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Soft Machine

Softs

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: Harvest EMI / Neon RCA
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Karl Jenkins Keyboards
John Etheridge Guitars
Adam Wakeman Sax
Roy Babbington Bass
John Marshall Drums

Gastmusiker

Mike Ratledge Synth (Tracks 3, 4)

Tracklist

Disc 1
1. Aubade 1:51
2. The Tale of Taliesien 7:17
3. Ban-Ban Caliban 9:22
4. Song of Aeolus 4:31
5. Out of Season 5:32
6. Second Bundle 2:37
7. Kayoo 3:27
8. The Camden Tandem 2:01
9. Nexus 0:49
10. One Over the Eight 5:25
11. Etika 2:21
Gesamtlaufzeit45:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Auf "Softs", dem 9. Album von Soft Machine, war das letzte Gründungsmitglied der Band - Mike Ratledge - nur noch als Gast auf zwei Aufnahmen vertreten. Karl Jenkins, der schon die Vorgängerscheibe "Bundels" kompositorisch dominiert hatte, wurde ganz zum Bandleader und komponierte auch die neue Scheibe fast im Alleingang. Zudem war für Allan Holdsworth an der Gitarre John Etheridge von Darryl Way's Wolf gekommen und mit Adam Wakeman (ein Cousin von Rick) wieder ein "full time"-Saxophonist zur Band gestoßen.

Die 1976 von Neon bzw. Harvest veroffentlichten Aufnahmen dieser neuen Besetzung sind eher enttäuschend ausgefallen. Recht unspektakulärer, sphärisch-elektrischer Mainstream-Jazzrock wird auf "Softs" geboten. Mit "Aubade" und "The Tale of Taliesien" geht die Scheibe eigentlich ganz gefällig, wenn auch nicht furchtbar mitreißend los. An die früheren Soft Machine erinnern nur noch die stellenweise auftretenden repetitiv-minimalistischen Rhythmus- oder Keyboardmuster und das in einigen Stücken auftauchende, trötende Sax à la Elton Dean (in "Ban-Ban Caliban" z.B.). Etheridge steuert eine recht solide rockende Gitarre bei, mit schönen, wenn auch mitunter etwas langen Soli; sein Spiel ist aber nicht ganz so filigran und ausgefeilt wie das von Holdsworth auf "Bundles".

Dann finden sich auf dieser Scheibe auch noch einige langweilige Weichspül-Fusion-Stücke ("Song of Aeolus", "Out of Season", "Second Bundle"), die einfach nur schlaffördernd sind. Mit "Kayoo" gibt es wieder (siehe "Bundles") ein mehr oder weniger abwechlungsreiches Schlagzeugsolo von Marshall, welches in "The Camden Tandem" übergeht. Dieses Duo mit Etheridge ist vielleicht noch das interessanteste Stück auf dieser Scheibe und weckt den dahindösenden Hörer. Und das Aufwachen lohnt sich eigentlich, denn "One Over the Eight" geht nochmal gut ab, mit schönen Soli von Gitarre und Altsax (Adam Wakeman klingt hier mal nicht wie Elton Dean). Zum Schluß gibt es noch ein nicht übermäßig virtuoses Akustikgitarrenstückchen von Etheridge.

Kurz: Recht solide Mitsiebziger-Standard-Fusion beinhaltet diese Scheibe, die zudem noch ziemlich glatt und fast seicht geraten ist. Alle schrägen, avantgardistischen Ecken und Kanten vorheriger Soft Machine-Produktionen sind hier verschwunden und die Band trägt wohl zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihren Namen zurecht. Das Album übrigens auch! Nur für Komplettisten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.10.2003
Letzte Änderung: 12.3.2006
Wertung: 7/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Mit Softs gelangen Soft Machine an das Ende ihrer Reise, die von angejazzter Psychedelic über eine große Nähe zur jazzigen Freiform (Fourth) hin zu einem klar strukturierten Jazzrock führte. Fünf Jahre später sollte als Nachklapp nur noch die Umwandlung des Jazzrock in Easy Listening kommen.

Softs folgt dabei auf Bundles mit der gleichen Logik, mit der Seven auf Six folgte. Softs hat seine rockigen Eruptionen, aber ist eher minimalistisch-ambientig, im ganzen deutlich verhaltener geraten als das energiegeladenere Bundles. Die Stücke atmen tief, lassen viel Raum für den Klang, sind dabei vergleichsweise schlicht gestaltet, aber noch meilenweit von den Flachheiten entfernt, die z.T. auf Land of Cockayne zu hören sind. Und John Etheridge, die Empfehlung seines Vorgängers Allan Holdsworth an der Gitarre, macht einen durchaus respektablen Eindruck. Er bestimmt noch heute den Sound von Soft Machine Legacy entscheidend mit.

Wer den musikalischen Minimalismus des Karl Jenkins mag, der sich auf den Alben seit Six zunehmend zum dominierenden Klang der Band entwickelte, sollte trotz zuweilen schlechter Kritiken nicht vor Softs zurückschrecken! Es ist das letzte Soft Machine-Album, das durchgängig gehaltvoll durchdachten wie gut zugänglichen Jazzrock bietet.

Anspieltipp(s): The Tale of Taliesin, Ban-Ban Caliban
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2012
Letzte Änderung: 22.4.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Volume 1 10.50 2
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1971 Fourth 10.00 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1978 Rubber Riff 6.00 2
1981 Land of Cockayne 5.50 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Grides 10.00 1
2006 Floating World Live 12.00 1
2008 Drop 12.00 1
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1

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