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Emerson, Lake & Palmer

Tarkus

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Island
Durchschnittswertung: 10.75/15 (5 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson hammond, pipe organ, piano, celeste, moog, vocal
Greg Lake bass, vocal, guitars
Carl Palmer drums, percussion, vocal

Tracklist

Disc 1
1. Tarkus

1. Eruption 2:43
2. Stones Of Years 3:43
3. Iconoclast 1:16
4. Mass 3:09
5. Manticore 1:49
6. Battlefield 3:57
7. Aquatarkus 3:54

2. Jeremy Bender 1:41
3. Bitches Crystal 3:54
4. The Only Way (Hymn) 3:50
5. Infinite Space (Conclusion) 3:18
6. A Time And A Place 3:00
7. Are You Ready Eddy? 2:09
Gesamtlaufzeit38:23


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 5)


Das zweite "Emerson, Lake & Palmer"-Album "Tarkus" führte fast zum Auseinanderbrechen der Band. Emerson hatte sich seit einiger Zeit mit modernen Komponisten wie Ginastera und Bartók auseinandergesetzt, und diese Einflüsse zeigten sich in seiner neuesten Komposition, der "Tarkus"-Suite, die die komplette erste Seite der "Tarkus"-LP ausmacht. Als er den anderen Bandmitgliedern die ersten Entwürfe auf dem Klavier vorspielte, gab sich Greg Lake entsetzt: "Wenn das die Musik ist, die Du machen willst, dann such Dir jemand anderen." Lake liess sich aber doch dazu überreden, dem Material eine Chance zu geben und blieb dabei.

Dass die vorgestellten Stücke dem 'Balladen-Fuzzi' Lake nicht unbedingt Begeisterungsschreie entlockten, kann ich mir gut vorstellen: die instrumentalen Sätze der "Tarkus"-Suite (1,3,5,7) strotzen vor kraftvoll-dissonanten Lead-Linien, zerrissenen, hektischen Bass-Ostinati, perkussiven Orgel-Attacken, fanfaren-artigen Moog-Sounds und virtuosem Schlagzeug von Carl Palmer, schon vom langsam schwellenden dissonanten Eröffnungsakkord an. Diese Instrumental-Sätze werden kontrastiert mit den geradezahligen ruhigeren Songs zwischendrin, die die zugrundeliegende Geschichte/Idee auch textlich illustrieren, die aber nicht nur Wohlklang verbreiten, sondern auch einige klasse Orgelsoli des Meisters enthalten. Das Konzept der Suite wird sowohl in der Musik, als auch im Text und der Cover-Art durchgeführt; es geht um ein kybernetisches Wesen names "Tarkus" (eine Mischung aus Gürteltier und Panzer), dass Tod, Gewalt und Verderben bringt, welches aber schliesslich von dem mythischen Wesen "Manticore" (ein Mix aus Skorpion und Löwe mit Menschengesicht) besiegt wird. Die Interpretationsmöglichkeiten für das ganze sind natürlich Legion... Aber eines steht fest: die "Tarkus"-Suite zeigt ELP von ihrer besten Seite: kraftstrotzend, innovativ, abenteuerlich.

Leider fällt die zweite Seite dagegen teilweise recht krass ab. Zwar sind "Bitches Crystal" und "A Time And A Space" kraftvolle, mitreissende Stücke mit tollem Gesang von Lake, als er noch im Vollbesitz seiner stimmlichen Fähigkeiten war, aber z.B. "Jeremy Bender" und "Are You Ready Eddy?" (ein Tribut an Tonmeister Eddy Offord) fahren die Comic-Song-Schiene mit verstimmtem Salon-Piano bzw. Boogie-Woogie-/Rock'n'Roll-Klischees. Natürlich muss es einen Song geben, der Klassikzitate verbrät, und dafür haben wir hier "The Only Way" mit Bach-Ausschnitten. Leider verheben sich die Jungs hier ziemlich prätentiös im Text: "How could he loooooooose / Six Million Jeeeeeeeeeeews?" Ich glaube nicht, dass Theodizee im Angesicht des Holocaust ein Thema ist, das man in einem Song (egal ob Prog, Rap oder sonst was) angemessen behandeln kann.

