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24094 Rezensionen zu 16465 Alben von 6401 Bands.
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Kraftwerk

Ralf & Florian

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973 (offiziell noch nicht auf CD veröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Philips
Durchschnittswertung: 10.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Ralf Hütter String- & Windinstrumente, Drums, Keyboards, Vocals, Electronics
Florian Schneider String- & Windinstrumente, Drums, Keyboards, Vocals, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. Elektrisches Roulette 4.19
2. Tongebirge 2.50
3. Kristallo 6.18
4. Heimatklänge 3.45
5. Tanzmusik 6.34
6. Ananas Symphonie 13.55
Gesamtlaufzeit37:41


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 4)


Setzte man auf "Kraftwerk 2" erstmals eine Rhythmusmaschine ein, so stellt "Elektrisches Roulette" einen Rückschritt dar, denn hier kommt wieder ein gutes, altes Schlagzeug zum Einsatz. Insgesamt ein fetziger Opener. Im "Tongebirge" stapeln sich sparsame Gitarren, Orgel und Querflöte mit viel Hall übereinander. Bei "Kristallo" grummelt irgendwas in den tiefen Regionen herum und gibt den Rhythmus vor, darüber klimpert eine kristallklare Orgel. Der Song reißt mit! "Heimatklänge" ist sehr ruhig, lediglich Piano und Querflöte. "Tanzmusik" scheint tatsächlich zum Tanzen geeignet. Der Rhythmus kommt aus der Maschine, eine Orgel spielt die Melodie, darüber bekommt man alle möglichen Percussioninstrumente zu hören: Glocken, Triangeln, Handklatschen etc. Ist vielleicht ein bißchen zu lang geraten.

Auf "Ananas Symphonie" wird ein weiteres Markenzeichen von Kraftwerk erstmals eingesetzt: der Vocoder. Und so bekommt Kraftwerk das erste Mal eine Stimme, auch wenn nur der Titel des Songs gesprochen wird. Beim Hören stellt sich tatsächlich Urlaubsfeeling ein: der Pazifik klatscht an den weißen Strand von Oahu, der Wind umspielt mein Haar, Hula-Mädchen tanzen, der Himmel nimmt die Farbe des Tequila Sunrise an, den ich gerade in meinem Liegestuhl schlürfe... - sorry, nichts für graue Herbstabende, das ist programmatische Musik at it's best!

Kraftwerk lassen auf ihrem dritten Album die Soundexperimente weitgehend hinter sich und begeben sich auf den Weg hin zu mehr songorientierten Strukturen.

Anspieltipp(s): Ananas Symphonie, Kristallo
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.8.2003
Letzte Änderung: 21.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Wirklich schade, dass diese Platte - wie auch die beiden ersten Kraftwerk-Alben - nicht als CD erhältlich ist und so schnell wohl auch nicht erhältlich sein wird. Denn auf "Ralf & Florian" findet sich eine Fülle musikalischer Kleinodien: einerseits fröhliche Stücke wie "Tanzmusik", "Ananas Symphonie" und "Kristallo", andererseits romantisch-verträumte Klänge wie "Tongebirge" oder "Heimatklänge". Das ist zwar nicht mehr so experimentell wie die ersten beiden Alben, auch nicht stilbildend wie die späteren Kraftwerk-Sachen, aber es macht einfach Spaß beim Hören.

Da Kraftwerk mit ihrer Frühzeit nichts mehr zu tun haben wollen, bleibt dem Interessenten wohl keine andere Möglichkeit, als bei eBay oder auf dem Flohmarkt nach einer gebrauchten Schallplatte zu suchen. Meine steht allerdings nicht zum Verkauf ;-)

Anspieltipp(s): Kristallo, Heimatklänge
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.8.2003
Letzte Änderung: 23.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 4)


Das dritte Werk von Kraftwerk aus dem Jahr 1973 wurde von den beiden Musikern nach ihnen selbst benannt: Ralf & Florian. Und es hat sich stilistisch eine ganze Menge getan, zu den beiden Vorgängern. Die Zeit der Experimente schien für die beiden Musiker der Vergangenheit anzugehören, jetzt hatten die Stücke bereits eine richtige Liedstruktur und waren auch durchweg als Musik zu erkennen. Experimentell hört sich alles nur noch am Rande an, Kraftwerk bewegt sich hier schon sehr auf dem Terrain der elektronischen Musik.

Für elektronische Musik steht auch sogleich der Opener, der sogar mit einem Schlagzeug eingespielt wurde, für dessen Umsetzung sich sowohl Ralf Hütter wie auch Florian Schneider verantwortlich zeigten. Das Stück hat eine Melodie mit Wiedererkennungswert und verdeutlicht sogleich den Unterschied zu den beiden vorausgegangenen Platten.

