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Renaissance

Renaissance

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1969 (re-released 1995 bei Repertoire und 1998 bei Mooncrest)
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen
Label: Island
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Keith Relf vocals, guitar, harmonica
Jim McCarty percussion, vocals
John Hawken piano, harpsichord
Louis Cennamo bass
Jane Relf vocals, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Kings and queens 10:55
2. Innocence 7:05
3. Island 5:57
4. Wanderer 4:00
5. Bullet 11:24
6. The sea   (Bonustrack) 3:00
7. Island   (Bonustrack; single-edit) 3:37
8. Prayer for light   (Bonustrack nur auf dem Mooncrest Re-release) 5:28
9. Walking away   (Bonustrack nur auf dem Mooncrest Re-release) 3:05
10. Shining where the sun has been   (Bonustrack nur auf dem Mooncrest Re-release) 2:53
11. All the falling angels   (Bonustrack nur auf dem Mooncrest Re-release) 5:28
Gesamtlaufzeit62:52


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Das ist Musik, zu der mir alternde Auto-Liebhaber einfallen, die beim Anblick eines Oldtimers schwärmen: "So was wird heute gar nicht mehr gebaut".

So was wie diese Platte nämlich auch nicht: Starkes Klavier, starker Bass, ganz wenig Gitarre und ein der jeweiligen Grundstimmung des Songs perfekt angepasstes Schlagzeug, dazu bereits Soundexperimente und eine Harmonika. Fernerhin eine beachtliche stilistische Bandbreite zwischen Folk, Klassik-Rock, und sogar etwas Blues (auf "Bullet"). Das sind ganz die Zutaten, aus denen man perfekten Jazz hätte machen können. Stattdessen entstand ein Gemisch, das eine zweite (?) Gruppe namens Renaissance bis heute beeinflussen sollte.

Zur Geschichte (falls jemand diese Lektion noch nicht kennt): So, wie es ganz sicher ein Leben vor dem Tode gibt, so gab es auch eine "Renaissance" vor dem so betitelten "Prolog". Diese Vor-Renaissance-Formation entstand aus zwei Ex-Yardbirds (Relf & McCarty) und dem Ex-Nashville-Teens-Pianisten Hawken. Dazu kamen Relfs Schwester Jane (als noch nicht sooo umwerfende Sängerin) und dieser fantastische Bassist Louis Cennamo. Als Produzent für das erste "Renaissance"-Album fand sich dann ein weiterer Ex-Yardbird, nämlich Paul Samwell-Smith. Später brach diese Formation wegen divergierender Interessen wieder auseinander und machte Platz für das neue Line Up, in welchem trotz völliger Neubesetzung das Kunststück gelang, die Klavierdominanz in der Musik aufrecht zu erhalten und den Gesang auf ein bisher ungeahntes Niveau zu heben. Was dann kam, dürfte bekannt sein...

Ich persönlich bin der Meinung, wer überhaupt was mit Renaissance anfangen kann, sollte diese Ur-Formation ruhig mal kennen lernen, und sei es nur, um diesen teuflisch guten Bass zu hören! Was Cennamo hier vorbereitet, lässt sich schon mit dem vergleichen, was Yes-Chris Squire kurze Zeit später mit seinem "Fish" veranstalten sollte; und wie viel Sound sich aus dem eher sparsamen Equipment dieser Band herausholen lässt, ist kaum zu glauben (ich denke da vor allem an den experimentellen Schluss von "Bullet") - auch "Ummagumma"-Fans werden hier zumindest etwas fündig!

Sympathisch ist auch der Umgang mit Single-Auskopplungen: "Island" ist so eine (genau gesagt eine ehemalige B-Seite) - die Albumversion enthält da als eine Art "Bonus" einen instrumentalen zweiten Teil, der mit klassischen Zitaten und anderen klassizistischen Klavierideen herumspielt. Der folgende Titel "The wanderer" steht zu "Islands" gewissermaßen chiastisch: hier beginnt alles mit dem Cembalo-beherrschten Instrumentalteil, bis dann auch ein fast single-tauglicher Gesangsteil einsetzt.