Von den oben beschriebenen Ausfällen abgesehen ist "Tarkus" - insbesondere die erste Seite - sehr lohnenswert und enthält einige der besten Musik, die ELP jemals veröffentlicht hat und die sich vor keinem Werk der anderen zeitgenössischen (1971!), aber auch moderner Prog-Gruppen verstecken muss.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 11/15
15 für die eigentliche Tarkus-Suite, die zweite Hälfte schlafft halt ziemlich ab.

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 5)


Obwohl ich den NICE ansonsten den Vorzug gebe, dies ist für mich die ELP-Platte, die man haben sollte.

Fängt die TARKUS-Suite noch mit einem eingeblendeten beschaulichen Orgelton an, wird spätestens nach 30 Sekunden klar: Hier geht es schräg zur Sache. Ich liebe das sehr perkussive Orgelspiel Emersons auf der ersten Seite, die Mischung aus fanfarenähnlichen Moogsounds und dem angejazzten Stil der Orgel, der mich an alte NICE-Zeiten erinnert. Auch die gesungenen, für Lakes Balladenvorliebe geeigneten Passagen sind im Kontext der instrumentellen Einbettung gut und wirken mal nicht schmalzig.

"Schön" auch die schrägen 'Entensounds', mit denen Emerson den "Aquatarkus" vorstellt. Ich wusste nicht, dass er Humor hat. Seite 1 der LP (die Stücke 1-7 der CD) ist ein Meisterwerk.

"Jeremy bender" ist der übliche Westernsong, den Emerson immer wieder mal einbaut. Für meinen Geschmack überflüssig. Auf dieser Seite überzeugen mich nur "Bitches crystal" und "A time and a place". Ansonsten trifft mich genau diese Seite nicht ins Herz - im Gegensatz zu Seite 1. Der Ausklang mit "Eddy" ist immerhin noch ganz witzig und kurz genug, um darüber zu schmunzeln.

Mich hält nur eins ab, noch mehr Punkte zu vergeben - die Liveversion des TARKUS auf "Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends"

Anspieltipp(s): Seite 1
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.12.2004
Letzte Änderung: 9.12.2004
Wertung: 10/15
TARKUS 14

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 5)


Der Titeltrack "Tarkus" gilt als Magnum Opus im Repertoire von ELP und bietet auf einer gesamten LP-Seite alle Register des tastenlastigen Rocksounds des Trios und kann mit dem so typischen Wechsel zwischen pathetisch-balladesken Gesangsharmonien sowie einem im Gegensatz hierfür entfesselt aufspielenden Keyboardgewitter aufwarten. In diesen frenetischen Bombast wird aber auch ein stets griffiger Rockgroove geschickt eingeflochten, so dass die Band wohl auch trotz ihres ohne jeden Zweifel ambitionierten Klanginfernos dennoch zu keinem Zeitpunkt von der normalen Rockbasis entrückt wirkte. Hierfür spricht, dass die wüsten Synthiefanfaren von "Tarkus" trotz all ihrer versierten Dynamik kaum abgehoben wirken, sondern stets im Zentrum eines wohl durchdachten Entertainments und für die damalige Zeit durchaus massenkompatiblen Konzepts stehen.

ELP produzierten in ihrer Hochphase ein ausgefeiltes Rock-Happening, das völlig neue Klangfarben in die populäre Musikwelt einbrachte, diese aber zu keinem Zeitpunkt revolutionieren konnte. Für einen der ganz oberen Plätze auf dem progressiven Rockolymp wirken die Kompositionen vor allen auf "Tarkus" doch zu konstruiert. Um es überspitzt zu formulieren bedienten sich ELP doch reichlich vordergründiger Effekte, um einen möglichst fortschrittlichen Sound zu schaffen. Die zweite LP-Seite unterstreicht den bisweilen doch nicht ganz homogenen Stilmix in einem doch eher belanglosen Nebeneinander aus Western-Saloon-Atmosphäre, Kirchenorgel-Bombast, Jazzkeller-Sound, orgelastigem (Hard-)rock und schmissigem 50er Jahre Rock´n´Roll. Irgendwie versucht man hier das notwendige Augenzwinkern für solch eine musikalische Achterbahnfahrt ausfindig zu machen, leider über weite Strecken vergebens.

Trotz der mitunter schablonenhaft wirkenden Zusammensetzung der verschiedensten Stilelemente weiß "Tarkus" insgesamt zu gefallen, wobei das Debütalbum doch über einen herzlicheren Charme verfügte.

