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Popol Vuh (Dt.)

Einsjäger & Siebenjäger

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: Kosmische Musik
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Florian Fricke Piano, Spinett
Daniel Fichelscher guitars, percussion
Djong Yun vocal

Tracklist

Disc 1
1. Kleiner Krieger 1:05
2. King Minos 4:30
3. Morgengruß 2:55
4. Würfelspiel 3:00
5. Gutes Land 5:13
6. Einsjäger & Siebenjäger 19:30
Gesamtlaufzeit36:13


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 3)


Als Trio mit dem ehemaligen Amon Düül 2-Schlagzeuger Fichelscher veröffentlichte Popol Vuh die fünfte LP, wobei die Sängerin nur im Titelstück wahrnehmbar ist (eigentlich könnte man auch von einer Duoplatte sprechen). Bis auf "Kleiner Krieger" und "Morgengruß" (von Fichelscher) stammen alle Kompositionen von Florian Fricke. Für die (nur im letzten Track vorkommenden) Lyrics verwendeten sie Texte des israelitischen Königs Salomo.

Leicht indisch angehaucht beginnt die CD mit "Kleiner Krieger", einem Stück, das als Vorbild indische Ragarhythmen verwendet. Ein kurzes, eher akustisch gehaltenes Stück, wie auch "Morgengruß" (eine zweite, leicht veränderte Version findet sich auf "Aguirre"), daß für mich einen herbstlichen Sonnenaufgang auf das Wunderschönste mit dominanter Konzert- bzw. E-gitarre interpretiert. Man merkt, dass beide Stücke vom Gitarristen stammen.

Voller, rockiger und improvisierter kommen die Lieder Frickes daher. Sie stehen stärker in der Tradtion langer, fließender Jams, auch wenn die Titellängen dies nicht zeigen. "Gutes Land" beginnt z.B. überwiegend aus melancholischen Klavierspielereien und Percussions, aus dem sich erst ab Mitte des Titels ein sowas wie Rhythmus entwickelt, über den dann diverse Gitarrenspuren als Melodie gelegt werden.

Höhepunkt ist die fast 20minütige Komposition, die der LP ihren Namen gab. Ein Stück aus traurigen, langsamen Klavierpassagen im Wechsel mit hymnischen Gitarrenspuren, das leider ausgeblendet wird.

Insgesamt voller im Sound als z.B. "Seligpreisung" erinnert mich diese LP an Oldfield (Ommadawn), ASHRA oder andere. Popol Vuh sind die Friedfertigen unter den Krautrockern, ohne allzu belanglos zu klingen. Mir besonders gefällt "Morgengruß" am Besten und natürlich der Titeltrack.

Anspieltipp(s): Morgengruß, Einsjäger & Siebenjäger
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.2.2004
Letzte Änderung: 21.2.2004
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 3)


Als Trio und auch musikalisch im Vergleich zu den Vorgängeralben völlig gewandelt ist das von 1974 stammende "Einsjäger & Siebenjäger" bester, orientalisch angehauchter Krautrock, bei dem die Keyboards fast völlig in den Hintergrund gedrängt sind. Dafür übernimmt Gitarrist Daniel Fischelscher mit flirrendem, psychedelischen Spiel die Führungsrolle. Dies ist umso erstaunlicher, da ein Großteil der Kompositionen dennoch von Florian Fricke stammt.

Vor allem im über 19-minütigen Titelsong bricht man zu einer wunderbar krautigen Reise voll verträumter, lyrischer Momente auf. Besonders die vielen akustischen Momente und das Gespür für fragile Melodien überzeugen und machen "Einsjäger & Siebenjäger" zu einem wunderbaren Hörerlebnis.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.7.2006
Letzte Änderung: 5.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Michael Hirle @ (Rezension 3 von 3)


War der Vorgänger noch brütend und etwas introvertiert so ist „Einsjäger & Siebenjäger“ von Anfang an feierlicher und im Ganzen strahlender. Ich empfand die Scheibe immer als passenden Soundtrack für einen Sonnenaufgang und ich leg sie tatsächlich gerne nach „Die Nacht der Seele- tantric songs“ auf, da wirkt sie wie ein erfrischender Bergquell.

Manche Platten entfalten ihre Wirkung erst in der unmittelbaren Reibung mit einem anderen Album. Ähnlich geht’s mir z.B. mit Marillions „Script...“, dem meistens Genesis „And then there where three“ folgt, beide Alben scheinen sich dadurch gegenseitig zu ähm befruchten.

Um wieder zum Thema zurückzukehren, die schönste und größte Frucht auf „Einsjäger & Siebenjäger“ ist der Titelsong, der im Gegensatz zu den anderen Stücken, wieder mit den wunderbaren Vocals von Djong Yun veredelt wurde und zu den ganz großen Popol Vuh „Liedern“ zählt.

Allein der Anfang der gut 19 Minuten ist ein Lehrstück in Sachen Spannungsaufbau und treibt mir immer wieder eine Gänsehaut über mein Hautkostüm. Obwohl das Stück ganz unterschiedliche Teile aneinanderreiht, fließt es in einem Guss in das Herz des Hörers. Genial. Hier ist auch wieder das Wörtchen „Rock“ erlaubt. Von mir aus auch Krautrock, obwohl es eigentlich ziemlich weit von dem entfernt ist, was damals unter diesem Label, durch die verqualmten Buden tönte.

Auch die Bonustracks ("King Minos II" und "Wo bist du?") sind mal wieder perfekt ausgewählt und beschließen das Album in demselben pastellfarbenen Ton wie ihre ungleich bekannteren Geschwister.

Anspieltipp(s): Einsjäger & Siebenjäger
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.8.2012
Letzte Änderung: 31.8.2012
Wertung: 12/15
der Titelsong 15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Popol Vuh (Dt.)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Affenstunde 9.50 4
1972 In den Gärten Pharaos 10.00 4
1972 Hosianna Mantra 11.33 3
1973 Seligpreisung 10.50 2
1974 Aguirre 9.75 4
1975 Das Hohelied Salomons 11.00 3
1976 Letzte Tage - letzte Nächte 10.67 3
1976 Yoga - 1
1977 Coer De Verre (Herz aus Glas) - Soundtrack 12.00 1
1978 Nosferatu (Soundtrack) 10.00 1
1978 Brüder des Schattens - Söhne des Lichts 9.00 2
1979 Die Nacht der Seele - tantric songs 13.00 1
1981 Sei still, wisse ICH BIN 12.00 1
1982 Fitzcarraldo - 1
1983 Agape-Agape, Love-Love 12.00 1
1985 Spirit of Peace 11.00 1
1987 Cobra Verde (Soundtrack) 10.00 1
1991 For you and me 12.00 1
1993 Sing, for Song Drives Away the Wolves - 1
1994 Gesang der Gesänge - 1
1994 City Raga - 1
1995 Kailash - Pilgerfahrt zum Thron der Götter (VHS) - 1
1996 Shepherd's Symphony - Hirtensymphonie - 1
1999 Messa di Orfeo 12.00 1
2011 Revisted & Remixed 1970 - 1999 - 1

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