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23469 Rezensionen zu 16033 Alben von 6222 Bands.
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Renaissance

Illusion

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen
Label: Island
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Keith Relf vocals, guitar
Jim McCarty drums, vocals
Louis Cennamo bass
John Hawken keyboards
Jane Relf vocals, percussion

Gastmusiker

Neil Korner bass on "Mr. Pine"
Michael Dunford guitar on "Mr. Pine"
Terry Slade drums on "Mr. Pine"
Terry Crowe vocals on "Mr. Pine"
Don Shin electric piano on "Past orbits of dust"

Tracklist

Disc 1
1. Love goes on 2:49
2. Golden thread 8:14
3. Love is all 3:38
4. Mr. Pine 6:58
5. Face of yesterday 6:04
6. Past orbits of dust 14:38
Gesamtlaufzeit42:21


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 3)


Einerseits deutet dieses Album vorsichtig an, dass die alte Renaissance-Formation keine große Zukunft mehr haben würde, andererseits ist das auch ziemlich bedauerlich, und dann gibt's noch eine Überraschung. Aber der Reihe nach:

Der Einstieg mit "Love goes on" ist erst mal ein merkwürdiges Love & Peace - Mitsinge-Liedchen, aber es soll ja Leute geben, denen das gefällt - der Song wurde sogar für die "Da capo"-Compilation von Renaissance ausgekoppelt. Na ja...

"Golden thread" ist eine achtminütige Erinnerung an die langen Klavier/Bass-Ausführungen des Debütalbums, hier mit weitgehend wortlosen Vocals angereichert, dafür ist der Bass weniger deutlich; eine Sammlung von Ideen, aus denen sich eigentlich viel entwickeln ließe. Einziger Nachteil ist die zu häufige Wiederholung des Immergleichen, aber dennoch ein gelungener Track.

"Love is all": Eben ging sie noch weiter, jetzt ist sie sogar schon Alles, die Liebe: Für meinen Geschmack das schwächste Glied in der Kette dieses Albums, denn hier kommt nicht mal mehr die Blumenkinder-Atmosphäre des Openers auf - dies ist nur noch ein dahingesäuseltes Schmusestück. Wenn sich so was durchzusetzen schien, war es kein Wunder, dass die Band zerfallen musste. Lieber überhören...

Aber nun kommt die Überraschung: "Mr. Pine" hat nicht nur andere Musiker (hier wird der kommende Wechsel des Line-Up dezent angedeutet), hier kommt auch eine völlig neuartige Stimmung auf: mit Cembalo und dumpfer Percussion kommt der Song wie aus dem Soundtrack eines uralten Gruselfilms daher, dazu wird ein Text gesungen, den man kaum kapieren kann, was aber der Faszination keinen Abbruch tut: "Oh Mr. Pine doesn't wait till after nine...in the graveyard with his yesterday". Dann - einziger Nachteil des Songs - bricht die Melodieführung ab und der hauptsächlich instrumentale Mittelteil beginnt; schade, dass hier keine nahtlose Überleitung komponiert wurde. Der Mittelteil wird aber dennoch sehr überzeugend von Orgel und Percussion getragen und nimmt in den Vocals zum Schluss die merkwürdige Strophe des Beginns in Abwandlung wieder auf. Interessant für Kenner späterer Renaissance-Alben dürfte hier sein, dass Michael Dunford (bei seinem ersten Auftritt in einer Renaissance-Besetzung) in besagtem Mittelteil schon eine Melodie verwendet, die er später durch Erweiterungen zu einem kompletten Song ausbauen wird, nämlich zu "Running hard" vom "Turn of the cards"-Album.

Nun ein - man glaubt es kaum - wirklich toller Schmusesong: "Face of yesterday" überzeugt mich ohne Einschränkung. Die Melodie ist wirklich gänsehauterzeugend, Jane Relf hat sich mittlerweile zu einer richtig guten Sängerin entwickelt, und außerdem lebt das Arrangement des Songs wieder einmal von einem perfekten Piano/Bass-Gerüst, das bereits das Debütalbum so außergewöhnlich gestaltet hat. Allein deshalb ist es schade, dass diese Renaissance-Besetzung keine Zukunft hatte; zwar taten sich die Leute später noch mal zusammen, um die Nachfolgeband "Illusion" zu gründen, und sie nahmen sogar diesen Song noch einmal auf, aber wer sich nicht gruseln will, dem rate ich von Arrangement-Vergleichen lieber ab. Aber diese Orginalaufnahme hier hat wirklich etwas, was mich nicht wieder loslässt (und dabei kenne ich den Song schon seit über zwei Jahrzehnten).