Anspieltipp(s): Tarkus
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 10.11.2011
Letzte Änderung: 10.11.2011
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 5)


„Tarkus“, das zweite Studioalbum von Emerson., Lake & Palmer, beginnt mit der gleichnamigen, seitenlangen Suite. Es greift damit jene musikalische Form auf, für die der Prog besonders bekannt ist. Tatsächlich sind die meisten langen Konzeptwerke oder Longtracks keine Rockopern (weil sie keine Opern sind), Konzerte (brrr) oder Sonaten (die gab’s vornehmlich bei Yes), sondern eben Suiten (oder, noch loser, Songzyklen). ELPs „Tarkus“ ist einer der frühesten Vertreter dieses Typs – und gleichzeitig einer der gelungensten.

„Tarkus“ besteht aus sieben einzelnen Stücken - und damit schon beginnt die Zahlensymbolik: Sieben Stücke, die vier ungeraden instrumental, schnell, frenetisch, geprägt von ungeraden Takten und dissonanten Klängen, die geraden gesungen, langsamer, geprägt von geraden Takten und harmonischeren Melodien. Und obwohl die instrumentalen Passagen die kurzen sind, sind sie es, die sich dem Hörer besonders einprägen.

Das liegt vor allem daran, dass diese instrumentalen Passagen zum aggressivsten und gewalttätigsten gehören, was ELP jemals aufgenommen haben. Allenfalls „The Barbarian“ oder „Toccata“ kommen an die rohe Gewalt von „Tarkus“ heran. Das passt zum Konzept, das William Neal in seinen Bildern im Cover darstellt: Tarkus, ein Mischwesen aus Panzer und Gürteltier, wird geboren, um die Welt mit Tod und Vernichtung zu überziehen. Es tötet eine ganze Reihe ähnlicher kybernetischer Mischwesen, bis es durch einen Mantikor, einer Chimäre aus Löwe und Skorpion, ins Auge gestochen wird und (versehentlich? absichtlich?) ins Meer rollt. Diese einfache Geschichte kann natürlich auf mehrerlei Weisen interpretiert werden: Als Parabel auf den Vietnamkrieg, oder auf die Bedrohung der ganzen Welt durch den Krieg – oder, noch abstrakter, die Bedrohung durch den technischen Fortschritt an sich. Bezieht man die Texte mit ein, eröffnen sich weitere Perspektiven: So geben sich in „Mass“ verschiedene Kirchenmänner den übelsten Lastern hin, und der Titel „Iconoclast“ verweist auf die Bilderstürmer, die mit den Gemälden auch den Kern der Kultur an sich zum Gegner erklären. Das Fehlen von Menschen in Neals apokalyptischer Landschaft, durch die Tarkus reist, ist dabei augenfällig: Ist die Menschheit vernichtet? Machtlos? Hat die Technologie, die Kybernetik längst die Macht übernommen?

Musikalisch repräsentiert werden Gewalt und Vernichtung vor allem in den instrumentalen Teilen, die in Anlehnung an Komponisten wie Bartók oder Strawinsky durchgehende perkussive Ostinati mit chromatischen, dissonanten Orgelmelodien kombinieren. Um diese Dissonanzen zu erzeugen, setzt Emerson an vielen Stellen den Tritonus ein, aber auch seine charakteristische Quartenharmonik kommt hier zu großer Wirkung. Ungerade Taktarten tun ihr Übriges, um den instrumentalen Parts ihren brutalen, maschinenhaften Staccato-Charakter zu verleihen. Dem stehen die Songteile gegenüber, die ELP meist in weit traditionellerer Harmonik und in geraden Taktarten halten. Dadurch entsteht ein Gegensatz zwischen den instrumentalen Teilen und den Songs, die erheblich zu der Spannung des Gesamtwerk beiträgt – auf der anderen Seite steuern die Songs auch die nötigen Erholungspausen bei, die man als Hörer einer derart intensiven Musik zwischendurch einfach braucht. Ungewöhnlich für den Progressive Rock dieser Zeit ist dabei, dass ELP an keiner Stelle akustische Instrumente einsetzen, um diesen Gegensatz zu verstärken.

