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Roxy Music

Roxy Music

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: E.G. Records
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Bryan Ferry Vocals & Piano
Graham Simpson Bass Guitar
Andrew Mackay Oboe & Saxophone
Brian Eno Synthesiser & Tapes
Paul Thompson Drums
Phil Manzanera Guitar

Tracklist

Disc 1
1. Re-Make/Re-Model 5:12
2. Ladytron 4:20
3. If there is something 6:30
4. Virginia Plain 2:58
5. 2 H.B. 4:27
6. The Bob (Medley) 5:45
7. Chance Meeting 2:55
8. Would you believe ? 4:54
9. Sea Breezes 7:02
10. Bitters End 2:06
Gesamtlaufzeit46:09


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 3)


Okay, mal ganz schnell alle Kuschelsongs von Bryan Ferry vergessen. Auch Roxy-Radiohits wie "Dance away", "Oh yeah" oder "Jealous Guy" bitte umgehend aus den Gehörgängen verbannen. Ohren frei? Dann kann´s ja los gehen.

Stimmgewirr und nicht etwa kuscheliger Wohlklang eröffnet das erste Album von "Roxy Music". Wie ein Peitschenschlag setzt die Musik ein. Das wildgewordene, fast free-jazzige Sax des Andrew Mackay und Enos wilde Synthesizer-Spielereien passen hervorragend zum leicht durchgedrehten Gesang von Bryan Ferry bei "Re-Make/Re-Model". Beatles und Wagner werden angedeutet ("Day Tripper" und "Walkürenritt"), ansonsten erinnert das Stück eher an T-Rex auf noch härteren Drogen.

"Ladytron" klingt danach zunächst eher ruhig. Einschmeichelnde Synthieklänge, Kastagnetten und der für die meisten typische Ferry-Gesang. Zwischendrin brechen jedoch Manzanera und Mackay immer wieder mit wilder Gitarre und Saxophon in die Wohlfühlatmosphäre und verwandeln den vermeintlichen musikalischen Plüsch in ein Schlachtfeld..

Huch - Country? "If there is something" startet mit "Steelguitar" (ist aber wohl "nur" Manzanera an einer simplen E-Gitarre), aber auch hier merkt man, vor allem an Ferrys in Richtung Wahnsinn driftende Stimme, dass es unter der Oberfläche brodelt. Oboe und Saxophon übernehmen die Führung vor einer sich ständig wiederholenden Pianomelodie. Ferrys Stimme schnappt über und will so gar nicht zu dem im Hintergrund klingenden Chorgesang ("When you were young") passen. Dann der Underground-Hit der 70er und erneut lassen T-Rex grüßen..

"Virginia Plain", eine Art "Get it on" mit Saxophon und Synthesizer, begründete wohl Enos Kultstatus innerhalb der Band, der letztendlich zur Trennung des genialen "non-Musician", wie er sich selbst bezeichnete, von der Gruppe führte. Ferrys unglaubliche Eitelkeit tat wohl ein übriges, nachdem auf Konzerten die Zuschauer mit "Eno" -Rufen den Sänger ein wenig in den Hintergrund drängten. Erst 1994 schrieben Eno und Ferry mit "Wildcat Days", zu finden auf Ferrys Soloalbum "Mamouna" ihren ersten gemeinsamen Song. Aber das ist, wie schon Michael Ende sagte, eine andere Geschichte ....

"2 H.B." plätschert ein wenig daher. Der Gesang wirkt müde, die Musiker spielen eine nette Melodie. Auch Mackays Saxophon vermag nicht richtig zu zünden..

Leise summt der Synthesizer zu Beginn von "The Bob (Medley)" und Ferry steigt gleich mit irrem Gesang ein. Man ahnt, wer Vorbild für David Byrne von den "Talking Heads" war. Dann Maschinengewehr und Bombenexplosionen in weiter Ferne während Mackay elegant das Sax bläst. Mehrmals wechselt die Stimmung des Songs, Vaudeville, Hausmusik am Klavier und zurück zur ursprünglichen Melodie bevor mit Pauken und Gitarren das Ende an "Also sprach Zarathustra" (Strauß, nicht Nietzsche) gemahnt..

"Chance Meeting" lässt Manzanera an der Gitarre improvisieren, während Ferry von diesen Attacken völlig unberührt auf dem Piano umherklimpert und sein Liedchen singt. Unheimlich!.

Versöhnlich und zart folgt "Would you believe ?". So muss es geklungen haben, wenn in den 60ern bei amerikanischen Schulbällen die angeheuerten Bands zum langsamen Walzer aufspielten. Aber halt, Mackay hat offenbar auch "Johnny & the Hurricanes" gehört. Rock´n´Roll ´´! Und dann alles zurück zum Ursprungstempo..

Mit "Sea Breezes" kommt die Perle des Albums. Eno nimmt bereits am Anfang des Stücks seine späteren Ambientklänge vorweg. Würde Ferry nicht singen, könnte das Stück auf "Another Green World" auftauchen. Dann stoßen Manzanera/Mackay dazu. Gerade hat man sich an das ruhige Intro gewöhnt, kommt, für das gesamt Album typisch, der atmosphärische Umschwung. Zwischendurch klingt´s, als spielte jeder ein anderes Stück, fast kakophonisch, zusammengehalten von Ferrys Gesang und am Ende erneut zurückgeführt zur ursprünglichen Melodie..

