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STATISTIK
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Rush

Rush In Rio (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Dokumentation; Progmetal
Label: Anthem/Sanctuary
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Geddy Lee vocals, bass, keyboard
Alex Lifeson guitars
Neil Peart drums, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Tom Sawyer
2. Distant early warning
3. New world man
4. Roll the bones
5. Earthshine
6. YYZ
7. The pass
8. Bravado
9. The big money
10. The trees
11. Free will
12. Closer to the heart
13. Natural science
14. (Intermission)
15. One little victory
16. Driven
17. Ghost rider
18. Secret touch
19. Dreamline
20. Red sector A
21. Leave that thing alone
22. O Baterista
23. 2112
24. Limelight
25. La villa strangiato
26. The spirit of radio
27. By-Tor and the snow dog/
28. Cygnus X-1/
29. Working man
Disc 2
1. The documentary   ((The boys in Brazil))
2. MX Multiangle-tracks

1. YYZ
2. O Baterista
3. La villa strangiato

3. Easter eggs

1. The By-Tor Movie
2. Anthem 1975



Rezensionen


Von: Henning Mangold @


Über die Musik dieses Auftritts hatte ich mich ja schon in meiner Rezi zu der CD-Ausgabe geäußert. Auf die DVD hab ich mich seitdem ziemlich maßlos gefreut - nun habe ich sie endlich gesehen.

Das Unerfreuliche zuerst: Der Sound kommt jetzt noch etwas schlechter durch als auf CD (und das, obwohl man im Menü zwischen zwei Formaten wählen kann), was freilich auch an meinem TV liegen kann; ich hab zwar ein Stereogerät, aber um die Unebenheiten der brasilianischen Produktion auszugleichen, wäre wahrscheinlich eine Dolby-Surround-Anlage vonnöten. Beispiel für das Sound-Problem: Das Keyboard zu Beginn von "Distant early warning" höre ich fast gar nicht; stattdessen ist das Publikum fast so laut wie alles, was auf der Bühne geschieht, und das soll bei DIESEM Publikum was heißen...

Seit ich diese Konzertaufnahme kenne, bilde ich mir ein, mich in die Kreischveranstaltungen hineinversetzen zu können, die die Beatles in den 60ern erlebt haben. Ich hätte nur nie erwartet, dass ausgerechnet Rush irgendwo auf der Welt dermaßen angesagt sein könnten - die Leute in der Menge sind absolut fanatisch drauf, das alles erinnert mich an einen enthusiastischen Volksaufstand (falls es so was geben kann). Die bringen es allen Ernstes fertig, bei "YYZ" mitzusingen, obwohl das ein Instrumentalstück ist; da frage ich mich, wer kommt nur auf so was? Naja, die Brasilianer eben.

Die können sich aber auch über absolut alles freuen; das könnte ihnen kein Publikum nachmachen, das ich je Live oder vom Band verfolgt habe: Selbst die animierten Filmausschnitte auf der Leinwand im Bühnenhintergrund rufen Begeisterungsstürme hervor. Was da zu sehen ist, ist z.B. der Drache vom Coverbild, der nach der Konzertpause ("One little victory") umherfliegt und die Bühne in 'Brand' setzt; dann gibt es einen Trickfilm zu "By-Tor and the snow dog" zu sehen, und jetzt weiß ich auch endlich, woher die Swing-Einlage am Ende von Peart's Schlagzeugsolo kommt: das ist ein Tanzfilm, der zum Schlagzeug auf der Leinwand abläuft, und die Musik ist ganz einfach der Filmsoundtrack.

Und die Stimme in der Jazzpassage ("That's Jazz!") von "Villa strangiato" ist die von Lifeson, der Lee tatsächlich als "Boy from Ipanema" ankündigt.

Dann stehen da auf der Bühne drei anscheinend völlig normale Wäschetrockner herum, in denen sich bis zum Schluss die Trommeln drehen: ein Symbol für die drei Musiker? Ich hab keine Ahnung, aber ist schon witzig. Am Ende der Show ist das Waschprogramm dann auch zu Ende, nachdem man auf der Leinwand die Maschinen hat rumfliegen sehen - so erübrigt sich die Frage, ob es nach fast drei Stunden noch weitere Zugaben gibt.