„Tarkus“ beginnt mit einem unisono von Orgel, Klavier und Bass gespielten Ostinato im 5/4-Takt, das durch eine Reihe nicht wirklich zusammenhängender Tonarten gejagt wird. Die Brücken bilden kurze, unvorhersehbare Keyboardfiguren, die zwar in keinerlei Zusammenhang miteinander stehen, aber dennoch vollkommen folgerichtig wirken. Dadurch entsteht beim Hörer der Eindruck von Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit, der erst durch den ersten Song, „Stones of Years“, aufgefangen wird. Für mich ist es das, was den Prog in seinem inneren Kern ausmacht: nicht Klanggestalt, nicht Instrumentierung, nicht Struktur, nicht Virtuosität, sondern der Zweck, dem all das dient: mit rockmusikalischen Mitteln Unvorhersehbarkeit zu erzeugen in einem Umfeld, das Popularität mit Vorhersehbarkeit gleichgesetzt hat. „Eruption“ ist der Prototyp dessen, was Prog in dieser Hinsicht erreichen kann.

„Stones of Years“ ist dann harmonisch deutlich einfacher gestrickt und vermittelt durch die stetige Wiederholung einer pseudobarocken Bassfigur eine gewisse Stabilität, die aber bald durch ein perkussives Orgelsolo Emersons gestört wird, das melodisches Material aus „Eruption“ aufgreift.

„Iconoclast“ nimmt das Ostinato aus „Eruption“ wieder auf, ist aber deutlich schneller. Neues melodisches Material und die Verwendung des Tritonus macht diesen Abschnitt zum dissonantesten der Suite. Eine weitere unvorhersehbare Passage leitet dann in weitaus harmonischere Gefilde über, aus denen sich am Ende das Moog-Riff von „Mass“ herausschält. Und auch wenn „Stones of Years“ eine solide gesangliche Leistung darstellt, trägt Lake die ungewöhnliche Melodie von „Mass“ und ihre blasphemischen Botschaften mit größerem Engagement (und zum Teil elektronisch verfremdet) vor. Im Zentrum steht jedoch erneut ein extrem perkussives Orgelsolo Emersons, dessen melodische Passagen lediglich kurze Ausbrüche sind, die bald in einem Geräuschgewitter aus dem Moog-Synthesizer untergehen.

Mit „Manticore“ beginnt dann eine weitere instrumentale Passage, diesmal dominiert von einem haarsträubend schnellen Ostinato im 9/8-Takt, das erneut durch überraschende Keyboardfiguren unterbrochen wird. Hier zeigt sich der Einfluss Bartóks auf Emerson vielleicht am stärksten - die Parallelen zu „The Barbarian“ vom Debütalbum sind deutlich zu hören.

Einige dissonante Akkorde leiten zu „Battlefield“ über, dem letzten gesungenen Teil. „Battlefield“ ist musikalisch anders gestrickt als die anderen beiden Songs: Der Bass spielt durchgängige Drones, dazu wechseln mit den gesungenen Parts zwei Keyboardfanfaren ab, deren eine später „Aquatarkus“ dominieren wird (auf den nächsten Alben wird Emerson solche Fanfaren auf dem Moog spielen, hier ist es noch die Orgel). Dazu treten kurze Gitarrensoli Lakes (die, für Technikfreaks interessant, mangels Tonspuren immer recht abrupt enden).

„Aquatarkus“ greift dann die Keyboardfanfare auf, übergibt sie an den Moog und kombiniert sie mit einem kirchenorgelähnlichen Motiv zu einer Art Rockmarsch, wie es sie später im Werk ELPs noch viele geben wird. Erst hier, gegen Ende der Suite, spielt der Moog-Synthesizer eine größere Rolle. Insgesamt wird er auf „Tarkus“ auffällig selten eingesetzt, punktuell, und zu ganz bestimmten Zwecken (das wird sich erst mit den folgenden Alben ändern). Gerade wenn man denkt, dass die Suite in einem Fade out endet, bricht sich dann die Musik von „Eruption“ Bahn und der zweite Teil jener Einleitung führt die Suite zu einem letzten brachialen Höhepunkt: Die Wiederauferstehung von Tarkus?

