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Streetmark

Nordland

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (1993 CD-Re-release)
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: Sky Records
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Dorothea Raukes keyboards
Thomas Schreiber guitars
Georg Buschmann vocals
Wolfgang Westphal bass
Hans Schweiss drums

Tracklist

Disc 1
1. House for hire   (Teil 1 von "House of three windows") 3:17
2. Green velvet curtains   (Teil 2 von "House of three windows") 2:20
3. Eleanor Rigby   (Teil 3 von "House of three windows") 5:22
4. Amleth saga   (Teil 4 von "House of three windows") 7:17
5. Italian concert in rock 2:33
6. Da capo   (Bonustrack der CD-Ausgabe) 2:46
7. Waves & Visions   (Teil 1 von "Nordland") 2:49
8. Lyster Fjord   (Teil 2 von "Nordland") 7:26
9. Ladoga   (Teil 3 von "Nordland") 3:43
10. Reality airport   (Teil 4 von "Nordland") 6:35
Gesamtlaufzeit44:08


Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Waren das noch Zeiten! Man mag ja heute über den Krautrock in seinen diversen Schattierungen schmunzeln, aber die Frische, die darin steckte, war schon irgendwie mitreißend; als dieses Album neu war, rechnete ich auch noch nicht damit, wie lange es regelmäßig bei mir laufen sollte...

Die Platte enthält – oberflächlich betrachtet – zwei Longtracks, die in der Mitte eine Bach-Adaption aus dessen Italienischem Konzert für Harfe einrahmen (die CD-Ausgabe bringt noch einen Bonustrack im Anschluss daran).

Nun sind diese Longtracks nicht wirklich welche, wenn man Yes-Maßstäbe daran anlegt: "House of three windows" ist eher eine Aneinanderreihung mehrer Songs, von denen nur die ersten drei zusammenhängend eingespielt wurden, danach kommt eine kurze Pause. "Nordland" ist diesbezüglich etwas ausgereifter, aber auch hier kann jeder Teil problemlos für sich allein stehen. Dennoch: ein proggiger Ansatz ist allemal vorhanden – in so frühen Zeiten aus deutschen Landen war schon der Versuch lobenswert (wenn auch Eloy und Grobschnitt Anno 1976 zweifellos wesentlich weiter waren).

Mit der Instrumentierung ist es so ähnlich: sie erfüllt nicht die heutigen Ansprüche an das, was wir Prog nennen, aber gute Ansätze blitzen hier und da auf: die Keyboards dominieren einerseits sehr stark, bringen andererseits nicht wirklich eine proggige Klangfülle – man hört entweder Hammondklänge oder ein filigranes Streicherprogramm, das auch für Ramses und viele andere in dieser Zeit typisch war – , aber dank der glasklaren Produktion gibt es dem Sound eine sympathische Atmosphäre. Das Schlagzeug ist auch nicht sehr differenziert, obwohl es an manchen fetzigen Stellen jazzige Phantasien wecken kann – die dann nur nicht umgesetzt werden. Der Bass rundet (siehe Produktionsqualität) den Sound gut ab, passt sich aber meistens den Drums (und manchmal auch dem Hammondteil) zu sehr an: ich wüsste da mehr Eigenleben zu schätzen. Und die Gitarre hat was angenehm Sägendes, wenn sie eingesetzt wird, bietet aber darüber hinaus kaum Überraschungen.

Überraschender sind da schon die Songstrukturen an sich: der Anfang von "House for hire" hat geradezu eine Kinderliedmelodie, die heute kaum noch jemand außerhalb der Girlie-Szene riskieren würde, aber für drei Minuten ist das gut zu ertragen, weil es so gespielt wird, dass es neugierig auf das Weitere macht, und weil es durch eingefügte Strophen das Spielerische ernsthaft darzubieten versteht; "Green velvet curtains" bringt nach einer dramatischen Einleitung plötzlich einen hüpfenden Tanzrhythmus, der aus den 20er Jahren stammen könnte und eine gelungene Auflockerung darstellt, bevor es wieder ernster wird: die Coverversion von "Eleanor Rigby" ist dann schon der Höhepunkt des Albums, weil der Song genial in die Weiterentwicklung von "Curtains" eingearbeitet ist; beim anfänglichen Hören ahnt man noch gar nicht, was da aufgebaut wird, weil man dem Bass und der Gitarre folgt – und schon ist der Beatlessong da. Ich finde, das sollte ein Pflicht-Lehrstück für jeden sein, der Coverversionen macht.

Schön ist auch, wie das Ganze endet (trotz der Pause nach "Eleanor"): schneller Rhythmus, der die Entwicklung ins Chaos zu treiben droht, bis dann plötzlich aus dem Instrumentalgewitter eine Abschlussschnulze hervorstrahlt: total naiv, aber nett.

Der zweite Longtrack "Nordland" ist ähnlich aufgebaut, bringt aber noch eine Art New-Age-Einleitung (man erinnere sich: der Mitproduzent Conny Plank hat seinerzeit sogar mit Eno gearbeitet!) und im zweiten Teil einen abrupt einsetzenden Sprechgesang mit einem Hintergrundarrangement, das man fast funky nennen könnte. Zum Schluss ist es etwas schade, wie schnell und schlagartig alles vorbei ist: plötzlicher Schluss und dann nur noch nordisches Windrauschen. Na ja, die Fernsehkrimis dieser Zeit endeten ja auch oft so ähnlich...

Kleiner Schwank am Rande: die Bach-Adaption war kürzlich in einem ganz anderen Kontext wieder mal zu hören: Steve Hackett in seinem neuen Auftritt als "Watcher of the storms" verwendet einen Ausschnitt daraus zu Beginn des Marijuana-Bonustracks; mag sein, dass mich das auf die Idee gebracht hat, mal wieder die alte Streetmark hervorzukramen.

Anspieltipp(s): Green velvet curtains (und dann gleich bis zum Ende von Eleanor Rigby laufenlassen!)
Vergleichbar mit: Ramses, Grobschnitt und das sonstige Umfeld dieser Szene
Veröffentlicht am: 25.8.2003
Letzte Änderung: 4.11.2013
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Streetmark

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Eileen 10.00 1
1979 Dry 8.50 2

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