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Glass Hammer

Journey of the Dunadan

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; RetroProg
Label: Arion Records
Durchschnittswertung: 5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fred Schendel vocals, keyboards, acoustic guitar, recorder, drums
Stephen DeArqe vocals, synthesizers, basses, medieval guitar, percussion
Piper Kirk vocals
Michelle Young vocals
Basil (Terry) Clouse bass
David Carter electric guitar
Rod Lambert electric violin
Tony Mac rhythm programming

Gastmusiker

Jim Brown Narrator

Tracklist

Disc 1
1. Shadows of the past 3:19
2. Something's coming 3:18
3. Song of the Dunadan 9:13
4. Fog on the Barrow-Downs 2:34
5. The Prancing Pony 1:13
6. The way to her heart 3:31
7. The ballad of Balin Longbeard 3:40
8. Rivendell 3:30
9. Khazad-Dum 1:24
10. Nimrodel 4:58
11. The Palantir 6:39
12. Pelennor Fields 4:26
13. Why I cry (Arwen's song) 5:20
14. Anduril 2:02
15. Morannon Gate 5:41
16. The return of the king 7:56
17. Why I cry   (single edit) 3:58
Gesamtlaufzeit72:42


Rezensionen


Von: Henning Mangold @ (Rezension 1 von 2)


Wenn man so spielerisch an den Prog rangeht wie Glass Hammer, sollte man sich als Debüt vielleicht nicht unbedingt ein überlanges Konzeptalbum aufhalsen. Und dann auch noch Tolkien: einerseits macht es mich immer wieder neugierig, wenn sich schon wieder jemand mit diesem Dauerbrenner beschäftigt hat, andererseits denke ich jedes Mal auch ein wenig: "Nein, nicht schon wieder..."

Ich kann in der Beurteilung dieses Albums die Story nicht von der Musik trennen, und die Platte ist wohl auch absichtlich so angelegt, dass man gar nicht auf diese Idee kommt. Daher ist auf beiden Ebenen die Dramaturgie das Wesentliche, das ich hier genauer betrachte:

Der Titel sollte niemanden täuschen: Der "Dunadan" (tatsächlich die Singularform des Volks der "Dunedain") ist Aragorn, aber seine Geschichte ist der Band nur im Zusammenhang mit dem "Herrn der Ringe" wichtig - erzählt wird letztlich das, was seit Bo Hansson andauernd musikalisch erzählt wird, nur sollte anscheinend der Albumtitel mal nicht an Hobbits erinnern.

Wenn es also doch nur wieder um die Reise Frodos und des Rings geht, ist ja die Frage interessant, welche Episoden daraus von Glass Hammer verarbeitet wurden. Auf den ersten Blick wieder das Übliche: wer das Buch kennt, erkennt an den Titeln der Songs auch die Stationen der Reise wieder. Nur: wenn man angesichts einer so langen Geschichte notgedrungen eine Auswahl treffen muss, die das Fassungsvermögen einer CD nicht übersteigt, finde ich es schon merkwürdig, dass der Aufenthalt im Gasthaus "Prancing Pony" gleich drei Tracks umfasst (Titel 5-7); zuerst Stimmengewirr, dann die Phillips-artige Ballade "The way to her heart", die sich so wenig in den Zusammenhang einordnen lässt, dass der Verdacht aufkommt, hier sollte nur unter allen Umständen ein typischer Lovesong eingeordnet werden (ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass Aragorn im Buch jemals so ausführlich von seiner Liebe zu Arwen schwärmt, und in der nicht ganz ungefährlichen Kneipe hätte er das wohl schon gar nicht getan; merkwürdig ist auch, dass der Song auf dem Nachfolgealbum "Perelandra" wiederverwendet wurde).

Und dann wird das Album auch noch mit einer Folk-Alberei gestreckt, in der die Story vom Zwerg Balin erzählt wird (das war der, der ein Zwergenvolk wieder in den Grotten von Moria angesiedelt hatte und dort mit allen Kameraden den Orks zum Opfer fiel): der Song ist ein echter Fremdkörper auf dem Album und stört nur - das heißt, inzwischen ist der Fan ja schlauer und weiß, dass Glass Hammer diesem Flöten-Geblödel so viel abgewinnen können, dass sie später ein ganzes Album mit solchem Kneipen-Singsang aufnahmen ("The Middle Earth Album"), aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls muss an anderer Stelle gehetzt werden, wenn man am Anfang trödelt: zum Schluss wird die Geschichte nur noch mit Sprüngen erzählt: nach dem Aufenthalt in Lothlorien ("Nimrodel") ist man zwei Songs später schon auf den "Pelennor"-Feldern, und kurze Zeit später ist die Geschichte mit der Rückkehr des Königs Aragorn auch schon zu Ende. Die Jungs aus der Band hätten sich ruhig mal mehr Gedanken darüber machen können, wie man eine Geschichte erzählt - wenn es schon Tolkien sein muss, hätte es ja wohl die Beschränkung auf eine einzige Episode auch getan (das wär sogar mal ganz originell gewesen).