„Tarkus“ lebt von seinen Kontrasten: metrisch, melodisch und harmonisch, weniger aber (vom Gesang einmal abgesehen) in der Klanggestalt. Der Zusammenhang auf der anderen Seite wird dadurch hergestellt, dass der gesamten Suite ein übergreifender Plan zugrunde liegt, der das Aufgreifen musikalischen Materials an Stellen, wo das inhaltlich notwendig ist, ebenso beinhaltet wie den Wechsel von Tonarten weg von einem Ausgangspunkt hin zu wenig verwandten Tonarten und wieder zurück. Auch Emersons typische Quartenharmonik und die Nutzung des Tritonus stellen eine Einheitlichkeit der doch recht unterschiedlichen Teile her. Es ist diese Gesamtplanung, die „Tarkus“ so überzeugend macht – und die so vielen Longtracks jüngerer Bands fehlt.

ELP hatten wenig Zeit für die Aufnahmen, was sich leider in der Qualität der Musik bemerkbar macht. Auch wenn es keine Verspieler zu hören gibt, ist die Band nicht immer besonders synchron. Das ist aber zu verschmerzen, und vor allem auf der zweiten Seite ist die Qualität des Ensemblespiels erheblich besser.

Die zweite Seite des originalen LP-Formats versammelt weitgehend einzelne Stücke, die für sich alleine stehen und bildet damit einen starken Gegensatz zur „Tarkus“-Suite. Dieses Arbeiten mit Gegensätzen war auf ELPs Debüt noch nicht so sehr deutlich geworden, wird aber ab "Tarkus" zu einem Charakteristikum der ELP-Alben – wenn auch selten so prägnant wie hier.

Seite 2 eröffnet mit "Jeremy Bender", dem ersten in einer ganzen Reihe von lustig gemeinten Music-Hall-Songs ELPs ("The Sheriff", "Benny the Boucer", "The Gambler") – allerdings nicht gerade dem besten. Das liegt weniger an seinem homophoben Text, der sich irgendwie ums Fisten zu drehen scheint, sondern vielmehr daran, dass er es nicht schafft, mehr als beiläufiges Interesse beim Hörer zu wecken - auf der CD noch viel weniger, nach der schwergewichtigen "Tarkus"-Suite hat man für so etwas einfach keinen Sinn.

Es folgt "Bitches Crystal". Das Stück wird unerbittlich vorangetrieben von einem Dreierrhythmus, der zusammen mit dem von "Jeremy Bender" übernommenen Klaviersound den Music-Hall-Bezug wahrt, dazu kommt aber ein frenetisches Boogie-Solo von Emerson, gespielt über einer barock anmutenden Akkordfolge. Dass all dies einen zusammenhängenden Song ergibt, liegt am Arrangement, dass klanglich und stilistisch an "Tarkus" angelehnt ist. Das Manko des Songs ist Lakes Stimme, er krächzt und schreit seine Geschichte über Schwarze Magie geradezu heraus. Dabei versucht er zwar, aus der an sich uninteressanten Gesangsmelodie herauszuholen, was er nur kann, wirkt aber immer angestrengt und gezwungen. Ähnliches gelingt ihm am Anfang von "Karn Evil 9" mit seiner ähnlich anspruchslosen Gesangsmelodie weitaus besser. Eine Band in der Entwicklung eben.

