwas Zeit für dieses Album zu nehmen.

Gleich der erste Track "Pressure" ist eine wunderschöne Nummer, die sofort ins Ohr geht und wohl so ähnlich auch von Steven Wilson geschrieben hätte werden können. Ebenso "Release", auch dieses Lied erinnert ein wenig an Porcupine Tree und hätte auf "Lightbulb Sun" (oder vielleicht sogar auf "Fear Of A Blank Planet") sicherlich seinen Platz gefunden und keinen Stilbruch eingeläutet. Mehrstimmiger Gesang und die Art der Instrumentierung lassen diese Assoziation wie von selbst entstehen.

Das nächste Stück "Looking Outside Inside" beginnt wie eine Ballade, um dann bei 2:30 an Fahrt aufzunehmen. Das Lied lebt dabei vom genialen Drum-Part John Douglas'. Schließlich beruhigt sich das Stück wieder und wird durch schönen mehrstimmigen Gesang getragen.

"Leave No Ttrace" ist dann ebenfalls wieder ein guter und ruhiger Rocksong, der von Vincent Cavanagh so herrlich getragen dargeboten wird. Ein Höhepunkt auf der ganzen Platte stellt dann sicherlich "Underworld" dar. Diese tollen verqueren Gitarren, geben der Nummer einen ganz eigenen Touch. Eine richtig gute Rocknummer ist das.

Barriers kommt schwebend daher mit mehrstimmigen Gesang und beweist, dass Anathema eine sehr vielseitige Band ist, die ein Gespür für gute Melodien hat. Und mit "Panic" folgt dann, dem Titel entsprechend, fast schon so etwas wie Hektik aus den Boxen. Das Lied geht durch seine Gitarren in Richtung Punk und ist auch das härteste Stück auf der Platte. Der treibende Rhythmus bildet hier einen klasse Gegenpol zu den anderen, doch eher ruhigeren Nummern auf dem Album.

Auch das Titelstück "A Fine Day To Exit" ist ein Highlight. Die klasse Steigerung im hinteren Teil des Tracks lassen es zu einer richtig guten Rocknummer werden.

Zum letzten Lied auf der CD. "Temporary Peace" ist eigentlich kein Longtrack, auch wenn auf der Anzeige des CD-Players 18:27 erscheint. Vielmehr besteht das Stück aus drei einzelnen Songs, wobei die letzteren beiden wohl so eine Art Hidden Track darstellen. Vor allem Nummer zwei ist dabei sogar recht witzig. Man hört zunächst nur Meeresrauschen und dann zwei Männer den Strand entlanggehen. Und schließlich sinniert einer der beiden vor sich hin, während der andere zu hören ist mit: "Hello, I'm here: What about dogs? What about cats? What about chickens?" Und dieses Chickens wird so herrlich, fast wie ein Gekrähe, in die Länge gezogen. Sicher nur eine Spielerei, aber eine sehr lustige. Dieser Teil der Nummer endet dann um 10:20 und jetzt wird es ganz ruhig. Bei 15:30 geht es dann weiter, klingt wie ein Lied was auf "Saucerful Of Secrets" vorkommen könnte aber noch von Syd Barrett komponiert worden ist. Wie gesagt, eine schöne Spielerei.

Fazit: Anathema haben hier ein richtig gutes Album hingelegt, nach meinem Dafürhalten sogar das bisher Beste ihres Schaffens.

Anspieltipp(s): Alle neun Titel, da sie alle sehr unterschiedlich sind.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.10.2011
Letzte Änderung: 21.11.2012
Wertung: 11/15
Für mich das beste Anathema-Album.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Silent Enigma 12.00 1
1996 Eternity 12.00 1
1998 Alternative 4 10.50 2
1999 Judgement 9.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2012 Weather Systems 9.67 3
2013 Universal 10.00 1
2014 Distant Satellites 10.40 5
2017 The Optimist 7.67 3

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