Das erste Re-release dieses Albums enthält noch die ursprüngliche A-Seite der Single mit dem Titel "The sea". Die erneute Wiederveröffentlichung auf dem Mooncrest-Label wartet mit vier weiteren Bonustracks auf, die mir jedoch - abgesehen von dem historischen Dokumentarwert - etwas langweilig vorkommen. Instrumental sind sie allerdings ganz interessant: einige Klänge kommen hier vor, die das recht breite Spektrum des eigentlichen Albums durchaus noch etwas erweitern.

Übrigens ist das Cover der Mooncrest-Ausgabe nicht mehr das originale "Downfall of Icarus" - Bild (sicher aus rechtlichen Gründen, aber echt schade), und dann bekam das Album auch noch den (für mich) nicht nachzuvollziehenden Titel "Innocence". Zum Glück steht aber die Tracklist hinten drauf, so dass man erkennt, welche Scheibe das eigentlich ist...

Anspieltipp(s): Kings and queens; Bullet
Vergleichbar mit: Renaissance :-)
Veröffentlicht am: 4.8.2003
Letzte Änderung: 4.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Die erste Renaissance-Besetzung wird zu Unrecht oft übersehen. Vieles, was die klassischen Alben der späteren Inkarnation der Band ausmacht, ist hier bereits vorhanden: der Einfluss klassischer Musik, besonders durch das wunderbare, fast alle Songs dominierende Klavierspiel von John Hawken, der leichte Folkeinfluss, fast kompletter Verzicht auf Gitarren, weiblicher Gesang... na gut, Jane Relf reicht in keiner Weise an Annie Haslam heran, aber dafür bleibt ihr männlicher Gegenpart Keith Relf bei seinen Sangesversuchen genau so blass wie später Jon Camp.

Was auf den beiden Alben der Relf-Ära (sofern man zwei Jahre als "Ära" bezeichnen möchte) fehlt, ist die bei den späteren Renaissance stets latent vorhandene Tendenz zum Pop. Geben wir's doch zu (Kollege Siggy hat's an anderer Stelle schon so ähnlich geschrieben), Renaissance sind oft mehr Sympho-Pop als Sympho-Prog, und eine gewisse Verzuckerung war von Anfang an im Spiel. Das gibt's hier nicht (auf dem Nachfolger und Schwanengesang Illusion war dann doch ein bisschen Flower-Power-Love-and-Peace-Pop dabei), ebenso fehlen die Orchestereinsätze. Dafür wird zwischen den Strophen immer wieder lustvoll in kleiner Besetzung gejammt, mal folkig, mal klassisch, gar mal ein bisschen gejazzt. Stets klingt die Musik ein wenig "roh", nicht so auf Schönheit getrimmt wie zu späteren Zeiten, und mit den eigenartigen Klangexperimenten am Schluss von Bullet wird's sogar richtig abenteuerlich.

Das Renaissance-Debüt ist vielleicht nicht so perfekt wie die klassischen Alben der zweiten Besetzung, aber die Spiel- und Experimentierfreude dieser Bandinkarnation macht das locker wieder wett. Empfohlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2007
Letzte Änderung: 10.9.2007
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Renaissance

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Illusion 9.67 3
1972 Prologue 12.00 1
1973 Ashes are burning 10.50 2
1974 Turn of the Cards 11.00 2
1975 Scheherazade And Other Stories 11.67 3
1976 Live at Carnegie Hall 11.50 2
1977 Novella 10.50 4
1978 A Song For All Seasons 10.00 1
1979 Azure d'or 7.67 3
1982 Camera Camera 3.67 3
1983 Time Line 2.33 3
1994 The Other Woman 7.00 1
1995 Da Capo - 1
1997 Songs from the Renaissance Days 1.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 2 11.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 1 11.00 1
2000 'Unplugged' - 'Live' at The Academy of Music, Philadelphia USA 7.00 1
2001 Tuscany 7.00 2
2002 In the land of the rising sun 9.00 1
2006 British Tour '76 11.00 1
2008 Song of Scheherezade (DVD) 11.00 1
2010 The Mystic and the Muse 11.00 2
2010 Kings & Queens 10.00 1
2013 Grandine il Vento 10.33 3
2014 Symphony of Light 11.00 1
2015 DeLane Lea Studios 1973 9.00 1
2016 Live at the Union Chapel 12.00 1

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