Neben einer Reihe einzelner Stücke findet sich auf Seite 2 ein weiteres Konzeptwerk - kürzer, weniger ausladend als "Tarkus", aber nicht weniger interessant: "The only Way" und "Infinite Space" bilden es und haben daher nicht umsonst die Bezeichnungen "Hymn" und "Conclusion". Das Konzept ist eines, das in Texten Lakes und Peter Sinfields immer wieder einmal zur Sprache kommt: Der Agnostizismus. Ausgehend vom Problem der Theodizee wird die Religion in Frage gestellt und der Mensch schließlich auf sich selbst verwiesen: "Don't be afraid, man is man-made", "you must believe in the human race". Leider wird dieses religionsphilosophische Problem nicht immer auf angemessenem intellektuellen Niveau angegangen: "Can you believe God makes you breathe? Why did he lose six million Jews?" ist eine Formulierung, die mit dem Thema nicht gerade auf Augenhöhe ist. Ganz anders die Musik: Emerson beginnt auf einer Kirchenorgel mit einem Ausschnitt aus Bachs Toccata und Fuge in F Dur (für Kenner: BWV 540) und stellt diesem bei jedem Hörer sicherlich Kirche und Christentum assoziierenden Einstieg abrupt sein auf den Basspedalen der Orgel gespieltes Hymnenthema entgegen. Es ist eins der letzten Stücke, in denen Emerson diesen durch die frühen Versuche von Bands wie The Nice und Deep Purple etablierten krassen Gegensatz zwischen Klassik und Rock nutzt, um einen inhaltlichen Gegensatz musikalisch zum Ausdruck zu bringen: hier den zwischen Gottesglaube und Agnostizismus. Wenn Lakes Gesang einsetzt, nimmt Emerson sich zurück, nur gelegentlich greift er das dichte kontrapunktische Gewebe der Barockmusik noch hin und wieder kurz auf, ganz so, als würden die beiden Weltsichten noch miteinander ringen. Lake singt mit viel Engagement – im Gegensatz zu vielen anderen seiner Beiträge auf "Tarkus" stellt "The only Way" eine seiner besten gesanglichen Leistungen dar. Dann setzt sich die säkulare Weltsicht durch: Bach kehrt zwar zurück, aber nicht mit Kirchenmusik, sondern mit seinem wohltemperierten Klavier. Emerson zitiert daraus zudem im jazzigen Play-Bach-Gewand: Dieses Experiment des Jazzmusikers Jacques Loussier, Bach in den Jazzkontext zu übersetzen, war damals in aller Munde, und natürlich hatte auch Emerson das drauf (so wie viele andere auch, man höre nur mal die frühen Jethro-Tull-Alben). Lake trägt eine weitere Strophe vor, selbstsicherer diesmal, und Emerson startet in ein 7/8-Ostinato, über das er in den nächsten drei Minuten soliert: "Infinite Space" ist eines der seltsamsten Stücke im Werk ELPs. Nirgendwo sonst greift die Band Elemente der Minimal Music und des indischen Raga auf. Emerson verwebt sie zu mal dissonanten, mal harmonischen Pianofiguren, die sich über dem nahezu statischen Ostinato entspinnen. Es scheint, als würden ELP der antithetischen Auseinandersetzung zwischen Gottesglauben und Agnostizismus eine Art Synthese in Säkularismus und Meditation entgegenzusetzen. Grandios!

Aber ELP wären nicht ELP, wenn sie das nicht gleich wieder konterkarieren würden. Der Text von "Time and a Place" steuert weg vom agnostischen Materialismus und wendet sich mystischeren Gefilden zu. Er scheint allerdings eher die damals aktuellen paganen Vorstellungen von einem subkulturellen Nirvana zu assoziieren als religiöse Dogmatismen. Eingekleidet wird das in das stilistische Gewand von "Knife Edge" vom Debütalbum: Ein bluesbasierter Song mit einem messerscharfen Riff wird mit Elementen aus dem Barock kombiniert, Quintenzirkel und chromatische Läufe im Bass werden genutzt, dazu schreit Lake seine spirituelle Verunsicherung geradezu hinaus. Leider wieder nicht wirklich überzeugend, zu sehr wackelt seine Stimme an den entscheidenden Passagen. Erst nach und nach wird Lake lernen, wozu sich seine Stimme eignet – und wozu nicht.

Die letzte Nummer ist "Are you ready Eddy?" und ist ELPs Produzenten Eddy Offord gewidmet. Der Song ist etwas für Leute wie mich, die auf ganz klassisches Boogie-Piano stehen - als Ergänzung zu einer Progplatte jedoch natürlich unwesentlich. Ich mag aber den Text ("Eddy Eddy edit" – und ich bin mir nicht sicher, dass Lake wirklich "vibe me Eddy" singt) und die (viel zu kurzen) Soli Emersons.

Tarkus ist, trotz seiner beiden hervorragenden Suiten, nicht das beste Album ELPs aus der frühen Phase. Zu inhomogen ist die zweite Seite des Albums, zu schlampig ist vor allem die „Tarkus“-Suite eingespielt, zu lustlos singt Lake die meisten Songs runter. Auf der anderen Seite ist die titelgebende Suite ein Meilenstein in der Entwicklung des Longtracks und nicht zuletzt wohl DER Referenzpunkt für zahlreiche ELP-Klone wie es sie etwa in Deutschland gab – und in Italien oder Japan bis heute gibt. Dazu treten "The only Way"/"Infinite Space", die zum intelligentesten gehören, was ELP je komponiert bzw. adaptiert haben.