So aber schafft es das Album an keiner Stelle, passende Atmosphäre aufkommen zu lassen: "Khazad-Dum" beispielsweise ist nur eine kurze Klavierweise und erinnert an nichts so wenig wie an die dunklen Gewölbe von Moria; auf den "Pelennor Fields" ist die Schlacht schon gewonnen, wenn das Stück beginnt; "Something´s coming" müsste eigentlich leicht bedrohlich klingen, nervt aber schon nach kurzer Zeit mit Frauenstimmen im Hintergrund, die sich wie ein Kinderchor anhören; "Rivendell" und "Nimrodel" sind New-Age-Trivialitäten à la Gandalf (ich meine den Musiker, nicht den Zauberer); "The Palantir" ist zwar überraschend etwas sperrig in der Melodik, aber viel zu lang, gemessen an der Wichtigkeit dieser Glaskugel, und so könnte ich noch ein, zwei Seiten mehr Enttäuschungen aufzählen.

Am besten gefällt mir "Song of the Dunadan": nach etwas Gesang leitet der Bass einen längeren Instrumentalteil ein - die einzige Passage des Album, an der mal richtig geproggt wird, danach wird die Musik nie wieder annähernd so kompakt.

Die Band orientiert sich hier übrigens noch sehr stark an deutlich erkennbaren Vorbildern: die Keyboards sind stark Emerson-geprägt, und zwischen den Tracks hört man einen Erzähler: da lässt Wakeman´s "Journey to the centre of the earth" herzlich grüßen. Ach ja: und eine E-Gitarre gibt´s fast gar nicht, nur am "Morannon gate", wenn das Böse so richtig zuschlägt, wird sie mal kräftig angeschlagen, aber nach so viel Flachsound nimmt man das nicht mehr ernst, sie hätte gleich ganz fehlen dürfen.

Das ist wahrhaftig kein Album für Progfans, höchstens für welche, die sich (wie ich) an unfreiwilligen Prog-Parodien erfreuen können. Aber wenn es schon der Herr der Ringe sein muss: da spricht mich ja der Film-Soundtrack glatt noch mehr an...

Anspieltipp(s): Song of the Dunadan; Way to her heart (da hört man diese Quietschefingergitarre, die ich von Anthony Phillips gewohnt bin, aber wenn man schon so spielt, sollte man auch so komponieren können...)
Vergleichbar mit: ...musikalischer Richtungslosigkeit aller Art...
Veröffentlicht am: 6.10.2003
Letzte Änderung: 8.5.2013
Wertung: 4/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Ich nehme den Faden dort wieder auf, wo Henning ihn fallengelassen hat: Howard Shore hat mit seinem Soundtrack zu Peter Jacksons Film einen Meilenstein gesetzt, an welchem sich meines Erachtens alle anderen Versuche, die Geschichte Tolkiens zu vertonen, messen lassen müssen. Als der Film erschien, stellte ich mir die Frage, ob Jacksons Bilder meine eigenen Bilder verdrängen würden. Es stand ausser Frage, mir den Film anzusehen. Aber würde es in Zukunft das gleiche sein, das Buch wieder zu lesen? Einen Soundtrack zu "meinen" Bildern hatte ich jedoch nie im Kopf. Bin also mit Shores Kompositionen keiner imaginären Melodien verlustig gegangen. Ein Filmsoundtrack hat natürlich den Vorteil, dass die jeweilige Komposition punktgenau mit einer Szene zusammenfällt und sich die beiden, wenn gut gemacht, gegenseitig unterstützen oder gar verstärken. Bei einer CD müsste man schon genau wissen, welche Stelle im Buch exakt die Inspiration zur Musik gewesen ist und das dann Parallel vergleichen.

Nach diesen allgemeinen Gedanken nun noch kurz zu vorliegendem Album. Wenn man nicht wüsste, dass "Journey of the Dunadan" eine "Herr der Ringe"-Vertonung sein soll, würde man es den Kompositionen nicht anhören. Selbst wenn man es weiss, hat man meist Mühe, den Bezug zu finden bzw. rauszuhören. Einige Stücke könnten genausogut auf irgendeinem anderen Glass Hammer Album ihren Platz finden. Komischerweise finde ich ausgerechnet "The Ballad of Balin Longbeard" noch eines der passenderen Stücke. Vielleicht aber auch blos deshalb, weil sich die schunkelnde Wirtshausatmosphäre so ähnlich auch bei Shore findet und sich dort absolut passend in die Handlung einfügt.

Bleibt noch zu erwähnen, dass sowohl die Attitude einiger Stücke, als auch die Tastensounds und schliesslich auch die Gesangsstimme mehr als einmal an die 90er Emerson, Lake & Palmer erinnert. Die "narrative intros" zwischen einzelnen Stücken finde ich ziemlich blutleer und lahm vorgetragen. Die Kompositionen sind grösstenteil gut, Glass Hammer haben ein Gefühl für ansprechende Melodien, das Ganze ist gut arrangiert und kommt, wo nötig, mit gebührender Wucht daher.

Alles in Allem ein ordentliches Album, welches aber den Ambitionen nicht gerecht wird.

Anspieltipp(s): sollte man wohl durchhören..., okay: Morranon Gate
Vergleichbar mit: 90er ELP
Veröffentlicht am: 10.2.2008
Letzte Änderung: 10.2.2008
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2012 Perilous 10.50 2
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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