"Past orbits of dust" ist zum Schluss ein Longtrack, der nicht nur "Rajah Kahn" vom "Prologue"-Album vorwegzunehmen scheint, sondern der auch ein würdiger Nachfolger von "Bullet" ist: eine erlesene Komposition (klingt ja wie Pralinenwerbung) aus Cembalo, Bass und Schlagzeug, die zum Ende hin immer experimenteller wird und trotzdem keineswegs ein Abklatsch von "Bullet" ist. Dies ist genau die Art von Musik, wie sie auf Live-Auftritten endlos gedehnt und mit immer neuen Improvisationen zu einem Abendfüller gemacht werden kann, und allein wegen dieses Stücks hätte ich gern mal einen Auftritt dieser Band erlebt (zumal es ja kaum entsprechende Aufnahmen von Pink Floyd aus derselben Zeit gibt). Auch trotz der zwei schwächeren Liedchen kann ich dieses Album ohne Bedenken empfehlen.

Anspieltipp(s): Face of yesterday; Past orbits of dust
Vergleichbar mit: sowohl dem Vorgänger als auch dem Nachfolger in der Bandgeschichte
Veröffentlicht am: 5.8.2003
Letzte Änderung: 5.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Das zweite und letzte Album der ersten Renaissance-Besetzung zeigt sich stilistisch recht uneinheitlich und nicht immer überzeugend. Vor allem die Songs der ersten LP-Seite (Nr. 1 bis 4) sind deutlich schwächer als die des Debüts. Zwar haben zumindest Golden Thread und Mr. Pine ganz gute Ansätze, aber bei ersterem stört mich das ständige "aaahaaahaaa"-Gesinge, letzteres wirkt, als seien zwei völlig unterschiedliche Stücke einfach aneinander geklatscht worden, noch dazu mit Ein- und Ausblenden statt mit sinnvollen Übergängen. Schade, musikalisch wäre gerade dies der interessanteste Song hier!

Ganz übel sind die beiden "Love"-Liedchen. Das Flower-Power-Pop-artige Love Goes On klingt zwar in seiner naiven Hippie-Seligkeit eigentlich ganz nett, aber das ständige "ba ba ba ba ba love goes on" nervt auf Dauer zeimlich. Love Is All schließlich ist simpler Schmusepop, bei dem nur das klassisch inspirierte Klavierspiel von John Hawken aufhorchen lässt.

Deutlich besser ist die zweite Seite, wobei die beiden Songs dieser Seite ebenfalls sehr unterschiedlich sind. Face of Yesterday ist eigentlich auch ein verträumtes Schmuseliedchen, wirkt aber viel sympathischer als seine Entsprechung auf Seite 1. Kein nervig-poppiger Refrain, dafür wieder wunderbares Klavier von John Hawken - Romantik ohne Kitschfaktor. Na gut, vielleicht mit ein bisschen Kitschfaktor, aber nicht viel.

Höhepunkt der ganzen LP ist das abschließende Past Orbits of Dust, das nach strukturiertem Beginn in eine weitgehend freie Improvisation (klingt jedenfalls wie eine) übergeht und dabei etwas Psychedelic-Feeling verströmt. Bin übrigens nicht sicher, ob das von Henning erwähnte Cembalo nicht eher ein E-Piano ist, zumal eigens für dieses Stück ein Gast-E-Pianist rekrutiert wurde. Klingt aber jedenfalls wie ein Cembalo!

Trotz einiger Unausgegorenheiten in der ersten Albumhälfte ist Illusion noch ganz ordentlich. Man merkt allerdings, dass die erste Besetzung ihr Pulver verschossen hatte. Natürlich merkt man es auch daran, dass sie nicht mal gehalten hat, um das ganze Album einzuspielen. Dass während der Aufnahmen die komplette Besetzung ausgetauscht wird, dürfte wohl ein ziemlich einmaliger Vorgang sein!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.10.2007
Letzte Änderung: 1.10.2007
Wertung: 9/15
Seite 1: 7, Seite 2: 10

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


Zwei Jahre nach dem Debut 1969, veröffentlichte die englische Band Renaissance mit "Illusion" ihr zweites Album. Es sollte das letzte in dieser Zusammensetzung werden, denn anschließend verließen alle (!) Mitglieder die Band. Allerdings war auf „Illusion“ bereits ein Gastmusiker zugegen, der den Song „Mr. Pine“ beisteuerte, dort auch selbst Gitarre spielte und den weiteren Weg Renaissances wie kein weiterer Musiker prägen sollte: Michael Dunford. Und noch jemand sollte in den Credits zu „Illusion“ zum ersten Mal vermerkt werden und später ebenfalls regelmäßig in den Bemerkungen zu anderen Alben vertreten sein: Betty Thatcher, häufige Text-Lieferantin der Band, die hier genau wie Michael Dunford ihren ersten Auftritt hat.