P. S.: Das Album erscheint übrigens demnächst in einer dreischeibigen Edition, von Steven Wilson neu abgemischt und mit Bonustracks versehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.7.2012
Letzte Änderung: 26.7.2012
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 5 von 5)


Was? Noch eine "Tarkus"-Rezension von mir?

Nun, dieser Tage ist eine 3-Scheiben-Box erschienen, die neben dem Originalmix von 1971 auch eine neue Stereo-Abmischung und einen 5.1-Mix enthält, beide von Steven Wilson, dazu Bonustracks, und ich denke mir, dass jeder, der das Album so gut kennt, dass er meine obenstehende Rezension nicht benötigt, vielleicht nur (und schnell) auf die folgenden Infos zugreifen möchte, ohne sich zunächst durch allgemeines zur Musik quälen zu müssen.

Hiermit!

Als ELP "Tarkus" aufnahmen, waren sie wie so viele Bands der damaligen Zeit praktisch kontinuierlich auf Tour und konnten nur häppchenweise ins Studio gehen. Das Resultat war ein Album, das vielleicht wie kein anderes ELP-Album unter Zeitmangel litt. Viel ist gesagt worden über den schwammigen Bass-Sound, der vor allem bei "Eruption" störend auffällt, bei dem man Bass, Orgel und Piano praktisch nicht auseinanderhören kann.

Was, Emerson hat in "Eruption" Piano gespielt?

Siehste.

Ein neuer Mix war also dringend notwendig. Und Steven Wilson wird wieder einmal seinem Ruf als historisierend-nüchterner Remixer gerecht: Er legt den Soundsumpf trocken, und mit trocken meine ich trocken. "Tarkus" erhält einen klaren und trockenen Klang, der nicht nur dem Album, sondern auch der Zeit, in der es entstanden ist, gerecht wird. Erneut widersteht Wilson dabei der Versuchung, die technischen Möglichkeiten der Gegenwart dazu zu nutzen, das Album mit Effekten zu verfremden. Nur an wenigen Stellen greift er aktiv in die Klanggestalt des Werks ein, und dann meist zu seinem Besten. Beispiel: Viele, allen voran offenbar Greg Lake, wird es gestört haben, dass ihm ausgerechnet bei der letzten gesungenen Silbe der "Tarkus"-Suite vorzeitig die Luft ausgegangen war. Wilson dreht die Lautstärke just an dieser Stelle etwas hoch und verleiht dadurch Lakes Stimme die Power, die wir 41 Jahre lang missen mussten. Manches hört man überhaupt erst jetzt: Hattet Ihr etwa bemerkt, dass im Hintergrund des Orgelintros von "The only Way" Greg Lake langgezogene "Aaaaaahs" singt?

Nur selten schießt Wilson beim Remixen übers Ziel hinaus. So ist etwa der Gegensatz zwischen den kurzen, mit viel Hall versehenen a-capella-Orgelpassagen und den sehr trockenen Ensemble-Passagen in "Iconoclast" für meinen Geschmack viel zu hart. Man hört förmlich, wie der Hall-Knopf ein- und ausgeschaltet wird. Das klingt sehr künstlich und tut dem dritten Teil von "Tarkus" nicht gut.

Die Bonustracks sind interessant gewählt. "Oh, My Father", eine Ballade Lakes zum Tod seines Vaters, war bereits auf der "From the Beginning"-Box veröffentlicht worden. Es handelt sich um ein schönes, sehr persönliches Stück, das sich von den anderen Lake-Balladen dadurch unterscheidet, dass zumindest lange Zeit zur Begleitung nur ein Klavier ertönt. Dazu kommt nun ein Track ohne Titel ("Unknown Ballad"), ein Stück, das besonderen Seltenheitswert besitzt, weil Keith Emerson es singt. Es handelt sich um eine schöne Ballade im 3/4-Takt. Abgesehen davon gibt es nur einen weiteren Song, den Emerson selbst singt, "I'm A Man" vom "Nighthawks"-Soundtrack. Und er singt die "Tarkus"-Ballade deutlich besser. Hochinteressant, weil man diese Art Musik der damals vor Aggressivität nur so brennenden Band niemals zugetraut hätte.

