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Elbow

Asleep in the Back

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; New Artrock; Psychedelic
Label: v2music
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Guy Garvey Lead and Backing Vocals, Acoustic and electric Guitars, Percussion, Analogue Synth, Wine Glasses, Harmonica
Mark "Pot" Potter Electric and acoustic Guitars, Backing Vocals
Craig Potter Piano, Organ, Backing Vocals, Analogue Synth, Percussion, Wine Glases, Keyboards
Pete Turner Bass, Analogue Synth, Backing Vocals, Wine Glasses
Richard Jupp Drums, Percussion, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Any day now 6.17
2. Red 5.12
3. Little Beast 4.15
4. Powder Blue 4.31
5. Bitten by the Tailfly 6.19
6. Newborn 7.36
7. Don’t mix your Drinks 3.16
8. Presuming Ed (Rest easy) 5.27
9. Coming Second 5.00
10. Scattered Black and Whites 5.32
Gesamtlaufzeit53:25


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 3)


Gleich mit dem Opener Any day now holten sich Elbow den begehrten Pink-Floyd-Gedächtnispreis - könnte man meinen. Der Sound kommt sehr floydig-sphärisch-relaxed rüber, im Hintergrund langgezogene Orgelflächen und perlende Gitarrentöne. Und dennoch klingt der Song mit seiner locker das Hirn umnebelnden Melodie durchaus modern, was vermutlich auch am Rhythmus liegt, der Richtung moderne Electronic-Beats/Triphop grooved. Damit ist auch die Marschrichtung für den Großteil des Albums vorgegeben, das 2001 als eines der innovativsten galt. Die Melodien sind stets eingängig gehalten, wirken aber nicht ausgelutscht. So richtig catchy wird es nur bei Any Day now, Powder Blue und Coming Second, letzteres mit stampfendem Rhythmus und knarzender Gitarre. Auch der Rest des Albums fließt meist angenehm durch die Gehörgänge.

Aber nicht nur die Songqualität stimmt bei dieser Scheibe, sondern auch die Dramaturgie. Unterbrochen wird der Fluss des Albums nur kurz in der Mitte, nachdem man schon meint, die Variationen des Sounds zu kennen. Bitten by the Tailfly beißt tatsächlich ganz ordentlich alternativerockmäßig. Und das folgende Newborn steigert sich gewaltig von wehmütigen Vocals und warmer Orgel hin zu heftigem Getöse. Don't mix your Drinks klingt danach so zurückgenommen, dass es schon verhuscht unauffällig wirkt. Mit Presuming Ed wird noch mal in die große Pink Floyd-Kiste gegriffen und mit inbrünstigem Chorgesang und Orgel ein Gefühl kosmischer Tiefe erzeugt. Das ist erhaben und schön zugleich.

Nicht so unglaublich originell - aber durchaus zum Sound des Albums passend - sind immer wieder eingestreute Geräusche wie z.B. Kinderstimmen, Gesprächsfetzen im Hinterhof, Funkgeräusche oder Glassplitter. Das kennt man von Pink Floyd und auch von Chroma Key, wird von Elbow aber deutlich dezenter eingesetzt und wirkt tatsächlich untergründig und nicht stilprägend. Die Vocals schwanken zwischen Gilmorescher Blässe und Yorkescher Verlorenheit und klingen manchmal sogar gabrielgequält.

Dafür, dass die Band zehn Jahre an dem Album gearbeitet haben soll, wirken die Stücke wie aus einem Guss. Im Hintergrund aber lauert die Aggression, die gelegentlich zum Ausbruch kommt. Damit erhält die im Kern weiche Platte ein kratzigeres Profil. Und bei aller Liebe zum Detail wirken die Songs doch nie überladen, sondern glänzen eher durch Transparenz im Sound. Ein Meilenstein des New Artrock.

Anspieltipp(s): Any day now, Powder Blue, Newborn
Vergleichbar mit: Pink Floyd, Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 4.1.2004
Letzte Änderung: 14.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Elbow-Sänger Guy Garvey klingt tatsächlich wie Peter Gabriel - allerdings setzt er seine Stimme gern nuschelnd ein, wie Mark Hollis bei Talk Talk. Ansonsten haben Elbow mit Genesis wirklich gar nichts am Hut, vielmehr bietet "Asleep in the Back" eine originelle Mischung aus melodiösem New Artrock im Stil von Porcupine Tree und sperrigem Minimal-Rock der späten Talk Talk. Dabei schwebt fast immer eine gepflegte Melancholie über den Songs, die von dem nuschelnden Gesang noch verstärkt wird.

Wie bei allen Bands aus dem Umkreis des New Artrock gilt auch bei Elbow: Atmosphäre geht über Gefrickel. Wer also virtuose Soli sucht, liegt hier falsch.

Anspieltipp(s): Newborn
Vergleichbar mit: Porcupine Tree, Talk Talk
Veröffentlicht am: 22.11.2004
Letzte Änderung: 24.11.2004
Wertung: 10/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Mitte der 90'er Jahre in Manchester gegründet dauerte es doch bis 2001 bevor dieses Debüt veröffentlicht wurde. Der Grund: Elbow hatten zwar einen Plattenvertrag, aber die Firma ging nach den Aufnahmen pleite. Und Prozesse dauern ...

Geprägt wird der Sound der Band von der unheimlich variablen Stimme Guy Garvey's und den ausgetüftelten und intelligenten Arrangements. Man kann den Verlauf der Songs nur selten erahnen. Vieles variiert und verleiht der Musik Spannung und Sperrigkeit. Die Kompositionen sind komplex, aber mit repetitivem Charakter. Trotzdem ist das alles noch weit entfernt von Eingängigkeit und Kommerz. Songs wie NEWBORN verlangen Aufmerksamkeit mit den aufeinander gestapelten Spuren, genau wie BITTEN BY THE TAILFLY mit seinem perkussivem Aufbau und verwirrenden Sounds. Versucht doch mal die Musik so nebenbei zu hören. Klappt nicht.

Vom Opener ANY DAY NOW mit seinem langsamen schleppenden Beat und den kaum vernehmbaren Kinderstimmen im Hintergrund bis zum letzten Song SCATTERED BLACK AND WHITES mit seinem fast schon an Zärtlichkeit grenzenden Gesang klingt das ganze Album intensiv. RED klingt roh mit seinen scheppernden Drums und ist sperrig. LITTLE BEAST macht süchtig durch seinen trägen Rhythmus und seinen lasziven Groove.

Einschmeichelnd ist auch noch DON'T MIX YOUR DRINKS. Ganz toll dann PRESUMING ED mit seiner psychedelischen Orgel. Mein Highlight der CD ist aber COMING SECOND. Hier gibt es eine Unmenge an Sounds zu hören, unterlegt von schleppender Drum.

Es muss nicht immer Frickelprog sein. Wenn Songwriting auf so hohem Niveau stattfindet, sollte das anerkannt werden. ProgSongwriting. Elbow spielen zwischen den Welten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.3.2017
Letzte Änderung: 11.3.2017
Wertung: 10/15
das Beste aus der Schnittmenge zwischen den liberalen und konservativen Proggern

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Elbow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Cast of Thousands 10.33 4
2005 Leaders of the Free World 11.00 4
2008 The Seldom Seen Kid 10.00 4
2011 Build a Rocket Boys! 11.50 4
2014 The Take Off and Landing of Everything 10.00 2
2017 Little Fictions 10.50 2

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