Nun, musikalisch ist „Illusion“ nicht mehr ganz so stark wie das Debut und vom Songmaterial sogar deutlich den nachfolgenden Alben unterlegen. „Golden Thread“, das zweite Stück der Platte, stellt da schon einen der Höhepunkte des Albums dar. Sehr melodiös, pianodominiert, und auch einprägsam ist es eines der besseren Stücke des Albums, ohne dabei jedoch als einer der absoluten Höhepunkte in die Bandgeschichte einzugehen. Sehr gelungen ist zudem „Mr. Pine“, jenes bereits erwähnte Lied aus Michael Dunfords Feder. Wahrlich seltsam ist dabei allerdings, dass dieses Lied im Grunde genommen aus zwei Titeln besteht, die per Ein- und Ausblende aneinandergeheftet wurden, ohne dabei offensichtlich irgendwie zueinander zu gehören. Trotzdem klingen beide Parts, Teil 1 mit Gesang und Cembalo, Teil 2 überwiegend instrumental und mit einem fetten Orgelsound. Dieser geht dann allerdings gegen Ende wieder in Teil 1 über, erneut komischerweise mittels Ein- und Ausblendetechnik.

„Past Orbits Of Dust“ ist eine Nummer in Gedenken an „Bullet“ aus dem Debut-Album. Auch hier gibt es zwei unterschiedliche Abschnitte. Einen etwas „rockigeren“ beziehungsweise fast schon bluesigen Part zu Beginn des Stückes, welcher sich dann über jazzige-Anleihen immer mehr in die psychedelische Ecke entwickelt, bis es zu einem ganz langen und sphärischen Ausklang kommt.

Blieben noch drei Lieder übrig. Bei „Love Goes On“ und „Love Is All“ handelt es sich um, nomen est omen, Liebeslieder. Allerdings benötigt man Nerven wie Drahtseile, um sich diesen Schmalz entspannt reinziehen zu können. Vor allem erstgenannte Nummer ist unsäglich. „Love Is All“ verfügt dagegen zumindest noch über eine nette Pianolinie, wenn auch hier dieses ewige „Love Is All“-Gesinge einem schon nach kurzer Zeit unglaublich auf den Senkel geht. Hier klingt Renaissance ganz schwer nach den Les Humphries Singers. „Face Of Yesterday“ ist in etwa doppelt so lang wie die beiden gerade erwähnten Liebeslieder. Wieder hat man die Möglichkeit einem sehr melodiösen Pianospiel zu lauschen, aber dieses Lied rettet auch der zusätzlich stark verbesserte Gesang Jane Relfs nicht mehr. Dieses „Ba-ba-da-da“-Geträllere nervt ziemlich schnell. Das ist einfach alles ein wenig zu zuckersüß geworden.

Fazit: „Illusion“ kann nicht ganz an das Debut von Renaissance heranreichen, dazu ist das Songmaterial mitunter zu poppig, zu schmachtend und einfach auch nicht gut genug. Die Höhepunkte liegen in den längeren Stücken des Albums. Irgendwie ist es nicht verwunderlich, dass sich die Band in dieser Zusammensetzung anschließend auflöste, denn es scheint fast so, als ob die Musiker in dieser Konstellation musikalisch nichts mehr zu sagen hatten. Da bin ich voll bei den Kollegen.

Anspieltipp(s): Golden Thread, Mr. Pine, Past Orbits Of Dust
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.1.2013
Letzte Änderung: 23.1.2013
Wertung: 9/15

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1975 Scheherazade And Other Stories 11.67 3
1976 Live at Carnegie Hall 11.50 2
1977 Novella 10.50 4
1978 A Song For All Seasons 10.00 1
1979 Azure d'or 7.67 3
1982 Camera Camera 3.67 3
1983 Time Line 2.33 3
1994 The Other Woman 7.00 1
1995 Da Capo - 1
1997 Songs from the Renaissance Days 1.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 2 11.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 1 11.00 1
2000 'Unplugged' - 'Live' at The Academy of Music, Philadelphia USA 7.00 1
2001 Tuscany 7.00 2
2002 In the land of the rising sun 9.00 1
2006 British Tour '76 11.00 1
2008 Song of Scheherezade (DVD) 11.00 1
2010 The Mystic and the Muse 11.00 2
2010 Kings & Queens 10.00 1
2013 Grandine il Vento 10.33 3
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