Es folgt eine Aufnahme von "Mass", ohne Gesang, mit einem langen Orgelsolo Emersons. Es handelt sich um einen alternativen Take, der dann zugunsten der bekannten Version verworfen wurde. Und man hört, warum: Zu lange hält sich Emerson mit der perkussiven Einleitung auf, der Zug zum Tor, den die endgültige Fassung aufweist, mag sich hier nicht einstellen. Interessant zu hören, wie die Band damals arbeitete.

Spannend sind auch die kleinen Anekdoten am Rande, von denen Steven Wilson im Booklet berichtet: So beinhaltet "Aquatarkus" ja eine Reprise von "Eruption". Allerdings waren die Bänder dieser Reprise nirgends aufzutreiben. Wilson, gerade am Verzweifeln, kam aber die rettende Idee: Wenn die Bänder nirgends zu finden waren, hat es sie vielleicht nie gegeben?!? Und tatsächlich stellte sich heraus, dass die Reprise von "Eruption" nichts anderes war als die eins zu eins wiederverwendete Aufnahme von "Eruption" - man hatte sie der Einfachheit halber schlicht ans Ende von "Tarkus" kopiert!

Problematisch an den neuen Mixen ist vielleicht, dass Wilson ELP sozusagen die Hosen herunterlässt. Wie ich eingangs geschrieben habe, ist das Album Stück für Stück unter ziemlichem Zeitdruck entstanden, das hört man nun deutlicher als je zuvor. Insbesondere das Titelstück ist stellenweise recht schlampig gespielt, an allen Ecken und Enden hapert es mit der Synchronizität der Band, wenig überraschend vor allem bei den Instrumentalteilen. Aber Wilson ist keiner, der Geschichtsklitterung betreibt. Ganz der kühle Proghistoriker, sagt er uns die ungeschminkte Wahrheit über "Tarkus". Und das ist gut so.

Die 3-Scheiben-Version ist eine der wenigen relevanten ELP-Veröffentlichungen der letzten 20 Jahre, und es tut gut, zu sehen, dass diese grandiose Band nicht weiter verramscht wird. Es ist ihr zu wünschen, dass Steven Wilson weitermacht, diese Veröffentlichung ist mit seiner Arbeit für King Crimson absolut auf Augenhöhe, und man hat dort ja gesehen, wie sehr diese Alben von seinen Überarbeitungen profitieren. Nichts weniger ist auch ELP zu wünschen.

Die Trackliste:

Disk 1: Original Album (1971)

1. Tarkus
2. Jeremy Bender
3. Bitches Crystal
4. The Only Way (Hymn)
5. Infinite Space (Conclusion)
6. A Time And A Place
7. Are You Ready Eddy?

Disk 2: The alternate Tarkus. New 2012 Stereo Mixes

1. Tarkus
2. Jeremy Bender
3. Bitches Crystal
4. The Only Way (Hymn)
5. Infinite Space (Conclusion)
6. A Time And A Place
7. Are You Ready Eddy?
8. Oh, My Father
9. Unknown Ballad
10. Mass (Alternate Take)

Disk: 3 (DVD-Audio: New 2012 5.1 Mix/New 2012 Stereo Mixes)

1. Tarkus
2. Jeremy Bender
3. Bitches Crystal
4. The Only Way (Hymn)
5. Infinite Space (Conclusion)
6. A Time And A Place
7. Are You Ready Eddy?
8. Oh, My Father
9. Unknown Ballad
10. Mass (Alternate Take)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.9.2012
Letzte Änderung: 6.9.2012
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Emerson, Lake & Palmer 11.60 6
1971 Pictures at an Exhibition 12.00 5
1972 Trilogy 12.00 4
1973 Brain Salad Surgery 12.00 4
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.50 2
1977 Works, Volume 1 7.25 4
1977 Works, Volume 2 4.63 8
1978 Love Beach 6.43 7
1979 In Concert 6.00 1
1992 The Atlantic Years 12.00 1
1992 Black moon 4.50 4
1993 Works Live 10.00 1
1993 The Return of the Manticore 12.00 3
1993 Live At The Royal Albert Hall 10.50 2
1994 In The Hot Seat 1.60 5
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2002 Best of the Bootlegs 9.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 7.00 2
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1
2010 Live High Voltage 10.00 1
2011 Live At The Mar Y Sol Festival '72 12.00 1
2011 Live At Nassau Coliseum '78 11.00 1
2011 ...welcome back my friends High Voltage Festival 2010 40th Anniversary 9.00 1
2013 Live in Montreal 1977 8.00 1

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