Was mich an der Begeisterung der Brasilianer am meisten wundert, ist der Umstand, dass die Songs von Rush sich nun wirklich nicht dermaßen stark voneinander unterscheiden, schon gar nicht in dieser spartanischen Besetzung, wo das Keyboard nur in seltenen und völlig unvermeidbaren Momenten überhaupt eingesetzt wird (Lee muss sich nämlich immer entscheiden, was er spielen will - wenn er in die Tasten haut, muss der Bass irgendwie von Peart ersetzt werden, was natürlich angesichts einer so bassbetonten Musik nicht lange überzeugen könnte; im Gegenzug versucht Lifeson manchmal, seine Gitarre wie ein Keyboard klingen zu lassen). Die Show hat also - kritisch bemerkt - durchaus ihre eintönigen Seiten, aber die Leute behandeln jeden einzelnen Song wie die Offenbarung höherer Mächte.

Ich möchte noch mal betonen, dass ich jeden verstehen kann, dem diese Aufnahme akustisch nicht perfekt genug ist; es ist ganz einfach die pure Freude vor und auf der Bühne, die in jeder Minute rüberkommt und mich wieder einmal zu der recht hohen Bewertung verleitet: seltsam eigentlich - ein Konzert, das nicht zuletzt von den Zuschauern auf eine so hohe Niveaustufe gestellt wird...

Nachtrag: Ich verdanke den Hinweisen mehrerer Leser ein paar neue Kenntnisse: zum Beispiel werden die Bässe über Basspedalen beigesteuert, wenn Lee Keyboard spielt (wobei sich meine Quellen nicht immer einig sind, ob nun Lee oder Lifeson die Basspedalen bedient oder ob beide das tun). Auf jeden Fall hat Peart damit nichts zu tun: er hat aber ebenfalls Pedalen, mit denen er z.B. Bläser-Samples abrufen kann. Auch haben sich schon Leser unterschiedlich zu der Frage geäußert, ob die Wäschetrockner Amplifier sind oder nicht; mein neuestes erhaltenes Feedback sagt, Lee spielt seinen Bass auf jeden Fall unverstärkt direkt ins Mischpult und die Trockner seien nur ein dekoratives Gegenbild zu Lifesons Gitarrenwand bzw. hinter den Trocknern, die natürlich symbolisch für die drei Musiker stehen, sei ein Platz für Pearts Techniker, der einspringen muss, falls es mal Probleme mit den Mididrums geben sollte. Ich lasse diese Hinweise jetzt mal so im Raum stehen (und rechne mit weiteren...;-)). Da sie fast alle von Lesern stammen, die selbst Musiker sind, zeigen sie mir vor allem, dass "Rush in Rio" offenbar eine Augenweide und Fundgrube für Musiker ist. Das lässt sich sicher nicht von jeder Konzert-DVD behaupten und spricht auch schon für die besondere Qualität dieses Live-Dokuments.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.12.2003
Letzte Änderung: 6.2.2013
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rush

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Rush 5.00 4
1975 Fly By Night 6.75 4
1975 Caress of Steel 10.50 4
1976 2112 9.50 5
1976 All the World's a Stage 8.50 2
1977 A Farewell to Kings 10.20 5
1978 Hemispheres 12.75 4
1980 Permanent Waves 12.50 4
1981 Moving Pictures 13.75 4
1981 Exit...Stage Left 10.50 2
1982 Signals 10.00 2
1984 Grace under pressure 10.33 3
1985 Power Windows 9.50 2
1987 Hold Your Fire 9.25 4
1989 A Show of Hands 12.00 3
1989 Presto 9.67 3
1991 Roll the bones 6.00 2
1993 Counterparts 9.00 3
1996 Test for echo 8.00 2
1998 Different Stages/Live 11.67 3
2002 Vapor Trails 7.75 5
2003 Rush in Rio 12.00 1
2004 Feedback - 2
2005 1974-1981 (DVD) - 1
2005 R30 (30th Anniversary World Tour) (DVD/CD) 12.50 2
2006 Replay X3 (DVD+CD) 12.00 2
2007 Snakes & Arrows 11.33 3
2008 Snakes & Arrows Live (DVD) 11.50 2
2008 Snakes & Arrows Live - 1
2010 Classic Albums - 2112 & Moving Pictures (DVD) - 1
2010 Beyond the lighted stage (DVD) 11.00 1
2010 Caravan (Single) 10.00 1
2011 Time Machine 2011: Live in Cleveland - 1
2011 Sector 3 - 1
2011 Sector 2 - 2
2011 Sector 1 - 1
2012 Clockwork Angels 12.33 3
2013 Clockwork Angels Tour (2 DVDs) 12.00 1
2013 The Studio Albums 1989-2007 - 1
2015 R40 Live 11.00 1

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