„Tongebirge“ ist dann eine ganz „sphärische“ Angelegenheit. Die Querflöte steht im Vordergrund des Stücks und alles klingt und hallt und wirkt irgendwie. Dieses Lied steht dem Label „Experimentalmusik“ wohl noch am nähesten auf der Platte, ist es aber nicht mehr wirklich. Ähnlich schwebend, allerdings deutlich ruhiger und zurückhaltender gebiert sich Titel Nummer 4, „Heimatklänge“. Hier erzeugt Kraftwerk mit dem Piano und der Querflöte ein Klangkonstrukt, welches zwar keine richtige Melodie aufweist, jedoch von seiner Atmosphäre lebt und damit durchaus zu überzeugen weiß.

„Kristallo“ ist elektronische Musik par excellence. Hier wabert und blubbert es zu spinettartigen Keyboardsounds. Zunächst wirkt das Ganze auch ein wenig unstrukturiert, entfaltet im weiteren Verlauf jedoch eine Art „musikalische Logik“, die schließlich in der letzten Minute des Stücks in einer Art fröhlichen Rausch mündet.

„Fröhlich“ ist auch eine gute Umschreibung für den Titel „Tanzmusik“. Man hört hier wieder die Rhythmusmaschine, die erstmals auf Kraftwerk 2 ihren Einsatz fand und dazu werden helle und klare elektronische Klänge kredenzt. „Tanzmusik“ hört sich sogar melodiös an, ob man darauf tanzen kann, weiß ich allerdings nicht. Die Musik ist jedoch so repetitiv, dass sie durchaus dazu geeignet wäre, sich damit in Trance zu hören. Und vielleicht gelingt einem das sogar noch einen Tick schneller, wenn man sich dazu im Kreis bewegt. Möglich wäre es.

„Ananas Symphonie“ heißt das längste und letzte Stück der Platte. Und tatsächlich, hier hört man zum ersten Mal diese, für spätere Alben der Band typische Computerstimme. Dreimal wird, ziemlich am Anfang der Nummer, dessen Titel wiedergegeben. Ansonsten hört man hier Klänge, die durchaus mal an ein „Aloha“ erinnern. Auch ein elektronisches Rauschen ist immer wieder mal zu vernehmen, welches die Meeresbrandung imitiert. Ansonsten ist das Stück zunächst hauptsächlich sphärischer Natur. Etwas geerdeter wird es im zweiten Teil, hausiert hier allerdings auch eher minimalistisch mit einer Melodie, sodass das ganze Lied am Ende ein wenig zu lang geraten wirkt.

Fazit: Kraftwerk haben sich auf „Ralf & Florian“ noch ein Stückchen weiter in die Richtung entwickelt, für die sie ab dem nächsten Album weltweit stellvertretend stehen sollten. Doch unterscheidet sich der Sound auf „Ralf & Florian“ doch noch sehr von den Nachfolgern – aber auch von den Vorgängern. Für Komplettisten ganz sicher ein „Must Have“. Ist man als Musikhörer allerdings von den ersten beiden Alben überzeugt, kann man mit „Ralf & Florian“ garantiert mehr anfangen, als Freunde der späteren Phase der Band.

Anspieltipp(s): Elektrisches Roulette, Heimatklänge, Tanzmusik
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.10.2012
Letzte Änderung: 11.10.2012
Wertung: 9/15
Eher zu den ersten beiden Alben gehörend

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Meine Vorredner haben das Wesentliche zu diesem Album schon erwähnt. Ich beschränke mich daher auf einige Ergänzungen. Auch auf "Ralf & Florian" scheinen mir Kraftwerk an den Plänen der Autobahn weiter zu feilen. Sie toben sich weiter in ihrem Klangkosmos aus, nehmen Themen vorweg ("Tongebirge" beinhaltet bereits ein Autobahn-Leitmotiv), blicken in "Elektrisches Roulette", Ruckzuck, nochmals zurück zu ihren Anfängen, werfen in "Kristallo" bereits einen Blick über die Autobahn in Richtung Mann-Maschine und darüber hinaus und lassen generell das poppige Element und eine grössere Eingängigkeit, kurz, mehr Musik in ihre Kompositionen einfliessen.

Das beinahe klassische "Heimatklänge" passt dann irgendwie so gar nicht zum Stil der Düsseldorfer und ist gerade deshalb ein weiterer Beweis für die anfängliche Experimentierfreudigkeit der Band. "Tanzmusik", zu dem man meiner Meinung nach nicht im klassischen Sinne tanzen, sich aber sicher stundenlang wiegend bewegen kann, verbindet die repetitiven Figuren von Ruckzuck mit der monotonen Endlosigkeit der Autobahn.

In der abschliessenden "Ananas Symphonie" wird es dann richtig multi-kulti. Fernöstlich angehauchte Harfenklänge weichen südamerikanischen Rhythmen, elektronisch verfremdete Sprachfetzen nehmen Die Roboter vorweg, sphärische Klangflächen die Kometenmelodien.

"Ralf & Florian" ist der Autobahnzubringer, die Autobahnauffahrt. Sehr empfohlen.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.5.2016
Letzte Änderung: 24.5.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2009 Der Katalog 13.00 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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