"Bitters End" ist offenbar ein kleiner Spaß zum Albumende. Barber-Shop und wohlgesetzter Ferry Gesang, gemischt mit Sixties-Saxophon.

Zu bemerken ist noch, dass Eno neben Synthesizer auch Tapes einsetzt, was für das Jahr 1972 wohl fast revolutionär gewesen sein dürfte. Rundum ein Album, das zu seiner Zeit im höchsten Maße progressiv war und das auch heute noch die Entdeckung lohnt, vor allem für diejenigen, denen es nicht so ganz gelingen will, sich beim Namen "Roxy Music" von den am Anfang beschriebenen Klängen freizumachen.

Anspieltipp(s): Virginia Plain, Sea Breezes
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.8.2003
Letzte Änderung: 26.8.2003
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Erstaunlich, welch' interessante Frühzeit manche vorschnell als Popgedudel abgetane Band besitzt. Das Roxy-Debüt bietet einen unterhaltsamen und kurzweiligen Stilmix (auch innerhalb der Songs), der hemmungslos alle Genregrenzen überschreitet, wobei eigentlich immer eine kräftige Prise des Früh-70er Glamrock dabei ist. Aber auch Anflüge von Psychedelic und sogar erste Vorboten von Enos Ambient Music sind zu hören.

Im Zentrum steht neben Bryan Ferrys oft ziemlich durchgedrehtem Gesang Andrew Mackay, der einerseits mit wilden Saxofoneinlagen, andererseits mit elegischen Oboen(!)passagen (sehr schön z.B. bei "Sea Breezes") der Musik einen deutlichen Stempel aufdrückt. Dazu natürlich Enos elektronische Soundspielereien! Tatsächlich erinnern viele Songs (u.a. "Virginia Plain", "Sea Breezes") an Enos erste Soloscheiben, und wer diese mag, sollte sich unbedingt mal mit diesem Album beschäftigen.

Anspieltipp(s): Virginia Plain, Sea Breezes
Vergleichbar mit: Enos ersten Soloscheiben
Veröffentlicht am: 2.8.2005
Letzte Änderung: 2.8.2005
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 3)


Roxy Music sind nicht nur interessant, weil Brian Eno bei den ersten Alben mit dabei war, obwohl ich schon die Auffassung teile, dass die ersten beiden Alben progtechnisch die besten der Band waren.

Wenn man nur einige Hits der Band vorwiegend aus späteren Jahren kennt, erhält man ein falsches Bild. So ging es mir zumindest lange Zeit. Aber Roxy Music bieten mehr. Schon auf dem ersten selbstbetitelten Album ist alles da, was später kommt - und noch viel mehr. Und es klingt hier noch eindeutig progressive.

Das Album Roxy Music ist in erster Linie schräger, z.T. schriller Artpop ohne musikalische Grenzen mit allerhand psychedelischen und glamrockigen Anteilen. Es ist aber auch schon deutlich jene Dekadenz spürbar, die Roxy Music so wichtig machte, gerade auch für die spätere New Wave. Und das liegt nicht allein am Gesang Bryan Ferrys, der zwischen Überspanntheit und Blasiertheit wechselt. Hinzu kommt, dass diese Musik eine erstaunliche Lässigkeit atmet.

Mit ihrem Debut haben Roxy Music etwas ganz Besonderes im musikalischen Kosmos jener Jahre geschaffen: sie leben noch von den musikalischen Mitteln der psychedelisch-progressiven Gegenkultur und lassen sie dabei doch schon hinter sich. Roxy Music vermitteln, schon Jahre bevor dies Allgemeingut wird, einen neuen, post-materialistischen, post-idealistischen Geist. Ähnliches gelang zu dieser Zeit annähernd David Bowie. Kein Wunder also, dass Roxy Music so eine Inspiration für die post-progressiven Jahre wurden. Ein skurriles Album und ein Meilenstein der Rockgeschichte!

Anspieltipp(s): Re-Make/Re-Model, If there is something, 2 H.B.
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.9.2009
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Roxy Music

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 For Your Pleasure 11.75 4
1973 Stranded 9.00 2
1974 Country Life 9.50 2
1975 Siren 8.50 2
1976 Viva! 11.00 2
1979 Manifesto 9.00 1
1980 Flesh + Blood 5.00 1
1982 Avalon 5.00 2
1983 The High Road (DVD) 10.00 1
1990 Heart Still Beating 8.00 1
1995 The Thrill of it All 10.00 2
2001 Musikladen 12.00 1
2001 The Best of 7.00 1
2002 Live at the Apollo 11.00 1
2003 Live 9.50 2
2007 On the Road. Live. 1979 9.00 1
2007 The Thrill of it All. A Visual History 1972-1982 (DVD) 11.00 1
2008 Live at Rainbow Music Hall, Denver, Colorado, USA 10.00 1
2012 The Complete Studio Recordings - 1

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